Bei mir ist gerade ein Schwarm abgegangen...

  • ... und ich habe ihn auch eingefangen. Er hatte sich bei meiner Nachbarin im Walnußbaum festgesetzt, ca. 2-2,5m höhe, also gut zum üben.


    mensch war ich aufgeregt, habe erst einen Teil der Rähmchen rausgenommen um die Bienen besser einkippen zu können, fand dann heraus, daß das eine dumme Idee war (wie kriege ich die Rähmchen wieder rein?)
    Dann 2. Zarge drauf, unten fehlten immernoch Rähmchen (genauso doof, wie kriege ich die Rähmchen wieder rein, Bienen gequetscht)


    Naja, jetzt stehen sie in einer Segeberger Beute mit Rähmchen unten drin und 2. Leerzarge drauf auf einem Segeberger Deckel mit Sperrholzplatte oben drauf im Garten der Nachbarin und warten auf heute Abend.
    Königin scheint drin zu sein, da sich die Nachzügler einfinden.
    War ein Singerschwarm aus meinem Großen Volk, hatte einen Königinnenableger vor ca. 2 Wochen gemacht.
    Heute morgen bei der Durchsicht Tütete (oder quäkte?) es drinnen, habe also schnell wieder zu gemacht, da ich vermutete alle NSZ bis auf eine gebrochen zu haben (letzte Woche)
    Kam dann um 15.45 Uhr von einer Einladung zurück und der Vorgarten war voller fliegender Bienen.


    Naja, muß nun noch eine neue Beute bauen, damit die Damen ein adäquates zu hause bekommen.
    Mein Mann ist weniger begeistert. Hatte ihm gerade heute morgen erklärt, daß wir nun 2 Völker und 2 Ableger haben und ich hoffe, daß zumindest 3 durch den Winter kommen. Da waren es schon 5!


    Muß ich den Schwarm nun in ein Paar Tagen füttern?
    Meine Ableger kamen bisher alleine zurecht, aber die muß ich definitiv ab Montag zufüttern (muß noch Zargen zum Füttern bauen), bei dem Wetter sind die echt etwas mau im Honig.


    LG, mein Adrenalin fährt sich gerade runter, war toll,


    Katarina

    Die besten 10 Jahre einer Frau sind zwischen 39 und 59.

  • Hallo Katarina,
    meinen Glückwunsch, das gleiche ist mir schon zweimal passiert. Habe im April ein starkes Wirtschaftsvolk bekommen. Davon habe ich innerhalb von drei Wochen 2 Ableger erstellt. 2 Wochen später ist von dem Volk ein Schwarm abgegangen. In 8 m Höhe in der Kastanie der Nachbarin. Habe ihn aber bekommen. 1 Woche später: Nach dem Mittagessen ein seltsames Brummen. Der nächste Schwarm, nicht von mir. In 6 m Höhe in meiner Tanne. Jetzt habe ich 5 Völker, 3 wollte ich dieses Jahr nur haben. So spielt das Leben. Ich habe meine Ableger gleich gefüttert und mache das immer noch obwohl hier ein gutes Trachtangebot herrscht. Die Schwärme füttere ich auch seit dem 3. Tag, nicht viel aber sie bauen im Naturbau wie die Wilden(aber gerade) und haben schon reichlich Brut.


    Gruß Dieter


  • Muß ich den Schwarm nun in ein Paar Tagen füttern?
    Meine Ableger kamen bisher alleine zurecht, aber die muß ich definitiv ab Montag zufüttern (muß noch Zargen zum Füttern bauen), bei dem Wetter sind die echt etwas mau im Honig.


    LG, mein Adrenalin fährt sich gerade runter, war toll,


    Katarina


    Hallo Katarina. Schwärme werden die ersten drei Tage überhaupt nicht gefüttert, weil sie Proviant aus dem Muttervolk getankt haben.
    Zuerst kommt eine leere Zarge auf das Bodenbrett,dann bereitest Du eine weitere Zarge mit Mittelwänden vor, die Du griffbetreit neben die leere stellst. Der Schwarm wird dann in die leere Zarge geschüttet und die vorbereitete Zarge mit Mittelwänden aufgesetzt. Flugloch öffnen. Die Bienen ziehen hoch in die mit Mittelwänden vorbereitete Zarge und beginnen mit dem bauen. Nach zwei Tagen obere Zarge absetzen und untere Zarge entfernen. Dann obere Zarge auf das Bodenbrett stellen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Kann da hartmut nur beipflichten - so hatte ich es letztes Jahr bei meinen allerersten Bienen auch gemacht (damals noch in eine Bienenkiste hehe) - ein tolles Erlebnis, erst recht für Anfänger!


    Alternativ empfehle ich aber aufgrund hier erhaltener Ratschläge und daraufhin bisher gemachter eigener Erfahrungen, den Schwarm noch am Fangort direkt in die endgültige Beute einzuschlagen.
    Etwaigen Schmutz hat der Schwarm schließlich im Muttervolk zurückgelassen.


    Diese Beute sollte etwa zu Dreivierteln mit Rähmchen(MW) bestückt sein, die Lücke in der Mitte.


    Schwarm rein (der ist ja möglichst nass eingesprüht und daher etwas fluglahm) und rasch die fehlenden Rähmchen einschieben. Das geht, weil sich die Bienen beim Einschlagen auf Boden, Wände und die Mittelwände verteilen. Kann man ja etwas gefühlvoll und langsam machen, um keine Bienen zu quetschen und man sollte zwar zügig, braucht aber nicht hektisch sein. Deckel drauf und warten (Flugloch offen!).


    Kein Umsetzen von Zargen etc. mehr, kein Umschütten am Abend oder nächsten Tag, nur noch Beute an den endgültigen Platz stellen (am besten am Abend oder zur Not schon nach einer gewissen Wartezeit) und fertig.


    Links oben habe ich mal einen Schwarmteil einlaufen lassen, der beim ersten Mal nicht ganz dabei war - eigentlich überflüssig, aber wenn man es eiliger hat machbar.
    Sobald es dann um das Flugloch so aussieht wie oben rechts und bei den beiden unteren Bildern bei einem anderen Schwarm, hat man gewonnen. Dann ist die Mutti drin und bleibt das auch. Und wirklich alle restlichen Bienen folgen, man braucht keine verbliebenen Schwarmreste mühsam einsammeln. (Natürlich nur solange es kein Nachscharm mit mehreren Königinnen ist.)



    Das ist jetzt blöd, wenn du oben die leere Zarge und unten die mit Mittelwänden hast - dann hängen die jetzt oben am Deckel und du musst sie morgen erneut abstoßen, oder? Weil absteigen werden sie vermutlich nicht, nur weil unten Rähmchen sind, oder? Die machen lieber Wildbau am Deckel, soweit ich schon selbst erfahren musste.


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

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  • Hallo,


    da mir schon klar war, daß die Zargen verkehrt herum sind habe ich sie eben beim Umstellen getauscht (und dann eben eure Tips gesehen. VIELEN Dank)


    Einlaufen lassen habe ich auch schon mal gesehen, aber wie soll ich das denn machen? Fange ich den Schwarm dann erstmal in einen Eimer?


    Aber das ist nicht mein Hauptproblem.


    Also: Heute Nachmittag unglaublich viele Bienen in der Luft, flogen rüber zur Nachbarin und sammelten sich in etwa 4 großen und 2-3 kleineren Trauben im Baum. Habe gewartet, meine Sachen zusammengesammelt (war etwas problematisch, da ich nurnoch einen Segeb. Deckel und zwei Zargen sowie 11 Rähmchen hatte sowie eine Platte als provisprischen Deckel).
    Also Bienen Traubenweise eingesammelt und in die Zarge mit den schon beschriebenen Fehlern.


    Nun habe ich eben die Zargen getauscht und auf dem Boden lag eine sehr! mitgenommene Königin aus meinem GRÜNEN Volk, ich dachte aber das BLAUE wäre geschwärmt und dieses war heute um 17.oo Uhr, als ich die Bienen in der neuen Beute hatte auch deutlich leerer. Vorher hingen die schon seit einer Woche richtig durch und nun wirklich wenig Betrieb.
    In der Schwarmbeute Tütete es aber deutlich hörbar!


    Mein Verdacht: Da heute das erste Mal seit etwa einer Woche wieder gutes Wetter war sind Blau UND Grün geschwärmt, gleichzeitig, haben sich im gleichen Baum gesammelt und ich habe sie zusammen gekippt.


    Problem: es sind nun viel zu viele Bienen in der Beute!


    Soll ich das so lassen? Oder Teilen? Oder einen Teil in Grün zurückschütten? Die waren eh recht wenig in der Beute.


    Das steht echt in keinem Buch!


    LG,


    Katarina mit ihrem ersten (doppel?) Schwarm

    Die besten 10 Jahre einer Frau sind zwischen 39 und 59.

  • Einlaufen lassen habe ich auch schon mal gesehen, aber wie soll ich das denn machen? Fange ich den Schwarm dann erstmal in einen Eimer?


    Nicht unbedingt, aber du wirst ja wohl kaum die fertige Beute in den Baum hinauftragen und den Schwarm dort reinschlagen, es sei denn, du bist Arnold Schwarzenegger und schnippst so ein Teil mit einer Hand da oben herum :p:p


    Und von diesem Schwarmfanggerät (Eimer, Sack - ich nehme einen Karton passender Größe) muss man jetzt am Boden ja noch umschütten in die Beute. Entweder sofort oder am Abend oder nach Kellerhaft (wer das machen will).


    Also Bienen Traubenweise eingesammelt und in die Zarge mit den schon beschriebenen Fehlern.


    Oh, traubenweise, das war schon das verlässliche Zeichen, dass mehrere Königinnen unterwegs waren!


    Problem: es sind nun viel zu viele Bienen in der Beute!


    Zuviele Bienen nicht, aber zu viele Königinnen!
    Die lädierte ist schon verloren und die anderen müssen es jetzt unter sich ausmachen und es läuft auf eine hinaus - wenn es gut ausgeht.


    Das steht echt in keinem Buch!


    stimmt, da fühle ich mit dir und bin mal genau so gespannt auf die Ratschläge der Profis wie du. Viel Glück!


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet,


    vielen Dank für die schnelle Antwort


    Zitat

    traubenweise, das war schon das verlässliche Zeichen, dass mehrere Königinnen unterwegs waren!


    Ich habe mich auch gewundert, aber da das mein erster Schwarm (frei fleigend) überhaupt war, dachte ich die hängen sich erstmal irgendwo in die Nähe und sammeln sich dann "Pö a Pö" an einem Platz.
    Aber seit wann schwärmen mehrere Königinnen gleichzeitig aus einem Volk! Und dann noch aus zwei Völkern gleichzeitig!
    Vor allem hatte das grüne Volk keine für mich erkennbare WZ! Ein Paar kleine Anfänge ja, aber mehr war nicht. Haben die die in eine Ecke gebaut? OK, ich bin echt noch unerfahren und eine übersehe ich bestimmt, aber mindestens drei?
    Und wenn in der "Schwarmbeute" jetzt noch eine Tütet, sind dann immernoch mehr als eine drin? Also Tüten die nur, wenn mindestens zwei drin sind? Oder Tüten die immer zu Beginn?


    Ich danke im Voraus für Antworten!


    Katarina

    Die besten 10 Jahre einer Frau sind zwischen 39 und 59.

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  • dachte ich die hängen sich erstmal irgendwo in die Nähe und sammeln sich dann "Pö ä Pö" an einem Platz.


    Das stimmt schon, und es kann mehrere Träubchen geben am Anfang. Aber wenn nur eine Königin dabei ist, sammeln die sich sehr rasch in einer Traube und die anderen lösen sich auf.
    Deshalb ist beim Schwarmfang keine Eile nötig, wenn man den Auszug des Schwarmes selbst beobachtet hat. Abwarten, so halbe Stunde und erst dann einsammeln, wenn sich die Trauben geeinigt haben.


    Aber seit wann schwärmen mehrere Königinnen gleichzeitig aus einem Volk!
    Und dann noch aus zwei Völkern gleichzeitig!


    Bei Nachschwärmen sogar häufig der Fall.
    Dass zwei Völker gleichzeitig schwärmen ist Zufall, der aber durch eine längere Schlechtwetterphase zuvor und dann plötzlich gutem Wetter nicht mehr ganz so zufällig ist.
    Heuer hatten wir hier mehrere solche Situationen und jeweils am ersten Tag mit Sonne nach dem Schlechtwetter sind die Schwarmmeldungen explodiert. Die sitzen dann tagelang abflugbereit und warten nur auf schönes Wetter und dann heißt es schlagartig "alle Frauen raus" :p:p
    Ganz normal also.
    Dein Singerschwarm allerdings ist nicht so häufig, damit habe ich keine Erfahrung.


    Und wenn in der "Schwarmbeute" jetzt noch eine Tütet, sind dann immernoch mehr als eine drin? Also Tüten die nur, wenn mindestens zwei drin sind? Oder Tüten die immer zu Beginn?


    Tüten heißt wohl noch nichts, erst wenn Quäker antworten, wird es ernst.
    Tüten heißt nur "sind da noch andere?"
    Denn die Königin will die anderen killen. Nur die Arbeiterinnen entscheiden ob sie das darf oder ob sie schwärmen muss.


    Wenn das Volk nicht (mehr) schwärmen will oder nicht mehr kann, darf sie die anderen töten und sie findet sie, sobald sie so reif sind, dass sie quäken.
    Wenn das Volk schwärmen will, wird die Königin von den Quäkern abgedrängt und muss bei nächster Gelegenheit abfliegen und die Quäker schlüpfen, sobald sie kein Tüten mehr hören (besser: spüren).
    Deshalb haben Imker bei einer Durchsicht in dieser Phase öfter mal mehrere Königinnen auf der Wabe, weil die alle schlagartig geschlüpft sind, als er die Wabe gezogen hat. Denn damit geht der Kontakt zur Tüterin verloren (Bienen hören das Tüten mangels Ohren ja nicht, sondern fühlen die Vibrationen!) und sie glauben, jetzt allein zu sein. Da sie ja wissen, dass noch andere Quäker da sind, heißt es, der Schnellere gewinnt.


    Die Quäker rufen also ohne es zu wissen entweder ihren eigenen Henker oder sie vermeiden die Gefahr, mit der Tüterin zusammenzutreffen. Das Quäken ist also eine sehr zweiseitige Medaillie - entweder führt es zum sicheren Tod oder es hilft ihnen genau das zu vermeiden - Fifftyfiffty für die armen Quäker. Aus Sicht der Natur ein sehr effektives Instrument, aus Sicht des Individuums eher nicht. Aber die Natur fragt nicht nach den Befindlichkeiten von Individuen, auch bei uns nicht.


    Du musst also hören, ob Quäker antworten, kann auch noch ein paar Tage dauern.


    Gruß
    hornet

  • Hallo,


    Hornet, danke für deine ausfürliche Antwort.
    Ob es bei mir in der Beute heute morgen getütet und gequakt hat kann ich nicht sagen, ich habe es nur tüten gehört.


    Nachdem sie sich gesetzt hatten habe ich sicher mehr als 30 min gebraucht bis ich alles zusammen hatte.
    So lernt man eben dazu.


    In Zukunft werde ich auch immer mehr Rähmchen und mind. eine Ersatzzarge mit Boden haben. Wollte letzte Woche sogar 2 neue Zargen bauen, aber leider war erst die Säge im Baumarkt kaputt und dann Tage später das richtige Holz nicht mehr zu bekommen. Pech gehabt. Bestelle mir Mogen zumindest nochmal 33 neue Rähmchen für alle Fälle.


    LG und Gute Nacht,


    Katarina

    Die besten 10 Jahre einer Frau sind zwischen 39 und 59.