Armbruster zur Zucht auf Schwarz

  • Zitat

    Zur Nigra oder der Zucht auf Farbe gäbe es schon etwas.
    Aus: Archiv für Bienenkunde 1923/Heft 4 "Wie untersucht man Bienenstämme und Bienenkreuzungen auf ihre Farbe ?", S. 128 - 130


    Gruß molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • HAllo molle,


    danke schön, sehr interessant. :p


    Ja, schon damals wurde die Schweizer Nigra auf "schwarz" ausgelesen, als Ergebnis auf die lange zurück liegende Hybridisierung und die dann erfolgte Rückbesinnung auf "dunkel".


    Bis vor kurzem wurde die Schweizer Nigra als "Schweizer Landrassebiene" bezeichnet. Erst im Laufe der letzten Jahre im Zuge des "Hypes" auf die Dunkle Biene erfolgte dann eine "Umbenennung" in Dunkle Biene.


    Gruß
    KME

  • ...als Ergebnis auf die lange zurück liegende Hybridisierung und die dann erfolgte Rückbesinnung auf "dunkel".

    Kannst Du uns bitte eine Quelle nennen für diese Vermutung ?

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Bis vor kurzem wurde die Schweizer Nigra als "Schweizer Landrassebiene" bezeichnet. Erst im Laufe der letzten Jahre im Zuge des "Hypes" auf die Dunkle Biene erfolgte dann eine "Umbenennung" in Dunkle Biene.


    Nicht nur "Bis vor kurzem " wir in der Schweiz reden immer nur von der Schweizer Landrasse

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Noch was zum Thema "helle Stämme" für die a.mellifica mellifica-interessierten:
    Archiv für Bienenkunde 1930/Heft 5&6 G. Götze: "Variabilitäts- und Züchtungsstudien an der Honigbiene mit besonderer Berücksichtigung der Langrüsseligkeit",
    S.2 - 3

    Zitat

    Die Unzuverlässigkeit der Chitinfärbung zur Rassenunterscheidung geht ohne weiteres daraus hervor, dass sehr helle und sehr dunkle Formen eigentlich, wie schon GERSTÄCKER (1862) wusste, in allen geographischen Lagen gefunden werden.
    ...selbst bei scharfer Auslese, wie sie z.B. ZANDER in Erlangen treibt, eine fortdauernde Variabilität der Panzerfärbung, wenn die Variationsbreite freilich auch recht erheblich eingeschränkt werden kann. Alles das beweist, dass die Farbe gewiß ein Hilfsmittel zur Diagnose einzelner Zuchtstämme ist, jedoch keine zuverlässige Abgrenzung der geographischen Varietäten gestattet.
    ...
    Ich musste...bald feststellen, dass uns alle Unterlagen fehlten, um bestimmte geographische Herkünfte, geschweige denn einzelne Zuchtstämme exakt zu unterscheiden, die, wenn sie auch gleicher Farbe, doch sehr verschiedener "Rasse" sein können.
    ...
    Den Begriff "Varietät" benutze ich hier im Sinne der Systematik. Unter Rassen verstehe ich Zuchtrassen, unter Stämmen ein oder mehrere Völker bekannter Abstammung.


    S.13

    Zitat

    Wenn es sich bei den ausgestellten Stämmen tatsächlich um bodenständige Völker handelt, was mindestens zum Teil zutreffen wird, so deutet dieses Ergebnis darauf hin, dass die Größe im südwestdeutschen Gebirgsland etwas geringer ist als im nordostdeutschen Tiefland.


    S. 16 "Cubitalzellen"

    Zitat

    ...geht z.B. deutlich hervor, dass sich die Schwarzwaldbienen viel eher den Schweizer-Krainer-Montenegriner Bienen anschließen lassen mit sich nach oben verjüngender Cubitalzelle als unseren norddeutschen Bienen, bei denen diese Zelle viel breiter und plumper ist.


    S. 21

    Zitat

    Bei unserer deutschen Tieflandsbiene (Lehzeni) fällt...der schmale, sehr lange Metatarsus auf. Nicht selten, und bei einzelnen Stämmen regelmäßig, tritt in Verbindung damit eine Borstenreihe mehr auf. ...
    Bei der Mehrzahl der Bienen sind das 11 Reihen. Bei der Lehzeni und auch bei der Ligustica treten zuweilen 12 Reihen auf...


    S. 34

    Zitat

    Zweifellos haben wir auch in Mitteleuropa mehr Lokalformen als die Systematik heute anerkennt, die sich bei statistischer Bearbeitung unterscheiden lassen müssten.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hier zeigt sich das tiefe Wissen von Armbruster, welcher deutlich auf die Bedeutung des Genotyps gegenüber dem Phänotyp hinweist. Für die Zucht ist für ihn der Genotyp entscheidend.
    Mit einer der Ersten, der dies in die Praxis der Bienenzucht umsetzte, war sein Landsmann Karl Kehrle, Bruder Adam, für den der Genotyp bei der Zucht der Buckfastbiene ausschlaggebend war.
    Sowohl Armbruster, als auch Heidegger haben fast Zeitgleich Theologie in Freiburg studiert. "Das Sein ist wichtiger, als der Schein." Genau dieses Prinzip findet sich in der Bienenzucht bei Armbruster.
    :Biene::u_idea_bulb02:Avis

  • Nicht nur "Bis vor kurzem " wir in der Schweiz reden immer nur von der Schweizer Landrasse


    Hallo,


    alles klar, danke für die Richtigstellung.


    molle schrieb:

    Kannst Du uns bitte eine Quelle nennen für diese Vermutung ?


    Ruttner, Friedrich: Zuchttechnik und Zuchtauslese bei der Biene, Ehrenwirth-Verlag 1973: dort wird genau dies beschrieben wie ich oben angeführt habe: Hybridisierung der Nigra und anschließend Auslese hin in Richtung "schwarz".


    Gruß
    KME