Erweitern oder abwarten?

  • Ich brauche mal Rat von erfahreneren Naturwabenfans.
    Habe vor zwei Wochen 2 Schwärme in Einraumbeuten (von Mellifera) eingeschlagen. Dort werden Dadandrähmchen senkrecht benutzt. Der Imker an der Fischermühle hat mir empfohlen anfangs 5 Rähmchen zu geben und das ganze mit einem Trennsheet abzuschliessen. Jetzt hat der Naturschwarm schon alle 5 Rähmchen mindestens halb ausgebaut - diese sind gut gefüllt mit Nektar, Pollen und bei drei Waben kann ich auch Brut erkennen - allerdings finde ich es ganz schön schwierig die Stifte auf den weissen Waben zu erkennen..... Würdet Ihr schon weitere Rähmchen geben? Ich hatte überlegt auf beiden Seiten jeweils ein Rähmchen zu geben. Oder soll ich noch warten bis die 5 Rähmchen weiter ausgebaut sind?
    Danke für Eure Hilfe!
    Ute

  • Warten. Erst wenn ein Großteil der Brut verdeckelt ist und die vorhandenen Waben vernünftig ausgebaut wurden, erweitern. Sonst verzetteln die sich nur. Fünf gut ausgebaute und gepflegte Waben sind mehr wert als zehn krüppelige Waben.

  • Ich gebe in der Einraumbeute sofort 10 Rähmchen mit Dreiecksleisten. Den ganzen Raum, den ich im ersten Jahr gebe. Mâché das auch in 1,5 und 2,0 DNM und bin immer gut damit gefahren.
    Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • Der wesentliche Bautrieb ist zwei Wochen nach dem Einschlagen der Schwärme ohnehin erloschen.
    Die Population wird durch Abgang der Altbienen tendenziell kleiner und beginnt erst in der fünften Woche nach dem Einschlagen wieder konkret zu wachsen, wenn zunehmend Jungbienen aus der neuen Brut schlüpfen. Erst dann wird das Volk wieder beginnen richtig zu bauen. Solange kann man mit einer Erweiterung in der Regel warten.
    Daß die Waben erst halb ausgebaut sind, zeigt entweder, daß die Schwärme nicht sehr stark waren und/oder, daß die Futterversorgung nur mäßig oder knapp war; eigentlich könnte man erwarten, daß die 5 Rahmen in zwei Wochen fast ganz ausgebaut sein sollten.


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Vielen Dank für Eure hilfreichen Tipps und Erfahrungen!
    Bienenfreund : Der Schwarm war in der Tat ziemlich klein - allerhöchstens 1,5kg. Ich habe die ersten Woche flüssig gefüttert was gut angenommen wurde. Die Trachtlage ist am Standort aber gut und deshalb habe ich mich gegen weiteres Füttern entschieden. Mit der Hälfte der Rähmchenfläche habe ich auch vielleicht etwas untertrieben - es waren schon 2/3 und die Bienen machen einen vitalen Eindruck.
    freebees : Danke für Deine Erfahrungswerte. Die Dreiecksleisten benutze ich auch und die Waben sind absolut perfekt runtergebaut - hätte nicht gedacht, dass das ohne Anfangsstreifen so gut funktioniert!
    Bernhard : Danke für diese superkonkrete Handlungsanleitung! Ich werde das beherzigen :-)
    Eigentlich wollte ich heute nochmal bei den Bienen vorbeifahren, aber leider ist eines unserer Minischweine heute nacht nach 10Jahren völlig unerwartet verstorben und da mussten die Bienen erstmal zurückstehen....
    Sonnige Gruesse vom Schwarzwaldrand, Ute