Probleme mit TO-Deckeln

  • Zurück schicken und um Ausgleich bitten.


    Tja, wie krieg ich dann nur den Honig aus dem Vorjahr aus denen raus und in was fülle ich die neue Herbsternte...?
    Volle Gläser in Rechnung stellen plus Schadenersatz durch nicht zu beliefernde Kunden, stagniernde Absatzerweiterung usw. Naja, mit Insolvenzanträgen dürften sie sich ja inzwischen auskennen.


    Gehe jetzt erst mal gutes ApiInvert unter die Völker bringen.

  • Zitat

    Meinereine hat keine Großzahlen, ich empfehle trotzdem Flaschenbauer, alles tiptop, muß ich sagen.


    Dito, beste Erfahrungen.
    Auch gut: HODUM. Sie haben ein grosses Sortiment an unifarbigen Deckeln (ausser gold, weiss und schwarz auch grün, dunkelblau, dunkelrot und andere.) Gut, wenn man verschieden designte Etiketten (je nach Sorte) hat und farblich auf die jeweilige Deckelfarbe abstimmen kann.


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • jonas:
    Auch die Industrie gibt sich mit qualitativ minderwertigen Deckeln nicht zufrieden.
    Für uns Instandhalter war es immer ein großer Frust, wenn minderwertige Chargen kamen und dann massenweise Verschlußfehler auftraten.
    Das geht einfach nicht. Die wurden dann im Labor geprüft und bei Abweichung vom Datenblatt zurückgeschickt.


    MfG André

  • ..als Abschluss möchte ich noch sagen:


    Es gibt nicht so viele Deckelhersteller > folglich werden diese Qualitäten auch auf dem Markt verteilt > des Imkers Lieferant egal wo, haben i.d.R. die gleichen Hersteller. Man kann das nur an dem aufgedruckem Logo z.B. eine Krone, wenn vorhanden, erkennen. Die Händler werden bei Uni-Produkten den Hersteller nicht preisgeben. Bei mit Logo gekennzeichneten Deckeln haben die Händler in der Regel Gebietsschutz.


    Die Anforderungen an die Deckel sind im Industriebereich eine gänzlich andere als bei uns Imkern. Dort können auch - für uns nicht gute Qualitäten eingesetzt werden - die aber durch das Verschließverfahren > Vakuum, dort mehr als ausgeglichen werden können. Industriefirmen mit hohen Abnahmemengen und deren Spezifikationen der Deckelqualitäten, erreichen uns Imker nur als Uni-Ware - wenn überhaupt. Dort wird dann für diese produziert und die Uni-Ware wird dann drangehängt. I.d.R. profitieren aber die anderen von dieser Qualität.


    Sehr grobe Veränderungen > Blechqualitäten (wie oft und welche Richtungen gewalzt..) Biegeradien und Faltungslänge der Gewindenoppen oder die Dichtlippen-Materialzusammensetzungen, merken wir Imker wesentlich schneller, weil wir die Teile mit der Hand aufdrehen. Da erfühlt man sehr schnell eine Veränderung.


    An dem Kraftaufwand des Zusammenfaltens eines Deckel, lassen gut unterschiedliche Deckelqualitäten per Hand feststellen. Ob das Blech nun um 1-tel mm dünner ist, kann möglich sein, es könnte auch die Art der Walzung sein, die auf diese Handtest einen Einfluß hat. Es gibt auch Deckel die sich nicht so leicht zusammen falten lassen und trotzdem für uns Imker nicht soooo gut geeignet sind, weil die Dichtung zu 'hart' ist.


    Ansprechpartner für Reklamationen ist natürlich immer des Imkers Lieferant.


    Andrè
    ..ich kenne das was Du hier schilderst aus meiner früheren Tätigkeit. Ich hatte auch mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Auch beim Premium-Hersteller mit Bestellungen von 1 Mill. Deckeln, sind Unterschiede aufgetreten. Aus dieser Zeit habe ich mir das heutige Wissen angeeignet.


    Jonas

  • Ja, da wurden Dir Deckel minderer Qualität verkauft, Dein Händler sollte schon wissen dass er Dir Honigglasdeckel verkauft:daumen:
    Zurück schicken und ...


    damit liegst Du leider sachlich und sogar juristisch falsch.
    Die Unterteilung der Deckel erfolgt NICHT nach Füllgut. Es gibt keine 'Honigglas-Deckel'. Wie kommst Du darauf?


    Der Händler hat für Deine Kaufentscheidung nur die Unterscheidung zwischen Deckel auszuwählen die für
    - Produkte sind, die bei der Abfüllung (heiß) selbst ein Vakuum erzeugen und solchen denen mittels einem
    - Vakuum mit einer Unterdruckpumpe die Luft entzogen gezogen werden > Deckel wird durch Vakuum fixiert.


    Dem Imker werden nun jene Deckel verkauft, die mit der weicheren Dichtlippe ausgestattet sind, weil ja die Dichtlippe in keiner Weise erwärmt wird und sie sich in den Glasrand einpressen kann. Nur wenn Du Dir einen schriftlichen Nachweis hast geben lassen, das diese Deckel für das Kaltaufziehen geeignet sind und der Händler hat Dir nachweisbar welche für jene für die Heißabfüllung verkauft, dann hast Du die Möglichkeit mit der Reklamation auf Erfolg, weil Falschlieferung. Echte Produktionsfehler mal jetzt ausgeschlossen.


    ---------
    Wenn ich das richtig in Erinnerung haben, wird z.B. bei den Bio-Allos-Honiggläsern eine Vakuum gezogen. Andere größere Honigabfüller werden das sicherlich auch so machen, weil es die beste Lösung für ein Verschließen eines Glases ist. Damit entfällt der Gewährlesitungs-Verschlussstreifen und die Abfüller kann fast jeden Deckel einsetzen. Eine gute Lösung.



    Jonas

  • Das Problem kenne ich.
    Ich habe vor zwei Jahren 1000 von Kellmann gelieferte Deckel dem nächsten Schrotthändler mitgegeben.
    Geschätzt jeder Dritte war nicht dicht zu bekommen, ein Anruf bei der Firma brachte nur ein Achselzucken.
    Komisch, die Deckel von Weber, mittlerweile ebenfalls einige Tausend, waren bislang dicht.
    Und ich wette, er hätte eine Reklamation auch ernster genommen.

  • damit liegst Du leider sachlich und sogar juristisch falsch.
    Die Unterteilung der Deckel erfolgt NICHT nach Füllgut. Es gibt keine 'Honigglas-Deckel'. Wie kommst Du darauf?


    Der Händler hat für Deine Kaufentscheidung nur die Unterscheidung zwischen Deckel auszuwählen


    Sorry, aber das stimmt jeweils nicht. Wie siehts denn um die Kunden von Kellmann wie auch anderer Lieferanten aus? Mit Sicherheit nicht überwiegend so, dass er von einer diese Unterscheidung notwendig machenden technischen Ausstattung beim Befüllen usw. ausgehen kann. Nein, es wird per Hand geschraubt von den 95% Hobbyimkern. Und einen Hinweis, das nun wie selbstverständlich unter Vakkum machen zu müssen hat er folglich auch nicht aufgeführt.


    Ein Richter wird sich nicht arg winden müssen, Kellmann vorzuhalten, sich bestenfalls selbst nicht richtig über die Spezifikationen seiner Lieferanten informiert zu haben oder schlechtestenfalls auf den Hinweis bei der Produktanwendung verzichtet zu haben. Recht klar, mit welchem Ausgang.


    Wenn ein Imkereibedarfshändler Honiggläser und Deckel, ob mit oder ohne Biene drauf, anbietet und seine Flyer quer durch die Republik abläd, darf ja wohl ein jeder potenzielle Kunde davon ausgehen, seinen Honig darin abfüllen zu können.


    Oder soll ich davon ausgehen müssen, dass nur die Deckel mit den kitschigen Bienenmotiv für Honig geeignet sind?

  • Sorry, aber das stimmt jeweils nicht.


    Bitte überprüfe das mal.
    ..frag' einfach mal Deinen Lieferanten nach der Art der Deckeldichtung und der Spezifikation des verwendeten Materials. Diese bekommt jeder Händler zur Rechnung dazu bzw. er kauft nach diesen Spezifikationen ein. So ist das. Und dann kannst Du schaun ob's für Deinen Zweck geeignet ist und Du kannst dann auch sehen, wer der Hersteller ist. Wenn Dein Lieferant Dir das nicht nachreichen kann, ist er nicht vom Fach und er wird Dir was 'vom Pferd' erzählen, was seine Deckel alles können. Es ist auch denkbar, dass er einfach mal eine Charge gekauft hat ohne zu gucken für was diese Deckel hergestellt sind. Bei seriösen Glasgroßhändlern bekommst Du sofort auf Zuruf diese Spezifikation zu gesandt.


    Zitat

    Wenn ein Imkereibedarfshändler Honiggläser und Deckel, ob mit oder ohne Biene drauf, anbietet und seine Flyer quer durch die Republik abläd, darf ja wohl ein jeder potenzielle Kunde davon ausgehen, seinen Honig darin abfüllen zu können.


    wir verstehen uns miß......
    Du kannst in jedes Glas Deinen Honig einfüllen und auch mit jedem beliebigen Deckel verschließen. Die Frage ist aber, ob der Deckel auch hält. Und das hängt von der Oberfläche und der mech. Eigenschaft des aufgeschäumten Dichtmaterials ab. Wenn Du Deckel bekommen haben solltest die für die Heißabfüllung vorgesehen sind, gebe ich Dir gerne ein Bier aus, wenn unrecht habe sollte. Diese Deckel werden nicht richtig halten.


    was das betrifft

    Zitat

    Oder soll ich davon ausgehen müssen, dass nur die Deckel mit den kitschigen Bienenmotiv für Honig geeignet sind


    kannst Du davon ausgehen, dass diese Deckel Dichtlippen habe, die für die Handverschraubung geeignet sind. Klares ja. Bei Uni-Deckeln mußt Du immer fragen.


    Jonas

  • Jonas, ich freu mich ja mit Dir über Dein technisches Hintergrundwissen. Misch das nur in diesem Fall bitte nicht mit juristischen Überlegungen. Wenn ich eine z.B. Nadel kaufe, muss ich nicht voraussetzen, damit zwingend auch nähen zu können. Schreibt der Händler von "Nähnadel", sieht das schon anders aus.

  • Ich hatte einige Gläser mit 66er Deckel bei Holtermann gekauft. Dabei waren die goldenen, testweise habe ich aber auch schwarze mitbestellt. Die goldenen rutschten durch, die schwarzen waren ok. Nach einer Reklamation bei Holtermann habe ich die goldenen Deckel zurückgeschickt und dafür schwarze bekommen. Leider passen die aber nun auch wieder nicht, auch die 66er schwarzen rutschen jetzt durch. Die alte Charge Deckel passt zu den Gläsern, daher nehme ich an, dass mit den Deckeln was nicht stimmt. Das ist super ärgerlich!


    Mein lokaler Händler in Berlin erzählte beim letzten Besuch, dass es verschiedene Deckel gäbe, welche zum Einkochen und welche zum "einfach nur zuschrauben". Ich weiß nicht, ob das so ist und ob Holtermann verschiedene Sorten verkauft. Ich weiß nur, dass die gelieferten so für Honig nicht passen und ich so sicher keine Gläser verschicken möchte. Hatte bisher keine Nerven nochmal zu reklamieren, werde das aber noch machen (müssen).

  • Wenn ich eine z.B. Nadel kaufe, muss ich nicht voraussetzen, damit zwingend auch nähen zu können. Schreibt der Händler von "Nähnadel", sieht das schon anders aus.


    ..stimmt.
    Aber, auf welchem Deckel steht 'Honig-Deckel'. Nicht mal auf der Rechnung wirst Du so eine Bezeichnung finden. DIB-Gläser und Deckel mal ausgeschlossen.
    Da wird ganz einfach stehen z.B. TO-82, weiß oder Blüten oder ...
    Aber ich sehe, wir nähern uns schon an... grins.


    ..schon bei Deinem Händler nachgefragt für was die erstanden Deckel alles verwendet werden können?
    Wenn er kein Fachhändler ist, wette ich 'ne Flasche Bier, das er eine Weile braucht um Dir eine fachliche Auskunft zu geben > in Bezug auf das Material der Dicklippen > in der Fachsprache nennt man das 'Compound'


    Jonas


    Nachtrag:
    Clemens @ beschreibt genau das aus seiner Praxis, was ich evt. etwas zu umständlich habe sagen wollen.
    - Händler verkaufen Deckel.
    - Fachhändler bieten 'Nähnadeln' an um bei dem obigen Bild zu bleiben.
    Wobei bei Dir Clemens@ ich auch die Ursache vermute - wenn der Deckel durchrutscht - es die Haltenoppen sein könnten. Die max. Drehmomente des Aufbringens eines Deckel sind klar vom Hersteller definiert. Per Hand kann man eine Gleichmäßigkeit nicht garantieren. Mech. wird in der Automation dies durch eine eindeutig definiertes Druchrutsch-Drehment eingestellt. Das Fixieren des Deckel erfolgt durch das Vakuum !!! wodurch die Dichtlippe in das Glas eingepresst wird. Wenn Kaltverfahren MUSS der Compound weicher sein, wenn Heißverfahren MUSS der Compount härter sein.


    So, ich meine ich habe mich jetzt hier genug dazu geäußert.

  • Schreibt der Händler von "Nähnadel", sieht das schon anders aus.

    Der Fall liegt klar: schon der Link zu den Gläser und Deckeln sagt es. http://www.kellmann-vertrieb.d…-rundglas-fur-500g-honig/


    In der Überschrift heißt es schon: "Twist Off Rundglas für 500g Honig mit Metalldeckel gold 82mm" Daß Honig nicht im Vakuum abgefüllt wird ist kein Sonderfall, sondern die Regel. Es handelt sich also um Honigglasdeckel. Nicht um Deckel für irgendetwas anderes. Wäre das so, erfolgte diese Spezifikation auch höchst unerwartet.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder