Jetzt geht's rund...

  • ... und das nicht nur im übertragenen Sinne!


    Hallo allerseits,


    ja, KME war heute wieder schwer am Schuften.


    Zeitgeich sind Zuchtköniginnen aus Norwegen und Polen (Augustowska) eingetroffen. Nächste Woche kommen dann 5 Reinzuchtköniginnen aus Schweden. Alles muss gemacht werden und vorbereitet sein.


    Das war heute wirklich der Hammer. Die Norwegischen Reinzuchtköniginnen kamen mit Begleitbienen (schwarz wie die NAcht) in bester Verfassung an. Gleiches gilt für die Instrumentell besamten Augustowska-Königinnen aus Masuren (Polen). Hier war ich aber von den gelben Begleitbienen überrascht. Es ist also ein Märchen, dass es in Masuren nur "dunkle" Bienen gibt.


    Zum Zusetzen kommt diesjährig ein für mich bislang neues Verfahren, und zwar mit dem gelben, runden Zusetzgitter.


    Zeitgleich kamen meine ersten NAchzuchtköniginnen zum Versand an meine Imkerfreunde. In voller Brut. Daher auch prall und lang und dick. :p Die Empfänger werden sich freuen.


    Gleichzeitig konnte ich mich über das qualitative Begattungsergebnis 2013 freuen: ich schätze mal 30-50% Reinbegattung. Und das am Heimatstand! Es lag wohl am kühlen Wetter im Juni.


    Es war ein schöner Tag! :p


    Zwei meiner Fotos vom heutigen Tag will ich gern zeigen; natürlich habe ich viel mehr gemacht.


    Gruß
    KME


    Foto 1: Das gelbe runde Zusetzgitter


    Foto 2: Reine Dunkle Arbeiterin aus Standbegattung (es sind keine Hybridanzeichen zu sehen)


    Gruß
    KME

  • Zum Zusetzen kommt diesjährig ein für mich bislang neues Verfahren, und zwar mit dem gelben, runden Zusetzgitter.


    Du hast superseltene Königinnen und probierst ein neues Zusetzverfahren aus??! Das verstehe ich nicht! Warum kein KS und die Königin dort ausfressen lassen, was sehr sehr sicher ist? Bei den Aufsteckkäfigen besteht immer die Gefahr, dass sie untergraben oder von der anderen Seite angebohrt werden und dann helfen auch die darunter geschlüpften Jungbienen nicht.

  • Hallo,


    ja, Zusetzen ist immer ein Risiko. Im letzten Jahr habe ich beispielsweise mit 5 neuen RZ-Königinnen ein damals ebenfalls neues Verfahren getestet, nämlich das Zusetzen ÜBER Gitter auf Auslaufende Brut. Danach Rückvereinigung. Ausfälle gab es keine.


    Ich glaube und denke, dass es auch diesmal recht gut geht. Es hängt vor allem von der Attraktivität der Königin ab. Ich habe mich da an Freunde gehalten, die dies auch mit 100% Erfolg durchgeführt haben. Wichtig ist die Bauweise dieses Zusetzgitters, das sich ca. 1cm tief in die Wabe hineinschneidet (nicht zu verwechseln mit dem weißen Zusetzgitter).


    Ein bisschen vertraue ich auf meine ca. 30 Jahre Erfahrungen im Umgang mit zuzusetzenden Königinnen. Klar, ein Risiko besteht immer, auch beim Kunstschwarm.
    Gruß
    KME

  • Hallo Kai-Michael,
    Zusetzen über Gitter mit auslaufender Brut - da hast Du aber nen ziemlich großen Schlüter-Zusetzkäfig gebaut :wink: .
    Aber was ist daran so neu?
    Königin mit nur verdeckelter Brut, das kommt mir bekannt vor.
    Ist glaube ich inden englischsprachigen Ländern verbreitet.
    Nachteilig ist die aufwändige Vorbereitung:
    Brutwaben bienenleer umhängen, NZ entfernen.
    Was meiner Meinung die Annahme verbessern könnte:
    Zwischensetzen des Honigraumes, weil dann noch weiter weg vom "Brutgeruch".
    Das könnte die Weiselunruhe erhöhen und die Annahme verbessern.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Tim, danke schön. Schau'n wir mal. 100% Sicherheit gibt es nie. Ich versuche wie immer mein Bestes.


    Hallo Lothar, danke schön! Neu ist daran nicht viel, nur für mich ist es neu. Ja das stimmt, es ist sehr aufwändig. Volk entweiseln, Weiselunruhe abwarten, dann eine WAbe ganz entnehmen, und dann eben gerade auslaufende Brut finden. Nach einer Woche ( es können auch 4 Tage werden) dann Kontrolle, ggf.s den Verschluss von hart auf weich stellen.


    Und dann nach weiteren 10 Tagen Kontrolle auf Weiselrichtigkeit, Entnahme des Gitters, und Rückgabe der entnommenen Wabe.
    Über Erfolg und ggfs. Ausfälle berichte ich.


    Einer muss es ja tun! :p Und dann haben alle etwas davon! Ist doch auch etwas, oder? :wink:


    Gruß
    KME

  • Warum kein KS und die Königin dort ausfressen lassen, was sehr sehr sicher ist?


    Hallo,


    ein Nachtrag noch zu dem durchaus berechtigten Einwand, bzw. zu der Frage, warum ich mich gegen den Kunstschwarm entschieden habe.


    Die Königinnen aus Polen sind instrumentell besamt, aber NICHT in Brut gewesen. Es wurde der Erfolg der Besamung nicht überprüft (dies scheint eine "Unart" in Osteuropa zu sein; ich würde solche Königinnen nicht einmal verschenken!), und bei diesen Königinnen wird dringend empfohlen, dass sie im Brutnest überhaupt erst einmal in Brut gehen. Der Kunstschwarm mit Ausfressen dieser Königinnen erschien mir dann als zu unsicher.


    Desweiteren: was bei nicht in Eilage befindlichen Königinnen funktionieren "soll", "muss" erst recht bei Königinnen in Eilage funktionieren. Warten wir's ab, ich bin selber gespannt und hoffe auf ein gutes Ergebnis. Mit möglichst wenig Verlusten. Sollte doch eine Königin verlustig geraten bzw. fehlbesamt sein, verliere ich nicht auch gleich ein ganzes Volk, da ich genug Reserveköniginnen habe.


    Ich denke, dies ist ein gangbarer Weg.
    Gruß
    KME

  • Hallo,


    Die Königinnen aus Polen sind instrumentell besamt, aber NICHT in Brut gewesen. Es wurde der Erfolg der Besamung nicht überprüft (dies scheint eine "Unart" in Osteuropa zu sein; ich würde solche Königinnen nicht einmal verschenken!), und bei diesen Königinnen wird dringend empfohlen, dass sie im Brutnest überhaupt erst einmal in Brut gehen. Der Kunstschwarm mit Ausfressen dieser Königinnen erschien mir dann als zu unsicher.


    Gruß
    KME


    Hallo KME. Besamte KÖ's die noch nicht in Eilage sind, brauchen dringend ein Absperrgitter vor dem Flugloch, sonst könnte es zu weiteren unerwünschten Ausflügen kommen !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Kai - Michael,
    mit wachsender Begeisterung lese ich deine Beiträge, fühle mich wie in früheren Jahren als ich mich intensiv mit der Carnicazucht befasst habe.
    Du hast aus meiner Sicht den gleichen Enthusiasmus wie ich ihn einmal gehabt habe, :daumen:
    Es freut mich das zu Sehen und zu lesen, bleib bei der Stange, ich weiß es ist mit sehr viel Arbeit und Durchhaltevermögen verbunden.
    Was mir dabei ein bisschen missfällt, bei deinen Importen, wo bleiben die Eigenschaften bei der Rasse , BZW die Bodenständigkeit ? bei den Bienen, wir haben doch auch in den einzelnen Ländern unterschiedliche Klimatische - Entwicklung und Trachtbedingungen, auf die sich die Importe erst anpassen müssen.
    Als alter Hase dürfte das Zusetzen für Dich kein Problem sein.


    Gruß Jürgen
    Oder geht es hier nur um die Rasse ? BZW. der Weiterentwicklung. ?

  • Interessanter Beitrag.
    Nur leider: Wie finde ich den nächstes Jahr wieder, unter dem nichtssagenden Threadtitel "Jetzt geht`s rund"...?
    Bitte gewöhnt euch doch dran, Titel mit Wiederfindequalität zu benutzen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Kai - Michael,
    mit wachsender Begeisterung lese ich deine Beiträge, ...
    Was mir dabei ein bisschen missfällt, bei deinen Importen, wo bleiben die Eigenschaften bei der Rasse , BZW die Bodenständigkeit ?...
    Als alter Hase dürfte das Zusetzen für Dich kein Problem sein.


    Gruß Jürgen
    Oder geht es hier nur um die Rasse ? BZW. der Weiterentwicklung. ?


    Hallo Jürgie,


    danke schön. Ja der Enthusiasmus ist nach wie vor ungebrochen. Du hast es richtig bemerkt: da kommen Glückshormone auf, wenn es alles so klappt, wie man es sich vorstellt. Das hat aber auch nichts mit dem Alter zu tun! :cool:


    Danke auch für den kritischen Hinweis bzgl. Import, Eigenschaften, Bodenständigkeit, den ich gerne aufnehmen will. JA, mein persönliches Ziel an vorderster Front ist der Erhalt der alten "Rasse" dort wo es sie noch gibt. Mein zweites eigenes Ziel: die Mellifera unter allen ihren Aspekten zu erkunden, Wissen zu erlangen und weiterzugeben. Und zwar so wahrheitsgemäß wie irgend möglich!


    Andere Ziele habe ich nicht.


    Das mit Bodenständigkeit und Anpassung ist immer so eine SAche. Ich hatte mal Braunelle Bienen, stammend aus den Alpen (Tirol). Ich wohne in Kiel an de Waterkant. DAs sind nun zwei völlig verschiedene Klimata. Und dennoch: obwohl die Braunelle keine M-Biene mehr ist, so war ich doch von ihren Eigenschaften hochauf begeistert: volksstark, honigstark, entwicklungsfreudig, schwarmträge und sanft.


    Sie gehörte stets zu den Besten Bienen in puncto Leistung auf meinem Stand. Obwohl nicht "angepasst".


    Dieses Beispiel bestärkt mich, dass es eine naturgegebenen Anpassung von europäischen Bienen an bestimmte Kleinklimata nicht gibt.


    Ein weiteres Merkmalskriterium ist die SAnftmut. Für mich sehr wichtig. Hier gibt es drastische Unterschiede. Dunkle Bienen aus Skandinavien sind allesamt sehr sanft. Ich habe noch keine stechlustigen Bienen von dort erlebt. SAnft wie die Lämmer. Dagegen sind Bienen aus Polen teils sehr stechwütig. Man braucht keinen Haushund mehr zur Bewachung des Grundstückes. Dies hängt m. E. mit einer fortgeschrittenen Hybridisierung zusammen, denn meine eigenen F1, F2 und F3 sind allesamt auch sehr sanft.


    Naja, Stichwort "ein alter HAse wird mit dem Zusetzen keine Probleme haben": warten wir's mal ab. Fehler können immer passieren, und bei den Bienen ist nie etwas hundertprozentig. Reserveköniginnen Schweden Sikas F1 (recht gut begattet) habe ich zur Not. Trotzdem täte es mir um jede verlustig geratene Königin leid, ganz zu schweigen von den Kosten (80 € pro Königin). Aber: ein Risiko besteht immer. Ich will mein Bestes geben, um diese Risiken zu minimieren.


    Entschuldigung für den Titel des Themas, ich war zu euphorisch. :p
    Gruß
    KME

  • Hallo Kai - Michael,
    Danke für die ausführliche Darlegung , um das Ganze so zu verstehen muß man sich schon einmal etwas tiefer mit der Problematik der Erhaltung , so wie der Zucht befasst haben.
    :daumen: Nur weiter so, Du bist nach meiner Meinung , für Dich, auf dem richtigen Weg. Und so soll es ja wohl auch sein, gemeinsam mit ein paar Mitstreiter an der Seite. :Biene:


    Gruß Jürgen

  • Hallo Hesse, wieso bringst du denn nicht erst einmal deine Bienen da hin zurück, wo sie eigentlich herkommen .
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)