Milbenfall Naturschwarm

  • Hallo,


    am 13.6. spät abends hab ich einen Naturschwarm in meine neue Dadantbeute eingeschlagen. Hab ihn von einem anderen Imker, der den Schwarm vortags gefangen hatte, er war also schon ein Tag in einer anderen Beute und hat dort schon kräftig gebaut. War allerdings ein anderes Maß, die Waben hab ich dortgelassen.


    Am 14.6. hat der Schwarm dann eine Portion Futterteig hinters Schied bekommen und hat begonnen an den Rähmchen zu bauen. Totenfall gabs auch. Gestern, 15.6. hab ich dann nochmal 3 Rähmchen dazugehängt, so dass jetzt 9 Rähmchen mit Anfangsstreifen drinhängen. Heute, 16.6. hab ich nur den Varroaboden kontrolliert und hab neben 4 toten Bienen (wie die sich dahin verirrt haben..) auch ca. 15 Varroen zählen können. Auf einer der toten Bienen hingen auch noch 2 drauf. Der Milbenfall bezieht sich also auf einen Zeitraum von ca. 2 1/2 Tagen.


    Meine eigentlichen Fragen: 1) Wie ist der Milbenfall bei einem Schwarm ohne Brut zu bewerten? Gelten hier auch >10 Milben/Tag= akuter Handlungsbedarf? Die Menge des Bienen-Totenfalls spielt da wohl auch eine Rolle.


    2) Abgesehen davon wollte ich so oder so nächstes We eine Milchsäurebehandlung machen, bevor sie verdeckelte Brut haben. Lieg ich damit richtig?


    3) Pollen wurde heute bereits vereinzelt eingetragen. Heisst das, dass das Volk auf jeden Fall schon Brut hat? Oder benötigen die auch einfach für sich selber eine gewisse Menge Pollen?


    Dank&Gruß,
    Benjamin

  • Hallo,


    von einer Ameisen oder Milchsäure Behandlung eines Schwarmes halte ich persönlich gar nichts, da ein Schwarm ohnehin kaum Varroen dabei hat. Das ist u.a. das schöne am Schwarm, sie lassen die ganzen Varroen im alten Volk zurück.
    Die Belastung in deinem Schwarm scheint aber sehr stark zu sein, also solltest du eventuell doch behandeln.
    Aber eventuell gibt es einige die das anders sehen?


    Das Pollen eingetragen wird ist normal und notwendig. Der Pollen ist die Proteinquelle der Bienen. Jede Bienen braucht diese um zu leben, nicht nur die Brut. Natürlich wird Pollen auch jetzt schon auf Vorrat angelegt um die Brut füttern zu können.


    Gruß

  • Mir kams eben auch relativ viel vor. Drum ist ne Milchsäurebehandlung vielleicht auch nicht so verkehrt...
    Jetzt hab ich wahrscheinlich so ein handzahmes Volk bekommen, das sogar seine Feinde liebt^^ Naja, wird sich noch früh genug zeigen...

  • Guten Abend.

    Das ist u.a. das schöne am Schwarm, sie lassen die ganzen Varroen im alten Volk zurück.


    Die "ganzen" offenbar nicht -- ein Totenfall von 6 Milben pro Tag ist um diese Zeit nicht wenig.
    Im (brütenden) Sommervolk rechnet man üblicherweise mit einem Faktor 100.
    Im nichtbrütenden (Winter)volk mit einem Faktor 300.


    Wer kennt sich hier mit Schwärmen aus? :p_flower01:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo Miteinander,
    Ihr werdet Euch wundern, wieviele Milben in einem Schwarm sein können.
    Und jede abgetötete Milbe verhindert ein Vielfaches an Milben bis zur Einwinterung.
    MS gesprüht scheint ein gutes Mittel zu sein, ich nutze was anderes...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich habe letztes Jahr einen auf ein Fremdmaß eingeschlagenen Schwarm geschenkt bekommen.
    Das "Ernteergebnis" an Milben nach Oxalsäurebedampfung fand ich so erschreckend, dass ich es dem Muttervolkbesitzer sofort mitgeteilt habe.
    Dieses hat den Winter nicht erlebt...
    Und der Schwarm ist übrigend lange recht schlecht aus den Socken gekommen. Warum auch immer.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Also einen Kunstscharm als Traube würde ich weder mit Ameisensäure noch Milchsäure behandeln.


    Ich würde erst nach dem einschlagen 7 Tage warten (3 Tage Ei + 6 Tage Made) und dann erst Milchsäure sprühen:


    Ameisensäure soll in der Schwarmtraube zuviel Unruhe erzeugen und bei Milchsäure werden auf der Schwarmtraube nur die äußersten Bienen benetzt, Bienen (und Milben) im inneren der Traube werden nicht erwischt.
    Ganz anders bei Bienen, die schon auf Waben sitzen, da ist der Behandlungserfolg viel Besser. Wenn man die Milchsäurebehandlung 1 Woche nach dem Einschlagen macht, kann noch keine verdeckelte Brut vorhanden sein. Obwohl es eigentlich 9 Tage Zeit wären, würde ich nach genau 7 Tagen behandeln, damit sich nicht schon Milben in den bald zu verdeckelten Zellen verstecken können.


    Stefan

  • Hallo,


    bevor ich mich entschloß, zur Behandlung immer kurz über die Deutsche Grenze zu fahren :cool:,
    hab ich einen frisch gefangenen/ erstellten Schwarm immer so sprühbehandelt (mögl. Königin vorher abfangen),
    dass ich die im Schwarmfangkorb (Ikeadingens bei mir) von außen gesprüht habe vor dem Einschlagen, dabei dann kurz aufgestoßen und das Ganze einmal gaaanz langsam schräg wie in der Waschmaschinentrommel gedreht habe - weitersprühen nicht vergessen.



    Kein Wabenziehen, kein Öffnen der Beute, kein Spühen in offene Brut, kein Besprühen von Waben- und Rähmchenteilen. Nur Bienen eben.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Werd jetzt wie Drops sagt bis nächstes We warten, bis dahin werden die wohl schon sowas wie ein Wabenwerk gebastelt haben wo ich dann MS behandeln kann. Bis auf den Milbenfall scheint mir der Schwarm recht gesund. Nach einem Tag in der Beute vom Erstbesitzer waren fast 3 Waben im Naturbau, nur mit Anfangsstreifen, gebaut. Die hab ich dann wie erwähnt auch gleich dort gelassen, weil erstens falsches Wabenmaß und zweitens bin ich so auch gleich eventuelle Altlasten aus dem Bienenmagen losgeworden. Nur die Varroen haben sie vergessen liegenzulassen...


    Bezüglich dem MS-behandeln: Zeitpunkt wenn möglichst viele Bienen im Stock sind und dann schräg von unten auf die Waben so dass die Bienen leicht benetzt sind, stimmt das? Oder muss ich da noch was beachten?


    /edit: Marion, was kann man denn auf der anderen Seite der Grenze mit Bienen machen? Stange Zigaretten draufrauchen? :-D

  • Nee, in Östereich ist komischerweise zugelassen, Oxalsäure zu verdampfen.
    Die Deutschen können das nicht, für die ist das viel zu gefährlich.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    es können auch wegen Varoadruck ausgezogene Bienen sein, das kann so viele Varoa erkleren. Ich hätte sofort behandelt. Die können bei dir auch ausziehen.

  • Mal schauen wie der Milbenfall bis zum Wochenende aussieht. Aber behandeln werd ich so oder so. Vermute allerdings nicht, dass es wegen Varroadruck ist, da an dem Tag bei uns in der Gegend allein 3 Schwärme gefallen sind, von denen ich weiss. Und ich hab noch nicht wirklich viele Connections zu anderen Imkern.


    Es ist natürlich nur zu hoffen, dass es nicht wegen der Varroa war, dass sie ausgezogen sind. Ich geb dann Updates wenn ich wieder hinschau.


    Wie schnell geht das eigentlich mit dem Milbenfall nach der Behandlung? Zieht sich das wie bei Ameisensäure auch über einen längeren Zeitraum oder ist der Effekt nach ein, zwei Tagen vorbei? Und zählt man dann die Milben nach der Behandlung auch auf der Windel? Oder ist das unerheblich?


    Gruß,
    Benjamin