Wildbienen -> Xylocopa violacea/valga ?

  • Diese vermutlich 'Große oder Blaue Holzbiene' hatte heute leider einen sehr schlechten Tag und hat sich als Kadaver auf dem Anflugbrett eines meiner Balkonableger wiedergefunden.
    Komisch, das der Kadaver in keinem Lichteinfallswinkel blau geschimmert hat. Pelzige, graue Bänder zwischen den Hinterleibssegmenten waren schemenhaft zu erkennen.
    Die Mundwerkzeuge und das letzte Segment, bzw. der Stachelapparat fehlen. Etwaigen Milbenbefall konnte ich nicht feststellen.



    Flügelindex-Posing inkl.


    Vor Gericht, auf hoher See und als Imker bist du in Gottes Hand.


  • Diese vermutlich 'Große oder Blaue Holzbiene' hatte heute leider einen sehr schlechten Tag ........


    leider fehlt ein Maßstab zur Größe. Die Blaue Holzbiene ist sehr wärmeliebend und größer als eine stattliche Erdhummel-Königin. Ich kenne sie aus Mallorca und Griechenland.


    Soll aber auch am Kaisestuhl (Wärme!) zu finden sein. Das Havelland stufe ich als kühler ein, aber bei diesem Sommer ....

  • Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen.
    Das es keine Holzbiene - welche auch immer - sein kann sieht man daran, dass die typischen tiefblauen Flügel fehlen, auch wenn die Verbreitung der Blauen Holzbiene in Deutschland wesentlich größer ist als nur am Kaiserstuhl - mir persönlich sind Exemplare aus Oberhausen bekannt was vor ca. 15 Jahren eine Sensation war , sie bleibt hier bei uns jedoch sehr selten.


    Von daher Hut ab vor meinem Vorredner, für Nichtspezialisten ist die Wildbienenbestimmung schwierig.


    Die Auswahl an großen schwarzen Arten ist recht klein


    So bleibt also nicht viel an möglichen Arten über und die Bestimmung ist nicht allzu schwer für einen Hymenopterologen. Es handelt sich um ein Männchen von Panurgus banksianus. Die blaue Holzbiene ist etwa doppelt so groß wie diese Art.

  • Klasse, danke huhn [falsches Forum? :)] !


    Zottelbiene klingt ganz gut, auch wenn sie mir sehr hummelähnlich erschien. Ich habe das Exemplar noch und werd es morgen nochmal dazu begutachten.


    Liebe Grüße, Peter

    Vor Gericht, auf hoher See und als Imker bist du in Gottes Hand.

  • Hallo
    Habe mich auch noch mal mit dem Bienenchen beschäftigt, da es bei uns gerade regnet. Für die eindeutige Indentifizierung fehlen wirklich die blauen Flügel, aber ob die auch bei toten Bienen blau bleiben, ist die Frage. Die Violaceae und die Valga werden auch bis zu 28 mm lang, was auch Zweifel aufwirft.
    Von der Größe her könnte es die Xylocopa iris sein, die wird bis 16 mm groß.
    Dann gibt es noch eine Biene Megachile parietina, die aber eine Bauchbürste haben müsste.


    Anhand der hellen Flügel, würde ich vermuten das es eine schwarzsüchtige Biene ist, die irgenwie mutiert ist. Ich habe bei meinen Bienenstöcken auch bereits völlig schwarze Bienen entdeckt, die in den Stöcken keine Freunde finden und oft abgestochen bzw. vertrieben werden.


    Das eine Holzbiene in den Bienenstock fliegt, wäre auch ungewöhnlich, trotzdem finde ich die Bilder von Peter sehr gut.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Es ist Panurgus banksianus. Für einen Hymenopterologen ist dies auf den ersten Blick erkennbar, gerade da es eine Allerweltsart ist die einem zur Zeit täglich über den Weg fliegt und sehr häufig ist, da stirbt auch schon mal ein Drohn nach der Paarung wo ihn gerade die Kräfte verlassen.


    Man kann dies überprüfen indem man sich das Foto kopiert und vergrößert. Die Beinbehaarung der Ferse sowie die Gesichtsbehaarung ist typisch, Honigbienen haben keinen Sporn an der Schiene und ein völlig anderes Flügelgeäder bei dem die Radialzelle die Cubitalzellen um mindestens die Hälfte überragen würde. Es kann also keine schwarzsüchtige Biene sein.


    Bei Holzbienen- die auch ein völlig anderes Flügelgeäder sowie viele andere von dieser Art verschiedene Merkmale haben bleibt die Farbe auch nach dem Tod erhalten und die ist halt violett.


    Da das Tier auf dem Bild ein Männchen ist, hätte es auch keine Bauchbürste wenn es die genannte Megachile parietina wäre, da bei Wildbienen die Männchen ebenso " faul " sind wie bei den Honigbienen und keinen Pollen eintragen ( deswegen fehlt diesem Tier auch die für Panurgusweibchen typische Beinbehaarung ) aber auch hier liegt ein völlig anderer Körperbau zugrunde, vielleicht im Feld beim schnell fliegenden Tiier zu verwechseln, nicht jedoch auf einem Bild mit Flügelgeäder und Nahaufnahme der Beine. Alle hier sichtbaren Merkmale lassen keine Zweifel an der Artansprache.

  • Ein wenig eingestaubt der Kadaver aber immer noch guter Dinge, diesmal im Maßstab.
    Körperhaltung => l=14mm



    Die Art ist mir hier noch nicht begegnet, der Name Zottelbiene ist toll. Werde mich weiter schlau lesen über die. :)

    Vor Gericht, auf hoher See und als Imker bist du in Gottes Hand.