Welche Maschenweite Spitzsieb?

  • Hallo,


    viele hier verwenden Spitzsiebe.
    Will mir jetzt auch einen zulegen, doch welche Maschenweite ist in der Kleinimkerpraxis (bis 20 Völker) empfehlenswert?
    Die am häufigsten angebotenen Varianten sind 0,21 mm und 0,35 mm.
    Billig sind die ja nicht gerade, da würde ich mir lieber gleich den richtigen zulegen.


    Ist 0,21 mm zu fein, der Durchfluss zu langsam oder wird zuviel (z.B. Pollenkörner) herausgesiebt?
    Oder bringt 0,35 mm kaum noch etwas, da zu nah am Feinsieb der üblichen Doppelsiebe?


    Gruß
    hornet

  • Hallo,


    Meiner Erfahrung nach sind Spitzsiebe und Seihtücher in der kleinen Privatimkerei totaler Käse. Reif geerneter Rapshonig läuft da nie im Leben durch, dieses Jahr hatte ich Waldhonig, selbst der ging auch nur unendlich langsam durch, selbst im warmen Gewächshaus.


    Größere Imkereien erwärmen den Honig dazu (natürlich schonend usw.) habe ich mir sagen lassen & direkt entschieden, dass das für meine 12 Völker keinen Sinn hat. Da schleuder ich lieber nur unbebrütete Waben - was nicht heißt, dass ich im Frühjahr keine BW in den HR hänge, wenn ich den Moment verpennt habe und sie nicht hoch wollen muss das eben sein, ich schleuder sie halt einfach nicht sondern geb sie Ablegern - damit kommt auch außer Wachsteilchen kein Dreck in den Honig und die werden vom Doppelsieb absolut zuverlässig entfernt.


    Gruß
    Pomatzki

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Pomatzki () aus folgendem Grund: Gruß vergessen

  • Hallo,
    ich benutze ein grob-rundes, 1qmm, und ein feines Spitzsieb, 0,3qmm.
    Hänge das Runde in das Spitze und habe somit ein Doppelsieb.
    Funktioniert bei mir bestens, fülle immer eimerweise ein, stelle die Siebe also nicht unter die Schleuder, sondern lasse den Honig erst in einen kleineren Eimer laufen.
    Allerdings habe ich keinen Raps- und keinen Waldhonig.


    LG Silvia

    Um ernst zu sein genügt Dummheit, während zur Heiterkeit ein großer Verstand unerlässlich ist. Shakespeare
    Alle sind irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt. A.Bierce

  • Also ich mit meinen 16 Voelkern betrachte mich jetzt mal als Kleinimkerei und kann nur zum Spitzsieb raten. Ich habe das Exrta-Feine und mein Honig kommt so im 12 kg-Gemenge gleich nach der Schleuderung da rein. Waehrend der so langsam passiert, mache ich die naechste Schleuderung.


    Das funktioniert prima und auch mit reifem Rapshonig (hatte ich letztes Jahr...60 kg und die liefen da einwandfrei durch). Aber das mag sich aendern wenn der Honig ueber Nacht erst abkuehlt.


    Testweise hatte ich mal einen ungesiebten Honig mit zur Analyse geschickt...da kam gleich der Hinweis vom Labor "Siebstrecke pruefen" obwohl der Honig visuell einwandfei schien.
    Wichtig ist nur ein langes Sieb wo auch ordentlich was rein geht, der Eimer kann dann umgestuelpt oben drauf zum Leerlaufen.


    Melanie

  • Pomatzki :
    Also Raps gibt's bei mir normalerweise nur als Beimischung, mal ein oder zwei Felder im Flugradius. Damit rechne ich gar nicht als Sorte, das vermischt sich bei mir mit anderen Quellen.


    Honig, den ich verkaufe, kommt bei mir NUR aus unbebrüteten Honigraum-Waben (Dadant Halbrahmen). Aber Zeugs ist dann trotzdem drin, Wachsteilchen etc. und die willi ich zumindest bei einem Teil des Honigs raus haben.
    Du meinst also, kleiner als 0,5 mm sind die nicht?


    Außerdem habe ich natürlich gelegentlich auch tatsächlich Brutraumwaben, die aus irgendwelchen Gründen voller Honig sind und evtl. zuvor schon mal bebrütet waren. Die kommen dann durchaus auch mal in die Schleuder, aber dieser Honig kommt dann natürlich NICHT in den Verkauf. Aber auch für den Selbstverbrauch möchte ich dann schon fein sieben.


    @ Melanie:
    Was bzw. wieviele mm meinst du mit "Extra Fein" - so werden nämlich sowohl Siebe mit 0,2 als auch mit 0,35 mm von den Händlern bezeichnet, das ist für mich ein reines Marketingwort.


    Gruß
    hornet

  • Hallo !


    Je grober, desto besser.
    Etwas zäheren Honig bekommt man nicht durch ein feines Spitzsieb.


    Sorry G. das stimmt so nicht.
    Denn das habe ich auch mal gedacht,
    und das grobe Spitzsieb bei Swenty mitgenommen.


    Erfolg: der Honig läuft ganz gut durch,
    Aber: der Honig ist noch verschmutzt,


    Von dieser Charge konnte ich kein Glas zur Prämierung einreichen.
    Haben das dann alles nochmal durch Helianthus Melliterm gereinigt.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Habe extra fuer Dich angerufen:


    Hallo Melanie,
    habe deine Antwort leider erst jetzt gesehen - vielen Dank für deine extra-Bemühungen, finde ich toll!
    Na, dann werde ich mal sehen, ob auch mein neuer Honig demnächst da durch passt, habe mir das 0,2er bestellt.
    Einer hier vor Ort hat mir aber auch erzählt, er hätte für die Füllung eines solchen Siebs eine ganze Nacht gebraucht, das wäre dann nicht gerade das, was ich haben wollte..!
    Womöglich geht das aber wirklich nur mit erwärmtem Honig, nicht mit schon abgekühltem. Das aber ist das, was ich zunächst nur machen kann, da ich kein solchen Erwärmungsgeräte besitze.


    Gruß
    hornet