Vorsicht: Alu Streckmetall schneidet Bienen Beine ab (Erfahrungsbericht)

  • Liebe Imker,


    Seit einem Jahr suche ich nach einem brauchbaren Material für Varroagitter für meine selbst gebauten Böden. Habe schon einiges ausprobiert und war mit nichts so richtig zufrieden. Dann bin ich bei einem großen Imkerzubehör Versandhändler auf ein Material gestoßen das sich in der Fachwelt Streckmetall nennt. Ich war prompt davon begeistert. Das Material ist aus Alu, sehr stabil, läßt sich gut zuschneiden und ich dachte die Bienen können auch darauf gut laufen.
    Nun bin ich gestern durch Zufall im Forum auf Beiträge gestoßen in den beiläufig berichtet wird, dass sich die Bienen darauf die Beine abschneiden. Um dies zu prüfen habe ich gestern abends den Bodenschieber eingesetzt und bereits heute morgen eine menge Beine darauf gefunden. Natürlich habe ich den Boden sofort ausgetauscht gegen eins mit einem Kunststoffgitter.


    Zuerst dachte ich, dass die Bienen sich nur an den zugeschnittenen, ungeschützten Stellen verletzen können. Die Beine waren jedoch gleichmäßig über den ganzen Boden verteilt, was bedeutet, dass die Bienen sich auf der gesamten Fläche schneiden. Für mich unverständlich, dass die Fachgeschäfte dieses Material anbieten und es sogar als Varroa- bzw. Bodengitter anpreisen.



    Bild des Bodens:


    https://plus.google.com/photos…lbums/5906315829023393841

  • Natürlich habe ich den Boden sofort ausgetauscht gegen eins mit einem Kunststoffgitter.

    Das wäre ja nun mal eine sinnvolle Gegenprobe!
    Kannst Du erklären, warum auch unter Beuten mit Plastebodengittern Bienenbeine liegen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Liebe Imker,
    Natürlich habe ich den Boden sofort ausgetauscht gegen eins mit einem Kunststoffgitter.


     
    Hallo donaldo. Viel Spaß wünsch ich dir, wenn die Mäuse das Kunststoffgitter durchgebissen haben !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Im Baumaterialhandel, nicht unbedingt im Baumarktdiscounter, bekommt man Siebgitter mit 0.5 bis 1mm Maschenweite.
    Ist zwar teurer - dafuer ist der Draht aber rund.

  • donaldo :
    Das Problem ist nicht das Material, sondern die Form der Löcher bzw. die Art der Maschen oder die Ausführung der einzelnen Metalldrähte (scharfkantig). Die einen Gittertypen neigen dazu, dass sich die Beinchen beim darüberhuschen in die Ecken reinziehen können, dort festklemmen und die Biene sich dann trotzdem losreißst und so das Bein verliert und die anderen sind da eben weniger "aggressiv", so dass sich keine Beine einklemmen, sondern noch rausrutschen können.


    Wobei es da sehr vorsichtige und sehr unbekümmerte Imker gibt. Die einen sagen, man sollte darauf achten, die anderen sagen, sie hätten davon noch nie was bemerkt und wenn, seien es ja nur "ein paar Bienenbeine". Mich würde das auch massiv stören, wenn sich die Tierchen ihre Beine gehäuft ausreißen würden.
    Also wenn du mal ein Gitter gefunden hast, wo keine Bienenbeine darunter liegen, dann bleib dabei.


    Lochblechböden sind hier wohl gut, aber sie haben den Nachteil, dass zuviel Zeug darauf liegen bleibt, da das Flächenverhältnis Metall:Loch sehr viel stärker beim Metall liegt als bei einem Drahtgitterboden. Ich habe letzteres und bei mir sind keine Bienenbeine auf den Windeln.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Henry,


    Ich denke schon, dass ich (mir bzw. Dir) das erklären kann. Das liegt scheinbar an der Form der Löcher im Gitter (wie hornet bereits bemerkt hat). Habe unterschiedliche Kunststoffgitter im Einsatz. Heute habe ich festgestellt, dass auf den Gittern mit Löchern in Form einer Raute (die selbe Form wie das Alu Streckmetall), einzelne Beine zu finden sind. Geflochtene Kunststoffgitter (nach dem Muster eines Edelstahlgitters) scheinen hier unkritisch zu sein.

  • Hallo,


    ich verwende Edelstahl-Drahtgewebe mit 2,7 mm Maschen. Siehe bei Holtermann:


    http://www.holtermann-shop.de/advanced_search_result.php?XTCsid=358e4e7d360657dbef971faaf3be072a&keywords=Drahtgewebe&x=0&y=0


    Na ja, es ist nicht ganz billig, jedoch finde ich es gut.


    Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Leute


    Bei allem Eifer für das beste Gitter, es ist noch nicht geklärt welches die Ursache der abgetrennten Beinchen ist.



    Henry schrieb:

    Kannst Du erklären, warum auch unter Beuten mit Plastebodengittern Bienenbeine liegen?

  • Ihr haut hier raus, das in allen aktuellen Segeberger Beuten verwendete Streckalu kürze Bienen. Die Aufstiege der Futterzargen sind daraus und die Bodengitter. Es gibt auch Schwarmkisten mit dem Material als Lüftung. Es handelt sich bei der Aussage um einen Schluß, der aus Bienenbeinen unter dem Bodengitter resultiert. Dieser Schluß ist weder verifiziert noch irgendwie gegengeprüft. Es lagen genau einmal Bienenbeine unter einem solchen Gitter. Es ist nicht begründet, warum.


    Ich versichere, daß ich auch unter anderen Gittern und auf Böden gänzlich gitterfreier Beuten Bienenbeine sah. Sogar im Gemüll meines Korbes fielen sie mir auf.


    An alle Forscher: Warum halten sich auch tote Bienen noch fest? Schleppen Abtransportbienen die Leichen an den Beinen? Könnte es sein, daß Bienenleichen beim Entsorgen über das Bodengitter gezogen werden? Sind tote Beine toter Bienen ebenso entsetzlich wie Autoamputationen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Tja Olivier,


    Dann kläre mich bitte auf, was ist die Ursache dafür ?


    Hallo Donald
    Ich kann das nicht weil ich es schlicht nicht weiss. Was ich aber weiss, dass nicht das Gitter den Bienen etwas abschneidet wie es der Thread-Titel behauptet, sondern dass, wenn es denn tatsächlich am Gitter geschehen würde, sich die Bienen selber ihre Beine abschneiden/ausreissen würden.
    Die Wirkung der scharfen Kanten eines Alugitters sind in Relation zu der Grösse eines Bienenbeines in etwa so wie wenn ich mich über eine hölzerne Dachlatte hinweg bewegen täte.
    Leg mal ein paar scharfe Messer oder andere Schneidkanten, Stahlwolleknäuel oder andere bienenfiese Dinge vors Flugloch und schau wie die Bienen sich flugs darüber hinwegsetzen. Und wenn sich dann mal eine in meinen Haaren verhakt, dann bleibt schlechtestenfalls ihr Stachel zurück, aber nie habe ich ein augerissenes Bienenbein auf meinem Haupt gefunden.
    Gruss Olivier