Bandscheibenprobleme / Lüneburger Stülper

  • Hallo!

    Seit Jahren spiele ich immer wieder mit dem Gedanken mit der Imkerei anzufangen, bis jetzt hielten mich jedoch körperliche Einschränkungen zurück. Durch mehrere massive Bandscheibenvorfälle bin ich körperlich kaum belastbar und darf nicht mehr als 10 kg heben. In Berichten über Imkerei wird immer wieder auf die hohen Gewichte der Bienenbeuten hingewiesen, die die Bienenzucht alles andere als rückenfreundlich machen sollen.


    Die Frage für mich ist nun, ob es nicht trotzdem Möglichkeiten gibt. Gerade sah ich einen Bericht über Lüneburger Stülper im Fernsehen. Die Gewichtsproblematik dürfte hier doch bei weitem nicht so groß sein.


    Ich würde mich freuen wenn mir hier jemand ein paar Fragen dazu beantworten könnte:
    1. Mit welchen Gewichten muss man bei Lüneburger Stülpen rechnen?
    2. Wie groß muss eine Bienenbeute ansonsten mindestens sein?
    3. Wie groß muss ein Bienenvolk mindestens sein um überlebensfähig zu sein?
    4. Mit welchen körperlichen Belastungen muss man bei der Arbeit mit den Stülpern rechnen?


    Über Antworten würde ich mich sehr freuen!


    Gruß
    Tydericus

  • Moin, hatten wir grad in ähnlicher Form http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=34790&p=368457#post368457


    Und wenn du meinst, Körbe wären einfacher zu bearbeiten, dann schau dir mal diese Doku in 6 Teilen an - es ist rückenbrechend...


    http://www.youtube.com/watch?v=upbONroWPic


    Nachtrag: diese Imkerei ist komplett auf Heidetracht als Haupttracht ausgerichtet, also extrem spezialisiert, und das kann man nicht einfach in anderen Gegenden übernehmen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich würde nicht über Bienenkörbe nachdenken,
    die mögen zwar leicht erscheinen, da "nur" aus Stroh und Weidenruten gefertigt, allerdings füllen diese sich im Betrieb gerne mit Bienen, Brut, Wabenbau und mal locker 10kg Honig-/Futtervorrat.
    Somit bezweifel ich, dass die Handhabung leicht ist, da die Körbe zu jeder Bearbeitung umgehoben, gedreht und wieder zurückgestellt werden müssen.


    Dann doch lieber mit Hinterbehandlungsbeuten beginnen. Dort wird zwar zeitintensiv gearbeitet, eben weil jede Wabe einzeln gezogen wird.


    Stefan

  • Hallo Tydericus,


    so aus dem Bauch heraus, hätte ich auch "Bienenhaus mit Hinterbehandlungsbeuten" gesagt. Das funktioniert, man kann alles notwendige an den Bienen machen und hat eher kleine Gewichte zu tragen. 10kg ist in der Imkerei aber wirklich nichts, also wenn das schon das obere Limit ist, würde ich vorsichtig sein.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Vielleicht sollte noch jemand antworten, der schon mal mit Körben gearbeitet hat. :wink: Wolfgang meldet sich bestimmt noch dazu.


    Was daran rückenbrechend sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Und warum Körbe nur in Heidetrachtgebieten eingesetzt werden können sollen, verstehe ich auch nicht. Schließlich gab es die Körbe früher ("damals") in vielen/allen Gegenden Deutschlands. (Unterschiedliche Formen und Größen.)


    Davon unabhängig: Ich rate auch zu einer der Trogbeuten.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo, vor 2 Jahren habe ich wegen einer Krebserkrankung vor der Frage gestanden, aufhören oder wie weitermachen, darf auch nichts heben. Bin dann vom DNM auf das Seegeberger 1 1/2 Normalmaß umgestiegen. Habe nur einen großen Brutraum, welcher nicht abgehoben werden muss und als Honigraum nehme ich die halben Normalmaßrahmen. Komme sehr gut damit hin, kein schweres heben mehr, die Überwinterung auf einem Brutraum klappt prima und ich habe bei mir im Imkerkreis schon einige Nachahmer.
    Umgestellt habe ich im Frühjahr, indem ich die 11/2 Rahmen unter die DNM gesetzt habe und als die Königin nach unten gegangen ist, eine Sperre dazwischen und dann nachdem alle Brut geschlüpft war, diese abgenommen und die restlichen Bienen nach unten gefegt. Ging ganz Problemlos.
    Also, ich hoffe, ich kann Dir mit meinen Erfahrungen helfen.
    Gruß babajagah

  • Bernhard : ich hab geschrieben, daß die in den Videos beschriebene Imkerei auf Heide ausgelegt ist - nicht, daß man mit Körben nicht auch anders imkern kann.:wink:
    Rückenbrechend ist an der Betriebsweise die Gesamtzahl der Körbe, und wie oft jeder einzelne gehoben werden muß - und das ist oft.
    Das mag für geübte Männer mit Muskeln und ohne Rückenprobleme einfach sein.
    Ich würde da nicht mal einen ganzen Tag bei vollen Körben überleben ohne massive Probleme - es war nicht umsonst Männerarbeit.
    Und da die Bienen die Angewohnheit haben, sich zu vermehren, würde ich Körbe nicht grad jemandem mit Bandscheibenproblemen empfehlen, sondern eben Golz oder Bremer.


    Ich hab meine Kisten ja nicht ohne Grund kleiner gemacht - 8W im BR und halbhohe HR sind doch deutlich gesünder und schmerzfreier als 11W voll mit Honig als ne volle Segeberger in der 3. Etage...:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Stülper werden gestülpt und nicht angehoben. Und solange die "Feder von Frau" :wink: Claudia Jaeger die Stülper hantieren kann, gehe ich davon aus, daß es auch andere können. :daumen:


  • Da bin ich. -
    Körbe kann ich leichter händeln als volle Segeberger.
    Werden Körbe aufgestellt, so sind sie nicht schwer, da fast leer. Zum Füttern oder ersten 'In Augenscheinnahme' werden sie nur nach hinten angekippt. Jedoch ein gefüllter Korb, der z.B. wegen der Weiselzellenkontrolle aus dem Bienenzaun herausgenommen, umgedreht und abgestellt werden muss und dann wieder alles retour ist nicht leicht und überschreitet auch 10 kg locker. Dabei sind dann auch die aufzuwendenden Hebelkräfte nicht zu vernachlässigen.
    Die untere Lage im Bienenzaun erfordert immer eine gebückte Haltung. Da sollte man schon genau wissen wie man sich bewegt.
    Zum Abstellen der umgedrehten Körbe habe ich jetzt ein leichtes Metallgestell in dessen oberen Kreis ich den Korb stellen kann und damit eine wesentlich bessere Arbeitshaltung erreiche. Mein Rücken freut es.


    Langer Schreiberei, kurzer Sinn: Nicht empfehlenswert für Rückengeschädigte.


    Welche Tracht ich eintragen lasse, hat nichts mit der 'Wohnung' zu tun.


    Ein anderes Problem ergibt sich daraus, dass sich das Schwärmen wohl nicht verhindern lässt. Und nicht immer hängen die Bienentrauben in freundlicher Arbeitshöhe und bequem zu erreichen. Das kann also auch zu leichten Verrenkungen führen.


    Ich persönlich hatte seit rund 40 Jahren Rückenprobleme durch Fehlhaltungen. (Chirotherapeuten, Krankengymnastik und Rehamaßnahmen waren nötig.) Seit ich nicht mehr zur Schule muss geht es meinem Rücken, trotz aller anderer Belastungen, gut.


    Jedoch bei einer Belastungsgrenze von 10 kg würde ich mich Remsi anschließen: "Entweder Golz- oder Bremerbeute. Da wir mit einzelnen Waben gearbeitet." Einführende Literatur zu Golz, ebenso wie die Beute, bei Holtermann. (Oder Nachfrage bei mir per PN. Habe vorhin dieses Thema gerade für meine 'Arbeitszettel' der nächsten Tage aufgeschrieben.)


    Egal wie und wo: Bei allem Heben ist die Körperhaltung das Wichtigste! Unser Beine haben extra Gelenke, die wir nutzen dürfen.
    Alles Gute, keine Schmerzen und viel Freude bei der Imkerei!


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Für eure Antworten schon einmal vielen Dank. Die Lüneburger Stülper werden es dann wohl doch nicht werden, allerdings bin ich inzwischen doch recht zuversichtlich, dass ich trotz Bandscheibenvorfall mit dem Imkern anfangen kann. Nach Lektüre des Buches "1x1 des Imkerns", diversen Dokus auf YouTube werde ich mich nun als nächstes für eine Imkerschulung im September anmelden um dann nächstes Jahr loslegen zu können.
    Eines würde mich aber doch noch interessieren:


    Hat jemand hier Erfahrung mit dieser "Juniorbeute" http://www.holtermann-shop.de/…5e7f7f495981aa6860db6fc05 ?


    Ist es überhaupt möglich unter diesen doch sehr eingeschränkten Platzbedingungen ein Bienenvolk zu halten und Honig zu ernten?


    Gruß Tydericus


  • HAllo,


    also ein typischer Lüneburger Stülper kann deutlich mehr als 10 kilo auf die Waage bringen, wenn die Bienen fleißig waren. Wenn Du Dich wirklich für ihn interessierst, schau Dir gern erstmal hier alle Filme zur Korbimkerei an.


    Gruß
    KME

  • Servus Tydericus,


    sieh Dir mal die Rähmchenmaße an 19,6 cm x 11 cm; Theoretische Wabenfläche (Außenmass mit Holz) pro Rähmchen : 215,6 qcm


    Bei 7 Rähmchen pro Zarge: 1509,2 qcm



    Jetzt nimm mal ein Standardmaß meinetwegen Deutsch Normalmaß: 825 qcm pro Rähmchen


    Bei 10 Rähmchen pro Zarge: 8250 qcm


    Ich habe zwar nicht mit der Juniorbeute gearbeitet, aber ich "glaube" sowas ist für Königinzucht geeignet.
    Da bist Du eher am Zargenturm bauen bei einem Vollvolk.


    Ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen: Lagerbeute oder Trogbeute
    Die gibt es ja auch im Netz zu kaufen.



    gruß


    Bernhard