Chinahonig

  • Hallo Helmut,
    die letzten Berichte gingen, glaube ich, über Antibiotika Rückstände. Hier ist über die wirtschaftliche Seite mal ein neuer Ansatz. Vielleicht hilft das ja. Ich frage mich nur wo unser Funktionäre sind.
    Gruß Harald

    Man kann auch ohne die Imkerei leben. Nur nicht so schön!

  • Mit dem gleichen Argument müsste man ja praktisch alle Importe aus China mit Strafzöllen belegen.
    So läuft der Hase aber nicht, auch wenn mache das nicht wahrhaben wollen.
    Es sei denn Europa will umgekehrt auch nix mehr nach China exportieren ...


    cu

  • Mit dem gleichen Argument müsste man ja praktisch alle Importe aus China mit Strafzöllen belegen.
    cu


    Da hast Du natürlich recht. Das geht nicht. Aber man sollte zumindest die Eingangskontrollen verschärfen, so dass nur Ware die unseren Gesetzen genügt in den Handel kommt.
    Gruß Harald

    Man kann auch ohne die Imkerei leben. Nur nicht so schön!

  • ... Das geht nicht. ...


    Warum sollte das nicht gehen? Es sind doch menschengemachte Gesetze, die dem Handel zugrunde liegen. Der sogenannte "Freihandel" zerstört Landschaften, Natur und Menschen und nützt nur der klitzekleinen Schicht des globalen Geldadels. :-(


    Schaut euch diese Bilder (vor allem Bild Nr. 9!) an:
    http://www.zeit.de/wissen/2013-06/fs-bienenzucht-indien-2 (Schöne Bilder!)


    ... glaubt ihr, dass die Honigproduktion in China oder Südamerika anders funktioniert?
    Und was würde "euer" Lebensmittelkontrolleur sagen, wenn ihr so euren Honig gewinnt? Zeigt diese Bilder den Menschen, damit sie wissen, wie ihr "preiswerter" Biohonig gewonnen wird.


    Die europäischen Imker werden niemals mit asiatischen oder südamerikanischen Imkern in Wettbewerb treten können, da haben sie keinerlei Chancen. Hier sind die gesetzlichen Anforderungen höher und auch die Steuern und Abgaben und die Preise....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hoi,


    danke für die zwei Links, hab beide gelesen. Die Sache, dass man sich gegen Dumpingpreise bei Importwaren schützen will, ist an sich ja nicht gerade verwunderlich (auch wenn man in Branchen, in denen man das nicht getan hat, davon nichts merkt: 5€ Jeans bei H&M gehen gut weg, nach den einstigen Arbeitsplätzen die hierzulande Kleidung fertigten fragt dabei ja auch keiner :roll:).


    Solang der Kunde weiß, was er kauft, hat jeder ja selbst die Wahl. Insgesamt ist das globale/ökologische Bewußtsein in D ja mittlerweile deutlich sensibler geworden; die Mehrheit wählt die ethisch vertretbareren Positionen, sh. zB bei Eiern - ein Mut machendes Beispiel.
    Wenn dann natürlich ein deutscher Honigimporteur Chinahonig kauft und hier mit einer Menge X anderer Honige verpanscht, und das dann danach als "Produkt aus der Region" im Supermarktregal anpreist, nur weil der Abfüllbetrieb hier ist.... :roll: Sh. anderer Thread.


    Schön, dass die Öko-/Bio-Sparte zur Zeit so auflebt. Schlimm wäre, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit verlieren würde, weil ein paar wenige Großunternehmer hier versuchen mit zwielichtigen Methoden Profit daraus zu schlagen. Dummerweise sind die kleinen Bioproduzenten zwar viele, aber der große Anteil am Umsatz wird von einigen wenigen Großunternehmen eingefahren, und wenn die dann für entsprechende Skandale sorgen, könnte das Pendel wieder in die andere Richtung schwingen.... und die "Kleinen" würden dann ebenso ihre Glaubwürdigkeit und ihre Kunden verlieren. Well.... wird langsam Offtopic.


    Hoffen wir jedenfalls daß da einige ein waches Auge haben, und den Wettkampf auf dem Markt möglichst offen und transparent halten - dann werden dubiose 1€-Honige wohl so oder so nur eine kleine Sparte erobern, zB als Beimischprodukt bei großen Bäckereien etc, aber ich glaube, 80% der Kunden würden andere Honig weiterhin bevorzugen.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • ja, youEdhahne,
    das meine ich : " aus europäischen und nichteuropäischen " , und damit aus unbekannter Herkunft.
    Und unsere Importeure machen einen "leicht besseren" Gewinn.
    Wie Harald schon schrieb war Einfuhrverbot wg Antibiotika.
    mal sehen ob das runtergemischt wird auf erlaubte Werte.
    Wer ist eigentlich für die Einfuhrkontrolle zuständig ?
    Gruß
    Helmut

  • Was zur Hölle!!! Und sowas schmeckt man nicht?! Weiß nicht, wie Alaun-Pulver schmeckt (haben aber ein Alaunschieferberwerk nicht weit von hier, kann ja mal verkosten gehen)... aber das ist schon sehr krass. Dabei schmeckt man ja angeblich schon Zuckerhonig gut raus (oben Zuckerwasser ins Volk, unten die Waben abernten), sagt man. Da kann so ein Schwindel doch gar nicht funktionieren, sollte man meinen.
    Andererseits, wenn man das nicht im Glas verkauft, sonder als Zutat im Lebkuchen...


    Zitat

    Im letzten Monat schockte eine Studie Frankreich, der zufolge 10% des inländischen Honigverbrauchs aus betrügerischen Quellen stammt.


    Gut, wenn man Honig aus eigener Quelle hat - gleich nachher noch mal bei den Biens bedanken gehen. Schade, dass man nicht alles aus eigener Quelle hat, wer weiß was in den anderen Nahrungsmitteln so drin steckt :-?

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • ...Schade, dass man nicht alles aus eigener Quelle hat, wer weiß was in den anderen Nahrungsmitteln so drin steckt :-?


    Und da steckt `ne Menge Zeugs drin.
    Mein Grund, vieles an Nahrungsmitteln selber zu machen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Hardy,


    stimmt wohl. Kann ich nachvollziehen, versuche auch an möglichst viel "vertrauenswürdige" Speisen zu kommen.


    Aber man sieht auch mal wieder erstaunt, was es bedeutet, dass der Mensch von Natur aus ein "Allesfresser" ist: man verkauft uns teilweise gröbsten Schrott, und doch kann mans essen und bleibt gesund. Mehr oder minder jedenfalls :D Schmecken tuts einem natürlich trotzdem nicht, zumindest im übertragenen Sinne *g*

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
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  • Ja der Welthandel. Wir blasen alle unseren Wohlstand dadurch auf, dass wir Waren kaufen, die anderswo zu einem Preis produziert werden, zu dem bei uns niemand auch nur einen Finger rühren würde (auch Imkereimaterial). Unser eigenes Handwerk wollen wir uns nicht mehr leisten, da wir sonst auf Vieles verzichten müssten. Und plötzlich sind wir dann selbst betroffen (wobei ich als Hobbyimker ja eigentlich gar nicht wirklich betroffen bin) und schon schreien alle nach Schutzmassnahmen.


    Bei uns hier in der Schweiz kann eigentlich niemand von der Honigproduktion leben. Es gibt nur wenige, welche von der Imkerei leben, allenfalls kombiniert mit einem Imkereihandel o.ä. Und das obwohl der Honigpreis bei uns wesentlich höher ist als in der EU (die geographischen Bedingungen sind halt nicht sonderlich für Grossbetriebe geeignet). Der "hohe Preis" (Empfehlung Imkerverband = CHF 25; auch das deckt die Herstellungskosten kaum) hält sich trotz den Langenases und anderen, welche ihren Honig aus Südamerika (und in Zukunft vielleicht auch Indien/China) importieren. "Unser" Honig gilt als von besserer Qualität und diesen Ruf gilt es zu bewahren. Wir können den Bedarf ja eh nicht aus eigener Produktion decken. Dann werden wir uns auch nicht vor Importen aus China fürchten müssen.


    Grüsse
    Daniel

  • Moin,
    es ist der Bauernverband der sich beklagt !!!
    nicht der Berufs,,-oder Hobbyimker !
    Komisch, jetzt schieben sie uns vor, nachdem sie bisher keinerlei Rücksicht auf unsere Bienen genommen haben ?
    Wenn sie(die Landwirte )( und die Importeure sind auch Aasgeier ) überleben wollen, müssen sie schleunigst selbst vernünftig mit der Natur umgehen.
    Selbst alles plattfahren, aber auf die Chinesen zeigen,
    das stört mich viel mehr.
    Deutschland führt zig Tonnenweise Nahrungsmittel in aller Herren Länder aus, ohne Rücksicht auf Verluste, und sogar noch subventioniert.
    Ich erinnere an den Film bei Arte " Zukunft pflanzen ".
    Noch gibt es eine Chanche.
    Nur mit der Ilse nicht .
    Amen
    Gruß
    Helmut

  • [QUOTE=Isselbiene;373030
    Wenn sie(die Landwirte )( und die Importeure sind auch Aasgeier ) überleben wollen


    Nur mit der Ilse nicht .


    Helmut[/QUOTE]


    Hallo Helmut,
    ein Teil der Landwirte hat auch erkannt, dass es so nicht weiter geht. Die Unbelehrbaren werden hoffentlich weniger.


    Ilse macht doch einen guten Job als Industrieministerin ........äh, oder hat sie eine andere Bezeichnung?
    Gruß Harald

    Man kann auch ohne die Imkerei leben. Nur nicht so schön!