OS träufeln im Sommer

  • Moin moin,


    ich konnte jetzt via Google und IF-SuFu nichts finden, und im Varroa unter Kontrolle Heftchen auch nicht: wir haben zwei Völker, die dieses Wochenende noch keine gedeckelte Brut haben können. Da OS bienenverträglicher sein soll als AS, und wir es der Thymolbehandlung vorziehen würden, wollten wir gerne mit OS träufeln, bevor die erste Brut verdeckelt sein kann.


    --> Gibt es bei OS eine Außentemperatur, die nicht überschritten werden sollte?
    Soweit ich weiß: ne, Hauptsache sicher brutfrei, oder?!


    --> OS wird ja durch gegenseitiges Putzverhalten unter den Bienen verteilt. Reichen die Dämpfe dann auch aus, um offene Brut ebenfalls ausreichend damit zu "kontaminieren", so dass evtl. schon in die Brutzellen einziehende Milben ebenfalls getötet werden?
    Ich hoffe: so weit noch nicht verdeckelt ist, werden die Milben auch in den offenen Zellen "vergast", oder?!




    Dank für eure Infos im voraus,
    MfG
    Ed.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • HAllo,


    nein das wird so leider nichts. OS wirkt als Kontaktgift, und erreicht somit auch die offene Brut nicht; dort wo jetzt der Hauptanteil der Varroen steckt. Einzig bei einem (Kunst-)Schwarm wäre dies so machbar.


    Ich weiß aber nicht, ob OS im Sommer überhaupt zulässig ist?
    Gruß
    KME

  • Würde ich vom Abraten, weil OS am besten wirkt wenn die Bienen eng sitzen was in der Wintertraube der fall ist.


    Für Sommer würde ich Milchsäure-Behandlung also durch besprühen vorschlagen. Hat bei Brutfreien Völkern auch eine hohe Erfolgsquote.

  • Für Sommer würde ich Milchsäure-Behandlung also durch besprühen vorschlagen. Hat bei Brutfreien Völkern auch eine hohe Erfolgsquote.


    Moin, sehe ich ein, aber das sind zwei Völker die wir gerade erst erstellt haben - kann sie daher nicht auseinanderrupfen und ansprühen, glaub das würde den Kös nicht gut bekommen ;-) Und 10 Tage nach dem Erstellen haben sie ja wieder verdeckelte Brut, wenn denn alles gut läuft - dann geht MS auch wieder nicht.


    nein das wird so leider nichts. OS wirkt als Kontaktgift, und erreicht somit auch die offene Brut nicht;


    Hmm, ist ja ein Ding @KME. Dank für deinen Ratschlag! Würdest du also AS für solche Jungvölker nehmen? Wenn, dann aber wahrscheinlich nicht bevor die Kö nicht "sicher angenommen" ist (> 10 Tage nach dem Erstellen), richtig? Oder sollen wir uns doch mal Thymolplättchen besorgen?! Menno, man hat aber auch viele Möglichkeiten *g*

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.



  • Keine Varroa-Behandlungs-Panik !
    Insb. bei kleinen Völkern macht man mit einer unnötigen Behandlung mehr kaputt als ganz.


    Mach doch ersteinmal eine Schadschwellenbestimmung (LINK), ob der Notwendigkeit einer Behandlung.
    Bei diesjährigen Ablegern reicht hier (wenn überhaupt) eine Winter OS Behandlung,
    da gibt es im Spätsommer/Herbst garnichts.
    Lass sie sich entwickeln !


    Es gibt das OS Träufelgesetz eine Biene (Ausnahme: Königin) darf nur einmal eine OS Behandlung mitmachen,
    sonst steigt die Volksverlustrate Sprunghaft.


    Hier mal die Aussagen aus dem Beipackzettel eines zugelassenen Oxalsäuredihydratlösungpräparats:
    Anwendungsgebiete
    Zur Behandlung der Varroose (Varroa destructor) der Honigbiene (Apis mellifera) in der brutfreien Zeit (Spätherbst).
    :
    Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    Oxalsäuredihydrat- Lösung darf nur einmalig während der brutfreien Zeit (Spätherbst) angewendet werden.
    Es dürfen keine höheren Dosierungen oder mehrmalige Anwendungen vorgenommen werden!


    OS im Träufelverfahren verteilt sich am gleichmäßigsten in der Wintertraube,
    derzeit sitzen die Bienen wohl zu viel locker um einen guten Behandlungserfolg zu erzielen.


    Sowohl AS als auch OS setzen auf die Übersäuerung der Varroamilbe,
    dies funktioniert bei AS über die Verdampfung,
    bei OS hingegen über den direkten Kontakt - man spricht auch von einem: Kontaktakarizid.


    OS Verdampfung ist ein ganz anderes Wirkprinzip, und in Deutschland nicht zugelassen.
    Unter anderem fehlt dabei auch die verstärkende Wirkung mittels Saccharaose.



    Meine klare Empfehlung,
    Schadschwelle bestimmen,
    nur bei Überschreitung handeln.
    Wenn wirklich brutfrei dann mit MS im Sprühverfahren.


    Man muß nicht gegen Varroa behandeln wenn es nicht nötig ist !


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Moin, sehe ich ein, aber das sind zwei Völker die wir gerade erst erstellt haben - kann sie daher nicht auseinanderrupfen und ansprühen, glaub das würde den Kös nicht gut bekommen ;-) Und 10 Tage nach dem Erstellen haben sie ja wieder verdeckelte Brut, wenn denn alles gut läuft - dann geht MS auch wieder nicht.


    Also ich habe genau dieses Verfahren bis jetzt bei jedem Jungvolk, also teils auch mit unbegatter Königin durchgeführt ohne Probleme in meinem Bienenzuchtverein habe ich auch noch nichts von Verlusten durch dieses Verfahren gehört.
    Ich führe das halt Standardmäßig als prophylaxe bei allen Jungvölkern und Schwärmen durch, einfach weil ich so definitv Ruhe habe... und sich so eine, aus meiner Sicht, gute Möglichkeit so schnell nicht wieder kommt

  • Ich seh das wie Sebi,


    bei mir wird jeder Ableger, wenn alle Brut ausgelaufen ist, mit Bienenwohl (ist nichts anderes als OS) beträufelt. Das gibt den Ablegern einen Vorsprung in genau solchen Jahren, wie wir sie heuer haben.
    Nämlich dann, wenn ich aus irgend welchen Gründen die Behandlung der Trachtvölker nach hinten verschieben muss und ich nicht sicher bin, wie geschädigt die sind. Der Grund ist heuer die Melizitose, wenn ich die HR abnehme, dann krieg ich das Zeug noch schlechter aus den BR als jetzt schon.:evil:


    Auch ist es nicht wahr, das ein Schaden entsteht, wenn in einer Saison mehrfach geträufelt wird. Eine einzelne Biene soll nicht mehrmals damit in Kontakt kommen und da die Lebenszeit einer Biene etwa einen Monat beträgt, sieht eine Sommerbiene, die OS abgekriegt hat, die Winterbhandlung sicher nicht mehr.
    Anders sieht es mit den Winterbieinen aus, die ab etwa Ende August erbrütet werden, da muss man vorsichtig sein.


    Von Königinenverlussten habe ich deswegen auch noch nie gehört und selbst auch noch nie erlebt. Die Kö dürfte die OS auch nicht selbst aufnehmen, die hat andere Aufgaben.


    Das es ein solches Gesetz gibt, das eine einmalige Anwendung vorschreibt ist ein anderes Thema.:roll:


    Auf jeden Fall würde ich keine Minute warten, wenn ich ein jetzt ein Volk habe, das keinen HR hat und keine Brut.


    Wenn mir jemand erklärt, das es besser ist zu warten bis verdeckelte Brut da ist und dem Vok dann in einer oder 2 Wochen AS zu verpassen, dann braucht er aber sehr gute Argumente.


    Und meines Wissens ist OS geträufelt kein Kontaktgift (anders als verdampft) sondern wirkt durch die Aufnahme der Biene von innen. Wenn man so will, vergiftet es erst die Biene, um es verschärft auszudrücken, welche das aber überlebt (darum einmalige Gabe) und duch das Saugen der Milbe am "vergifteten" Blut, dann diese.


    Wie gesagt ich kann das jetzt nicht belgen sonder glaube, das (mehrfach) gelesen zu haben. Klingt für mich auch einleuchtender als von außen zu wirken.

  • Liebe Freunde,


    ich hab, was die Behandlung der Varroose betrifft, eine Vorstellung: "nichts genaues weis man nicht"- Ich, das heisst viele von hier, imkerten teils noch ohne Varroa. In den Anfangsjahren konnte man noch gute Erträge einfahren ohne jährliche Behandlung. Das geht heute nicht mehr. mir ist vollkommen klar, wir produzieren ein hochwertiges Lebensmittel, aber was unsere Bürokraten und die Finazjongleure mit uns und unseren Bienen machen, spottet jeder Beschreibung.
    Milchsäre. Ameisensäure und Oxalsäure sind organischen Ursprungs. Was ist das für ein Hickhack mit der Zulassung bzgl. Art und Form.
    Meiner Frage dazu: wozu haben wir unsere Institute, zudem eines uns die Milbe schon frühzeitig beschert hat - so meine Information-.


    Die Politik regelt doch heute schon den Verbrauch des Klopapiers, wer mehr als 4 Blatt bei einem Putz verbraucht, muss dies vorher schriftlich beantragen.


    Es entsteht wie immer der Eindruck: entschieden wird alles durch die "Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger".


    In die N8 grüßend, der Bienenpeter

  • Hey Leute,


    vielen Dank für eure informativen und kontroversen Beiträge! Das mit der OS war ein Tipp eines erfahrenen und erfolgreichen Imkers, daher kam ich auf die Idee. Hier fanden sich gute Argumente dagegen (wirkt nicht auch wenn nur offene Brut, Gesetzeslage...) und dafür (Bienen kriegen das eh nur ein Mal im Leben ab, funktioniert, weniger bienenschädlich als AS). Und natürlich die Position "erst mal Schadschwelle bestimmen, obs überhaupt Not tut."


    Man sieht mal wieder: ein paar Imker, und noch mehr verschiedene Meinungen. Und das Schlimmste: alle sind eigentlich plausibel *g*
    Nächstes Jahr werden wir dann evtl. auch mal OS bei KS oder brutfreien Ablegern probieren! Gestern beim Veterinär haben wir jetzt, wie letztes Jahr auch, doch ApiLife Var für unsere Ableger eingepackt. Hat letztes Jahr auch gut für die Jungvölker gewirkt und wurde uns damals vom Imkerpaten speziell für Ableger und Co. empfohlen.



    Trotzdem Danke für die Infos, auch die von uns dieses Jahr nicht umgesetzten Meinungen waren hilfreich und informativ :p_flower01:

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  • Das mit der OS war ein Tipp eines erfahrenen und erfolgreichen Imkers, daher kam ich auf die Idee.


    Ein erfahrener Imker! Er weiß, dass man mit "Druckbeträufeln" Ableger und Völker, die ohne verdeckelte Brut sind, die Milben sehr effektiv bekämpfen kann. Geht natürlich nur außerhalb Deutschlands.


    "Druckbeträufeln" = Besprühen von 3,5%iger Oxalsäurelösung der Bienen mit einem handelsüblichen Wasserzerstäuber.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Gerold,


    Ein erfahrener Imker! Er weiß, dass man mit "Druckbeträufeln" Ableger und Völker, die ohne verdeckelte Brut sind, die Milben sehr effektiv bekämpfen kann. Geht natürlich nur außerhalb Deutschlands.


    "Druckbeträufeln" = Besprühen von 3,5%iger Oxalsäurelösung der Bienen mit einem handelsüblichen Wasserzerstäuber.


    Empfehle doch bitte keine Darreichungsformen die in Deutschland nicht zugelassen sind,
    meineswissens nach zähltst doch gerade Du zu dennen, die bei der Landwirtschaft genauer hinsehen,
    das dort alles nach guter Praxis gemacht wird.
    Warum bei den Imkern nicht ? Insb. wo es Alternativen gibt.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Ja die Anweisungen des Beipackzettels sind ganz genau richtig, im Spätherbst darf die OS nur einmal angewendet werden :cool:


    Ich habe von Imkern gehört, die sind mit Ihren brutfreien Ablegern zum "Druckbeträufeln" :cool: kurz über die Grenze nach Belgien gefahren.


    Rübengrüne Grüße von Herrn Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • dass man mit "Druckbeträufeln" Ableger und Völker, die ohne verdeckelte Brut sind, die Milben sehr effektiv bekämpfen kann.


    Hehe, ne das hat er sicher nicht gemacht ;-) Aber wie du schon sagst, hierzulande eh nicht erlaubt. Dass besprühen auch auf die unverdeckelte Brut wirkt, leuchtet ein. Wie hier schon angeführt wurde, tut es das in D erlaubte normale Beträufeln wohl leider eher nicht oder nur unzureichend.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Also wenn ich richtig aufgepaßt habe, wandern die Milben erst kurz vor Verdeckelung in die Brut. Daher muß die OS (geschüttelt gerührt oder wie auch immer) gar nicht in die unverdeckelte Brut wirken.
    Das Träufeln wirkt wenn auch nicht so gut wie bei kalten Temperaturen (enger Sitz).


    Bezüglich des Verbotes der "Druckbeträufelung" kann ich mir eigentlich nur den einen Grund Anwenderschutz vorstellen. Genau wie auch bei der OS-Verdampfung. Oder fällt noch jemamd ein anderer ein? Den Bienen dürfte es nichts machen.


    Warum sollte man dann, Anwenderschutz vorausgesetzt, dann die OS nicht "druckbeträufeln" ?


    Gruß von Herrn Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


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