Stille Umweiselung? Warum?

  • Hallo Liebe Mitimker,


    Ich imkere im dritten Jahr und habe dieses Jahr sehr viele völker die nach der Honigraumentnahme nochmal umweiseln wollten oder jetzt ohne königin sind ihne abgeschwärmt zu sein. Ich habe insgesammt 16 Völker und vereinige jetzt schon das vierte mit einem Reserveableger. An was könnte das liegen? Ich imkere auf Dadant und meine Vermuitung war jetzt das sich durch das einengen nach dem Abräumen wieder Schwarmstimmung entwickelt haben könnte, aber die Völker ist sehr stark und meiner meinung nach nicht geschwärmt.
    Eventuell durch die erste Varroabehandlung?


    Wäre für ideen sehr Dankbar.


    Liebe Grüße
    Felix

  • In diesem Jahr waren die Begattungsergebnisse der jungen Königinnen nicht besonders gut. Viele gingen überhaupt nicht in Eilage , einige recht schleppend. Nur die Erstzucht ging. Irgendwo stand hier mal was vom SCHWARZEN Königinnenvirus.
    Zweitens sind nach den Honigentnahmen große Stressfaktoren in den Völkern. Du solltest auch nicht zu stark einengen, ev. Leerzarge druntersetzen mit alten Waben. Die Übermengen an Altbienen sind in 3-4 Wochen alle.
    Gruß Peter

  • Hallo,


    erzähl doch einmal, was Du für Königinnen hast bzw. wie Du nachziehst etc.
    Warum Einengen nach Ernte?
    Eher erweitert man doch nach der Entnahme im Brutraum sofort, füllt auf mit MW, und es gibt sofortigst eine Futterladung oder?
    Fütterung ohne Erweiterung nach Honigraumabnahme würde eine Platznot für Legefläche und damit den Eindruck, die Legeleistung der Madame sei vielleicht unzureichend, verstärken. Könnte es das sein?


    Die von Peter genannten Begattungsergebnisse kamen mir auch direkt in den Sinn, das greift jedoch nicht, wenn es verschiedene Abstammungen und Altersstufen betrifft.


    Zum Thema schwarzes Königinnenvirus hier was Lesenswertes.
    Jedoch kämen die betroffenen Zellen wohl nicht zum Schlupf.


    Grüße


    Marion


    Erz

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,


    Vielen Dank für deine Antwort.
    Also mit einengen meinte ich, das ich den Honigraum weggenommen habe.
    Ich habe direkt nach der Honigernte meine erste Varroabehandlung gemacht und dann gleich gefüttert und auch erweitert.
    Ich habe allerdings absichtlich nur eine relativ kleine futtermenge gegeben da das Brutnest noch so groß war und ich auch einen schönen Futterkranz im Brutraum habe, ich wollte nicht das es verhonigt wird.
    Die Königinnen sind verschieden von 2011 und 2012 und eigentlich belegstellen begattet.
    Erst vor ca einer Woche hab ich dann mit der Richtigen Einfütterung begonnen, da habe ich das mit den königinnen bemerkt. Es war aber Kein einziges volk ohne Futter oder so...


    Liebe Grüße
    Felix


  • Hallo Felix. Dadant, egal ob 10 ner oder 12 er sind so groß das Du bei kleiner Futtermenge die Du ja gegeben hast, keine Einengung des Brutnesttes zu befürchten brauchst.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo, du schreibst Weisel von 2011 und 2012 .
    Bei einer 2011 Weisel würde ich mich nicht wundern wenn die Bienen sie umweiseln, hat halt ihre beste Zeit hinter sich.
    Bezüglich 2012 Weisel kann ich nur sagen das ich von diesem Jahrgang so gut wie keine mehr habe, da meine Bienen diese im Laufe des Jahres auch "entsorgt" haben. Wieso ???
    Vielleicht wie beim Wein, nicht jedes Jahr ist ein spitzen Jahrgang.:lol:


    Vielleicht hängt es ja auch mit deiner AS Behandlung Zusammen?

  • Hallo Felix,


    bei mir ist die Reihenfolge eine andere: Ernte, Erweitern, Füttern, dann behandeln, wieder Füttern.
    Das Thema kam allerdings eh nur auf, wegen der Frage, ob die Einengung etwas ausgelöst haben könnte. z.B. Fütterung eines abgeernteten, noch immer eng sitzenden und somit gepresstem Volk: die könnten schon mal denken, dass die Königin nachgelassen hat?
    Eine Möglichkeit wäre auch Brutrückgang bei Hungerphase?
    Jetzt wird es aber hypothetisch,:wink:
    meine 2011er ist auch von ihren Bienen in den royalen Himmel getauscht worden :wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,


    Naja aber eine Hungerphase hatten sie ja nicht, ist mir wirklich etwas rätselhaft, hab mir 10 Reserveableger gemcht und jetzt schon 4 mit den Völkern vereinigt, wollte eigentlich nächstes jahr nochmal um 5 Völker aufstocken, das wird jetzt schon ziemlich kanpp... Ärgerlich.


    LG Felix

  • An die AS Behandlung hab ich auch schon gedacht, allerdings hab ich extra darauf geachtet das sie gut sitzen(Liebig Dispenser).
    Keine ahnung was da schief gelaufen sein soll, hatte die schublade drin und das flugloch offen.

  • Ursachen für stille Umweiselung sind in der Mehrzahl aller Fälle bei der Kö zu suchen, die durch diese Maßnahme ersetzt werden soll. Rahmenbedingungen, die das ganze Volk betreffen, wie z.B. Futtermangel oder Stress durch AS-Behandlung, führen nach meiner Erfahrung nicht zu einem gesteigerten Umweiselungstrieb.


    In diesem und im letzten Jahr hat es zur typischen Königinnenzuchtzeit im Mai jeweils mehrere Wochen geregnet. Während dieser Regenperioden war es auch ziemlich kalt. Ich hatte solche Schlechtwetterphasen sowohl während die "Zucht"-Rahmen in den Völkern waren, als auch zur Zeit der Begattungsflüge. Bei mir haben die Völker die von mir (künstlich) gezogenen Kö mittlerweile alle ersetzt. Ich habe zur Zeit fast nur noch Kö in den Völkern, die die Bienen ohne meine Beeinflussung selbst gezogen haben.


    Bei der stillen Umweiselung werden nur wenige Zellen angesetzt, die in einer Überfluss-Situation entstehen. Wenige einzelne WZ können besser versorgt werden, als große Serien. Anders als im Frühjahr, wenn die Völker erst noch stark werden wollen, haben sie im August den Jahreshöhepunkt überschritten und sind bereits stark. Kö aus stiller Umweiselung sind deshalb meist groß und kräftig. Sie werden "im Paradies" geboren. Einziger Nachteil: der Imker hatte keinen Einfluss auf die Auswahl des Erbguts oder die Anpaarung bei der Begattung. Umweiselungs-Kö entstehen nicht durch imkerliche "Zucht", sondern sind die standbegattete F1-Generation der vorherigen Zuchtbemühungen. Für "normale" Wirtschaftsvölker taugen sie allemal. Was ihnen evtl. genetisch fehlt, machen sie durch ihre Stärke und Vitalität mehr als wett.


    Normalerweise freut sich der Imker über Umweiselungs-Kö, es sei denn, durch die Umweiselung wurden züchterische Pläne (fürs nächste Jahr) durchkreuzt und du willst nicht die standbegattete F1-Generation weiter vermehren. Shit happens. Der Mensch denkt und Gott lenkt. Willkommen im echten Leben.


    Gruss vom Sammler

    Dieser Beitrag wurde bereits 9 Mal editiert, zuletzt von Sammler ()

  • Hallo der Sammler,


    Danke für deine Antwort, das beruhigt mich etwas. Ich habe im Grunde nichts dagegen das sie umweiseln, will halt nur nicht das das Volk dann evtl für den Winter zu schwach ist, denn es fehlen ja dann ca 4 Wochen Eier im August. Wenn das nicht schlimm ist hab ich nichts dagegen.


    Liebe Grüße
    Felix

  • Hallo Felix,


    bei der stillen Umweiselung gibt es keine oder nur eine Mini-Brutlücke. Das ist es ja gerade:


    Sie sorgen mit weiter legender Königin für passenden Ersatz, und das ist nicht wie bei der Nachschaffung. Es ist eine oder wenige Zellen, die ganz geplant entstehen und bestens versorgt werden.
    Die neue Königin ist erst einmal noch zusammen mit der alten im Stock, oft bleiben sie auch noch ne Weile parallel. Je nach Ursache des Umweiselungswillens.
    Mein Kandidat hier hat aktuell eine kleine Brutlücke, die neue ist aber jetzt mindestens 14 Tage alt und es gab lediglich vor einigen Tagen keine Stifte, jedoch noch offene Brut, und die Alte von 2011 war weg. Jetzt tragen sie Pollen ein und "ick freu mir" :wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ja, Felix. Es ist so wie Marion schreibt. Bei stiller Umweiselung geht das Brutgeschäft meistens ziemlich unterbrechungsfrei weiter. Das unterscheidet die stille Umweiselung von der Nachschaffung. Wenn z.B. die alte Kö vom Imker versehentlich zerdrückt wird, dann haben wir einen Fall für Nachschaffung. Da endet die Legetätigkeit der alten Kö schlagartig und bis zur erfolgreichen Nachschaffung entsteht eine Brutlücke. Solche Brutlücken müssen aber nicht unbedingt einen negativen Effekt auf die Volksstärke haben. Es ist die Brutaufzucht, die die Arbeitsbienen erschöpft. Deshalb sind Sommerbienen kurzlebig und Winterbienen langlebig. Eine Brutlücke kann zu einer längeren Lebenszeit der Arbeitsbienen führen, so dass die erwartete Schwächung der Volksstärke ausbleibt.


    Liebe Grüße vom Sammler