Warum ich auf meine selbstgebauen Beuten nicht verzichten möchte

  • Liebes Forum,
    angesichts einiger Beiträge über Selbstgebautes in letzter Zeit hier im Forum, möchte ich hier einmal meine selbstgebauten Zargen vorstellen und die verschiedenen Arbeitsgänge erläutern die nötig sind um hochqualitative Beuten zu bauen.


    Vorweg: Dieses Thema soll in keinster Weise dazu aufrufen selbstzubauen. Es soll lediglich einen Einblick in die Arbeitsschritte geben, die nötig sind um gute Beuten zu bauen.




    Mein 1. Schritt beginnt im Wald. Ich habe Kontakte zu Waldbesitzern und komme dadurch immer wieder zu lagerndem Rundholz. Passt die Qualität und die Art des Holzes, schlage ich zu. Für diese Zargen benutze ich Weymouthskiefer. Ich lasse das Rundholz im Sägewerk auf die von mir bestimmten Maße schneiden und richte die geschnittenen Bretter zuhause richtig auf. Auf diesem Stapel trocknen die Bretter ca. 1 Jahr. Das so schon vorgetrocknete Holz kommt einige Wochen vor geplanter Verarbeitung noch in den Heizraum zum austrocknen.































    Die nun vollständig trockenen Bretter werden auf grobe Länge für 2 Seiten zugeschnitten:



    Grob abgelängt werden die Bretter in 9 cm breite breite "Streifen" geschnitten. Diese Streifen leimt man anschließend in unterschiedlicher Ausrichtung wieder zusammen. Dadurch wird Verziehen vorgebeugt.



    Jetzt werden die geleimten Platten mit der Hobelmaschine auf exakt 2 cm gehobelt.

  •   (leider lassen sich die Bilder jetzt nicht mehr vergrößern :confused:)


    Astlöcher werden mit einem Forstnerboher herausgebohrt und Querholzplättchen eingeleimt.



    Jetzt sind die Platten fertig für den Zuschnitt:



    An den fertig zugeschnittenen Seitenteilen werden Eckverbindungen gefräst. Die habe ich irgendwo einmal gesehen :wink:


      

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Seitenteile für die Griffe werden mit der Hobelmaschine in Form gebracht.



    In eine gefräste Fuge wird eine Metallschine (Ami-Schine) eingeschraubt. Nun geht es an den Zusammenbau. Bohrungen werden natürlich vorgebohrt und leicht versenkt.


    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Zum Schluss dann alles verleimt und verschraubt.




    Und fertig sind meine selbstgebauten Zargen. Erkennt sie jemand :-D


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Zum Schluss noch ein Fazit:


    Nein, ich möchte nicht auf diese Zargen verzichten. Ich weiß dass sie mindestens so hochwertig sind wie gekaufte und darin zu imkern ist halt dann schon etwas besonderes.


    Über den Preis kann man nun streiten. Ja, rein Materialkosten sind´s wahrscheinlich zwischen 5 und 10 Euro. Arbeitszeit mitgerechnet ist es nicht mehr wirklich rentabel. Das mache ich aber nicht. Es macht mir einfach Spaß, ich bin mit Holz und der Arbeit damit aufgewachsen und den Duft, wenn man in eine Harzeinlagerung im Kiefernholz hobelt, der ist unbezahlbar und den habe ich ansonsten nicht :p


    Natürlich muss zu den Materialkosten die Anschaffungskosten der Geräte addiert werden. Die wenigsten werden auf eine voll ausgerüstete unaufgeräumte :wink: Werkstatt zurückgreifen können.


    Holz aus dem Baumarkt ist quatsch und unrentabel, da extrem überteuert. Auch ganz klar gesagt werden muss: Jedem Bau geht sehr viel Planungsarbeit voraus. Nachher muss alles passen. Vielen Dank auch noch an Henry, der mir nochmal die Lage des Deckels erläutert hat. :daumen:


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Alle Achtung! Ehrlich. Das ist nicht das was ich als Selbstgebautes hasse.


    Kannst Du auch verzahnt verleimen? (mit Stoß als Auslauf)
    Benutzt Du trapezförmige Hartholz Rutschleisten?


    ... Mir fällt wirklich nichts ein zu meckern ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Sehr schön, Simon! Noch ein Tipp für die Trageschienen: Bei Graze gibt es auch Edelstahlstifte mit breiten Kopf zum annageln der Amerikanischen Leiste. Die stören weniger als die Schraubenköpfe und halten auch sehr gut.

  • Alle Achtung! Ehrlich. Das ist nicht das was ich als Selbstgebautes hasse.


    Vielen Dank Henry!



    Kannst Du auch verzahnt verleimen? (mit Stoß als Auslauf)


    Dazu fehlen leider die Maschinen. Per Hand ist das viel zu viel Arbeit... Was meinst du mit Stoß als Auslauf?



    Benutzt Du trapezförmige Hartholz Rutschleisten?


    Es kommen noch Hartholz Rutschleisten dran. Die sind rechteckig. 6,3 * 1,5 cm mit d = 0,5 cm.



    ... Mir fällt wirklich nichts ein zu meckern ...


    20.08.2013: Henry fällt nichts ein zum meckern... ist notiert :wink:


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Sehr schön, Simon! Noch ein Tipp für die Trageschienen: Bei Graze gibt es auch Edelstahlstifte mit breiten Kopf zum annageln der Amerikanischen Leiste. Die stören weniger als die Schraubenköpfe und halten auch sehr gut.


    Hallo Clemens, Danke für die Rückmeldung. Eigentlich wollte ich Schrauben mit flachen Köpfen nehmen. Die habe ich aber glatt vergessen zu kaufen. Ich werde mir aber die Edelstahlstifte einmal ansehen.


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Die Stäbe der DDR-Beute 52 waren im Wechsel verleimt, wie Deine. Zusätzlich war diese Längsleimung gezahnt. Stäbe wurden also nicht quer gezahnt und angestückelt. Kommt bei einfach gezahnt verleimten Platten der Hobel oder ein Schleifgerät zum Einsatz, kann es sein, daß eine Zahnung soweit abgetragen wird, daß ein dünner Span stehen bleibt, der sich bei Feuchtigkeit oder Bewitterung hochziehen kann. Deshalb hatte die Zahnung nur in der Mitte 3 Zähne und war an den Holzkanten wieder rechtwinklig. Auf der geschliffenen Oberfläche war also nie die Leimung schräg angeschliffen, sondern immer ein glatter Stoß im rechten Winkel.


    So ungefähr: |=WW=|

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Vielen Dank Jörg!
    Die Verfärbung des Holzes kommt zustande wenn frisches Schnittholz nicht umgehend luftig aufgerichtet wird. Besonders Weymouthskiefer oder auch Strobe, wie wir hier sagen ist dafür sehr anfällig. Da reichen einige Stunden und der Randbereich verfärbt sich. Diese Verfärbung hat jedoch keinen Einfluss auf die Holzqualität.


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)