Bienen im Rollokasten

  • Hallo liebe Imkers,
    heute komme ich mal wieder mit einem ganz besonderen Problem zu euch.
    Ein Bekannter meiner Tochter bat mich um Hilfe.
    Ein Bienenvolk sitzt im Rollokasten seiner Küche und das nun schon seit mehr als 4 Wochen.
    Ich war noch nicht vor Ort aber die Bilder die er mir zeigte, bewiesen dass es sich eindeutig um Bienen handelt.
    Nun werde ich in den nächsten Tagen die Umsiedelung zusammen mit meinem Sohn in Angriff nehmen und habe hierzu ein paar Fragen.
    Die Suchfunktion im Forum habe ich schon genutzt und der Vorgang an sich ist eigentlich schon klar doch ein paar gute Ratschläge könnte ich wohl noch gebrauchen.


    1. Die ausgeschnittenen Wabenstücke sollen in Leerrähmchen gebastelt werden (Draht, Haushaltsgummis)...würden die sich nicht auch einlöten lassen, wie Mittelwände? Ich stehe ja in einer Küche, Strom wäre also vorhanden. Selbstverständlich ohne Bienen auf der Wabe! Das bischen Brut könnte man doch opfern.


    Hat das schon mal jemand probiert?


    2. Wenn der Rollokasten leer ist, bekomme ich die restlichen Flugbienen noch durch aufstellen der Zarge auf dem vor dem Küchenfenster befindlichen Balkon? ...sterzeln die Bienen in der Beute dann um den Rest des Volkes noch anzulocken? Schließlich handelt es sich um keinen Schwarm sondern um ein Volk!


    3. Wenn das Volk bei mir am Stand ist, soll ich es dann gleich füttern? 1:1 um die zugegebenen Mittelwände ausbauen zu lassen?


    4. Hat noch jemand hilfreiche Tips? Ich vermute mal das es eine Riesensauerei wird, denn beim Ausschneiden der Waben wird der Honig wohl in Strömen fließen!


    Für eure Ratschläge schonmal recht herzlichen Dank!


    Sonnige Grüße aus dem südlichen Altmühltal


    Dominic, Tina, Yannic und Emily
    Altmühltaler


  • 1. Die ausgeschnittenen Wabenstücke sollen in Leerrähmchen gebastelt werden (Draht, Haushaltsgummis)...würden die sich nicht auch einlöten lassen, wie Mittelwände?


    Ausgeschnittene Wabenstücke sind KEINE Mittelwände und lassen sich somit auch nicht einlöten!
    Die schon in der Wabe vorhandene Brut und die zurückgebliebenen Puppenhäutchen in bebrüteten Waben lassen sich nicht durch die Wärme der Drähte aufschnelzen!
    Das geht sowas von schief! Ausserdem dauert das viel zu lange und ist zu umständlich.


    Stefan

  • Hallo,


    die restlichen Flugbienen werden klassischerweise dort einfliegen wollen, wo sie immer eingeflogen sind. Folglich wäre es praktisch, wenn Ihr einen Ablegerkasten etc zur Verfügung hättet, den man wie auch immer in dieser Höhe vor dem bisherigen Flugloch anbringen könnte. Flugbienen darin sammeln, nach Flugzeit verschließen, später mitnehmen, vereinigen mit dem Volk.
    Ansonsten Flugloch zu, sich dort sammelnde armselige Flugbienentraube abwarten, diese abends besprüht wie einen KS in einen Korb/Schwarmfangbox etc fegen. Restbienen drinnen wie draußen werden wohl leider immer bleiben.
    Vorsicht, das ist nur ein theoretischer Tipp.:wink:


    Wir hoffen doch alle mal, dass die Naturbau-Umsiedlungsprofis sich hier noch zu Worte melden. :daumen:


    Ganz viel Erfolg


    Marion


    (denkt an die Fotos!!:cool:)


    Edit: Honigwaben und Waben mit kaum Brut aussortieren, pressen, ernten, wie auch immer. Zurückgeben oder selbst mampfen. Je nach situation am Aufstellungsort würde ein schöner Futterstrom sicher dem Ausbau nicht schaden, ist doch allerorts sowieso bald an der Zeit.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper