Beuten um ca 1km bewegen; wie mache ich das?

  • Liebes Forum,


    meine Umzugspläne nehmen Form an; ich habe mittlerweile Dank des Forums gelernt, wie ich den Bienentransport vorbereite und durchführe, jetzt habe ich einen Standplatz gefunden (ebenfalls über Umwege dank dieses Forums), und ich habe gelernt, dass Beute auf Kuhwiese vielleicht nicht die beste Idee ist.


    Nun habe ich zwei Möglichkeiten:
    1.) Ich transportiere die Bienen über die 700km und stelle sie dann direkt auf. Wenn ich alles richtig verstanden habe, kann ich die Beuten dann direkt öffnen (auch nachts?), die Bienen fliegen sich direkt auf den neuen Standort ein. Tatsächlich komme ich erst sehr spät nachts an und werde kaum eine Chance haben, den Bienenstand unmittelbar bei Mondschein zu errichten.


    2.) Ich stelle die Bienen erstmal zu mir in den Garten und präpariere den Bienenstand mit Unterlage und Zaun etc. in den kommenden Tagen. In der Zeit würden sich die Bienen aber schon auf meinen Garten einfliegen. Da der endgültige Standort aber nur wenige 100 Meter Luftlinie entfernt ist, würden sie vermutlich in meinen Garten zurückfliegen, wenn ich die Beuten dann nach 3 Tagen umstelle, sobald der Bienenstand fertig ist.


    3.) Ich lasse die Bienen in der hoffentlich gut verschlossenen - wenn auch belüfteten - Beute und präpariere den Bienenstand sofort am nächsten Morgen. Bis dahin bleiben die Bienen unter Verschluss (hoffentlich halten Sie das so lange aus).


    Wie würdet Ihr den gordischen Knoten durchschlagen? Mit graut's jetzt schon vor dem Umzug...


    Viele Grüße


    Pisolo

  • 700 km sind kein ein Kilometer, sondern 699 mehr.


    1 + 2 + 3 sind bei echt 1 km Murks.
    Nichts gelernt.


    Forumssuche für das Serviertablett "Verstellen auf kurze Distanz' anwerfen. Steht da alles.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Warum nicht die Bienen dorthinstellen wo sie endgültig stehen bleiben? Stell die Beuten einfach so das du hinter ihnen ein Podest bauen kannst.
    Die Bienen fliegen sich zwar ein, hab aber noch nie Probleme gehabt die Beute ein Stück nach hinten zu verschieben, das scheinen die eher zu finden als wenn man die Kiste nach links oders rechts verschiebt

  • Hallo Pisolo,
    zwei mal fahren ist sicherlich Mist bei der Entfernung. Also noch in der Nacht die Bienen hinstellen und das Flugloch öffnen. Nach zwei Tagen wieder hin und Podeste direkt hinter den Kästen hinlegen, Zaun bauen, Wiese mähen, Schilder aufhängen, Liegestühle platzieren, Insalata mista auspacken, ach ja und Bienenbeuten hochstellen. Gut iss. Denk an einen Helfer und an zwei oder drei Taschenlampen für die Nacht oder sorge dafür, dass deine Autobatterie voll geladen ist. Danach einen ordentlichen Absacker, denn du weist, was du an dem Tag geschafft hast.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der vorgestern Nacht drei Völker verstellen musste, mit Frau in die absolute Dunkelheit, und dabei viel Spaß hatte

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Punkt 1 hab ich so gelesen, dass dann nachts nicht hingestellt werden kann, weil kein Standplatz geeignet/ fertig ist oder gemacht werden kann.
    Wenn dem nicht so ist, geht 1 nicht.


    Bei Punkt 1 bleibt immer noch, dass es 700 Meter? sind vom alten Standplatz. Dann wird auch 1 nicht am besten gehen, weil am nächsten Tag alle Flugbienen am alten Standplatz sind.


    Verstellen auf kurze Distanz oder nur über > 3 km Zwischenparken machbar.

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    Hans Kasper

  • 700 km sind kein ein Kilometer, sondern 699 mehr.


    1 + 2 + 3 sind bei echt 1 km Murks.
    Nichts gelernt.


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    Hab ganz schön lange gebraucht zu verstehen, warum Du so einen Ton wählst und dann erst spät verstanden, dass ich die Frage sehr undeutlich geschrieben habe, daher nochmal, jetzt hoffentlich klarer.


    Ich ziehe tatsächlich rund 700km um und nehme meine beiden Völker mit. Ich werde mitten in der Nacht ankommen, meinen zukünftigen Standplatz werde ich vorab mit einem Landwirt telefonisch besprechen. Keinesfalls aber werde ich da eine so präzise Angabe bekommen, dass ich nachts um 2 über den Elektrozaun steige und zwei Beuten auf eine Kuhweide packe.


    Dementsprechend muss ich wohl die Beuten nachts erstmal bei mir ausladen, das ist nun den genannten Kilometer vom zukünftigen Standplatz entfernt, vielleicht auch nur ein paar hundert Meter.


    Beuten also weiterhin zulassen und mich am nächsten Morgen möglichst schnell beim Bauern einrichten?


    Oder Beuten öffnen und nach ein paar Tagen noch einmal ein paar hundert Meter umstellen in der Art, wie es hier im Forum für kurze Distanzen beschrieben ist?


    Hoffe das war jetzt klarer, danke Euch


    VG


    Pisolo


  • 3.) Ich lasse die Bienen in der hoffentlich gut verschlossenen - wenn auch belüfteten - Beute und präpariere den Bienenstand sofort am nächsten Morgen. Bis dahin bleiben die Bienen unter Verschluss (hoffentlich halten Sie das so lange aus).


    So geht das sehr gut, wenn es halbwegs kühl ist. Habe ich vor ein paar Monaten auch so gemacht - ca. 500 km. Einer hat die Bienen schon abgeladen. der Andere die Unterlagen hergerichtet. Wir hatten noch ein Wandergitter oben drauf, damit war es sogar in den Beuten so kühl, dass sich die Bienen zu einer Traube zusammengezogen hatten (nachts hatte es ca. 15° C) und beim Flugloch öffnen hätte es nicht mal ein Schleier gebraucht. Aber es hängt doch an den Nachttemperaturen.

  • Die Frage ist doch zunächst, wann soll das ganze vonstatten gehen? Momentan habe ich Bienen wie einen Flokati auf der Beutenfront sitzen, da es ja auch nachts angenehm mild ist. Gottseidank endlich Sommer. ;-) Aber zum Wandern ist das nicht ideal, da sind kalte Nächte gut. Wenn es dann auch tagsüber nicht wärmer als etwa 15 Grad wird, dann kann das Flugloch geschlossen bleiben und die Kästen können erst einmal geparkt werden. Bei den derzeitigen Temperaturgen geht das natürlich auf keinen Fall. Dann müssen die Stöcke entweder gleich auf den richtigen Standplatz oder eben 2-3 km entfernt davon irgendwo zwischengeparkt werden. Das sollte doch gehen, evtl. beim Bauern oder am Wald an einer Ecke, wo nicht gleich jemand meckert. Falls ein großer Bienenbart an der Beute hängt, würde ich außerdem schröpfen und die Bienenmasse in einen luftigen Behälter geben, bei mir ist das ein Wasserpflanzenpflanzkorb mit Styropordeckel, und am endgültigen Stand dann die Bienen sich wieder einbetteln lassen oder noch eine Beute und Königin besorgen und das als Kunstschwarm einschlagen.

  • Das wird nächste Woche sein, also vermutlich bei warmen Temperaturen. Die Beuten werden allerdings in meinem PKW transportiert, der ist klimatisiert, so dass es ca. 20 Grad haben wird, ausserdem fahren wir nachts. Tags kann ich die Bienen in eine Betongarage stellen, dort wird es auch nicht übermässig warm, zumindest nicht, bis ich bis mittags den Stand fertigpräpariert habe, dann kommen die da hin und werden aufgemacht, alles natürlich nur in der Variante "direkt".


    In der Variante "indirekt" würde ich die Bienen ja zunächst in meinen Garten stellen, schon nachts das Flugloch aufmachen und die Bienen dann zwei Tage später noch einmal die paar hundert Meter umstellen nach der Methode "Flugloch mit Zweigen verdecken".

  • Ich glaube das war die bereits erwaehnte Variante "Pulloverschnitte". Guck Dir nochmal #4 an, da ist ein Link unter dem Wort "Pulloverschnitte".


    Bauern stehen doch normalerweise frueh auf. Ich wuerde direkt als 1.dahinfahren. Vielleicht vorher mal fragen, ob er vielleicht eine alte Palette hat. Dann Bienenvoelker als erstes auf die Palette, etwas abregen lassen und FL auf. Ansonsten tun es auch 2 alte Balken. Mit ein paar Steinen oder Erde etwas in die Waage bringen und da drauf stellen. FL auf. Feinheiten kannst Du alle noch spaeter machen, wenn die Bienen schon fliegen.


    Frag' vorab telefonisch nach einem Platz im Baumschatten, am Hang ohne Kuehe und PKW anfahrbar.


    Gruss
    Joe

  • Ja, die Pulloverschnitte bekomme ich auch nicht aus meinem Kopf,
    ich glaube, ich kenne sie.
    Aber jetzt nochmal zu dem Problem. Leicht behoben werden könnte es, wenn man entgegen allen aufgeführten Grundbedingungen, auf der 7oo km weiten Strecke irgendwo ca. 5 km vor dem neuen Standort eine Möglichkeit zum Zwischenparken finden würde. Du hast als auf einer Strecke von 695 km einen Platz zu finden, wo man mal für drei Tage zwei Bienenvölker aufstellen kann. Und schon alleine deshalb liebe ich Imkervereine, Imkerfreunde und aufgeschlossene Mitglieder im Imkerforum.
    Wo musst Du nochmal hin?
    Viele Grüße
    Wolfgang, berufsmäßiger Problemlöser

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Pisolo,


    ich würde Variante 2 nehmen. Ohne Stress- den hat man bei einem Umzug schon genug.(undichweißwovonichsprechedennichbininmeinemLebenschonzehnmalumgezogen) Das Umsetzen auf kurze Distanz funktioniert sehr gut und wer weiß? Vielleicht gefallen Dir Deine Bienen im Garten ja so gut, daß Du sie einfach da stehen läßt und verstellst sie im zeitigen Frühjahr, wo sie sich eh wieder neu einfliegen müssen.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Verstellen auf kurze Distanz scheint gar nicht sooo ei riesiges Problem zu sein, wenn man die "Schüttel-mich-leg-mir-ein-Zweigchen-vor-die-Tür"-Methode anwendet. Und den ganzen Umzugsstress fürchte ich auch schon. Wenn dann irgendwas dazwischen kommt, stehen die Bienen da und der Plan beginnt zu bröckeln.


    Dann lieber in den eigenen Garten und in Ruhe nach ein paar Tagen umsetzen...


    Ich glaube ich habe so langsam einen Plan... :u_idea_bulb02: