Honigpreis nach Selbsteinschätzung

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    Ich habe folgende Idee:
    Meinen Honig, der natürlich ein exklusives supertolles usw. Naturprodukt ist würde ich gerne nach Selbsteinschätzung verkaufen. D.h. ich würde die Gläser für z.b. 250 g zwischen 3,50 und 4,50 € nach Selbsteinschätzung abgeben, zzgl. Pfand. Über die genauen Preise muss ich noch nachdenken, daher dient das jetzt eher als Beispiel.
    Ich habe das auf diversen Veranstaltungen wo ich Verkaufsschichten für Bandmerchandise (CDs, T-shirts usw.) übernommen habe schon in Aktion gesehen und es klappt ziemlich gut. Die meisten Leute bezahlen mehr als den Minimalpreis. Wenn jemand aber wirklich nicht so viel Geld hat kann er trotzdem noch leckeren lokalen Honig kaufen...


    Hat da jemand schon Erfahrung mit gemacht (Honig jetzt) und gibt es da irgendwelche rechtlichen Bedenken? Im Paragraphendschungel könnte ich mir schon vorstellen, dass es irgendwo irgendetwas gibt, was dem entgegensteht. Evtl. weiß jemand von euch mehr?


    Grüße,
    Jan

  • Hallo,
    deinen Honig, der natürlich ein exklusives supertolles usw. Naturprodukt ist, kannst du auch verschenken oder das Gläschen für 20,00€ verkaufen. Du mußt nur alle gesetzlichen Vorgaben bei Erzeugung, Verarbeitung und Etikett einhalten.
    Wenn du dann über genügend Kapazität, sprich Honigmenge verfügst, steht den "Honigparty's" nichts im Wege. Aber aufpassen, die potenziellen Honigkunden wissen schon was in der Region von Imkern für Preise ausgerufen werden. Dei Tiefstpreis darf also nicht teurer sein als der durschnittliche Preis.
    Mir ist mein Honig allerdings zu wertvoll um damit "Honig-Events" zu veranstalten, der kostest seinen (Fest)Preis und ist seinen Preis wert.

    Grüße, Horst -- Wer nichts macht, kann nie etwas richtig machen. --

  • Missverständis :roll:


    Um "Honigparties" o.ä. ging es in meinem Beitrag gar nicht. Deswegen habe ich auch nichts davon geschrieben. Genausowenig wie "Honig-Events".. Wie kommst du darauf?
    Genauso wie ich musst natürlich auch du alle gesetzlichen Vorgaben beachten, das ist doch klar, deswegen gibt es die ja auch...
    Was nun eine flexible Preisgestaltung mit dem Wert des Honigs zu tun hat erschließt sich mir leider gar nicht. Mein Honig ist mir eben nicht zu Wertvoll, als dass Kunden mehr bezahlen können wenn sie wollen.


    Deswegen noch mal ganz einfach: Steht einer flexiblen Preisgestaltung nach Selbsteinschätzung irgendeine gesetzliche Vorgabe im Weg?
    Und: Hat evtl. jemand da schon Erfahrung mit gemacht (bei Honig)?


    Grüße,
    Jan


    PS: Mir ist mein Honig auch zu wertvoll um ihn zu den Tiefstpreisen die tlw. in der Region verlangt werden zu verkaufen. In den Honigpreisfäden wird immer genölt, dass Honig zu billig ist, man sich durch kreative Ideen und Vermarktung abheben soll. Auf der anderen Seite kommen dann Leute und sagen "Blos nicht teurer als dreifuffzich, weil Heinz Meyer seinen auch so verjökert". Das ist doch Paradox...


  • Deswegen noch mal ganz einfach: Steht einer flexiblen Preisgestaltung nach Selbsteinschätzung irgendeine gesetzliche Vorgabe im Weg?
    Und: Hat evtl. jemand da schon Erfahrung mit gemacht (bei Honig)?


    Also Ich würde sagen: Wenn du auf einen Wochenmarkt etc gehst, dann gelten wohl die Regeln der Preisauszeichnung.


    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Preisauszeichnung


    Allerdings hast du auch die gesetzliche Vertragsfreiheit: du kannst wie beim Flohmarkt deine Ware präsentieren (ohne Preisschild) und dann auch mit jedem Kunden individuell einen Preis aushandeln.


    Stefan

  • Kleinen Tip am Rande:
    Lass das mit dem Pfand.
    Ich habe die ersten Jahre auch Pfand für das Glas genommen.
    Mir wurden derart viele Gläser zurück gebracht, welche letzendlich gar nicht von mir kamen.... unglaublich!
    Zudem oft dreckig oder leicht defekt ( was man erst später bemerkte)


    Ich bestelle nunmehr nur noch neue Gläser und erspare mir damit des Theater


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Das ist ja ziemlich Dreist! Eigentlich bin ich ein Mehrweg-Fan^^ aber so macht das weniger Spaß.
    Aber ich denke, wenn ich das Pfand an Etikett und (bedruckten) Deckel binde, sollten ja zumindest fremde Gläser fernbleiben.
    Spülen muss man sowieso, bleibt das Problem mit defekten Gläsern. Na mal sehen, ist ja alles erstmal nur theoretisch.


    Grüße,


  • Hallo Anni,


    mir wäre das Theater mit dem Papierkram für den grünen Punkt zu aufwändig.
    Gläser zählen, Etiketten wiegen, voranmelden...


    Zurück nehme ich natürlich nur meine Gläser mit meinen Etiketten.
    Bin ja kein Müllsammler...


    Ich habe einen extra Hinweis auf dem Etikett: Bitte ungespült zurückgeben.
    (Dann weiß ich auch, was zuletzt drin war.:wink:)


    Deckel tausche ich grundsätzlich aus, Gläser schaue ich mir natürlich genau an.
    Selten mal was Defektes dabei.


    Durch Pfand kostet mich ein Glas höchstens 3,5Cent (geschätzter 10maliger Umlauf)
    Was mich wundert, trotz 50Cent Pfand kommen viel weniger Gläser zurück, als ausgegeben...


    Habe nix dagegen, mein Zusatzverdienst...:cool:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo liebe Forengemeinde,
    Ich habe folgende Idee: Meinen Honig, der natürlich ein exklusives supertolles usw. Naturprodukt ist würde ich gerne nach Selbsteinschätzung verkaufen.
    Grüße, Jan


    Moin,Moin,
    Ich verkaufe meinen Honig seit Jahren nach Selbsteinschätzung. In diesem Jahr kostet er nach meiner Selbsteinschätzung 6€/500g. Man muß den Kunden behilflich sein den Kaufpreis auch richtig einzuschätzen.
    Du kannst den Besten Honig haben, wenn um Dich herum alle für 3 € verkaufen, wirst Du keinen dazu bringen, Dir für Deinen Honig 6 € zu geben. Schätzt du Deinen Honig auf 6 € ein wirst Du die die Imker im Umfeld bei der Selbsteinschätzung Ihres Honigs erheblich unterstützen.:wink:


    Honig ist leider für die Meisten kein emotionales Produkt, sondern ein Konsumprodukt und das geht nun mal über den Preisvergleich. Es funktioniert vielleicht, wenn Du sagst, das die Leute einen günstigeren Preis bekommen, wenn Sie mit der Qualität für den angesagten Preis nicht zufrieden sind. Das steht es Dir dann aber letztendlich auch offen, den Kunden am Ende zu fragen, warum er den etwas schlechtes kaufen möchte. Insgesamt zuviel Zeit und Nervenaufwand, es sei denn, Dir geht es um zwischenmenschliche Kontakte und nicht um Honigverkauf. Bei 4 € -6 € will ich nicht noch lange über den Preis reden. Das verschenke ich lieber mal ein Glas an jemanden, der entschlossen eine Kiste kauft.


    Beste Grüße aus dem Norden
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Pfand nehm ich auch, pfandfrei nur an Freunde und Familie. Die werden dann rot, wenn sie`s vergessen :wink:
    Und: Wenn man sich mit den Glas ein ganz wenig abhebt, dann gibt`s nur für das richtige Glas Pfand und nicht für irgendwas Olles von sonstwoher.
    Soll heißen: Meine Gläser erkenne ich, weil sie nen etwas selteneren Schraubdeckel haben und nicht DIB-Glas oder Plastedeckel-Neutralglas sind.
    Bei den 250 g-Gläsern ist das nicht so. Demnächst weiche ich auch hier auf ausgefallenere Deckel aus (z.B schwarz, kommt mit meinen Etiketten besser).


    Und meine Preise sind fest und nicht verhandelbar, das ist aber Geschmacksache.
    Auf Debatten hab ich keine Lust.
    Jeder zahlt den Preis und fertig oder er soll zum Discounter traben. :roll:
    Beschwert hat sich noch keiner und ausverkauft bin ich auch. Sie scharren schon wegen der nächsten Ernte, die noch in den Hobboks ist...


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Gandalf,


    Das es schwer wäre, seinen Honig mal eben so für das doppelte der Nachbarimker los zu werden leuchtet ein. Was ich bis jetzt hier gesehen habe sind normalerweise Preise zwischen 4 und 6 €, wobei manche auch darunter liegen.
    Unter 5 € werde ich meinen Honig nicht verkaufen, macht mMn keinen Sinn. Da kann ich lieber selber fleißig futtern oder mit Freunden einen gemütlichen Metabend machen.
    Selbst im lokalen Supermarkt ist der günstigste Honig aus Detuschland mit 4,99 € ausgezeichnet. Da kann man für ein regionales Produkt mit dem Inhalt der einzigartigen Natur mindestens das gleiche nehmen.
    Mit der Selbsteinschätzung meinte ich es halt eher so:
    Mein Minimum, quasi meine Selbsteinschätzung, ist z.B. 5 € zzgl. Pfand für 500 g. Der Preis wäre dann 5 bis 7 € nach Kundenselbsteinschätzung, und wieviel mir der Kunde da gibt bleibt ihm überlassen. Also ohne verhandeln oder so, frei nach deren Geldbeutel und Gutdünken. Wie das jetzt bei Konsumgütern aussieht kann ich nicht einschätzen, aber wie oben beschrieben klappt das bei manchen Sachen sehr gut. Im Schnitt liegt man da eher an der oberen als unteren Grenze.
    Wenn alles soweit fertig ist, und ich mich noch etwas mit der Preisauszeichnung belesen habe, werde ich vielleicht mal ein Pilotprojekt starten. Momentan ist alles nur Gedankenspielerei.


    Pfand für Gläser mit eigenen Etiketten scheint ja laut Hardy gut zu klappen, so hab ich mir das auch vorgestellt. Und ungespülte Gläser können zumindest nicht für Farbe o.ä. verwendet worden sein.. Dazu kommt bei mir, wie Marion auch dann noch der Deckel. So sollte das klappen.


    Grüße,
    Jan

  • Moin,
    auch wenn du "nur" Hobbyimker bist - bitte mach mal ne Vollkostenrechnung, und finde raus, was dich dein Honig wirklich kostet.
    Und dann bleibe bei dem Preis.
    Der Hintergrund liegt darin, daß es auch Profi-Imker gibt, die davon leben müssen - und niemand sollte unter deren Preisen verkaufen.
    Entweder man ist mit im Markt und nimmt konkurrenzfähige Preise, oder man verschenkt ihn, oder ißt/trinkt ihn selbst.
    Alles andere macht nur den Markt kaputt - siehe Vietnamhonig für unter1€/free on board.
    Honig von hier ist exklusiv, einzigartig, deutscher Honig, und der sollte doch wohl mehr wert sein.
    Honig kann man importieren - Bestäubungsleistung nicht.


    (Sorry an alle, die das von mir schon zu oft gelesen haben :cool::Biene:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    Eine Vollkostenrechnung ist natürlich notwendig und wird auch gemacht sobald alles in trockenen Tüchern ist.
    Die Arbeitszeit, welche ich an den Bienen benötige verringert sich ja auch noch, aber da werde ich absehbar nicht auf Berufsimkerniveau kommen. Ist halt (m)ein Hobby. Dazu die Erstinvestitionen für die ich mir ja strenggenommen einen Amortisierungsplan basteln müsste usw.
    Wenn ich das alles berücksichtige inkl. eines Stundenlohnes den ich bei einem Job mit meinem momentanten Abschluss bekäme, wäre ich schnell bei >40 €/kg.
    Weil ich halt noch so langsam bin :lol:


    Mal Interessehalber: Was kostet dich denn dein Honig wirklich? Bekommst du den Preis?


    Grüße,
    Jan