Nach der Behandlung

  • Hallo zusammen! Ich bin etwas :confused: denn gestern habe ich mal geschaut was meine Behandlung mit AS gebracht hat (3 Ableger auf 1 Zarge Zander). Ich ziehe die Schublade raus und such und such und such. Nix.. Nächsten Ableger such und such AHH 2 Milben gefunden beim dritten nur eine Gefunden. Ist das NORMAL oder hab ich was Falsch gemacht??????. Habe Dispenser genommen 50ml AS und habe nun nach 7 Tage nachgeschaut. Und denen nun auch das Futter gegeben. LG Mario

  • ...und welche Unterlage verwendest Du? Eine, die für Ameisen und Ohrenkneifer leicht zu erreichen ist? Es könnte sein, dass die Milben einfach nur geerntet wurden. Manche Ölen die Unterlagen mit Speiseöl ein, da bleibt mehr hängen und die Räuber wollen nicht so recht.

  • Hi Paperboy,


    direkt fallen nur die Milben, die auf den Bienen sitzen. Bekanntlich sitzen die meisten Milben in der (verdeckelten) Brut. Diese kommt jedoch erst zum Vorschein, wenn die Brut schlüpft. Somit hält der Milbenfall noch rund zwei Wochen an - wird somit erst richtig viel, wenn die erseten Bienen nach der Behandlung schlüpfen. Und diese natürlich nicht von den Ameisen weiterverwertet werden.


    Gruß
    Frank

  • Hallo !


    Hallo zusammen! Ich bin etwas :confused: denn gestern habe ich mal geschaut was meine Behandlung mit AS gebracht hat (3 Ableger auf 1 Zarge Zander). Ich ziehe die Schublade raus und such und such und such. Nix.. Nächsten Ableger such und such AHH 2 Milben gefunden beim dritten nur eine Gefunden. Ist das NORMAL oder hab ich was Falsch gemacht??????. Habe Dispenser genommen 50ml AS und habe nun nach 7 Tage nachgeschaut. Und denen nun auch das Futter gegeben. LG Mario


    War denn eine Ameisensäurebehandlung überhaupt notwendig ?


    Oder hast Du einfach mal so Grundlos, der Entwicklung eines Ablegers geschadet ?


    Wer hat Dir gesagt Du sollt so, wie oben beschrieben, mit dem Liebig Dispenser behandeln ?
    nichteinmal Hohenheim empfiehlt das, (die 50ml sollten in zwei Tagen durch sein)


    Die Schublade in den meisten Beuten ist nicht Dicht, und sowieso nur ein Schätzeisen.


    Wir haben noch nie so früh im Jahr Ableger mit Säure behandelt,
    oft ist bei Ablegern garkeine Sommerbehandlung notwendig !
    (Merke: die Säure schadet auch den Bienen, nur etwas weniger als den Milben).


    Mach eine Bienenprobe dann weißt Du sofort Bescheid und muß nicht
    auf der Schublade & hier im Forum nach Gründen suchen.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ja, vor der Behandlung immer den Befall bestimmen. Nur so lässt sich nachher die Wirksamkeit oder die Unwirksamkeit einer Behandlung nachvollziehen.


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo Simon,
    Hallo All,


    Ja, vor der Behandlung immer den Befall bestimmen. Nur so lässt sich nachher die Wirksamkeit oder die Unwirksamkeit einer Behandlung nachvollziehen.


    Vorallem läst sich bestimmen ob eine Säurebehandlung überhaupt notwendig ist,
    eine "Hauptsache Säurebehandlung"-Mentalität bringt uns Imkern nichts
    und den Bienen nur Nachteile !


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

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  • Hallo zusammen!


    Es geben aber auch genug Imker die IMMER Behandeln und fahren seit 30 Jahren damit ganz gut. Und manchmal weis man wirklich nicht was man machen soll.


    ABER
    Eines muss ich sagen mir sind wirklich einige Ameisen auf der Schublade aufgefallen. Wenn diese nun sich die Biester geholt haben dann ist es ja auch ok so. Denke ich mal


    Aber danke für die Antworten werde es im 2. Jahr besser machen


    LG Mario

  • Hallo zusammen!


    Ich war letzten Freitag auf einem Varoaseminar vom Landwirtschaftsinstitut in Münster. Dort hat man uns gesagt: "Eine Varoakontrolle (mit der Windel) im Sommer sagt überhaupt nichts über den aktuellen Befall aus, da man nicht weiß, wie viel Brut die Bienen aktuell haben. Nur im März und im Herbst ist sie aussagekräftiger".


    Nach deren Aussage kann man nur mit der Puderzuckermethode wirkliche Rückschlüsse über den Befall der Bienen ziehen - wobei mir diese Methode zu aufwändig. Die Empfehlen übrigens weder Liebig noch Nassenheimer sondern nur die Schwammmethode (mit 60% - da nachweißlich 85% keine besseren Ergebnisse liefert). Bei Wirtschaftsvölkern direkt mit dem Abschleudern angefangen 3 Schwammgaben im Abstand von je drei Tagen (ruhig auch zusammen mit dem Einfüttern). Das gleiche dann im August und im September - so hat man (wie bei Liebig auch) die gleiche Menge an Amseisensäure ins Volk gebracht, nur mehr verteilt und die Reinvasion wurde besser bekämpft. Bezogen auf meinen ehem. Schwarm meinten die, dass ich erst Ende August behandeln müsste, da ein Schwarm bekanntlich weniger befallen ist.


    Gruß
    Frank

  • "Eine Varoakontrolle (mit der Windel) im Sommer sagt überhaupt nichts über den aktuellen Befall aus, da man nicht weiß, wie viel Brut die Bienen aktuell haben. Nur im März und im Herbst ist sie aussagekräftiger"

    Nun, wenn man nicht reinsieht, weiß man natürlich nicht, wieviel Brut vorhanden ist ... :roll:


    Seit Jahrzehnten kommen Imker mit der Beobachtung des nat. Milbenfalles und grobschlächtigen Methoden, wie dem Schwammtuch über die Runden. Bei diesen Verfahren arbeitet nicht der Imker, sondern das Schwammtuch dampft und die Windel sammelt. Nun kommen die Institute mit ihren Doktoranden und 1/4-Stellen und Praktikanten und Studenten und nehmen sich die Zeit, uringläserweise Bienen einzupudern oder gar zu ersäufen und rechnen dann den genauen Befallsprozentsatz aus, der bei durchschnittlicher Entwicklung zu einem bestimmten Prozentsatz unbehandelt überlebt werden kann oder könnte. Das mag ja alles ganz interessant sein, nur werden immer ganz entscheidende Faktoren unbeeinflußbar bleiben. Das Wetter zum Beispiel und die spätherbstliche Trachtsituation. Zudem erforderte die exakt diagnoseabhängige Behandlung nicht eine Untersuchung pro Volk, sondern mehrere, bis die Behandlungsschwelle erreicht wird - eine von mir jedenfalls nicht zu leistenden Aufgabe. Ich habe nicht die Zeit aus den Brutnestern von X Trachtvölkern, Ablegern und eingefangenen Schwärmen wiederholt Proben zu nehmen um die dann irgendwann ganz individuell zu behandeln. Ich brauche einen Daumenwert - ein brauchbares "Ungefähr" - nenn'n Nennwert - ein Handgewicht und Augenmaß. Denn wenn ich reagiere, dann auch nur grob mit Handgranate, die sich als Schwammtuch tarnt und dann sowieso der ganze Stand.


    Um festzustellen, ob ein ernsthafter oder behandlungspflichtiger Befall vorliegt, reicht die Information von der Windel aus. Mir jedenfalls. Sie muß auch, denn ich kann nichts anderes praktizieren.


    Es ist ein Wirtschaftsfaktor, wieviele Völker nach erfolgreicher und rechtzeitiger Entmilbung überleben. Daß es ebenso ein Wirtschaftsfaktor ist, wieviel Aufwand betrieben wird, noch ein weiteres Prozent an Überleben zu generieren, wird bei Instituten gern ausgeblendet. Die Methoden werden als einfach und genau dargestellt. Es wird aber nicht erläutert, wie ein Imker der alleine 300 "Böden" bewirtschaftet diese Methoden konkret umsetzen kann. Oder einer mit 40 Völkern im Nebenjob. Führt Euch mal vor Augen, was es bedeutet, exakte Diagnosen in den Betriebsablauf zu integrieren. Schon alleine die Beschrifterei und das Fehlen von Ergebnissen vor-Ort. Da fährt jemand an einen 40 km entfernten Stand, nimmt von 26 in der Gegend stehenden Völkern 26 Urinbecher voller Bienen und dann ...


    Die Windel ist ob ihrer Einfachheit, ihrer Nebenerkenntnisse und auch ihrer physikalischen Beeinflussung von Beutenklima und damit Behandlung sinnvoll und unverzichtbar. An und mit ihr kann man erkennen, ob zu handeln ist und ob die Handlung erfolgreich war. Mehr muß nicht. Nicht für mich.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Nach deren Aussage kann man nur mit der Puderzuckermethode wirkliche Rückschlüsse über den Befall der Bienen ziehen - wobei mir diese Methode zu aufwändig.


    ???
    Die Puderzucker-Methode hat nichts mit der Methode zu tun, bei welcher ein Becher voller Bienen von der Wabe geholt wird und diese mit PZ bestäubt wird und dann die runtergefallen Milben gezählt werden. Diese Methode ist nicht die Puderzucker-Methode, da liegt eine Verwechselung vor.


    -----------------------------
    Die Puderzucker-Methode (PZM) geht folgendermaßen:
    Deckel runter, etwas Rauch, mittel feinem Mehlsieb Puderzucker 200g (oder .bienenhilfe 50g ) in die Gassen und auf die Träger stäuben, aufliegendes Material von den Oberträgern mit dem Besen in die Gassen fegen, fertig. Milben auf Brettchen nach 10-15 Minuten zählen. Was ist daran zu aufwendig?
    Die ganze Behandlung dauert keine 30 Sekunden.


    Ein Befall bzw. der Abfall von Milben hat wesentlich was damit zu tun, was gerade an Brut oder geschlüpfter Brut vorhanden ist.
    Viel geschlossene Brut, bedeutet in dem meisten Fällen auch wenig Milben.


    Jonas


    Nachtrag:
    Henry@, ich stimme mit Dir überein, dass das Einschubbrettchen und der Abfall der Milben eines der wesentlichen Beobachtungsmerkmale ist.
    Dort kann man einen guten 'Daumenwert' rauslesen.

  • Hallo !


    Ich war letzten Freitag auf einem Varoaseminar vom Landwirtschaftsinstitut in Münster. Dort hat man uns gesagt: "Eine Varoakontrolle (mit der Windel) im Sommer sagt überhaupt nichts über den aktuellen Befall aus, da man nicht weiß, wie viel Brut die Bienen aktuell haben. Nur im März und im Herbst ist sie aussagekräftiger".


    Nach deren Aussage kann man nur mit der Puderzuckermethode wirkliche Rückschlüsse über den Befall der Bienen ziehen - wobei mir diese Methode zu aufwändig.



    Die Befallsmessung mittels Puderzucker-Methode ist nicht sonderlich aufwändig,
    nicht nur wenn man die sonstige Geigelei rund um die Bienen mal so betrachtet,
    sondern auch im Bezug auf:
    Kennen der genauen Befallszahlen und davon abhänigig oft
    die Zeit und den Materialeinsatz für oder alle sommerlichen Säurebehandlung sparen !!


    Wir ermitteln immer an vier Völker in der Rotation.
    Wabe raus, abschüttel, (ohne Urinbecher gleich ins Schüttelgefäß auf der Waage).
    Puderzucker drauf, arbeiten lassen.
    zum nächsten Volk,
    nach vier Völkern (man benötigt eben 4 Schüttelbecher) vorne wieder anfangen
    und Becher auf Sieb ausschütteln. Im Sieb die Milben zählen.
    Klappt bei ein wenig Routine in 15Min.
    nicht einmal 5 Minuten pro Volk ist mir jedes meiner Völker wert !




    ???
    Die Puderzucker-Methode hat nichts mit der Methode zu tun, bei welcher ein Becher voller Bienen von der Wabe geholt wird und diese mit PZ bestäubt wird und dann die runtergefallen Milben gezählt werden. Diese Methode ist nicht die Puderzucker-Methode, da liegt eine Verwechselung vor.


    @ Jonas,


    hier muß man bei der "Puderzuckermethode" unterscheiden zwischen:
    der Varroa-Befallsmessung (hier Nachzulesen)
    und
    der Varroa-Behandlung (von Dir beschrieben).


    Nicht verwechseln !


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • ... nicht einmal 5 Minuten pro Volk ...


    Am 15. Juni für den Überblick = 5 Minuten,
    Am 15. Juli nach der Linde = 10 Minuten,
    Am 1. August, ob noch weiter gewartet werden kann = 15 Minuten,
    Am 15. August, Nun aber behandeln? = 20 Minuten,
    Am 1. September, Hat die Behandlung gewirkt? = 25 Minuten,
    Am 1. Oktober, Reinvasion? = 30 Minuten,
    Am 1. Januar ...


    Rechen Dir das nicht sinnlos schön! Eine Diagnose hilft nicht. Sie wäre eine sinnlose Momentaufnahme, die nichteinmal eine Tendenz erkennen läßt. Es sind folglich immer viele Untersuchungen nötig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry, Hallo Jonas,


    warum ich über die Windel nicht korrekt den Befall im Juli abprüfen kann war mir im Seminar nicht ganz einleuchten. Hab leider vergessen nachzufragen. Was auch im Juli anders ist als im März erschließt sich mir auch nicht. Aber egal. Ich werde die Windelmethode anwenden.


    Mit der Puderzuckermethode ist die Methode mit dem Messbecher gemeint. Wir haben diese an drei Völkern durchgeführt (übrigens waren dies Mustervölker an denen eine Globolibehandlung versucht wurde - der Imkermeister war jedoch ebenralls skeptisch ob das klappt.). Milbenabfall übrigens 0. Könnte auch daran gelegen haben, dass wir den Puderzucker vorher nicht gesiebt hatten und wir zig Puderzuckerbälle hatten...


    Henry : Wie sind nach deiner Erfahrung die Schäden / die Befallsraten durch die Reinvasion? Wenn das echt so ein großes Problem ist wie in Münster gesagt wurde, macht eine einmalige Behandlung a la Liebig und Co wenig Sinn. Ich hätte dann ja ne Woche später wieder Milben vom Nachbarn dabei, die sich dann munter vermehren...


    Schönen Gruß
    Frank

  • ... Reinvasion? ... ein großes Problem ...

    Völker, die zusammenbrechen, schicken ihre Milben mit den Bienen und Räubern auf die Reise. Das tun sie im Herbst bis in den Winter. An den Kindern diese Milben brechen die Völker dann im nächsten Kalenderjahr zusammen, weil es keine gern genommenen Behandlungsmittel gibt, mit denen man vorm ersten Bienenflug die Milbenlast noch reduzieren könnte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder