Ableger zum zweiten Mal drohnenbrütig?

  • Hallo liebe Imkerkollegen,


    in den vergangenen Tagen, haben wir etwas entdeckt, was wir so noch nie gesehen habe. Wir haben Anfang Juni Ableger mit neuen Königinnen und gebildet. Dazu haben wir den unbegatteten Königinnen seit 2 Tagen verdeckelte Brutwaben mit auf den Weg gegeben gegeben. Jedoch wurden 2 dieser Ableger irgendwann drohnenbrütig. Daraufhin dachten wir, dass wir die Bienen noch weiter gebrauchen könnten. Daher haben wir die Ableger, die auch noch direkt nebeneinander standen, etwas 20m vom Platz entfernt abgeschlagen, damit die Bienen zurückfliegen und das Drohnenmütterchen zurückbleibt. Kurz darauf haben wir einen Zuchtrahmen eingehangen. Das klappte soweit auch, die haben noch einige Larven angepflegt. Nur als wir dann gestern nochmal nachgeschaut haben, waren da wieder Stifte drin. Also ist der Ableger wohl wieder drohnenbrütig, aber die angepflegten Zellen sind völlig unbeschadet!


    Was haben wir falsch gemacht? Hat es ein Drohnenmütterchen etwa doch zurückgeschafft oder gibt es vielleicht schon wieder ein neues?


    Wir haben jetzt vor, den Ableger noch einmal abzuschlagen, damit die verbliebenen Bienen in den danebenstehenden Ableger einziehen, dessen Königin seit dem 25.06. Eier legt. Ist das Risiko zu hoch, diese Königin zu verlieren? Wir gehen auch diesmal noch weiter weg, dann liegt eine Hecke und eine Baureihe dazwischen!


    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

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  • Entschuldigung Stefan, ich blicke hier überhaupt nicht durch.


    Zitat

    Dazu haben wir den unbegatteten Königinnen 2 Tage nach der Einweiselung jeweils 1 Brutwabe gegeben.


    Warum?
    (frisch eingeweiselte KÖs lässt man normalerweise in Ruhe und ein frisch gebildeter Anleger braucht doch keine extra Brut)


    Zitat

    Jedoch wurden 2 dieser Ableger irgendwann drohnenbrütig.


    Wie habt Ihr diese "Drohnenbrütigkeit" festgestellt?
    Mehrfach bestiftete Zellen?
    (Das kommt auch bei Jungköniginnen vor.)


    Zitat

    Kurz darauf haben wir einen Zuchtrahmen eingehangen.


    In den vermeintlich weisellosen Ableger?


    Entschuldigung, ich hör jetzt besser auf, aber vielleicht könntest Du das erst (er)klären, bevor Du weitermachst.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Ich muss das wohl noch ergänzen:


    Wir haben den Ablegern jeweils eine Brutwaben mitgegeben, damit die Ableger schon stark starten! Ich habe das zuerst falsch geschrieben!


    Drohnebbrütig, woran wir das erkannt haben? Wir haben 3 bzw. 4 mal eine Königin in dem Ablegern gesucht, ohne Erfolg! Das Brutbild war völlig chaotisch! Stifte auf Pollen, 4,5 oder 6 Stifte in einer Zelle usw.! Das war sehr eindeutig!


    Den Zuchtrahmen haben wir ca. 2 Stunden nachdem wir den Ableger abgeschlagen haben in den Ableger gehangen! Wäre der Ableger dann nicht weisellos gewesen, hätten sie die Larven doch gar nicht angenommen!


    Ich habe den ursrünglichen Text angepasst!


    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen


  • Hallo Stefan, null Ahnung vom Umgang mit Ablegern. Wie kann man nur unbegatteten Königinnen Brutwaben geben ? In Völker mit neu eingeweiselter KÖ schaut man wenigstens 7 besser 9 Tage nicht rein, das kann das leben der jeweiligen KÖ kosten, weil die Bienen um die KÖ zu schützen diese einkneulen und dadurch töten. Außerdem ist die Zugabe von Brutwaben völliger Blödsinn solange die KÖ nicht legt. Und wieso Zuchtrahmen zugehangen. Ihr habt alles doppelt und dreifach falsch und ohne Überlegung gemacht. Ich würde zum guten Fachbuch raten.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef,


    ich habe mich zuerst falsch ausgedrückt, entschuldige! Ich habe das mit der Brutwabe eigentlich nur erwähnt, weil ich zum Ausdruck bringen wollte, das die Bienen im Ableger noch relativ jung sind! Das das jetzt so ein Aufhänger wird, hätte ich nicht gedacht. Bei den anderen Ablegern hat das gut geklappt. Wir haben trotz miesem Wetter eine Quote von fast 70% begatteten Königinnen.


    Den Zuchtrahmen haben wir 3 Wochen nachdem wir die Königin eingesetzt haben eingehangen. Zuvor haben wir den Ableger bis auf eine Futtergabe 12 Tage unberührt gelassen!
    Ich frage mich in diesem Falle, warum der Ableger wieder drohnen brütig ist und ob ich den danebenstehenden Ableger aufs Spiel setze, wenn ich den drohnenbrütigen Ableger nochmal abfege?


    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

  • Wenn ein Ableger an dem schon rumgegeigelt wurde jetzt immernoch oder schon wieder drohnenbrütig ist, dann würde ich den auflösen und seinen Nachbarn die Fluglöcher auf Daumenbreite einengen. Und zwar schon Stunden vor der Auflösung und bis Tage danach.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Stefan,
    Nach drei Wochen ist ein Volk doch noch nicht drohnenbrütig! Vielleicht war es doch eine Königin, die ihr nicht bemerkt habt?
    Im Übrigen habe ich die Methode deiner "Begattungsableger" immernoch nicht richtig verstanden. 70% klingen ja gar nicht schlecht. Kannst du die Methode nochmal schildern Schritt für Schritt mit allen Angaben?
    Grüße,
    Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Hallo Jogi,


    ich und mein Vater haben die beiden besagten Ableger unabhängig voneinander jeweils 3-mal durchgesehen und keine Königin gefunden. Auch wenn man sagt, dass auch junge Königinnen etwas verwirrt anfangen Stifte zu legen, sah das sehr nach Drohnenbrütigkeit aus. Selbst wenn wir doch eine gefunden hätten, wäre dieses Brutbild schon Grund genug sowas abzukneifen. Aber wie erwähnt, haben wir mehrfach nichts gefunden. Wir hätten die neue Königin doch dann spätestens finden sollen, als wir die abgeschlagen haben. Doch auch in dem Häufchen auf dem Boden war keine Königin.


    Zu unserer Ablegerbildung: Als wir in diesem Jahr unsere Ableger gebildet haben hatten wir 10 Wirtschaftsvölker an unserem Stand. Das hätte noch besser geklappt, wenn wir alle 16 Völker gehabt hätten, aber im Raps wurden uns 6 Völker geklaut! Zuvor haben wir einen Sammelbrutableger in Segeber Beute angelegt (10-mal Brut, 1-mal Pollen) und einen Sammelbrutableger durch umsetzen und abschlagen eine Wirtschaftsvolkes (das kann man auch noch 2-3 Stunden vor dem Umlarven bilden). Die Annahmequote war bei beiden nicht so toll (14 von 30 bzw. 18 von 30), aber an den beiden Tagen war es recht kühl! Wir käfigen die Zellen dann am 5. Oder 6. Tag. Wir belassen die Weiseln dann in den Käfigen und verschließen diese dann mit einer kleinen Scheibe aus Futterteig. Diese Käfige setzen wie dann in ein dafür vorgesehenes Fach in unseren Kästen. Wir haben dann insgesamt 32 neue Königinnen in Ableger eingeweiselt. Dazu hängen wir üblicherweise in unseren Völkern 2 Tage vorher 1-2 möglichst verdeckelte Brut in den Honigraum um. Diese Brutwaben setzen wir dann bienenbesetzt mit einer Futterwabe und einer Mittelwand in selbstgebaute Ablegerkästen (3 Waben, erweiterbar auf 5). In diesem Jahr fehlten uns aber wie erwähnt Brutwaben. Diese Ableger haben wir aus den verbliebenen Bienen aus den Sammelbrutablegern und abgeschlagenen Bienen gebildet, dabei haben das erste Mal Begattungskästchen ausprobiert! Wir bringen die Ableger dann zu unserem zweiten Stand im Moor. Nicht weit von dort stehen sehr viele Linden, wo viele Imker ihre Bienen nach der Rapstracht hinstellen. Das trägt natürlich einiges zum Begattungserfolg bei. Im Ergebnis haben wir 22 begattete Königinnen von 32 eingeweiselten, oder annähernd 70%! Das ist bei der zwischenzeitlich 10 Tagen Schietwetter gar nicht mal so schlecht, oder?


    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

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  • völlig korrekt (was Henry da beschreibt) so würde ich es auch machen !!

    Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück

  • völlig korrekt (was Henry da beschreibt) so würde ich es auch machen !!


    Du beziehst dich wohl auf meine Eingangsfrage schätze ich! Wir haben das heute folgendermaßen geplant (drohnenbrütiger Ableger - Bienenmaterial nutzen): Wir stellen zur Vorbereitung einen Ablegerkasten mit einer Brutwabe, einer Mittelwand und einer Futterwabe und einer begatteten Königin direkt daneben (ist an anderer Stelle schon zusammengestellt). Das Flugloch besitzt einen Schieber, den öffnen wir nur einen Spalt. Den drohnenbrütigen Ableger bringen wir dann ca. 200m weit weg und schlagen den dort ab! Was da dann 5-10 min. später immernoch bleibt, muss leider dran glauben!
    Geht das so?


    Gruß Stefan

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

  • Was da dann 5-10 min. später immernoch bleibt, muss leider dran glauben!

    Willstu die da etwa umbring?


    30m hin in hohes Gras reicht auch. Da kriegen die wenigsten schon Duft.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ich werde natürlich beobachten, wie sich das entwickelt, und dann nicht völlig grundlos Bienen abschlachten! Aber vor 2 Jahren mussten wir das schon mal machen dabei blieb nach einiger Zeit, ein Häufchen Bienen über in dessen Mitte eine Biene war, die gefüttert wurde! Und diese Bienen musste dann das Zeitliche segnen! Danach war alles in Ordnung!

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen