Jetzt noch Schwarm

  • Hallo,


    ich bekomme gerade einen Anruf von meiner Frau, dass der Garten voller Bienen sei. Kann es sein, dass es jetzt noch Schwärme gibt?
    Das Volk wäre ein Ableger von diesem Jahr. Es war schon recht stark...
    Gäbe es eine andere Erklärung?


    Grüße
    Rolf

  • Hallo Rolf,


    so ungewöhnlich ist ein Schwarm um diese Zeit nicht.


    Einer meiner ersten Ableger aus diesem Jahr hatte am Sonntag auch die ersten Schwarmzelle bestiftet. Durch das gute Wetter und ausreichend Tracht platzen die Ableger aus allen Nähten. Ich habe ihn geschröpft, um einen anderen Ableger zu stärken, Mittelwände gegeben und noch einen Honigraum aufgesetzt. Jetzt sitzt der Ableger auf 2 Zargen DN und 2 Honigräumen. Mal sehen, ob in den zweiten auch noch was reinkommt.


    LG Olivia


    PS: Mein spätester Schwarm war am 04.08.. Klitzeklein, kaum ein kg. Kam auf 5 Waben über den Winter und wurde ein stattliches Volk.

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Hallo Olivia,


    danke für die Antwort. Na dann werde ich mal schauen, was sich bis heute Abend, wenn ich nach hause komme, so ergeben hat.
    Eine weitere freie Beute habe ich eh nicht mehr.


    Was kann ich denn tun, falls die Bienen wieder einziehen sollten? Meine Frau gibt sich Mühe es regnen zu lassen ;-).


    Grüße
    Rolf

  • Hallo,


    so nun versuche ich mal genauer zu berichten:


    Ich habe zwei Völker in meinem Garten stehen, einen Ableger von Ende April. Damals recht mager gestartet hat sich bis heute sehr gut entwickelt und belagert in der Dadant Beute etwa 8-10 Rahmen, wobei drei davon noch DNM Rähmchen von der Ablegerbildung sind. Es ist ein Honigraum aufgesetzt, der vor etwa zwei Wochen angenommen wurde und insgesamt etwa ein Rahmen Honig ergeben würde.
    Das zweite Volk ist ein Schwarm von Anfang Juni. Das Volk belegt etwa 5-7 Rähmchen. Der aufgesetzte Honigraum wurde nicht angenommen.


    Meine Frau bereichtete:
    Im Garten unheimlich viele Bienen, so wie wenn ich darin arbeiten würde beim Umziehen von einer Beute in eine andere.
    Bienen hätten sich in einem Baum über der Beute gesetzt, sind nun aber alle verschwunden.
    Bienen haben sich an der Beute mit dem Schwarmvolk gesammelt (meiner Meinung nach müssten die Bienen aber aus dem Ablegervolk stammen) und scheinen in diese einzuziehen.
    Nach ca. einer halben - dreiviertel Stunde ist der Flugbetrieb wieder normal, Bienen wandern weiter in die Beute ein.



    Was könnte hier passiert sein?


    Fragende Grüße
    Rolf

  • Hallo Rolf,


    die Bienen schwärmen aus unterschiedlichen Gründe. Es gilt herauszubekommen, weshalb Deine geschwärmt sind, wenn es denn Deine waren. Es gibt Hungerschwärme, Varroafluchtschwärme und Schwärme aus Platzmangel zu dieser Zeit, würde ich sagen. Wenn ein Schwarm in ein vorhandenes Volk einzieht, war evtl. keine Königin drin. Evtl. war es auch ein Schwarm aus dieser Beute und die "Schwarmkönigin" war flugunfähig oder ist abhanden gekommen. (Bei mir räubern die Spatzen zur Zeit vor den Beuten.)


    Je nach dem, welcher Grund hier vorlag, entscheidet das weitere vorgehen. Benutzt Du Schiede, um die Bienen nach oben in den Honigraum zu leiten?


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Hallo Olivia,


    so, nun habe ich mal nachgeschaut. Weniger Bienen habe ich definitiv nicht, eher mehr. Allerdings nicht nur im Schwarmvolk. Ich habe auch den Eindruck, dass das andere Volk ebenfalls mehr Bienen hat. Das kann aber auch täuschen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich zumindest bis Sonntag in beiden Völkern eine Königin hatte.
    Nun befinden sich auch so zwei handvoll Bienen im Honigraum des Schwarmvolkes. Außerdem sind nun 11 Rähmchen besetzt, allerdings teilweise nur halb ausgebaut.


    Meine Interpretation ist nun die, dass ein dritter Schwarm sich hauptsächlich meinem Schwarm angeschlossen hat und einige haben sich dem anderen Volk angeschlossen. Was mit der überflüssigen Königin passiert ist kann ich nicht sagen. Das Rätsel werde ich als Anfänger wohl nicht lüften. Ich werde am Wochenende mal eine Varroakontrolle machen. Wenn der Totenfall deutlich zugenommen hat, dann ist das ein Hinweis mehr, dass ein weiterer Schwarm eingezogen ist.


    N.B.: Im Rasen lief übrigens ein richtig dicker Brummerdrohn herum, ein Flügel angefressen. Der war wohl doppelt so groß wie eine normale Biene. Fasst hätte ich gedacht es sei eine ausgestoßene Königin. Er hatte aber große Glubschaugen und keinen schlanken Hinterleib. Da wo normalerweise der Stachel sitzt war ein orangeroter Punkt, etwa 1/2 Stecknadelkopf groß.


    Grüße und gute Nacht
    Rolf

  • Könnte es den Bienen evtl. auch zu warm in ihrer Beute geworden sein? Der Gitterboden ist offen. Das Flugloch hat eine Größe von 8x50mm². Wenn Flugbienen ankommen, dann werden sie teilweise vom Luftstrom der Lüfterbienen weggeweht und purzeln das Anflugbrett hinunter...


    Grüße und nun wirklich gute Nacht
    Rolf

  • Hallo Miteinander,
    Schwarmzeit geht bis in den August, wir haben gerade mal Mitte Juli...
    Neben den oben genannten "Notschwärmen" gibt es jatzt noch die natürlichen Schwärme Heidschwärme, Singerschwärme, Umweiselungsschwärme, späte Nachschwärme.
    Auch habe ich den Verdacht, das Schwarmverhinderungsbetriebsweisen nicht das bewirken, was der Name vermuten lässt, sondern eher verschiebenden Einfluss auf das Schwarmgeschehen haben.
    Auch Völker mit junger Königin, sogar diesjähriger Königin, können schwärmen.
    Das Einzige was hilft: Wegnahme der Königin, Volk umweiseln lassen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Miteinander,
    nun, der Wunsch des Volkes, zu schwärmen, hat ja nicht nur die eine Ursache, sich zu vermehren,
    sondern auch die, eine neue Regentin zu bekommen.
    Wenn jetzt durch schwarmvorbeugende und -verhindernde Maßnahmen des Imkers der erste Grund, Schwarm zur Vermehrung, zwar erfolgreich verhindert wird, bleibt der zweite ja noch.
    Wenn dann mehrere Umweiselungszellen angesetzt werden bei noch vorhandener Schwarmstimmung, Vorausetzungen für ein Gelingen des Schwarmaktes, kann so ein Umweiselungsschwarm vorkommen.
    Man muss schon gründlich recherchieren, z.B. Anzahl und Lage der Weiselzellen, um ihn von einen Vor- oder Nachschwarm zu unterscheiden.
    Bei Völkern mit wenig ausgeprägtern Schwarmanzeichen, durch Auslese bedingte Anlage weniger Schwarmzellen, ist das recht schwierig.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.