Universalverdunster MHT-SYST. Schuhleitner

  • Hallo zusammen,


    Ich habe, noch von dem Großvater eines Freundes, 4 Universalverdunster der Firma Bienenzuchtgeraete MHT-SYST. Schuhleitner hier liegen. Das sind so runde Behälter, mit einer Art Speichergewebe und zwei gegeneinander verdrehbare Lochscheiben zur Regulation. Leider ohne Anleitung o.ä., daher die Frage:


    Hat jemand von euch auch so ein Teil und wäre so nett mir die Anleitung zukommen zu lassen?


    Grüße,
    Jan

  • Hallo Jan,


    Den MHT-Verdunster habe ich vor Jahren auch gekauft wegen der "idiotensicheren" Anleitung:
    www.imkerei-muellner.at/anleitunguniversalverdunster.pdf
    Die Behandlung ist mit dem MHT-Verdunster prinzipiell einfach ("Modell Tupperdose"),
    aber nach meiner Erfahrung unsicher. In warmen Jahren funktioniert alles bestens; es kam aber auch schon vor, dass zu langsam verdunstet wurde oder die AS sogar Wasser zog und am Ende "mehr" drin war als zuvor! Deswegen kommt der Verdunster bei mir auch nicht mehr zum Einsatz.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo !


    Nicht zugelassen.


    Ach Bernhard, da hast Du natürlich recht.
    Aber dann, dann dürften die ganzen ApideaVerdunster, Mot´s, Schwammtücher
    oder was auch immer ja auch nicht ...



    Die Frage?
    Der Verdunster?


    Den Verdunster kenne ich nur von einem Imker, da haben wir mal besichtigt.
    Ist soweit ich es weiß für AS85% ausgelegt, und hat damit das selbe Problem,
    welches wir hier schon einige Zeit mit dem auch nicht zugelassenen Liebig Dispenser diskutieren.


    Wenn Du also eine Anleitung bekommst, mußt Du das sowieso auf die zugelassene AS60% übertragen,
    die AS85% sollte ja spätestens seit diesem Frühjahr komplett aus dem Rennen sein.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • ..dürften die ganzen ApideaVerdunster, Mot´s, Schwammtücher
    oder was auch immer ja auch nicht ...


    Korrekt.


    Wir als Imker sollten uns als Vorbild verstehen. Die Landwirte sollen ja auch nicht verbotene Pestizide oder verbotene Methoden anwenden. Warum sollten wir auf das schmale Brett steigen?


    Kennt jemand die Höchststrafe für die Verwendung von nicht zugelassenen Tierarzneimitteln oder nicht zugelassenen Anwendungsformen?

  • Erstmal Dankie an Traugott Streicher für den Link! Der ist mir bei meiner Suchmaschinenanfrage nicht unter die Augen gekommen.


    Zum Thema:
    So wie ich es verstanden habe ist der Verdunster oder auch Schwammtuch selber doch i.O. solange ich mit 60% AS behandle. Oder habe ich was übersehen?
    Sind denn direkt Methoden nicht zugelassen, oder nur das Arzneimittel (afair ist es doch egal wie ich das zugelassene AM einbringe..)


    Grüße


    Grüße

  • Hallo Bernhard,
    Hallo All,


    Korrekt.


    Wir als Imker sollten uns als Vorbild verstehen. Die Landwirte sollen ja auch nicht verbotene Pestizide oder verbotene Methoden anwenden. Warum sollten wir auf das schmale Brett steigen?


    Okay, Du weißt das wir Beide hier ziemlich konform gehen,
    wenn wir nicht gerade nicht behandeln (Stichwort: Schadschwelle),
    dann nehmen wir den Nassenheider horizontal / Professional.


    Ohne die Standardzulassung der AS gerade zur Hand zu haben,
    ist dort wenn ich mich recht entsinne, ein dem Ur-Nassenheider ähnlicher Verdunster abgebildet
    und von der Funktion her auch beschrieben (also ausschließlich Langzeitverdunstung).


    Sonst ist dort keine andere Dareichungsform beschrieben ...


    Allerdings glaube ich, man kann davon ausgehen, das die in Varroa unter Kontrolle beschriebene
    und somit von den Bieneninstituten "empfohlenen" Verfahren ohne Verfolgung eingesetzt werden können.
    kurz: Schwammtuch oben / unten und Nassenheider, die beschriebenen AS85% Verfahren Tellerverdunster und MoT sind nach dem Frühjahr 2013 wohl auch da draußen.




    Kennt jemand die Höchststrafe für die Verwendung von nicht zugelassenen Tierarzneimitteln oder nicht zugelassenen Anwendungsformen?


    Hmmm, müßte man (ich) recherchieren, kann nicht hoch sein -
    - wenn man den Unfug der damit betrieben wird so sieht !


    Klärst Du uns auf ?



    Derjan schrieb:


    Sind denn direkt Methoden nicht zugelassen, oder nur das Arzneimittel (afair ist es doch egal wie ich das zugelassene AM einbringe..)


    Die Zulassung eines Arzeinmittels sagt auch immer etwas über die Dareichungsform aus,
    im Fall der AS60% ad us vet eben wie von mir oben beschrieben.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bienenknecht () aus folgendem Grund: Nachtrag an Derjan


  • Die Zulassung eines Arzeinmittels sagt auch immer etwas über die Dareichungsform aus,
    im Fall der AS60% ad us vet eben wie von mir oben beschrieben.


    Kleines Beispiel dazu. Es gab da mal ein Arzneimittel der Fa. Bayer names "Heroin". Dem wurde nach einiger Zeit die Zulassung entzogen. Aus mittlerweile nachvollziehbaren Gründen. Die Darreichungsform ob Tablette, Pulver zum Auflösen oder gar intravenös hatte in bezug auf die Dosis und Wirkung einen nicht unerblichen Einfluß auf den behandelten Organismus. Es gibt leider noch viel zu viele Leute die dir aus eigener Erfahrung darüber berichten können, aber wohl noch mehr die es nicht mehr können.


    Bleibt sauber!
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Vorab: Bienen sind per gesetzlicher Definition als Tiere definiert, die zur Gewinnung von Lebensmitteln dienen. Keine Ausnahmen.



    (1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer


    8. entgegen § 56a Abs. 1 Satz 1, auch in Verbindung mit Satz 3, oder Satz 2 Arzneimittel verschreibt, abgibt oder anwendet, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, und nur auf Verschreibung an Verbraucher abgegeben werden dürfen,


    9. Arzneimittel, die nur auf Verschreibung an Verbraucher abgegeben werden dürfen, entgegen § 57 Abs. 1 erwirbt,


    10. entgegen § 58 Abs. 1 Satz 1 Arzneimittel, die nur auf Verschreibung an Verbraucher abgegeben werden dürfen, bei Tieren anwendet, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen oder


    11. entgegen § 59d Satz 1 Nummer 1 einen verbotenen Stoff einem dort genannten Tier verabreicht.



    (2) Ordnungswidrig handelt auch, wer vorsätzlich oder fahrlässig


    21. entgegen § 56a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 2, 3 oder 4, jeweils auch in Verbindung mit Satz 3, Arzneimittel,


    ***a) die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind, die nicht der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, und nur auf Verschreibung an Verbraucher abgegeben werden dürfen,


    ***b) die ohne Verschreibung an Verbraucher abgegeben werden dürfen,


    ***verschreibt, abgibt oder anwendet,



    23. entgegen § 58 Abs. 1 Satz 2 oder 3 Arzneimittel bei Tieren anwendet, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen,


    (3) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 25 000 Euro geahndet werden.



    § 58 Anwendung bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen


    (1) Zusätzlich zu der Anforderung des § 57a dürfen Tierhalter und andere Personen, die nicht Tierärzte sind, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder andere vom Tierarzt verschriebene oder erworbene Arzneimittel bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, nur nach einer tierärztlichen Behandlungsanweisung für den betreffenden Fall anwenden. Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, die nicht für den Verkehr außerhalb der Apotheken freigegeben sind und deren Anwendung nicht auf Grund einer tierärztlichen Behandlungsanweisung erfolgt, dürfen nur angewendet werden,


    1. wenn sie zugelassen sind oder in den Anwendungsbereich einer Rechtsverordnung nach § 36 oder § 39 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 fallen oder sie nach § 38 Abs. 1 in den Verkehr gebracht werden dürfen,


    2. für die in der Kennzeichnung oder Packungsbeilage der Arzneimittel bezeichneten Tierarten und Anwendungsgebiete und


    3. in einer Menge, die nach Dosierung und Anwendungsdauer der Kennzeichnung des Arzneimittels entspricht.


    Abweichend von Satz 2 dürfen Arzneimittel im Sinne des § 43 Abs. 4 Satz 3 nur nach der veterinärbehördlichen Anweisung nach § 43 Abs. 4 Satz 4 angewendet werden.


    Alles nachzulesen unter: http://www.gesetze-im-internet…g_1976/BJNR024480976.html


    Ich verstehe das so, daß die Anwendung von apothekenpflichtigen - aber außerhalb von Apotheken erworbenen!/keine Rechnung aufbewahrt - oder nicht zugelassenen Tierarzneimitteln bei Honigbienen zu einem Bußgeld bis 25.000 Euro führen kann. Ob das als Straftat ausgelegt wird, kann ich nicht beurteilen. Ich bin kein Jurist.


    Gruß
    Bernhard

  • Ja is schon klar, dass Darreichungsform Einfluss auf Bioverfügbarkeit und Pharmakologie hat, gerade wenn es darum geht wie Substanzen in den Körper eingebracht werden, ob der First-Pass-Effekt vermieden wird oder nicht usw. (Is zwar ziemlich Off-Topic, aber Heroin ist ja deswegen suchterzeugender als Morphin, weil die Konzentration an den Rezeptoren schneller ansteigt als bei Morphin. Der aktive Wirkstoff ist bei beiden Drogen der gleiche)


    Aber zurück zu den Bienen:
    Ich unterlag halt dem Irrglauben, ich könnte so behandeln wie es oft beschrieben und empfohlen wird. Das AS 85% nicht zugelassen ist, hing mir schon im Gedächtnis.. Das Schwammtuch auch nicht geht war mir aber neu...
    In dem Link vom Bienenknecht ist die einzige zugelassene AS-Behandlung die mit dem Nassenheider Verdunster. Schwammtuch, TV, MoT usw. is also alles Pfui, genauso wie generell 85% AS. Ok, wieder was gelernt.
    Hat jemand die Anlage zum AMG, wo die zugelassenen Verfahren und Tierarzneimittel aufgeführt sind? Ich habe jetzt mal 'n bisschen drin rumgeklickt aber bin da noch nich drauf gestoßen.


    Grüße,
    Jan


    \edit: Da kam Bernhard gerade dazwischen. Den Text habe ich auch gerade versucht zu lesen, so zusammengefasst ist es aber schön übersichtlich.
    Mein Beitrag schließt also an dem von Immenreiner an (bzw. sollte)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Derjan () aus folgendem Grund: Bernhard

  • Ich verstehe das so, daß die Anwendung von apothekenpflichtigen ... Tierarzneimitteln bei Honigbienen zu einem Bußgeld bis 25.000 Euro führen kann. Ob das als Straftat ausgelegt wird, kann ich nicht beurteilen. Ich bin kein Jurist.

    Da mußt Du kein Jurist nicht sein. Strafen gibt das für Straftaten. Ordnungswidrigkeiten kennen Bußgelder. Die Höhe der Bußgelder richtet sich nach den Umständen. Die niedrigste Stufe ist die mündliche Verwarnung. Die niedrigste Strafe ist das Absehen von einer, weil alleine die Verhandlung bereits Sanktion genug war.


    Es ist im Rahmen der Abschreckung immer üblich mit maximalen Geldstrafen und Geldbuße zu drohen. Diese Drohung ist jedoch völlig sinnfrei, weil sie weder faktisch ermittelbar noch angemessen ist. Stell Dir nur vor, jemand aus der Imkerschaft habe für sich festgelegt, er wolle für seine Bienen alles in seiner Macht stehende tun und notfalls ins Gefängnis gehen dafür. Er würde einfach abwarten, wann man ihn erwischt. Und dieser Imker wäre 65 Jahre alt und lebte von seiner Rente in Höhe von 1.049€. Wie hoch wäre dann seine Effektive "Strafe" erwischte man ihn erstmals mit dem Einsatz von einem Universalverdunster im Alter von dann vielleicht 70 Jahren?


    Lächerlich! Und ebenso lächerlich mit Maximalsanktionen zu drohen.


    Und falls er sich die AS auch noch aus Industrie-AS von 85% runterverdünnt hat, dann hat er ja gerade kein Tierarzneimittel angewandt. Denkt das mal durch! Dann hätte er vielleicht eines hergestellt ...


    Die Sanktionsschiene ist nicht die Möglichkeit, unerlaubte oder unzugelassene Verfahren aus der Anwendung zu nehmen. Sie ist nicht einmal ein Papiertiger. Vielleicht eine Papierkatze. Oder ein die nicht mal aufsteht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nochmal für Doofe: Was willst Du mir damit sagen? Alles Quatsch, ich brauche mich als Imker nicht darum zu kümmern? Der Imker kann weiter panschen und mischen und anwenden, wie er lustig ist? Weil Strafen und Bußen in der Praxis nicht das angegebene Maximum erreichen? (Aber bestimmt maximal weh tun werden, garantiert.)


    Ich sehe das Thema weniger als Drohszenario oder Paragraphenreiterei, denn als Bewußtseinsbildung.


    Es wird munter gepanscht und appliziert, gedankenlos und wie es Fachleute und Experten empfehlen. Und billiger ist es auch als aus der Apotheke bezogen. Alles toll. Und wirkt auch viel besser. Ich kann nicht anders: mich erinnert es an die Landwirte. Da wird auch von Beratern das eine oder andere Wundermittel empfohlen. Und von der Genossenschaft oder anderen dubiosen Quellen unterm Ladentisch bezogen.


    http://www.spiegel.de/panorama…tiziden-auf-a-617428.html


    http://www.greenpeace.de/theme…reibt_illegale_pestizide/


    http://www.ardmediathek.de/hr-…izide?documentId=13399952


    Neee Leute: Bleibt sauber! Haltet die Spielregeln ein. Es gibt schon genug Zeug in unserer Nahrung, wenigstens der Honig sollte davon frei bleiben. Und die Imker mit gutem Beispiel voran. "Sei Du die Veränderung, die Du dir wünschst."

  • Nochmal für Doofe: Was willst Du mir damit sagen?

    ... daß es keinen Sinn hat, mit Strafe zu drohen, wenn für den Bedrohten erkennbar ist, daß es sich um reine Leere Drohung handelt. Es ist folglich wichtig, aufzuklären.


    Zudem ist mach einem bekannt, daß die Zulassung eines Medikamentes oder einer Anwedungsform, nicht nur von den eigentlichen Zulassungsvoraussetzungen abhängt, sondern daß auch jemand diese Zulassung betreiben muß. Folglich ist bei einer Strafzumessung oder einer Geldbuße immer auch notwendig zu prüfen, ob eine Zulassung möglich wäre, die nur keiner betrieb. Manchmal führt dann genau sowas zu einer Duldung, weil es keine rechtfertigende Sanktion gibt.


    Ich will nicht, daß man mit Geldbußen von 25.000€ und 3 Jahren Knast droht, als hätte in diesem Szenario jemand davor jemand mehr Angst, als vor heißer Luft. Nicht der Gedanke, nicht erwischt zu werden sollte den Imker umtreiben, sondern das Verständnis für ein Verbot oder eine fehlende Zulassung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder