feine Mittelwände

  • Hallo,
    irgendwo hier im Forum hatte ich es schon gelesen, ich finde es nur leider nicht wieder. Sorry!


    Wo kann man hierzulande "feine", also dünnere Mittelwände beziehen?


    Wenn ich die Honigverordnung richtig interpretiere, darf man Wabenhonig auch von Waben gewinnen, die aus (Originalzitat Honigverordnung): "feinen, ausschließlich aus Bienenwachs hergestellten gewaffelten Wachsblättern" (also "feinen" Mittelwänden?) gebaut wurden.


    Oder ist das Wort "fein" in diesem Zusammenhang von mir überinterpretiert und die meinen normale Mittelwände?


    In irgendeinem britischen Online-Shop hatte ich gesehen, dass zwei verschiedene Stärken angeboten wurden.
    Die Briten stehen anscheinend auf Wabenhonig, die haben es nur leider nicht so mit DNM :wink:.


    Falls es das nur in "good, old britain" geben sollte, würde ich es mir notfalls auch dort bestellen und auf's passende Maß zurechtschnipseln.


    Falls jemand von Euch Rat weiß, würde ich mich sehr über eine Antwort freuen.


    Vielen Dank und summende Grüße,
    Astrid



     
     
     


  • Hallo Astrid. Mittelwände haben in Wabenhonig nix zu suchen. Die werden nämlich aus Altwachs hergestellt. Du machst einen Anfangsstreifen von höchstens 1cm länge in das jeweilige Rähmchen und fertig. Die Bienen bauen das denn selbst aus und lagern darin den Honig. Jetzt ist es allerdings dafür zu spät. Versuch es einfach im nächsten Frühjahr und informiere dich bis dahin umgehend.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo !


    Hallo Astrid. Mittelwände haben in Wabenhonig nix zu suchen. Die werden nämlich aus Altwachs hergestellt. Du machst einen Anfangsstreifen von höchstens 1cm länge in das jeweilige Rähmchen und fertig. Die Bienen bauen das denn selbst aus und lagern darin den Honig. Jetzt ist es allerdings dafür zu spät. Versuch es einfach im nächsten Frühjahr und informiere dich bis dahin umgehend.


    Gruß Josef


    :daumen:


    wukie
    In südosteuropa und im nahen Osten werden die Bienenvölker auch konsequent mit Zuckerwasser gefüttert zur Erzeugung von Wabenhonig - gehst DU da auch mit ?



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Astrid. Mittelwände haben in Wabenhonig nix zu suchen. Die werden nämlich aus Altwachs hergestellt. Du machst einen Anfangsstreifen von höchstens 1cm länge in das jeweilige Rähmchen und fertig. Die Bienen bauen das denn selbst aus und lagern darin den Honig. Jetzt ist es allerdings dafür zu spät. Versuch es einfach im nächsten Frühjahr und informiere dich bis dahin umgehend.


    Gruß Josef


    Hallo Josef,
    danke für Deine Antwort!


    Mich beschäftigt nach wie vor die Frage, was die Schreiberlinge der Honigverordnung bei der Formulierung (Originalzitat Honigverordnung): "von Bienen in den gedeckelten, brutfreien Zellen der von ihnen frisch gebauten Honigwaben oder in Honigwaben aus feinen, ausschließlich aus Bienenwachs hergestellten gewaffelten Wachsblättern gespeicherter Honig, der in ganzen oder geteilten Waben gehandelt wird" mit dem Begriff "feine, ausschließlich aus Bienenwachs hergestellte Wachsblätter" gemeint haben. (In der Fußnote wird übrigens erwähnt, dass diese Formulierung zu Wachsblättern Mittelwände meint.)


    Den Schreibern des Textes müssten doch aktive Imker zur Seite gestanden haben (hoffe ich zumindest).


    Wenn es diesem so war, hätten die Menschen aus der Praxis doch wissen müssen, dass es in Varroazeiten keine Mittelwände gibt, die (ohne jegliche Rückstände) ausschließlich aus Bienenwachs bestehen.


    Dann hätte man sich diese Formulierung doch auch sparen können und es bei den "frisch gebauten Honigwaben" belassen können.


    Daher steht für mich persönlich nach wie vor die Frage im Raum, ob es solche Mittelwände gibt und ob der Begriff "fein" in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung hat (so ausführlich war die Fußnote dann doch nicht).


    Behandlungsrückstände und ("Ur-")Altwachs möchte ich ganz bestimmt auch nicht im Wabenhonig haben! (btw. von Zuckerzufütterung hatte ich nichts geschrieben)


    Aber wenn es solche Mittelwände nicht gibt, warum wurden sie dann explizit erwähnt?


    Das hier ist übrigens mein Versuch, mich passend bis zum nächsten Jahr darüber zu informieren :wink:.


    Danke für Eure Geduld und summende Grüße,
    Astrid

  • Es gibt m.E. keine spziellen Mittelwaende fuer die Wabenhonigherstellung - Wabenhonig ist und bleibt reiner Naturbau. So wenig Mittelwand wie nur moeglich!


    Leider sieht man immer wieder auf Hotelbuffets ganze Honigwaben zum abkratzen und im Regelfall ist da immer eine dicke Mittelwand versteckt - sowas wuerde ich keinem Hotel anraten auf den Tisch zu stellen da eben das ausgezogene Mittelwandwachs nicht geeignet zum Verzehr ist. Aber alles andere ist dann halt wieder schwierig...


    Melanie

  • Hallo zusammen,


    wenn ich beim MW-gießen zu stark auf den Deckel drücke, dann bekomme ich immer lustige MWs ohne Boden - die sind absolut "fein". Die Bienen bauen sie aber trotzdem aus.


    Trotzdem würde ich Wabenhonig nur aus frischem Natur machen/verkaufen/empfehlen/essen. Die MW findet man auch wenn sie noch so dünn ist, egal, was in einer Verordnung steht...


    Gruß Jörg

  • Das Problem feiner Mittelwände stellt sich in der Praxis nicht, weil die Bienen beim Ausbauen der MW vor allem deren Wachs benutzen, nur zu rund einem Drittel neu erzeugtes. D.h. die Waben sind nachher ziemlich gleich. Ich kann beim mir z.B. keinen Unterschied zwischen Waben aus gekauften gewalzten und selbstgegossenen Mittelwänden erkennen.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Einmal mit Mittelwand und einmal mit ohne. Oder einmal bebrütete und einmal unbebrütet. Ob ich letztlich aus einer bebrüteten Wabe schleudere oder kratze, was soll es. Die Heideimkere haben da gepresst. Ging doch auch.:lol: Varroamittel, das ist noch die harmloseste Behandlung durch Nahrung.:lol: Zugegeben liebe Melanie, ich habe nicht gekratzt und auch keinen fremden Honig gegessen, weil ich nur mir traue.:-D
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Remstalimker ()

  • ... da eben das ausgezogene Mittelwandwachs nicht geeignet zum Verzehr ist.

    Das ist so nicht richtig. Explizit nachgefragt bei der Mittelwandherstellung Müller. Bienenwachs in deren Mittelwänden hat Lebensmittelqualität und kann zu Kosmetik, Käsekruste, Gummibärchenumhüllung, Kuchenglasur, (Sabber-) Spielzeuglack und was nicht alles weiterverarbeitet werden. Wachs, das diese Anforderungen nicht erfüllt, wäre auch innerhalb des Bienenvolkes kein guter Lagerort für Honig. Mittelwände in Wabenhonig essen sich einfach unangenehm, weil sie eben zäh und nicht so hauchfein sind, wie jüngster Naturbau. Verboten ist da aber gar nix.


    Was jedoch verboten ist - und nur darauf zielt doch die Honigverordnung - ist Honig der in künstliche Waben gefüllt oder von den Bienen dort hinein getragen wurde, als Wabenhonig anzubieten. Die Bezeichnung ist eine geschützte Handelsbezeichnung und umfaßt nach dem Worte "oder" eben genau auch Waben auf Mittelwänden, weshalb Mini-Plus-Waben am Jahresende als Wabenhonig gehandelt werden dürfen.


    Wabenhonig = von Bienen in den gedeckelten, brutfreien Zellen der von ihnen frisch gebauten Honigwaben oder in Honigwaben aus feinen, ausschließlich aus Bienenwachs hergestellten gewaffelten Wachsblättern gespeicherter Honig, der in ganzen oder geteilten Waben gehandelt wird

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nun ja, wenn Dir das die Firma Mueller schriftlich gibt, ist das ja fein.


    Ich bekomme mein Wachs von Dr. Wallner mit ellenlanger Analyse was da alles nicht drin ist (also Pestizide, Varroa-Mittel usw.)...dennoch riecht das Wachs (egal welche Charge) stark nach Tabak und irgendwer ulkte mal das laege daran, dass das Wachs aus Afrike komme wo man eben mit Tabakrauch an die Bienen ginge.
    Damit eignet sich das fuer mich persoenlich nicht mehr zum Verzehr auch wenn ich weiss was da alles *nicht* drin ist.
    Ich gebe auf Zertifikate eigentlich nur soviel soweit ich sie schmeissen kann (ungefaltet ;-)...man denke nur an die ganzen Bio-Eier-Skandale und, und, und. Selbst wenn da eben viel untersucht wird, bleibt noch genug offen was da alles nicht untersucht wird. Daher gebe ich keine Mittelwand-Abkratzhonigwaben ab (habe ich gelegentlich im Brutraum) noch kann ich den anfragenden Unternehmen (vor einer Weile rief mal das Kempinski an die das auch machen wollten) das empfehlen.


    Wabenhonig hat bei mir allenfall einen kurzen Anfangsstreifen dabei aber ansonsten ist das alles "homemade".


    Melanie

  • Wabenhonig hat bei mir allenfall einen kurzen Anfangsstreifen dabei aber ansonsten ist das alles "homemade".

    Das wird wohl bei den Meisten so sein, obwohl eben auch Mittelwände das Produkt handelswarenzeichenmäßig nicht zu etwas anderem machen. Und ja Müller produziert für die Lebensmittelindustrie und die geben das schriftlich und schreiben das sogar ins Web.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder