1000 mal gerührt ...

  • Schönen guten Morgen,


    mir ist klar, dass das Thema im Forum schon oft behandelt wurde. Trotzdem möchte ich eine Frage los werden. Nach der Anschaffung eines Rührmeisters von der Firma Bienen Ruck habe ich meinen Blütenhonig jetzt sechs Tage hintereinander mogens und abends jeweils 5 bis 8 Minuten gerührt. In den vergangenen 2 Tagen konnte ich keinen Fortschritt mehr feststellen, das heißt der Honig ist noch leicht griesig und hat noch nicht die von mir angestrebte "nutellaartige" Konsistenz. Sollte ich weiter rühren, oder es damit sein Bewenden haben lassen, um den Honig nicht zu überrühren?


    Mit den besten Grüßen


    horace

  • Servus horace,


    soweit ich als Anfänger das beurteilen kann: ich würde es dabei belassen, sobald der berüchtigte Perlmuttschimmer einsetzt. Darauf kommts doch an?! Härter werden (mit Glück in Richtung nutellaartige Konsistenz) tuts dann doch im Glas, durch rühren wird's jedenfalls nicht fester werden :) 
    Blütenhonig dürfte nach 6 Tagen á 10-15 Minuten rühren jedenfalls abfüllfertig sein.



    Alles Gute
    Ed.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Boah, Du hast 3 Völker und einen Rührmeister?! Das mit dem Rühren ist so eine Sache, jeder Honig verhält sich anders. Es reicht, mit dem Rühren anzufangen, wenn sich der Perlmuttschimmer zeigt. Und dann dauert es je nach Zusammensetzung sehr unterschiedlich lang. Den Spättrachthonig meiner Bienen habe ich letztes Jahr zweieinhalb Wochen gerührt, die Frühtracht 4Tage... Was heißt griesig? Beschreib' mal näher!

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hallo Ed, hallo zonia,


    vielen Dank für Eure Antworten.


    Ich habe mit dem Rühren angefangen, nachdem sich der Perlmuttschimmer gezeigt hat. Griesig bedeutet, dass noch feine Kristalle an Zunge und Gaumen spürbar sind. Was die 3 Völker und den Rührmeister anbelangt, so muss ich gestehen, dass ich meinen Eintrag nicht auf dem Laufenden gehalten habe. Mittlerweile habe ich 12 Wirtschaftsvölker und 9 Ableger.


    horace

  • Ich habe mit dem Rühren angefangen, nachdem sich der Perlmuttschimmer gezeigt hat.


    Da liegt der Hund begraben, --- von Beginn an rühren bis zum Perlmuttschimmer ---, am besten den Sommerhonig vor dem Rühren mit einer guten Portion Frühtracht impfen.


    Da ich n u r Blütenhonig verkaufe mische ich die Frühtracht mit der Sommertracht zu etwa gleichen Teilen zu einem "Ganzjahresblütenhonig".



    Salve, Peter

  • Ich würde noch weiterrühren, bis Du das Gefühl hast, der Honig ist gerade noch so fließfähig, daß es beim Abfüllen nicht nervig wird. Vielleicht hängt es auch mit den momentanen Temperaturen zusammen, daß sich nichts tut, die Kristallisation verschlechtert sich bei höheren Temperaturen.

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    Terence McKenna

  • Da liegt der Hund begraben, --- von Beginn an rühren bis zum Perlmuttschimmer...


    Habe ich so nur in meinem ersten Honigjahr gemacht, dann nie wieder. Der Honig- egal ob Früh-oder Spättracht ist immer sehr feinkristallin.

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  • Ich befürchte, dass manche Rührgeräte keinen 100% Cremesahnehonig hinbekommen. Vermutlich können manche Rührer, je nach Bauart der Flügel, die Kristallketten nicht gleichgut brechen.
    Ein wenig den Zeitpunkt beim Perlmuttschimmer verpasst und das grieselige Empfinden kann entstehen.
    Komplett auftauen, mit 1A Cremehonig impfen und dann sollte die Rührerart meiner Meinung nach Zweitrangig sein.

  • Ich befürchte, dass manche Rührgeräte keinen 100% Cremesahnehonig hinbekommen.


    Ja, das Gefühl habe ich auch bei so vielen unterschiedlichen Erfahrungsberichten. Ich habe einen Rührpropeller mit gegenläufigen Flügeln von APINORD und nur gute Erfahrungen gemacht. Der Rapido soll ja auch gut funzen- und das bei minimalstem Rühraufwand.

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    Terence McKenna

  • Da liegt der Hund begraben, --- von Beginn an rühren bis zum Perlmuttschimmer ---, am besten den Sommerhonig vor dem Rühren mit einer guten Portion Frühtracht impfen.


    Danke Peter, dachte schon ich hab irgendwas total verquer, weil einige hier bei Perlmutt anfangen zu rühren, und dann so lange rühren wollen bis er feinsteif wird :eek:


    Aber in der Tat, so hab ichs auch gelernt: rühren beginnt wenn Kristallisation am Eimerrand langsam beginnt, und endet bei Perlmuttschimmer und guten "Rührestreifen" im Honig, dann wird abgefüllt und mit etwas Glück kristallisiert er feinkörnig (ganz sicher) und feinsteif (je nach Honig) im Glas aus.
    Alternativ kann man ihn auch dann im Eimer kristallisieren lassen, nach dem Perlmuttstatus, und dann später erneut verflüssigen und dann exakt dann abfüllen, wenn die Wunschkonsistenz erreicht ist, so bleibt er dann auch im Glas und kristallisiert nicht mehr nach - aber das eimerweise Verflüssigen des kirstallisierten Honigs ist mir als Hobbyimker/Anfänger zu schwierig, Melitherm etc kosten viel zu viel, mein Honig schmeckt mir auch so auf dem Brot *g*

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
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  • Ich packe den Hobbock in einen Einkochapparat bei 35 Grad bleibt er 24 Stunden drin.
    Danach nehme ich den Rapido und rühre es 15 min.
    Hat bis jetzt immer Super funktioniert.
    Wobei meine Sommertracht vom 15 Juli, bis Heute noch keine Anzeichen der Kristallation zeigt.
    Fülle immer nur geringe Mengen ab, die sofort verkauft werden.
    Wenn er fest werden sollten, dann lege ich mit dem Rapido wieder los!!!


    Habe auch nicht mit einer so starken Nachfrage in meinem ersten Jahr gerechnet.


    Wenn es so weiter läuft, habe ich bis Ende des Jahres nichts mehr :-(

  • Wie schnell der Honig kristalliert, hängt sehr von der Zuckerzusammensetzung und dem Wassergehalt ab. Da sind 6 Tage oft gar nichts (außer bei Honig mit sehr hohem Glukoseanteil, wie Raps oder Löwenzahl).
    Meine letzte Ernte besteht überwiegend aus Linde und Kornblume, hat einen hohen Honigtauanteil und einen Wassergehalt von teilweise unter 16 %. Ich rühre den jetzt schon 4 Wochen und es tut sich nix.
    Meine Erfahrung ist: Entscheidend ist nicht, wie lange jedes einzelne Rühren dauert (eimal am Tag reicht völlig), sondern wie lange der Honig insgesamt gerührt wird. Wunderbar feincremig wird er, wenn ich ihn jeden Tag zwei bis drei Minuten rühre und erst abfülle, wenn er gerade noch flüssig genug dazu ist.
    Der Honig muss ja zwischen den Rührphasen auch Zeit haben, Kristalle zu bilden. Deswegen bringt wohl zweimal am Tag rühren wenig. Es geht ja darum, diese Kristalle durch rühren klein zu halten, nicht die Kristallisation zu verhindern.



    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)