• Hallo zusammen, hab da mal ne frage.
    Habe heute abgeräumt, dabei ist mir bei einem Stand aufgefallen das in den Honigwaben in einigen Zellen tiefdunkelroter Honig eingelagert wurde.
    Hab ihn gekostet, schmeckt toll nach Linde ist aber halt von der Farbe her dunkelrot fast violett, ist auch nicht verdeckelt muss also erst vor kurzem reingekommen sein
    Hat jemand eine Erklärung von welcher Pflanze der kommen könnte. hab schon gegoogelt aber da ist nichts vernünftiges bei rausgekommen.
    Danke,Rainer


  • Hallo!


    Auch ich habe gerade dunkelroten Honig ernten dürfen. Ich habe mich erst schrecklich erschreckt und gewundert, weil Bienen doch nicht bluten...
    Bei der Geschmacksprobe hat der Honig aber lustig nach Kirsche schmeckt. Ist ja auch kein Wunder, wile ich hier im Kirschtal imkere.


    Anders, als in dem Link beschrieben, bin ich der Meinung, dass das aber dennoch Honig ist, weil er ja von "Sekrete lebender Pflanzenteile" gewonnen wurde:

    Zitat

    Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder
    Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen
    saugenden Insekten aufnehmen,


    Was sagt ihr?

  • Ich habe keine Ahnung, ob das als Honig durchgeht und wie weit die Definition ausgelegt werden kann.


    Kirschsaft ist aber kein Sekret.


    Ein Sekret ist ein Stoff, der von einem Körper ausgeschieden wird.
    Vorwiegend aus Drüsen (exokrin oder endokrin)


    Es sind zwar Stoffe darin, die von der Pflanze produziert werden,
    aber sie haben keinen Zweck z.B. im Rahmen der Verdauung o.a.,
    sind auch keine Stoffwechselendprodukte.


    Das was du hast ist sicher lecker,
    ich hätte auch kein Problem damit,
    aber komm mal an einen Korithenk....r....

  • Kann man den nicht so verkaufen wie den mit diversen Früchten aromatisierten Honig? Wie is das überhaupt, darf man als normaler Hobbymensch Sachen wie Hollerblüten in den Honig reinpanschen und verkaufen? Eher nicht oder?

  • Hallo Genscher,


    wenn ich mich richtig an meinen Honigkurs erinnere darfst du den Verkaufen, da er in der Tat von lebenden Pflanzenteilen stammt.
    Wenn du auf Nummer sicher gehen willst ruf einfach mal den Herr Müller-Engler an, der weiß bescheid :daumen:


    http://www.lwg.bayern.de/bienen/service/24031/


    Hallo!


    Super Idee - ich habe ihm eine eMail geschrieben. Jetzt wo ich deinen Tipp lese fällt mir ein, dass du recht hast: Er meinte, man solle ihn lieber anrufen :lol:


    LG und hoffentlich gibt es eine positive Rückmeldung!

  • Hallo Genscher,


    wenn ich mich richtig an meinen Honigkurs erinnere darfst du den Verkaufen, da er in der Tat von lebenden Pflanzenteilen stammt.
    Wenn du auf Nummer sicher gehen willst ruf einfach mal den Herr Müller-Engler an, der weiß bescheid :daumen:


    http://www.lwg.bayern.de/bienen/service/24031/


    Hallo!


    Ich habe gerade eine Antwort per eMail bekommen:

    Zitat

    [...] der Erklärungsansatz mit den aufgeplatzten Kirschen ist realistisch. Entsprechende Fälle sind mir bekannt. In diesen Fall wäre der Honig verkehrsfähig, da es sich um Sekrete lebender Pflanzenteile handelt! [...]


    Zur Sicherheit soll/kann ich den Honig aber einschicken zur Analyse. Mal schauen.


    LG

  • Ich schnappe hier mal den Post auf!


    Ich hätte heute bei einem Volk (1 Woche nach tbe) in einigen Zellen roten, dickflüssigen "Honig".

    Wie ich hier nun lesen konnte, stammt dieser von Kirschen. Was in meinem Fall sehr gut sein kann, da sie neben zwei kirschbäume stehen mit überreifen Früchten.


    Meine Frage wäre jetzt, deutet sowas auf futtermangel hin? Oder kommt das einfach mal vor, dass die Damen was anderes zu sich nehmen?

  • Wenn die Tracht zu Ende geht bzw. nur Läppertracht ansteht und überreife Kirschen am Baum hängen ist der Kirschsaft eine beliebte Tracht bei den Bienen.

    Auch wenn es hier teilweise anders genannt wird, es ist kein Honig. Kann aber ohne Sorgen selbst verzehrt werden bzw. als "von Bienen gesammelten Brotaufstrich" abgegeben werden. Wer zweifel hat läßt eine Probe z.B. in der LA Hohenheim analysiere.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Nun ja, Eisvogel, nachdem man sich vorher auf einen Fachmann berufen hat, entsteht nun die Frage, woher du deine anderslautende Meinung beziehst?

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Den Honig dürfen die Damen gerne behalten. Ich mach mir nur Gedanken ob sie genügend Futter haben. Eigentlich haben sie 2kg zugenommen. Aber das sie Kirschsaft eintragen, lässt ja eher drauf schließen das es nichts besseres gibt.

  • Nun ja, Eisvogel, nachdem man sich vorher auf einen Fachmann berufen hat, entsteht nun die Frage, woher du deine anderslautende Meinung beziehst?

    Hallo Jakob,

    u.a. aus einem Artikel in der Biene & Natur siehe hier

    http://www.imker-damm.de/filea…_Dokumente/RoterHonig.pdf

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hier hab ich noch einen Text zum Kirschsafthonig gefunden:


    „.......und als Besonderheit 300 kg „Kirsch-honig“ geerntet. Letzterer enthielt einen größeren Anteil an Kirschsaft von aufgeplatzten Früchten. Dieses wohlschmeckende Bienenprodukt wurde als „von Bienen produzierter Brotaufstrich“ erfolgreich vermarktet.“


    Das Zitat stammt aus dem Jahresbericht 2014

    https://bienenkunde.uni-hohenh…_Bienenpflege_03_2015.pdf


    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk