Crush & Strain - Welche Bezeichnung lt. HonigV?

  • Liebe Imkerinnen,


    Welche Bezeichnung gehört auf das Etikett, wenn ich mit der Crush&Strain Methode Honig gewinne? Tropf- und Presshonig sind noch am nächsten dran, aber so richtig ... ich weiß nicht.:confused:


    Danke!

  • Tropfhonig (damals Lauf-, Senk- oder Leckhonig)


    K.A. wer die HVO geschrieben hat, Filterhonig würde sich ansprechender anhören für Kunden, sprich verkaufswirksamer.
    Leider bleibt der Begriff Filterhonig dem GVO-Anteile-gereinigten Honig aus dem Ausland vorbehalten, der dafür auch noch erhitzt wird.
    Immerhin profitieren wir als Endverbraucher durch günstigere Einzelhandelspreise bei Produkten der Lebensmittelindustrie, aufgrund ihrer niedrigen EK-Preise beim Backhonig.
    Und täglich grüßt das Honigkuchenpferd... :)


    MfG, Peter

    Vor Gericht, auf hoher See und als Imker bist du in Gottes Hand.

  • "ohne Schleudern aus dem Wabenmaterial getropft als schonendste Erntemethode überhaupt und dann feingesiebt"
    würde ich da auf dem Etikett oder einem Zusatzaufkleber hinzfügen.
    Da ist die Verkaufswirksamkeit vielleicht wieder hergestellt :cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich denke, laut Honigverordnung kannst du die Gewinnungsart drauf schreiben, du musst es aber nicht! "Schleuderhonig" gibt es ja auch in der HonigV, aber keiner schreibt das aufs Etikett drauf!


    Schon klar. Aber ich möchte den Unterschied zu meinem Schleuderhonig schon formulieren. Die beetic Formlulierung finde ich super.


    Der Tropfhonig der HonigV klingt irgendwie Waben-zerstörungsfrei und das ist ja überhaupt nicht der Fall beim Crush&Strain. "... durch Austropfen der entdeckelten, brutfreien Waben ..." Das große Gematsche ist zwar auch Entdecklen, aber eben mehr als mit der Entdecklungsgabel.

  • Dann schreib doch drauf: "Abgetropftes Filtrat aus einer durch mechanische Zerstörung von Waben in einer Riesensauerei gewonnenen Pampe".


    "Abseihen" ist wohl die marketingmäßig sinnvollere Formulierung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

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  • Es wird jetzt "Tropfhonig lt. HonigV" und im längeren Erklärungstext kommt sinngemäß ohne Schleudern aus den Naturbauwaben getropft und anschließend feingesiebt. Irgendwie muss man das Kind ja nennen.

  • Hm - kommt auf die Verbraucher-Zielgruppe an, die Privatkundschaft schätzt üblicherweise den Kontakt zum Hersteller, wohingegen den bildungsfernen Supermarktkunden kurze, einfache Schlagworte eher gerecht werden. Bei zu viel an *BlaBla* werden sie zu schnell überfordert und wenden sich ab. Die Öko-Freaks im Bioladen lesen da schon gerne eine halbe Stunde an den Regalen, zu warmen und weichen Pastellfarben auf dem Etikett. Für das Klientel kann man gar nicht genug drauf schreiben.


    MfG, Peter

    Vor Gericht, auf hoher See und als Imker bist du in Gottes Hand.