Restlichen MW ausbauen - Futtervorrat

  • Hallo zusammen!


    Ich habe eben eine relativ ausführliche Völkerkontrolle gemacht - hat rund zehn Minuten für das große und fünf Minuten für das einzargige Volk gedauert. Dazu hab ich zwei Fragen:


    1. Futtervorrat:
    Aktuell hat keines meiner Völker eine voll verdeckelte Futterwabe. Die Futterkränze sind auf den Waben nach einer Gabe von 2 KG reinen Zucker für das einzargige Volk sowie 3 kg Zucker für das zweizargige Volk wieder verdeckelt. Soll ich mit der restlichen Winterauffütterung nun noch bis Mitte September warten oder schon jetzt anfangen? Kleine Gaben von rund 1 - 2 kg wollte ich pro Woche machen. Hab heute übrigens das erste Senffeld gesehen, das bei uns anfängt zu blühen - ist zwar noch etwas weit weg (rund 3 Kilometer) aber die kommen näher.


    2. Ausbau der MW:
    Bei dem einzargigem Volk sind zwei MW an den Seiten noch nicht ausgebaut. Was würdet ihr hier machen? Soll ich die MW bei der nächsten Durchsicht ein oder zwei Plätze weiter in die Mitte setzen?
    Bei dem zweizwargigem Feld sind ist sieht es bei der unteren Zarge ähnlich aus wie bei dem ersten Volk. Bei der oberen Zwarge sind vier noch nicht ausgebaut. Was würdet ihr hier machen?


    Gruß
    Frank

  • Wenn MW drin bleiben müssen, weil keine Waben da sind, dann ab September nur noch am Rand. MW sind für die Bienen unnatürlich, denn sie kommen nicht vor in der Entwicklung aus dem Schwarme noch, wenn der Schwarm in alte Waben zieht oder ein Volk überwintert. Waben isolieren und bieten vor allem einer großen Zahl Bienen in den Zellen die Möglichkeit, sehr eng beieinander zu sitzen. Auf MW geht das nicht.


    Es ist nun Ansichtssache, wo genau man die MW platziert. Ich hänge die an die Fluglochseite. Denn von dort aus beginnt die Zehrung und in diese Richtung bewegt sie das Frühjahrsbrutnest. Beidseits hinter Futterwaben täuschen sie die Bienen über die vorhandenen Vorräte und innerhalb der Futterwaben werden sie zum Schied und sind winters unüberwindlich.


    Füttere nicht nach Plan. Füttere nach Waage. Ermittle die angestrebte wöchentliche Zunahme und schütte die so pimdaumen rein. Es kommt nicht darauf an, wieviel Du reinschüttest - mir ist das völlig egal und ich notiere es nichtmal - sondern nur was zu Deinem Stichtag drin ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wenn MW drin bleiben müssen, weil keine Waben da sind, dann ab September nur noch am Rand. MW sind für die Bienen unnatürlich, denn sie kommen nicht vor in der Entwicklung aus dem Schwarme noch, wenn der Schwarm in alte Waben zieht oder ein Volk überwintert. Waben isolieren und bieten vor allem einer großen Zahl Bienen in den Zellen die Möglichkeit, sehr eng beieinander zu sitzen. Auf MW geht das nicht.


    Es ist nun Ansichtssache, wo genau man die MW platziert. Ich hänge die an die Fluglochseite. Denn von dort aus beginnt die Zehrung und in diese Richtung bewegt sie das Frühjahrsbrutnest. Beidseits hinter Futterwaben täuschen sie die Bienen über die vorhandenen Vorräte und innerhalb der Futterwaben werden sie zum Schied und sind winters unüberwindlich.


    Hallo Henry,


    leere Waben hab ich leider keine. Daher nur MW. Ich könnte die MW´s auch zum Winter hin rausnehmen und durch Leerrahmen wegen besserer Durchlüftung ersetzen. Das Flugloch sitzt bei mir übrigens Mittig. Ich hab ja Kaltbau - du ja glaub ich Warmbau. Ich glaub, da ist das anders mit dem Flugloch oder? Würdest du die jetzt (ist ja noch nicht September - hehe) noch in die Mitte bzw. mehr ins Brutnest versetzen?


    Wegen des Fütterns. Ist es nicht so, dass Ableger / Schwärme erst spät aufgefüttert werden sollen? Die brauchen ja noch ein großes Brutnest und dieses soll doch erst ab Mitte September kleiner werden.

  • Ich habe Kaltbau und enge die Fluglöcher außermittig ein. Einfüttern und Auffüttern ist nicht das Gleiche. Langsamer Futterstrom bis zum Idealgewicht ist was anderes als spät (oder früh) abernten und das gesamte Restfutter auf einmal oder kurz hintereinander verabreichen. Beides hat Vorteile. Nach Spättrachen geht langsam nichts mehr, denn da kommt Schnee und Ablegern knallt man mit 10kg Sirup die Waben voll und wundert sich, daß die keine Brut haben und eingehen.


    Nun entscheide selbst. Du bist der Imker!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Was meinst du mit Außermittig? Ich kenne nur seitlich oder mittig. Oder meinst du damit seitlich?


    Mit dem Füttern hab ich mir auch so gedacht, aber in jedem Buch steht halt, dass man die Ableger erst später Einfüttern sollte. Dann gebe ich, wie ich es eben geschrieben hatte, pro Woche mal eine Futtergabe. Mit den neuen Futtergeschieren ist das ja echt super - keine toten Bienen mehr und ich kann einfach oben draufschütten ohne die Bienen zu stören. Die drei Kilo waren übrigens an einem Tag weg.

  • Hallo Frank,


    na, "außermittig" ist außerhalb der Mitte, dann isses seitlich oder? :wink:


    Du wählst bei Dir die Seite, wo der Schwerpunkt der ausgebauten Waben mit Brutanteilen liegt. Die andere Seite mach mal halb zu (Schaumstoffstreifen z. B. oder gekürzten Fluglochkeil, beides käuflich, braucht nicht gebastelt zu werden :lol:). Diese wird dann fluglochfern bevorzugt zur Anlage von Futterwaben.


    Und dann schaffst Du Dir eine Kofferwaage an. Die kostet zwei Schachteln Kippen.
    Damit wiegst Du und dann weißt Du nach Literaturstudium von diesem Link hier,
    wie man das wiegt,
    wieviel da drin sein muß,
    wieviel die Leerbeute mit Bienen wiegt und noch etliches mehr.
    Die fehlende Futtermenge gibst Du ihnen nach und nach, dann können sie den ganzen September noch bauen,
    und keine MW mehr nach weiter innen umhängen, hat Henry doch oben so gut erklärt.


    Viel Erfolg


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,


    Zitat

    na, "außermittig" ist außerhalb der Mitte, dann isses seitlich oder?


    Laut dem Duden ist das übrigens ne andere Bezeichnung von Exentrisch - hab ich extra nachgeschaut ob ich unwissend bin - aber habs nun auch verstanden...


    Zitat

    Du wählst bei Dir mal die Seite, wo der Schwerpunkt der ausgebauten Waben mit Brutanteilen liegt. Die andere Seite mach mal halb zu (Schaumstoffstreifen z. B. oder gekürzten Fluglochkeil, beides käuflich, braucht nicht gebastelt zu werden ). Diese wird dann fluglochfern bevorzugt zur Anlage von Futterwaben.


    Aktuell hab ich den Mäusekeil drinn. Klappt bisher ganz gut, nur sitzt der halt mittig. Also soll ich jetzt einen Basteln / Kaufen, bei dem das Flugloch an der linke / rechten Seite sitzt?


    Zitat

    Und dann schaffst Du Dir eine Kofferwaage an. Die kostet zwei Schachteln Kippen.


    Jaja ihr habt ja Recht. Hab mir das Ding grade bestellt. Hab auch den Beutenbauer nach dem Leergewicht des Bodens gefragt - hoffentlich antwortet der. Will die Bienen nicht durch wegname des Bodens zum Wiegen stören.

  • Also soll ich jetzt einen Basteln / Kaufen, bei dem das Flugloch an der linke / rechten Seite sitzt?


    Hi Hobbit,


    ich habe auch die Fluglöcher an der Seite, wenn nicht das ganze Flugloch freigegeben ist. Das sitzt dann etwa bei der 2-3 Wabe. Da ich meine Beuten paarweise aufstelle, habe ich dann jeweils das Flugloch der (von vorne gesehen) linken Beute links und der rechten eben rechts. So erhoffe ich einen etwas geringeren Bienenverflug. Ob das allerdings wirklich etwas bewirkt, dazu habe ich keine Studien angefertigt ;)


    Hier wurde auch öfter der Zehrweg im Winter erwähnt, und die Gefahr, dass die Bienentraube in der Mitte startet (eben da, wo das fluglochnahe Brutnest war) und dann nach hinten frisst. Dann könnten die Bienen nach rechts wandern und die rechte Beutenhälfte leerfuttern. Im Frühjahr sitzt das Volk eventuell mit einer kleinen Brutnestfläche rechts, hat dort kaum noch Futter und verlässt die Brut nicht, um an das Futter in der linken Beutenhälfte zu gelangen. <- jedenfalls ist das meine Befürchtung, ob die immer zutrifft, keine Ahnung. Aber wenn ich damit evtl 1 Volk vom Hungertot rette, dass meine Beuten von vorne nicht schön spiegelsymetrisch aussehen, dann ist es mir das wert;)


    Ich würde mir an deiner Stelle die Panik jetzt nicht mehr machen, noch schnell andere Fluglochkeile zu besorgen. Notfalls kannst du im März auch noch die eine oder andere Futterwabe zum Brutnest hängen.


    Stefan

  • Hallo Hobbit,


    mensch, da war doch ein Smiley dahinter. =>:wink:


    Jaja ihr habt ja Recht. Hab mir das Ding grade bestellt. Hab auch den Beutenbauer nach dem Leergewicht des Bodens gefragt - hoffentlich antwortet der. Will die Bienen nicht durch wegname des Bodens zum Wiegen stören.


    Du brauchst nix wegzunehmen, Du wiegst einfach alles, so wie im Link erklärt, das x 2 und gut ist.


    Zum Leergewicht der Liebigbeute mußt Du ebenfalls nicht unbedingt fragen. Es kommt zwar auf das Material an, allerdings war das Thema hier schon mal besprochen. Dort ist zweimal die Rede von einem Endgewicht des Zweizargers in der Liebigbeute von 41 kg. Das hört sich plausibel an, fütter 2 kg mehr und auch hier kannst Du dann ruhiger schlafen.


    Ich gebe zu, ich habe basteln lassen von meiner besseren Hälfte: Meine Fluglochkeile sind so modifiziert, dass ich sie um 90° gedreht (die Ausfräsung für den Keil liegt dann hinten, nach innen und ist unwirksam; geht natürlich auch andersherum, dann ist die bisherige Fluglochfräsung unwirksam außen, sieht nur optisch nicht so nett aus) nochmal und zwar seitlich mit einer gleichen Ausfräsung habe ausstatten lassen.
    Die benutze ich auch für Ableger, die dann außerdem wabennah ein kleineres Flugloch erhalten, was besser zu bewachen ist.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,


    mir ging es auch nur darum, dass Gewicht des Bodens zu ermitteln. Ich habe halt vergessen, die Beute zu wiegen, als sie leer war. Aktuell will ich das nicht machen - hab halt angst, dass es zu lange dauert und ich dadurch Räuberrei hervorrufe. Mit dem Fluglochkeil kann ich mir nicht so ganz vorstellen, da ich einen anscheinend modifizierten Boden habe. Der ähnelt mehr denen der Heroldbeute glaub ich. Von den Abmessungen der Zargen ist das jedoch Liebig. Der Keil ist bei mir mehr ein Brett, welches ein Loch halt in der Mitte hat. Muss mal wen bekannten Fragen, dass er mir nen kleinen Brettchen ausfräst. Mit Holz hab ich es nicht so wirklich. Dann würde ich das jetzt noch spontan umstecken.

  • dass Gewicht des Bodens zu ermitteln. [...] Aktuell will ich das nicht machen - hab halt angst, dass es zu lange dauert und ich dadurch Räuberrei hervorrufe.


    Waage mit an den Bienenstand nehmen,
    Brutraum/-räume abstapeln,
    Boden nehmen, abklopfen, wiegen,
    Gewicht merken (oder notieren),
    Boden hin,
    Zargen drauf fertig


    Das dauert selbst wenn man es alleine macht maximal 3 Minuten, in der Zeit ist keine Räuberei ausgelöst. Noch ehe die erste fremde Biene was mitbekommt ist der Spuk schon wieder vorbei.


    Stefan

  • Zitat

    Waage mit an den Bienenstand nehmen,
    Brutraum/-räume abstapeln,
    Boden nehmen, abklopfen, wiegen,
    Gewicht merken (oder notieren),
    Boden hin,
    Zargen drauf fertig


    Hallo Stefan,


    ich hab ja noch die Hoffnung, dass der Beutenbauer sich meldet und mir das Gewicht verrät. Ansonsten werd ich das wohl so machen...

  • Nach dem Abstapeln Boden nicht ausklopfen oder ausschütten. Digitalfoto des Bodens machen. Später Bienen darin zählen und pro 10 Bienen 1g addieren.


    Wenn da 500 Bienen im Boden rumrennen (und Milben, womöglich) wird das Ergebnis um 50g abweichen. Juckt das wen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hat sich erledigt. Hab zeitgleich ne Mail vom Beutenbauer bekommen. Der Boden wiegt rund 2,6 kg. Die Kofferwaage ist auch schon auf dem Weg zu mir. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.


    Na die Milben würde ich dann natürlich gaaaanz weit abschlagen. Dann sind die ganz ohne Säuren entsorgt und finden den Weg nicht mehr zurück zu den Bienen / Beute :lol: