Gesundes Bienenfutter selber machen (Ableger/Kunstschwarmfütterung)

  • Aus verschieden Gründen habe ich beschlossen, mein Bienenfutter selber zu machen.


    Invertin gibt es bei www.ruth-online.de (Ladengeschäft in Bochum), kleinste Einheit allerdings 1 Liter für netto 31€ - muß UNTER +15°C gelagert werden.
    Da man pro Kilo Trockenzucker nur 1 Gramm davon braucht, sollte man sich das mit Kollegen teilen.
    Bitte nicht einfrieren - das ist ein Enzym und relativ empfindlich.


    Mein Rezept:
    Pro Kilo Zucker und 1 Liter Wasser (1:1 Fütterung) mit einem gestrichenen Meßlöffel (5ml) "Zitronensäure für Lebensmittelzwecke" ansetzen und so lange rühren, bis alles klar ist - Küchenmaschine hilft da sehr.:wink:


    Dann die entsprechende Menge Invertin abmessen (ich mach das mit einer 1ml Spritze), hinzugeben und ordentlich durchrühren.


    Der pH-Wert liegt bei 3,0.
    Bei unter 20°C dauert die Invertierung etwa 24h - nimmt man warmes Wasser (40°C) und hält das bei dieser Temperatur, dauert es nur knapp 5 Stunden, bis fertig.


    Die Zitronensäure ist nicht nur für den pH-Wert des fertigen Futters selbst wichtig, sondern in diesem pH-Fenster von 2,5-3,5 und den 40°C arbeitet das Invertin am besten.


    Es kann kein HMF entstehen, weil zu Beginn noch gar keine Fruktose da ist, wenn die Temperatur noch bei 40°C liegt, und wenn sie langsam absinkt, findet eh keine Bildung von HMF mehr statt.


    Ich hatte bei diesem Teil professionelle Hilfe eines Chemielaboranten, der Enzyme als Hauptarbeit hat - sein Verdienst.


    Der Zucker von Nordzucker bei aldi ist übrigens deutlich schneller klar, als der Tip-Zucker aus dem Real.


    Ich werde im Laufe der Zeit noch weitere Futterrepte mit Invertin einstellen (Winterfutter/Futterteige).


    Wenn jemand etwas nicht verstanden hat, bitte nachfragen - Danke.


    Zur Kostenseite: 1 Liter Wasser, 1kg Zucker (0,85ct), Zitronensäure (375g a 2,99€ = 75 Meßlöffel voll, macht 4 Cent pro Portion) - Invertin: 3 Cent.


    Endkosten für 1,5 Liter/2kg invertierter Futtersirup 1:1 mit bienengemäßem pH-Wert:


    92 cent.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Warum so aufwendig?


    Ich gebe in eine 2 Lt. Pet Flasche, 1kg Zucker und gebe 666 ml warmes Wasser dazu, schütteln und in 2 Minuten hab ich guten glasklaren 1.6 Kg Sirup 2:3


    Das mache ich schon einige Jahre so, und kein Problem, Preis 0.52 .- € per kg Sirup 2:3

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Aus verschieden Gründen habe ich beschlossen, mein Bienenfutter selber zu machen.


    Hallo,


    aus welchen denn? Seit 34 Jahren arbeite ich mit Haushaltszucker resp. mit Ambrosia Sirup.
    Etwas gesundheitsschädliches für de Bienen konnte ich noch nicht feststellen. "Naja, warum einfach, wenn es auch umständlich geht".


    Gruß
    KME

  • Kommerzieller Sirup und der meiste selbstangerührte haben den falschen pH-Wert - der bei 6,0 liegt - bienengerecht wäre aber ein deutlich saures Futter um 3,0-4,5.
    Wer sich die Mühe macht, mal zu suchen, wo der Zusammenhang zwischen pH-Wert des Futters und der EFB, der AFB, und der Nosematose liegt, wird ne Menge finden...

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  • Ich gebe in eine 2 Lt. Pet Flasche, 1kg Zucker und gebe 666 ml warmes Wasser dazu, schütteln und in 2 Minuten hab ich guten glasklaren 1.6 Kg Sirup 2:3



    Ist aber in Wasser gelöste Saccharose. Wenn man die mit Invertin invertiert, erhält man Glukose und Fructose. Dann müssen die Bienen die Saccharose nicht mehr selbst invertieren.


    Aber ich füttere auch mit gelöstem Haushaltszucker ein.


    Stefan

  • Kommerzieller Sirup und der meiste selbstangerührte haben den falschen pH-Wert - der bei 6,0 liegt - bienengerecht wäre aber ein deutlich saures Futter um 3,0-4,5.
    Wer sich die Mühe macht, mal zu suchen, wo der Zusammenhang zwischen pH-Wert des Futters und der EFB, der AFB, und der Nosematose liegt, wird ne Menge finden...


    Stimmt, hab grad meinen selbstangerührten Sirup gemessen, ziemlich genau 6,0
    Aber ich finde das i.O , und ich bin nicht sicher das 3,0 besser ist:lol: warum soll Futter im Säurebereich besser sein?


    Und wenn das so wäre, ist es schnell gemacht mit Zitronensäure, aber das will ich nicht, zumindest nicht unter pH 5

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  • Zitat

    Aus verschieden Gründen habe ich beschlossen,


    mir die Planscherei nicht anzutun.
    Anbei die Analyse meines Futters. Wenigstens steht es so auf der Packung:


    Analyse vom Bienenfuttersirup API HF 1575


    Trockensubstanz ~ 75%


    Brix(20 °C) ~ 75


    Brechungsindex (20 °C) ~ 1,478


    Fructose ~ 15%


    Glucose ~ 22%


    Maltose ~ 42%


    Maltotriose ~ 8%


    Höherer Zucker 15%


    PH 3,5


    Farbe (450-600 nm) 20 UI


    Dextroseäquivalent 66%

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Nosema wurde auch von Michael Bush angeführt, ich konnte keine Studie finden, die das eindeutig klärt. Bei den anderen beiden Krankheiten liegt dies richtig. Wir sollten die Arbeit von Sabiene nicht gleich schmälern. Sie denkt sich etwas dabei und hat gute Unterstützung gefunden.


    Ich habe mit Invertin Futterteig hergestellt und die Bienen haben es weder verschmäht, noch sind sie daran verendet.


    Hier meine Quelle:


    http://www.backfun.de/artikel/zusatzstoffe/RU1124.html


    Ich nehme auch für die Flüssigfütterung Haushaltszucker (Preis), Wasser und zwei kleine Zimmerbrunnenpumpen, die mir das schön umwälzen.


    Jeder hat seinen Weg und wenn es nützt, na dann.

  • Anbei die Analyse meines Futters.


    Das kann nicht sein. Du hast die Alanüsetaten meines Futters angeführt und das kostet noch weniger als die langjährig von Sabine an Kleinbeutenvölkern getestete Geigelbrühe und kommt handluch kanistiert frei Haus. Schon Gerstung hat ja das Invertieren von Zucker beschrieben, so um 1902 rum. Deshalb finde ich, daß ich Sabines Invertzuckerzeug nicht als Selbstgebastel ablehne, sondern als Plagiat.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    so lange der Hersteller und geistige Urheber nicht gegen das Plagiat vorgeht, soll es mir egal sein.
    Ich weiss nur, dass bis ca 1970 hier bei uns das Futter-Herstellen mittels Invertin durchaus üblich war.
    Da ich nicht annehme, daß unsere Vorgänger das Rezept nicht einfach vergaßen, wird es schon seine Gründe gehabt haben, warum sie davon abkamen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin moin

    Mein Rezept:
    Pro Kilo Zucker und 1 Liter Wasser (1:1 Fütterung) mit einem gestrichenen Meßlöffel (5ml) "Zitronensäure für Lebensmittelzwecke" ansetzen und so lange rühren, bis alles klar ist - Küchenmaschine hilft da sehr.


    ...mich als olle eingefleischte Hausfrau würde nun brennend interessieren, welche Küchenmaschine Du benutzt.
    Du besitzt ja nicht nur 2 Völkchen, denen Du Sirup "kochen" möchtest, sondern mehr als 24...........(Letzter offizieller Völker-Stand waren 70 ??)


    Neugierige Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Michael : in den 60/70ern war die Zeit "warum selbermachen, wenn man's kaufen kann?", bzw. ein blinder Glaube daran, daß gekauft besser sei als selbstgemacht.
    Vor allem ist in der Invertin-Version fertig nur Fruktose und Glukose - das halte ich für den größten Vorteil - keine anderen Zuckerarten.
    Da ich auch das Bierbrauen angefangen habe, hab ich auch GROSSE Töpfe.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Da ich nicht annehme, daß unsere Vorgänger das Rezept nicht einfach vergaßen, wird es schon seine Gründe gehabt haben, warum sie davon abkamen.


    Weil es mMn nicht nötig ist, aber schaden tut es sicher auch nicht


    Ich gebe halt immer etwas Limettensaft dazu, pro Liter ca, 10 ml das sind dann ungefähr 0.01% Zitronensäure, ich bilde mir ein das es besser angenommen wird und länger hält:lol:

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie