Kunde wünscht flüssigen Honig, Abfüllen ohne Rühren?

  • Falls es zu diesem Thema bereits einschlägige threads gibt, dann bitte einen Hinweis, WO?


    Dieses Jahr habe ich so viel Honig, dass wir ihn nicht mehr alleine aufessen können. Daher darf ich mich nun mit der verbraucher- und gesetztesgerechten Abfüllerei und anschließender Vermarktung beschäftigen. [/Jammern auf hohem Niveau aus]


    Den Frühtrachthonig mit viel Raps habe ich korrekt abgefüllt und keinerlei Skrupel, ihn an Kunden weiterzugeben. Jetzt wünschen aber viele, FLÜSSIGEN Honig von mir zu erwerben. Davon habe ich mehrere Eimer im Keller stehen, die auf beginnende Kristallisation und Rühren warten. Das kann ja nun beliebig lange dauern. Ich möchte nicht impfen.


    Wenn ich nun wüßte, dass die Flüssig-Honig-Fraktion a) zu Erläuterungszwecken vor mir steht und b) meine Erzeugnisse direkt ißt, dann würde ich ja einige Gläser ungerührt abfüllen. Weiß ich aber nicht immer. Wenn dagegen jemand meinen jetzt flüssigen Honig erst Weihnachten verschenkt, dann sieht der evtl. fürchterlich und / oder bretthart im Glas aus.


    Wie macht man das also professionell?

  • Ein gutes Honigbuch könnte dir die Unmöglichkeit des Wunsches deiner Kunden erklären. Ob eine Honig lange flüssig bleibt hängt vom Anteil der Fruktose (Fruchtzucker) ab. Dieser ist bei Waldhonigen, Edelkastanienhonigen und Akazienhonigen relativ hoch. Bei Rapshonig ist der Glucoseanteil (Traubenzucker) höher, deshalb kandiert dieser schnell. Auf Honigen steht oft aus EU- und Nichteuländern. Hier werden Honige zum Zwecke des Flüssigbleibens gemischt. Ungarn exportiert viel Akazienhonig und in keinem Laden steht er. Er wird in diesem Fall wohl als EU-Honig benötigt. Du könntest deinen Honig auch überhitzen, doch dann wäre er flüssig aber kein Honig im lebensmittelrechtlichen Sinne mehr.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Wenn ich nun wüßte, dass die Flüssig-Honig-Fraktion a) zu Erläuterungszwecken vor mir steht und b) meine Erzeugnisse direkt ißt, dann würde ich ja einige Gläser ungerührt abfüllen. Weiß ich aber nicht immer. Wenn dagegen jemand meinen jetzt flüssigen Honig erst Weihnachten verschenkt, dann sieht der evtl. fürchterlich und / oder bretthart im Glas aus.


    Wie macht man das also professionell?


    epsilontik. Abfüllen, verkaufen und Käufer darauf hinweisen das jeder gute Honig irgendwann Fest wird. Und erzählen das er den Honig im Wasserbad bei Erwärmung bis 40° wieder flüssig machen kann.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ganz einfach: Du schaust, immer ein paar Gläser aufgetaut auf Lager zu haben und jeder Kunde der flüssig kauft, wird informiert wie er den Honig fachgerecht wieder auftauen kann.


    Viele Leute wissen erschreckend wenig über Honig ...

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Die Frage steht nicht grundlos unter Vermarktung...


    Wenn ein Kunde vor mir steht, kann ich selbstverständlich eloquent über die diversen Honigsorten, Zuckeranteile, Aggregatzustände und akzeptable Formen der Wieder-Verflüssigung aufklären. Vielleicht sogar erzielen, dass nämlicher Kunde mal cremigen Honig probieren möchte.


    Was mache ich aber bei denen, die ich gar nicht kenne und von denen ich nicht wissen kann, wann sie den von mir abgefüllten Honig essen werden?


    Variante 1: Ich bringe niemals und unter keinen Umständen flüssigen Honig in Umlauf (Ausnahme: Direktverkauf mit Beratung).


    Variante 2: Ich befestige an jedem Honigglas neben dem Etikett ein Beiblatt, welches o.a. Ausführungen in schriftlicher Form zusammenfaßt. Und hoffe, dass mein nicht bekannter Kunde es liest.


    Ich möchte vermeiden, dass ein Kunde sich getäuscht sieht, oder an der Qualität meines Honigs Zweifel hegt, weil er mal wunschgemäß flüssigen bekommen hat, dieser aber im Laufe der Zeit im Glas kandiert. Dass dies normal ist, muss er nicht notwendigerweise wissen. Steht ja nicht auf dem Etikett. Da steht ein Haltbarkeitsdatum und das liegt in diesem Fall hinter dem Datum der Kristallisation.


    Variante 3: ??? Eure Vorschläge bitte...

  • Die Frage steht nicht grundlos unter Vermarktung...


    Was mache ich aber bei denen, die ich gar nicht kenne und von denen ich nicht wissen kann, wann sie den von mir abgefüllten Honig essen werden?


    .


    epsilontik. Das gleiche wie bei Kunden die Du kennst. Oder meinen Fred 3 nochmal lesen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Variante Nr.3 wäre, flüssigen Honig wirklich nur an Kunden, die Du kennst zu verkaufen. Kurz bevor ich schleudere, sage ich meinen Pappenheimern die so scharf auf flüssigen Honig sind, Bescheid. Die kriegen dann ihre 1 oder 2 Gläser, sind glücklich und freuen sich schon auf das nächste Frühjahr oder den nächsten Herbst. Das ist dann wie das ganze Jahr auf Rhabarber oder Spargel zu warten- schmeckt nochmal so gut, weil es saisonal ist. Bis dahin sind sie mir treu und kaufen auch den cremigen Honig :cool:.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo
    Hmmm
    Ich verkaufe meinen Lindenhonig flüssig, Nach circa 4 Monaten kristallisiert er grob, bleibt aber weich.
    Ich suche eine gute schriftliche Vorlage, die sich eignet, die Kunden im voraus darüber aufzuklären.
    Elk

  • im Lauf der Jahre kannst Du immer besser abschätzen, wie lange in etwaq Dein Honig flüssig bleibt. Vorerst würde ich so verfahren: Einen kleinen Teil des frisch geschleuderten Honigs würde ich sofort abfüllen und an die Liebhaber verkaufen. Mit dem Hinweis, das er umgehend verbraucht werden sollte. Wird er das nicht, kristallisiert er grob, was nur wenige mögen.


    Ich selbst mache mit frischem Honig grad ein Experiment und lege ein Stück Wabenhonig ins Glas. Etwas ganz besonderes, aber wenig nachgefragt. Ist allerdings ein Risiko und muss bald unter die Leute.


    Nach meiner Erfahrung wollen aber die meisten Kunden cremigen Honig haben. Der wird geimpft, gerührt und dann abgefüllt. Eine sicher Sache.

  • Hallo epsilontik,
    du siehst, du musst die Kunden erziehen, was sie wollen. Alles was hier gesagt wurde ist so. Du kannst die Honigwelt nicht ändern. Frisch geschleuderter Honig, das ist es und da macht es mein Vorgänger spitze. die Kunde muss wissen, er ist auserwählt. So wie die 144, welche mit dem Zeichen auf der Stirn auf dem Berg standen.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Mit dem Hinweis, das er umgehend verbraucht werden sollte.

    :daumen:



    Ich selbst mache mit frischem Honig grad ein Experiment und lege ein Stück Wabenhonig ins Glas. Etwas ganz besonderes, aber wenig nachgefragt. Ist allerdings ein Risiko und muss bald unter die Leute.

    Mit Robinie alles kein Problem.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • ...im Lauf der Jahre kannst Du immer besser abschätzen, wie lange in etwa Dein Honig flüssig bleibt.


    Hm, gerade bei der Spättracht finde ich das sehr schwierig- das kann je nach Jahr und Lage um mehrere Wochen schwanken. Ich habe aber die Beobachtung gemacht, daß der Honig im Glas komischerweise oft länger flüssig bleibt als im Eimer/Hobbock.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna