Kunstschwarm fliegt weg!? - Eilt!

  • Moin!


    Bekam am Freitag zwei Kunstschwärme, die habe ich am nächsten Tag abends eingeschlagen. Tags darauf begonnen, mit Zuckerwasser durch Tropfdeckel zu füttern.


    Heute nach drei ganzen Tagen in der Beute, schwärmten die wieder los. Ziemlich unentschlossen, halbe Stunde in der Nähe gekreist und dann nahe der Beute ins Gras gegangen. Weisel war dank Punkt zu sehen und ich habe sie gleich wieder in ihren Käfig geschoben. Der hängt nun an einem Gazerahmen auf Hockerbeinen in der Nähe.
    Die Bienen aber streben anscheinend nun mehrheitlich der Beute wieder zu, kaum welche kommen zur Weisel.


    Was kann ich nun machen? Wenn sie wieder daheim sind, abends Weisel zusetzen? Und wenn das morgen wieder so geht?! Und was wurde falsch gemacht bzw. wie läßt sich sowas verhindern. Kenne das Wegfliegen von Nachschwärmen schon gut, aber dachte, bei Kunstschwärmen nicht üblich?


    Helft mir bitte mal weiter. Ach so, Brutwaben habe ich nicht.


    Beste Grüße!
    Immentun


    Nachtrag:
    Jetzt, um halb sechs, hängen sie schön als Traube um den Weiselkäfig. Ich kann also tun, was ich will. Heute abend noch einschlagen, oder erst in drei Tagen. Die hatten ja praktisch kein Wabenwerk, wie satt können die wohl sein? Zuckerwasser stand nach Belieben oben drauf, bloß nur für wenige zugleich.

    Imker seit 2009 - Naturbau in Dadant-Beuten, Bemühung um wesensgemäße Imkerei

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  • Jetzt, um halb sechs, hängen sie schön als Traube um den Weiselkäfig. Ich kann also tun, was ich will. Heute abend noch einschlagen, oder erst in drei Tagen. Die hatten ja praktisch kein Wabenwerk, wie satt können die wohl sein? Zuckerwasser stand nach Belieben oben drauf, bloß nur für wenige zugleich.


    Den Weiselkäfig schließen, und mit einen Schwarmkasten oder Beute in den Keller oder dunklen Raum, der KS muss erst eine Einheit werden, Weiselkäfig nach ein zwei Tagen zum Ausfressen freigeben und 2 Tage später im freihen aufstellen, oder einschlagen wie gehabt


    KS ist kein Naturschwarm, Naturschwarm ist schon eine Einheit

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • ... nun mal langsam!


    ist die Königin begattet und hat sie woanders auch ordentlich gelegt? Riechen die MW nach irgendwas? Steht die Kiste in der Sonne? Ist Dein Zuckerfutter vergammelt?


    Das wären mal die ersten Ansätze.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nun, zur Vertiefung:
    Die Königin blieb 24 h im Käfig "im Eimer", dann eingeschlagen und Weisel ist dazugelaufen. Das ging drei Tage lang gut. Habe zwei solche Schwärme, einer ist noch unauffällig. (Mir fiel damals auf, daß dieser Schwarm hier viel ruhiger war, schon im Eimer, brauste dann auch weniger in der Beute u.ä., flog aber erst auch viel schwächer.)


    Mittelwände sind nicht drin, die Beuten stehen "in der prallen Sonne". Zuckersirup hatte ich am Sonntag frisch gekocht. Dieser Schwarm nahm davon auch nur halb so viel wie der andere. Mir sind ein paar Insekten hineingeraten, aber macht das was?


    Die Weisel ist von einem befreundeten, züchtenden Erwerbsimker. Ich habe ihn noch nicht erreichen können. Er sagte damals "vorselektiert, wollte ich für mich behalten".


    Beste Grüße!
    Immentun

    Imker seit 2009 - Naturbau in Dadant-Beuten, Bemühung um wesensgemäße Imkerei

  • In was für eine Beute inder prallen Sonne und worauf hast Du den eingeschlagen? Wurde Schwarm in der Kellerhaft gefüttert? Worin verbrachte er die Haftzeit? Wurde er behandelt? Gibt es Bau in der Beute?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Naja, pralle Sonne - ist halt ein vollsonniger Standort, aber doch nicht so ungewöhnlich. Jedenfalls kein Halbschatten.
    Eingeschlagen in eine Dadant-Beute mit leeren Rähmchen, wie ich es "immer" mache. Der Kunstschwarm bekam vom Züchter ein Stück Futterteig mit in den Eimer (Honigeimer mit Bäckerei-Sieb drüber), dort blieb er 24 Stunden bei rund 15 Grad. Nicht behandelt. Bau nur minimal bisher.


    Ich brühe den Zucker 3:2 mit heißem Wasser auf, weil er sich kalt schlecht löst. Das wird ja dann erst der Sirup.


    Meine Frau beschrieb, daß die Schwarmwolke sehr weit und locker war und sich teilweise über 20 m erstreckte. Bis sie sich dann neben der Beute im Gras sammelten, wo ich die Weisel herausfischte. Sieht doch sehr nach gestutzter Weisel aus. Den Imker erreichte ich noch nicht, der ist wohl - beim Schwärme machen...


    Beste Grüße!
    Immentun

    Imker seit 2009 - Naturbau in Dadant-Beuten, Bemühung um wesensgemäße Imkerei

  • Wenn Deine Art mit Kunstschwärmen umzugehen die wesensgemäße ist, bin und bleibe ich liebendgern und dauerhaft höchstkonventionell. Ich weiß nicht was Du so alles im Detail und wie immer mit den Bienen gemacht hast, aber unwesensgemäß auf Mittelwände und Anfangsstreifen im Schatten eingeschlagen ist mir seit 1984 kein Kunstschwarm ausgezogen. Und ich mach mehr als zwei.


    Bienen im Eimer läßt mich schaudern.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Na danke, halt doch Deinen Widerwillen mal zurück! Ich propagiere hier keine Endlösung.


    Bringen denn die Mittelwände tatsächlich solche Annahmevorteile?! Und sollen Schwärme tatsächlich im Schatten aufgestellt werden? Immerhin müßte der Standort danach (ab wann?) meist nochmal verändert werden, oder höre ich da heraus, daß Beuten eh immer schattig stehen sollten? Das wäre mir neu.


    Ist es nicht schicklich, als Schwarm(fang)behälter einen Honigeimer zu verwenden? Den Luftzutritt erwähnte ich doch.


    Kann mir nun noch jemand einen guten Rat für ein erfolgreicheres Einschlagen geben? Der Schwarm steht jetzt wieder (ohne Futter) im Eimer im Keller.


    Beste Grüße!
    Immentun

    Imker seit 2009 - Naturbau in Dadant-Beuten, Bemühung um wesensgemäße Imkerei

  • Zuckersirup würde ich nie kochen. Man kann das Wasser auf ca. 40 Grad erhitzen, bevor man den Sirup anrührt. Beim Kochen entsteht mitunter HMF genauso wie bei erhitztem Honig, und der ist ja bekanntlich für Bienen giftig. Obwohl natürlich HMF ausschließlich aus Fruchtzucker gebildet werden kann. Ich bin dennoch vorsichtig.

  • Hallo!


    Ich persönlich kenn es so, dass man die Bienen am Abend des spätestens dritten Kellerhafttags in der Schwarmbox kurz aufstößt und die nun auf einer Stelle gefallenen Bienen kurz mit Wasser besprüht.
    Die angefeuchteten Bienen schlage ich in eine Beute mit Leerzarge ein, auf die ich eine Zarge mit Mittelwänden stelle und sofort mit Flüssigfutter (am
    besten mit Zuckerwasser 1:1) füttere ( KALT angerührt!!!)
    Die Königin wird im Zusetzkäfig dazugehangen.
    Der feste Verschluss am Zusetzkäfig der Königin wird jetzt durch Futterteig ersetzt.
    Sie wird nun durch das Volk befreit.


    Die Leerzarge entferne ich am nächsten Tag, da die Bienen sich erfahrungsgemäß in die obere Zarge mit MW verteilen.
    So kenne ich es.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Gut, mit dem Schwarmeinschlagen sind wir wohl bis auf Kleinigkeiten alle ähnlich dran. Den Käfig auf Ausfressen umzustellen ist nun wohl nicht mehr angebracht, wo sie nun tagelang miteinander verbracht haben und das wohl ganz gut paßt.


    Fütterei ist so eine Frage. Bei Nachschwärmen wurde doch oft vor dem Füttern gewarnt, damit sie nicht durch die neue Stärkung nach der langen Haft übermütig werden und wieder losziehen. Aber das sind ja auch keine Kunstschwärme. Also sind wohl die meisten für Füttern, was ja eh über kurz oder lang kommen muß.


    Also, zugespitzt: Die Bienen haben jetzt nach dem erneuten Schwärmen wohl nicht besonders viel im Bauch. Ich würde sie trotzdem zwei Tage hängen lassen, ohne Futter, dann schattig (!) einschlagen und gleich füttern. Oder?


    Beste Grüße!
    Immentun

    Imker seit 2009 - Naturbau in Dadant-Beuten, Bemühung um wesensgemäße Imkerei


  • Also, zugespitzt: Die Bienen haben jetzt nach dem erneuten Schwärmen wohl nicht besonders viel im Bauch. Ich würde sie trotzdem zwei Tage hängen lassen, ohne Futter, dann schattig (!) einschlagen und gleich füttern. Oder?


    Dann sind sie tot!


    Ein bißchen Futterteig brauchen die.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Gut, mit dem Schwarmeinschlagen sind wir wohl bis auf Kleinigkeiten alle ähnlich dran.

    Es sind die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen.


    Kunstschwärme in Eimern in einem 15°C warmen Raume haben es warm. Da geht es schon los. Sie sollen 3 Tage lufig und kalt hängen, während mit dem Futterstrom der Königinnenduft alle Bienen umgarnt. Nach 3 Tagen dürfen sie auf Mittelwände und dort das aufgenommene Futter ablagern und der Königin Gelegenheit zum Legen geben. 3 Tage sind ungefähr das Maß, ab dem die Bienen selbst in der Kiste Wabenbau aufführen. Manch einer wartet genau darauf und schlägt den Schwarm ein, wenn 3 Wabenanfänge in der Kiste hängen. Das ist auch gut und wird so am dritten Tage sein.


    Ein Schwarm der baut, will bleiben!


    Wo ist das Problem, sich für 2,10 beim OBI einen Seerosenkorb zu kaufen und den mit einem Brett abzudecken und als perfekte Kunstschwarmkiste zu nutzen?


    Überlege doch mal, welche Dichte Co2 hat und wo es sich aufkonzentriert!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder