Eigengewicht verschiedene Beutetypen

  • Gerne würde ich für Anfänger und Nicht-Anfänger eine kleine Zusammenfassung oder Auflistung der versch. Beutengewichte hier erstellen.
    Es geht darum nicht nach Literatur zu füttern, sondern nach Gewissheit des schon eingelagertes Futter.


    Dass genaue Angaben nicht möglich sind, ist mir klar, auch dass das Gewicht abhängig davon ist, was schon drinne ist, aber vielleicht können die einen oder anderen "alten Hasen" doch helfen ..


    Also für mich interessant:


    Ca. Gewicht 10er und 12er Dadant voll mit Waben und Bienen ( vorhandenes Futter ermittle ich selbst..)

  • Moin,


    weil wir es schon einige male als Thema hatten und es eigentlich jede Fütterungssaison wieder auf den Tisch kommt,
    hab ich mal gewühlt:


    Meist wurde in den Threads logischerweise abgewichen Richtung Thema Gesamtwintergewicht und notwendiger Futtermenge insgesamt.
    Dann kommen nun mal die Präferenzen der Einzelnen, wobei eben Standort und Volksstärke/ Witterung und persönliche Erfahrungswerte mit hinein spielen. Auch sind ganz Materialabhängig Schwankungsbreiten in den Beutenleergewichten verständlich.


    Konkret zunächst zu Deiner Frage, weil ich auch Dandant habe:
    Meine 12er Dadant Beuten sind von Bergwinkel in Weymouthkiefer, da gibt es im Lieferschein sogar für Zubehörteile Gewichtsangaben.
    Sie wiegen inclusive Stülpdeckel mit Boden, Brutraum, Anflugbrett noch dran, 12 Waben und Bienen um die 22 kg.
    (Hinzu käme bei mir in der Fütterungsphase noch der Adamfütterer mit 2,5 kg und ein Metalldeckel zu 4 kg.)


    Dann gibt es noch in einer älteren Version dieser sehr empfehlenswerten und zigmal verlinkten PDF zur Wintereinfütterung eine schöne Tabelle zu Beutenleergewichten plus aufgefütterte Endgewichte;
    damit sind Zahlen genannt bzgl. Zander, Dadant, Miniplus, jeweils in verschieden starker Besetzung, ein- oder zweizargig, mit und ohne Fütterer.
    In der aktuellen Version im Netz ist die Liste nicht mehr enthalten, daher ist sie extra verlinkt.


    Außerdem hatten wir das Thema hier wie gesagt bereits:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=35907 Zanderbeute, einzargig 13 kg, zweizargig 19 kg leer, plus Bienen und Pollen noch!
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=30386Damit gibts ne Aussage zur Segeberger 1,5 DNM in Kunststoff: Leergewicht 14 kg mit Bienen und Waben.
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=14954&highlight=Gewicht+Seegeberger Angabe 14 kg 2 Zarger Segeberger leer ohne Bienen.


    Wie man sieht nirgends hundertprozentig übereinstimmende Gewichte, jedoch nahe beieinanderliegend.
    Bei den angestrebten Winterendgewichten also bei nicht bekanntem ganz persönlich am Stand befindlichen Leergewicht immer ein paar Kilo zuviel einfüttern, besser als zu knapp!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von beetic ()

  • Mein Plan ist folgender:
    1) blind Einfüttern, zB. 10L-Sirup o.ä.
    2) ein beispielhaftes Volk durchsehen, Futtervorrat in den Waben abschätzen (gut/aureichend/muß noch/zu viel)
    3) Beispielvolk wiegen (Kofferwaage, vorn/hinten)
    4) die anderen Völker wiegen und vergleichen
    5) Nachfüttern oder nicht...
    6) Winterpause.


    Gruß Jörg

  • Moin Jörg,


    eben :daumen::
    simpel statt kompliziert,
    auf`s Pfund genau rechnen ist eh eine Gratwanderung! Von daher sind die Leergewichtsangaben evtl. trügerisch!
    Wenn man Angaben zu Endgewichten nimmt und davon eher die Obergrenzen, braucht man sich um Beutenleergewichte nicht mehr so den Kopp machen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Das wäre ja alles ganz schön, wenn nur die Anfänger den Futtervorrat in den Beuten durch Ansehen einzuschätzen wissen würden könnten täten.


    Deshalb Schundau lesen:
    September - April: 11kg
    April: 4 kg
    Zusammen also 15kg
    vereinzelt bis 18kg


    Oder wirklich sinnvoller, heute schon die neue Beute für's nächste Jahr kaufen, mit Rähmchen bestücken und als Tara wiegen und sich so das Zielgewicht errechnen. Den Wert kann man dann im Frühjahr an den Standort korrigeren. Nur 10l Sirup zu geben auf's Gradewohl (zuviel? - was dann?) halte ich für mutig. Leider zu Lasten der Pinien.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ich wollte damit sagen, daß mir die ganze akademische Rechnerei zu theoretisch ist.


    Es müsste doch auch für Imkeranfänger zu erkennen sein, ob ein Brutnest i.O. oder verhonigt ist und ob der Futterkranz breit oder schmal ist und ob die restlichen Waben voll und verdeckelt sind - oder?


    Das mit den z.B. 10L sollte ein Beispiel sein. So kann man schon mal ein paar ordentliche FuWas sehen und guckt nicht im September in trockene Völker.


    Gruß Jörg


    Und wenn dann doch zu viel eingefüttert worden wäre, dann würde ich die FuWas (bienenfrei!) mit den Leerwaben von vielleicht auch vorhandenen Mickerlingen tauschen....

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: zu viel?

  • Anfänger wissen mit "breit" bei Futterkranz soviel anzufangen, wie ich früher mit "durch" oder "scharf" beim "Anbraten" aus'n Kochbuch.


    "Breit" ist keine Definitionsgröße. "Breit" ist subjektiv und wird zudem subjektiv abgeschätzt. Das ist subjektiv im Quadrat. Es heißt ja nicht mal: "Umlaufender Futterkranz von 5cm Breite".
    Die Rechnerei hat den Vorteil absoluter Größen und damit auch absoluter Korrekturwerte bei der Futterwabenentnahme im Frühjahr. Sonst haste dann nämlich auch bloß wieder einen Wert der da heißt: etwas weniger.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    Ich habs leider mit Schätzen auch noch nicht so, und beim Kauf meiner Heroldzargen hab ichs wiegen verpennt :roll:
    Die Ganzzargen sind von Holtermann und sind recht schwer.Deckel kann ich ja selber wiegen und den Boden hab ich selber gebaut, den schätze ich ungefähr so schwer wie den Deckel, Rähmchen und Bienen krieg ich auch hin. Mir gehts einfach um die Zargen weil ich da wohl eher nicht das Gewicht der Liebigbeute nehmen sollte.


    Gruß Georg

  • Hallo Georg, der Holtermann gibt ein Versandgewicht an, einfach die Teile zusammenstellen und dann hast du das Gewicht.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Die Schundauschen Verbräuche sind gute Ausgangsgrößen für alle möglichen Beuten und Standorte. Sie werden sicher von Imker zu Imker über die Jahre angepaßt, aber irgendwo muß der Anfänger mal anfangen.
    Da nicht alle Winter gleich lang sind, nicht alle Februare Weidennektar bringen und nicht alle Bienen gleichviel verbrennen handelt es sich ohnehin um Daumenwerte. Aber eben um gute.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Vielen Dank an die Fa. Holtermann,
    so schnelle Antwort, toll. Falls es noch jemand interssiert was eine Ganzzarge der Heroldbeute der Fa. Holtermann wiegt, es sind ca. 3,8kg.
    Wie ist denn das jetzt mit dem Wiegen? Wenn ich eine Seite der Beute anhebe hab ich das halbe Gewicht. Ist das so und wieso? Wenn ich mit einem Bein auf die Waage stehe wieg ich doch auch nicht die Hälfte. :confused:


    Gruß Georg

  • ... Wenn ich eine Seite der Beute anhebe hab ich das halbe Gewicht. Ist das so und wieso? Wenn ich mit einem Bein auf die Waage stehe wieg ich doch auch nicht die Hälfte. :confused:


    Gruß Georg


    Ja, das ist ausreichend annähernd das halbe Gewicht. Und das ist so, weil die Newtonschen Gesetze auch für Honigbeuten gelten. Physik 10. Klasse oder so. Genauer:
    Wenn die Beute auf 2 Auflagepunkten steht oder hängt (der Kippunkt + der Waagenaufhängepunkt) verteilt sich das Gewicht in Folge der zum Erdmittelpunkt wirkenden Gravitationskraft auf genau diese beiden Punkte. Deswegen ist der auf der Waage angezeigte Wert fast genau die Hälfte des Beutengewichts. Die Schwerpunktverschiebung durch das Kippen (und damit die Verfälschung des genau gemittelten Gewichts) lassen wir jetzt mal raus, wenn du die Beute nur 1-2 cm anhebst.


    Wenn du mit einem Bein auf der Waage und mit einem auf dem Boden stehst, müsste die Waage auch die Hälfte deines Körpergewichts anzeigen. Da spielt dann aber die Schwerpunktverschiebung und deine aktive Gewichtsverlagerung ein größere Rolle. Wenn du mit einem Bein in der Luft und mit dem anderen auf der Waage stehst, wird dein Gesamtgewicht angezeigt, weil dein Gewicht nur auf einen Punkt einwirkt, die Waage.


    Grüße, Robert

    - Democracy Dies in Darkness -

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Robiwahn () aus folgendem Grund: Nachtrag: Gewichtsverlagerung