Bandscheiben lassen grüßen Beutenfrage

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    Ich verwende bislang HR im Langstroth 2/3 Maß (Umstellung auf 1/2 Dadant erfolgt). Meine Beuten sind 10er Dadant nach den Magazinimkern, hergestellt aus 18mm Leimholz.


    Eine leere Honigzarge wiegt mit Rähmchen 5kg, dazu kommen nochmal ca 10-11kg Honig, wenn voll, so dass ich mit 16kg zurechtkommen muss. Das ist für mich nicht zu schwer, aber ehrlich gesagt, möchte ich auch nicht mehr heben müssen. Wenn ich wegen unwegsamen Gelände lange Wege tragen muss, dann nehme ich jeweils 1 Leerzarge mit und schichte 5 Rähmchen um, so dass ich immer 1 halbgefüllte HR-Zarge schleppen muss.


    Bei 27kg würde ich streiken!


    Stefan

  • Moin Bruennis!


    Ich habe mal ein paar Jahre im Rettungsdienst gearbeitet und mußte mehrere Male erleben, wie Bandscheibenvorfälle enden (können)... Ich würde das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Deine Beuten kannst Du (rechtzeitig) austauschen, bei Deinen Bandscheiben sieht das leider anders aus...


    Ich bin (wie man am Nickname unschwer erkennen kann) Steinmetz und Steinbildhauer und habe während meiner Arbeitswoche schon schwer genug zu schleppen. Deshalb auch mein Wunsch, das Golzen zu testen. Ich hoffe sehr, dass ich mit der Beute zurechtkomme (und natürlich meine Bienen). Gerne möchte ich meine Imkerei auf Golz umstellen, einfach um mir diese Materialschlacht beim Türmchenbauen sparen zu können.


    Gerade wenn Du (wie ich auch) Deine Imkerei noch vergrössern willst, wird das Heben ja nicht weniger. Und Deine kalkulierten drei Minuten werden bei 30 Beuten schon anderthalb Stunden... Das jede Woche und Du hast pro Monat fast einen ganzen Arbeitstag mehr...


    Wenn Du Deine Beuten mit Ablegern verkaufst, könntest Du, aus finanziellen Gründen, locker auf Golz umstellen...
    Und ich bin mir sicher, dass wenn man sich mit dem Golzen ernsthaft auseinandersetzt und lernt, auf die Dauer auch mit diesem System erfolgreich imkern kann...


    Gute Besserung wünscht
    Ralf

    Die vergangenen Tage nicht im Sinne tragen, den kommenden Morgen nicht schon beklagen...

  • Kleiner Hinweis: http://www.apis-ev.de/index.php?id=14



    Rückenschule
    Rückenschonendes Arbeiten in der Imkerei
    Autor: Jörg Knuppertz
    Herausgeber: Landwirtschaftskammer NRW, Münster
    Druck: Buschmann Münster 2007
    Schutzgebühr: 3,50 EUR


    Es steht nichts Weltbewegendes drin, dafür sind in der Broschüre alle wichtigen Rückeninformationen schön zusammengefasst. Mir hat es geholfen, ein paar Fehler zu vermeiden.


    Gruß
    Bernhard

  • OT:

    Warum redet man so über seine Bienchen?


    LG
    Ralf


    Weil Biester oder kleine Monster von mir nicht als negatives Wort gesehen wird, ich habe die kleinen Biester nämlich lieb :wink: auch wenn die Sumsen manchmal auch Blödsinn machen oder sich dusselig anstellen können.
    Ich sage sowas immer mit einem Lächeln, aber dazu müsste man mich kennen, war vielleicht zu flapsig geschrieben.


    Rückenbeute:
    hatte grade heute morgen noch das Thema mit meinem Imkerpaten (Pate ist Mittelalter und körperl. fit :lol: ) und er berichtete, dass selbst er am Wochenende bei einer Imkereibegehung mit Gästen Probleme mit dem Gewicht der Segeberger Honigräume hatte. Er gab zu, dass er Hilfe beim Abheben brauchte, weil zu schwer und man das Gewicht auch leicht unterschätzen kann. Und wenn man dann noch Rückenprobleme hat, die im Laufe der Jahre (ja ja , auch Jungimker werden im Laufe der Zeit älter ....) könnte man vor das unlösbare Problem kommen, dass man seine Tiere nicht mehr versorgen kann.


    Mal als Überlegung und Beutenidee (von meinem Schubladensystem weg, wegen Innenkleisterei):


    Geht wahrscheinlich nur bei hängenden Beuten wegen Übergewicht und praktischer / angewandter Physik, aber wir wollen mal folgendes System ausprobieren / umbauen. Ist auch nur für festen Bienenstand geeignet.


    Brutraum mit 1,5 DN, da dieser Bereich unten ist und hängt, muss der nicht gehoben werden. Hat aber wegen 1,5 DN mehr Platz,
    2. Raum darüber mit 1 DN, verbunden mit Scharnier (zum kippen 90 Grad) mit unterem Raum.
    Da kann man sich dann überlegen, was benötigt wird, ob Brut- oder Honigraum.
    3. Raum wieder aufgesetzt mit Scharnieren für die Aufkippung. Ist 1/2 DN und als Honigraum geplant.
    Dann das Dach.


    Durch die Kippmöglichkeit ( 90 Grad mit Sicherung, dass eben nicht mehr weiter kippt) und die Aufhängung an 4 !!! Pfosten (schaukelt sich grade) käme man an jeden Bereich ran, ohne den Rücken zu beanspruchen.


    Ich denke, grade wegen Rückenproblemen muss der Erfindergeist gefragt sein. Und die bekommt irgendwann jeder und dann steht man vor der Frage weitermachen oder aufgeben die Sumsen.


    Rückenschule (wie Bernhard geschrieben hat) ist generell wichtig, aber jemand mit akuten Problemen verreckt (symbolisch) schon am Aufheben einer Briefmarke vom Boden :wink: , da hilft dann wirklich nur die Vorplanung der Tierversorgung.


    Von daher meine Idee der Magazinabänderung mit Kippfunktion.


    LG Co

  • Hallo VillaKunterbunt,
    das Problem "ich habe Rücken" ist mittlerweile in DE eine Volkskrankheit und betrifft weite Kreise der Bevölkerung, nicht nur Imker. Gerade für Imker, gemeint ist hier der "Hobbyist, erfordet es aber genaue Überlegung/Planung.
    Hier meine Gedanken dazu:
    Der übliche Ratschlag, Großer Brutraum, Kleiner Honigraum, ist meines Erachtens zu pauschal, denn eine herkömmliche Beutenart erfordet immer "Hebebewegungen", welche in korrekter Rückenschonender Haltung nicht auszuführen sind. Somit bleiben nur Trogbeuten, ohne aufgesetzten Honigraum, oder Seitenlagerbeuten, ala' Golz/Bremer übrig. Dieser Beutentyp läßt sich in der "Arbeitshöhe" so einrichten, das er sogar "Rollstuhlgercht" im Sitzen zu händeln wäre, weil zu heben ist immer nur eine Wabe.
    Dies ist aber wiederum eine Sache die nur an langfristig sicheren Bienenständen/Standorten Sinn macht. Denn Wandern ist mit derartigem Equipment eher eine "Theorie" als eine praktikable Lösung.
    Eine derartige Umstellung einer Imkerei erfordert, neben der genauen Planung immer auch einen, nicht zu unterschätzenden, Kapitaleinsatz. Fein raus sind Imker mit eigenem Grundstück, auf dem die Möglichkeit von Freiständern, oder sogar eines "vielgeschmähten" Bienenhauses besteht.:roll:

    Grüße, Horst -- Wer nichts macht, kann nie etwas richtig machen. --

  • Hallo Leute,


    es gibt nach meinen Erfahrungen im Großen u Ganzen zwei Problemfelder wegen den Rückenbeschwerden.


    Das eine ist die reine Mechanische Seite


    das andere der Kopf


    bei der Mechanischen Seite kann man unter Umständen mit viel Technik und Übungen, stärken der Muskulatur gut Abhilfe leisten. Das funz. alles aber nur so gut wenn der Kopf mit macht.


    Bei dem Feld hilft nur eine Radikale Änderung der Prioritäten und Einstellung.


    Denn auch Finanzbeamte die nur PC Tastaturen maltretieren bekommen mitunter große Rückenprobleme obwohl die nie schwere Sachen heben müssen!


    Daher glaub ich nach all dem was ich persönlich durch gemacht hab, dass der Kopf bei Rückenproblemen den größten Anteil hat.


    Früher glaubte ich, dass es mehr von der Mechanik kommt, heute sage ich diese hat (bei mir jedenfalls) nicht mehr als 10%


    Es nützt also nichts wenn man eine Bienenkiste entwickelt die den Honig von selber in den Schleuderraum trägt oder so, es hilft nichts wenn man zigtausende Euros ausgibt für kipp und Wandertechnik, wenn nicht parallel auch die Psyche geheilt wird.


    Noch besser ist erst die Pysche an zu packen und dann die Schwachstellen (die es gibt) in der Mechanik beseitigt.


    Das spart viel kann ich euch nur empfehlen


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Durch die Kippmöglichkeit ( 90 Grad mit Sicherung, dass eben nicht mehr weiter kippt) und die Aufhängung an 4 !!! Pfosten (schaukelt sich grade) käme man an jeden Bereich ran, ohne den Rücken zu beanspruchen.

    Das ist Blödsinn!
    Ein Brutraum mit Brut ist nicht annähernd so schwer, wie ein HR mit Honig. Wenn nun ein HR über die Drehachse der Vorderkante 90° aufgestellt wird, dann liegt sein Schwerpunkt etwa 1/2 Rähmchenhöhe außerhalb der Beute. Damit stellt sich die Frage, warum die Brutzarge nun nicht umkippen sollte? Beutenscharniere haben den Sinn ein Abrutschen der oberen zu kippenden Zargen untereinander und von den Bruträumen zu verhindern. Dabei wird der HR bei einer Kippkontrolle mit dem oberen BR gekippt, was durchaus nicht rückenschonend ist und eben nicht 90° ungelegt, sondern 30°-50°.


    Von wegen angewandter Physik: Man kann keinen Körper mit einem andern verbinden, ohne den Schwerpunkt zu verändern! Liegt ein Gesamtschwerpunkt außerhalb einer Aufstandsfläche (oder Hängebene) dann fällt da was um. Schwöre!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin,


    wollte nur mal erwähnen aus meiner aktiven Zeit im Rettungsdienst. Die allermeisten "Bandscheibenvorfälle" zu denen wir gerufen worden waren passiert als der oder diejenige etwas leichtes wie z.B. ein Blatt Papier aufheben wollte. Das schwere Heben, falsche Belasten und krumme Sitzen usw. ist "nur" der Weg dahin. Der Körper stellt sich darauf ein wenn er was schweres hebt und "verkrampft" dann, hebt er was leichtes oder kommt unerwartet eine Belastung (z.B. Sohnemann springt dem sich bückenden Vater auf den Rücken) kommt es zum "Vorfall".


    Also will sagen aus meiner rettungsdienstlichen Erfahrung heraus ist es weniger schlimm wenn man ein zwei Mal im Jahr etwas ziemlich schweres hebt als wenn man mehrfach wöchentlich falsch ("aus dem Rücken") etwas eigentlich leichtes hebt.

  • Hallo zusammen,


    meiner Meinung nach ist 95% des Hebeproblems selbstgeschafftes Elend!
    Die Frage, wie Völker einfach und rückenschonend bearbeitet werden können interessiert viele Imker nicht, da geht es offensichtlich nur um das "ey, guckt mal ich hab den Längsten" ... Bienenstand...


    Gibt man bei der Google-Bildersuche "Bienenstand" als Suchwort ein, was findet man dort?
    Massenweise Bilder wie diese hier:


    http://fotos.verwaltungsportal…/fotos/bienenstand_ii.jpg


    http://www.bvherrenberg.de/upl…cC_bienenstand_05.jpg.jpg


    Wobei diese Beispiele ja noch einigermaßen vertretbar sind, aber hier möchte ich keine Beuten bearbeiten, auch wenn es "leichte Segeberger" sind:


    http://www.imkerei-rieken.de/Bienenstand1.jpg



    Ein positives Beispiel ist dagegen das hier:


    http://meintraumhonig.de/files…__use_auf_bienenstand.jpg


    Alle Beuten sind von 3 Seiten bearbeitbar, der Honigraum kann von der schmalen Beutenseite her abgenommen werden. Man muss sich zum Anheben nicht nach vorne beugen und erst dann den Honigraum anheben. Da ich jetzt Dadant verwende, stehen meine Beuten künftig höher, so dass die Oberkante des Brutraumes etwa Tischhöhe hat, so muss ich mich nicht so weit nach unten beugen um Waben zu ziehen (und die schweren Honigräume nicht von so weit unten anheben).


    Ja, ich gebe es zu, auch ich habe _noch_ einen Bienenstand, an dem 5 Beuten direkt nebeneinander stehen. Aber der Unterschied zu den restlichen Beuten, die nur in 2er Blöcken stehen ist gewaltig. Den Vergleich zwischen der Bearbeitung der Randbeute und Mittelbeute kann ja Jeder selbst machen.


    Stefan

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hartmut () aus folgendem Grund: Bilder entfernt. ACHTET DIE URHEBERRECHTE

  • Hallo toyotafan,
    ich meine das mit der Kopfsache grob verstanden zu haben. Aber mein Kopf sagt mir 90% Rücken also mechanisch und 10% (3Jahre nach OP) Kopf. Immerhin kann ich wieder arbeiten bei einem kulanten Arbeitgeber.
    Bei den Bienen heisst das bei mir max. 2 Magazine sonst Lagerbeuten (in Planung).
    Kannst du das mit der Kopfsache etwas genauer erklären?


    VG Georg

  • ... der Honigraum kann von der schmalen Beutenseite her abgenommen werden. ...

    Der HR muß von der Seite mit den Rähmchenseitenteilen abgenommen werden!
    Wo ist die Schmale Seite einer Segeberger Beute?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Der HR muß von der Seite mit den Rähmchenseitenteilen abgenommen werden!
    Wo ist die Schmale Seite einer Segeberger Beute?


    Henry, das ist mir schnulli, wo die Segeberger die schmale Seite hat. :-)
    Wenn ich mich beim Heben nach vorne Beugen muss und die eine Hand am Körper, davor dann der Honigraum und ganz ausgestreckt weit vorne unten die andere Hand die Zarge greift, dann ist das unbequem und hebelgesetzlich verboten ;)


    Stefan