Nicht-Imker (Nachbar) sucht Informationen / vernünftigen Kompromiss

  • Liebe Imkerforum Community,
    ich bin kein Imker und habe momentan keine Absicht daran etwas zu ändern, sondern würde nur höflichst um Informationen / Vorschläge zur Kompromissfindung bitten.


    Ich bin in eine neue Wohnung gezogen (Salzburg, Stadtgebiet, Erdgeschoß, insgesamt nur 6 Wohnungen) und wusste nicht, dass der Nachbar Bienen auf seinem Balkon hält.


    Der Balkon ist ca. 6m lang und 1,5m breit, meine Terrasse gleich lang, aber etwa einen Meter breiter. Er hat an der schmäleren Seite außen 2 hölzerne Kisten, ca. 40x40x100 und an der längeren Seite außen (gegenüberliegend, größter Abstand) nochmal 2 die gleich groß sind. Alle mit dem Loch voran ganz draußen an der Kante / unter dem Geländer.


    Ich reagiere zwar im Verhältnis recht stark auf Bienenstiche, lebe allerdings normalerweise mit meinem Nicht-Angriffspakt gegenüber Bienen recht gut damit und habe keine Allergie (nur etwas unbegründete Angst eine beim Essen zufällig zu verschlucken) und auch sonst nichts gegen Bienen.



    Aber: Ich bin jetzt 4 Wochen in der Wohnung und habe jeden Tag neue tote Bienen auf meiner Terrasse, pro Woche ca. 70-80, vor allem auf der Hälfte wo die Bienen an der längeren Seite hinausfliegen.
    Unabhängig davon, dass

    • die halbtoten Tiere einem leid tun ( sie machen auch recht lautstark auf ihr sterben aufmerksam, können nicht mehr fliegen, versuchen es aber trotzdem, bei mehreren Bienen am Boden recht laut)
    • kann ich auf meiner eigenen Terrasse, auf der ich extra Holzfließen verlegt habe, nicht barfuß gehen.
    • muss ich jeden Tag (halb-)tote Bienen kehren (außer den Bienen sonst kein Laub usw)
    • trotzdem sieht die Terrasse nicht sehr sauber aus (1. Holzfliesen: aus den ganzen Spalten zwischen den Hölzern kann ich die nicht rauskehren 2. immer wieder neue Bienen)


    Meine Fragen um ansatzweise informiert zu sein was zumutbar wäre und wie sich evtl. ein Kompromiss finden ließe (kenne ihn ja noch überhaupt nicht und bin gerade erst neu hier => möchte alles möglichst friedlich haben):

    • ist das normal, dass so viele Bienen (vor/unter ihrer Beute) sterben? Falls nein, mit wie vielen muss ich normalerweise rechnen und wegen was? (Habe nur gemerkt dass bei Regen z.B. nochmal einige mehr sterben)
    • Auch wenn es "normalerweise weniger sein sollten": sind Kann ich den Nachbarn bitten die 2 Kisten zu den beiden auf der anderen Seite stellen von denen ich viel weniger mitbekome oder sind mehr als 2 nebeneinander "zu viel" ?
    • Kann ich ihn bitten die Kisten ein Stockwerk weiter oben aufzustellen? (der Balkon gehört auch ihm, sind aber glaube ich Solarpaneele montiert)
    • Könnte man ein "Netz" (falls sich gesunde darin nicht verfangen) oder ein evtl. abgebogenes Blech unter die Kisten stellen, das über meine Terasse hinausragt? Oder kommen die Tiere schon "zu tief" an und kommen automatisch zu mir?
    • Fällt jemandem sonst eine Lösung ein?
    • Unabhängig von den toten Tieren: Falls ich 1x alle 2 Monate oder so mal grillen möchte und den anderen Nachbar das nicht stört: Schadet den Tieren Hitze (Gasgrill) oder Rauch (Kohle- / Kugelgrill) ? (Offene Flamme ist alles andere als ideal, das ist schon klar, hätte auch nicht vor holz zu verbrennen.)


    edit: Grund für die Frage in diesem Forum statt direkt an den Nachbarn: Habe den Nachbarn erst 1x kurz im vorbeigehen getroffen und wollte nicht gleich beim 1. Gespräch mit der Tür ins Haus fallen bzw. wenn dann lieber mit einem konstruktiven Vorschlag als einer "Beschwerde".

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von temp ()

  • Hallo Nichtimker-temp,


    Also tote Bienen gibt es beim Imkern immer, jeden Tag schlüpfen um die 1000-1500 neue Bienen je Bienenvolk. Soviele sterben im Schnitt auch jeden Tag. Bienen, die innerhalb des Bienenstocks sterben, werden von den restlichen Bienen einfach vor die Tür gezerrt.


    Warum sprichst du deinen Nachbarn nicht einfach an? Wenn du ihm/ihr deine Situation schilderst, wird er sicherlich Verständnis zeigen und ihr könnt eine gemeinsame Lösung finden.


    Stefan

  • Habe den Nachbarn erst 1x kurz im vorbeigehen getroffen und wollte nicht gleich beim 1. Gespräch mit der Tür ins Haus fallen bzw. wenn dann lieber mit einem konstruktiven Vorschlag als einer "Beschwerde".
    und vor allem sichergehen, dass ich aufgrund des "Informationsunterschieds" (sprich: weil ich keine Ahnung von Bienen habe) irgendeinen Vorschlag mache der nicht realisierbar/unverschämt/ ... ist, ohne es zu wollen und dachte mir, dass jemand hier vielleicht zufällig eine ähnliche Situation mit passender Lösung hatte.


    Vielen Dank auf jeden Fall schon mal, zumindest weiß ich jetzt, dass die "rausgeschmissen" werden und nicht z.b. aus altersbedingtem orientierungsmangel irgendwo dagegenknallen oder so (klingt jetzt sicher blöd, aber konnte mir das bis jetzt irgendwie nicht so recht erklären)

  • Hmm, stimmt, mal ein neues Problem bei der "Balkonbienenhaltung". Vielleicht kann er die Kisten so drehen, dass sie nicht zu der Seite ausfliegen, wo der darunterliegende Balkon breiter ist? Dann sollten die abgehenden Bienen neben den darunterliegenden Balkon fallen (in etwa, es werden immer noch welche dort landen...nur nicht so viele...). Vielleicht kann man den Vormieter befragen ob er das ebenfalls als Problem erlebt hat? Womoeglich hat der ja nun auch eine Loesung gefunden...


    Ansonsten gibt es eine Website namens balkonbienen.de (meine ich)...der Johannes hat ev. eine Idee wie man das loesen kann?


    Taegliches Fegen durch den Nachbarn bringt es ja nun auch nicht...


    Finde ich aber gut dass Sie sich erst mal schlau machen ehe man das Thema adressiert; sowas eskaliert ja oft auch schnell.


    Melanie

  • Hallo,


    erst mal schön dass Du Dich informierst, um einen Kompromiss zu finden.


    Die Anzahl der toten Bienen in der Nähe der Beuten ist meiner Meinung nach normal, nach Deinen Angaben sind es ja nur um die 10 pro Tag. Sterbende Bienen fliegen halt aus (und "verrecken" dann auch in der Nähe der Beute), oder die Schwestern tragen die Toten aus der Beute und werfen sie dann im Flug ab (üblicherweise auf den ersten paar Metern).
    Ich habe täglich etliche Krabbler auf meinem Gartenweg und auf unserer Einfahrt. Barfuß gehe ich dort auch nicht mehr her.


    In die andere Ecke umstellen kann Dein Nachbar die Völker in diesem Jahr nur noch über den Umweg sie für 3-4 Wochen komplett wegzustellen, und dann auf die andere Seite (oder alternativ jeden Tag ein paar Zentimeter verschieben). Der Grund ist das die Bienen sich einfliegen und dann auch bei Verstellen der Beute zu dem Ursprungsort Heimkehren.


    Die Solarpanele ein Stockwerk höher sollten eigentlich egal sein, die Bienen werden den Weg nach Hause schon finden.


    Die Hitze von Deinem Grill stört nicht, Du wirst das Feuer ja nicht unter dem Volk machen :)
    Rauch setzt der Imker ja auch regelmässig ein, da wird Dein monatliches Grillen eigentlich kaum auffallen.

  • Hallo temp,


    also meiner Meinung nach sollte nichts dagegen sprechen, dass die vier Stöcke nebeneinander auf einer Seite stehen. Es sei denn, dann wird die Balkontür versperrt ;-).
    Ob dann allerdings weniger (halb-)tote Bienen auf Deiner Terrasse sein werden, wird sich erst dann zeigen. Du weißt ja nicht aus welchem Stock sie kommen. Die können so flügelschlagend schon eine gute Strecke laufen. Bei kalter Witterung kommen sie nicht so weit und bleiben dann vielleicht eher auf Deinem Balkon hängen (meine Vermutung!).


    Aber ich bin auch erst Anfäger, da werden bestimmt noch bessere und genauere Antworten folgen.


    Ich finde es jedenfalls prima von Dir, dass Du Dich zuvor informierst und auf einen Kompromiss eingestellt bist. So eine Einstellung ist leider nicht unbedingt selbstverständlich.


    Grüße
    Rolf

  • Guten Morgen,


    ich verstehe das so, dass die toten Bienen aus der Beute/im Anflug herunterfallen und auf dem Stück Terasse landen, welches länger ist als der Blakon auf dem sie stehen, ja?


    Praktikabel wäre es also, die Kästen auf dem Balkon zurückzusetzen, so dass sie auf dem Balkon des Besitzers landen würden. Je weiter weg das Flugloch, desto weniger Bienen auf dem Boden - jedoch werden es immer noch welche sein.
    Oder er dreht das Flugloch seitlich, auch das wird aber immer noch zu toten Bienen auf der Terasse führen -Melanie schrieb es bereits - allerdings weniger.
    Den Totenfall auf die darunterliegende Terasse würden Flugbretter verhindern, die so lang sind, dass sie über die Terasse hinausreichen. Quasi Längenanpasung Balkon oben und Terasse unten.
    Sie sollten leicht abfallend sein. Aber bei 1 m Unterschied sind das bereits "gewaltige" Flugbretter. Ob die anzubringen sind und windexponiert etc. haltbar sind?


    Zum Thema Grillen/ Rauch etc.: Direkt unter den Bienen mit aufsteigendem Rauch wäre nicht so gut, die Bienen wären in Alarm versetzt und im Glauben ihre Behausung brennt oder die Umgebung (was ja auch stimmt :wink:). Das gefährdet aber nicht den Grillenden in dem Sinne, dass es zu Angriffen führen würde. Besorgt aber ggf. den Bienenbesitzenden.


    So meine Gedanken dazu.


    Die Idee, hier zu fragen finde ich übrigens auch gut.
    Konkretes Besprechen aber nicht vergessen :daumen:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo temp,


    Chris hat natürlich recht mit dem Verstellen. Von heute auf morgen geht das nicht so ohne weiteres.


    Es gibt wohl eine Methode bei der man ein erneutes Einfliegen erzwingen kann. Dabei muss das Flugloch geschlossen werden.
    Dann sollte ordentlich für Unruhe in der Beute gesorgt werden, z.B. durch Ruckeln und unsanftes Absetzen (Achtung, dass keine Bienen dabei herauskommen ;-) ).
    Dann ein Hindernis vor das Flugloch, so dass die Bienen beim herauskrabbeln quasi darüber stolpern. Und dann das Flugloch wieder öffnen.
    Die Bienen scheinen eine Veränderung zu registrieren, erst recht, wenn sie auf das Hindernis (z.B. ein Zweig) am Flugloch stoßen. Danach sollten sie sich dann erneut einfliegen.


    Ich selbst habe davon aber nur gelesen und es noch nicht selbst ausprobiert.


    Grüße
    Rolf


  • Die Solarpanele ein Stockwerk höher sollten eigentlich egal sein, die Bienen werden den Weg nach Hause schon finden.


    Ok! Wusste nur nicht ob die "Wärme" z.b. irgendwie schädlich wäre oder reflektierte Strahlung sie irgendwie Orientierungsmäßig durcheinanderbringt und es deshalb z.b. nicht möglich wäre.


    Vielleicht kann man den Vormieter befragen ob er das ebenfalls als Problem erlebt hat? Womoeglich hat der ja nun auch eine Loesung gefunden...


    Es ist ein Aus-/Neubau, leider gibt es keinen Vormieter den man fragen könnte.



    Ansonsten gibt es eine Website namens balkonbienen.de (meine ich)...der Johannes hat ev. eine Idee wie man das loesen kann?


    Danke, werde mich da mal anmelden und nach "Lösungen" / größtmöglicher Reduktion fragen.



    ich verstehe das so, dass die toten Bienen aus der Beute/im Anflug herunterfallen und auf dem Stück Terasse landen, welches länger ist als der Blakon auf dem sie stehen, ja?


    sie sind dann auf jeden Fall halb-/ tot auf der Terrasse, vor allem auf dem Stück, das weiter herausragt, ja ! ob im anflug oder "rausgeschmissen" oder beim hinausfliegen habe ich noch nicht so wirklich gesehen. auch nicht wieviel der wind dazu beiträgt die doch recht "leichten" tiere zu verwehen.


    Praktikabel wäre es also, die Kästen auf dem Balkon zurückzusetzen, so dass sie auf dem Balkon des Besitzers landen würden. Je weiter weg das Flugloch, desto weniger Bienen auf dem Boden - jedoch werden es immer noch welche sein.


    weniger wäre schon mal gut, der spalt zwischen durchgängiger "Absturzsicherung"/geländer und Boden ist allerdings nur ca. 10cm hoch, wäre das ein problem?


    Zum Thema Grillen/ Rauch etc.: Direkt unter den Bienen mit aufsteigendem Rauch wäre nicht so gut, die Bienen wären in Alarm versetzt und im Glauben ihre Behausung brennt oder die Umgebung (was ja auch stimmt :wink:). Das gefährdet aber nicht den Grillenden in dem Sinne, dass es zu Angriffen führen würde. Besorgt aber ggf. den Bienenbesitzenden.


    ging vor allem um die bienen, wollte kein "massensterben" o.Ä. verursachen, danke ;)




    Vielen Dank an alle für die vielen und schnellen Antworten !!


    Also zusammenfassend kein 1-maliges Ereignis sondern wahrscheinlich konstant, ein Verstellen ist prinzipiell möglich, auch wenn vielleicht nur langsam oder notfalls erst spät(er) im Jahr.
    Ich glaube damit kann man ein Gespräch beginnen ;)

  • Bevor Du ihm allerdings das Handling mit dem Verstellen vorschlägst: da würde ich als Nicht-Imker nicht in die Details gehen, sondern nur die Methode nennen und ihn vielleicht zu den Details auf´s Forum hier verweisen. Ich ernte nämlich selbst als Imker regelmäßig von Uraltimkern Kopfschütteln, wenn ich denen die Methode Umstellen auf kurze Distanz erläutere. Aber die funktioniert. Und falls Bedenken hinsichtlich Zurückrücken der Beuten an dessen eigene Fassade kommen - hab ich auch schon mehrere Jahre erfolgreich praktiziert. Man kann auch neben der Beute stehen zum Arbeiten. Und wenn ihn der Überflug der Flugbienen über seinen eigenen Balkon stören sollte würde ich das mit der Bienenhaltung da oben noch mal überdenken.


    Super, dass Du Dich so schlau machst, wenn das Standard wäre, wäre das tägliche Miteinander produktiver..:daumen:

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Bevor Du ihm allerdings das Handling mit dem Verstellen vorschlägst: da würde ich als Nicht-Imker nicht in die Details gehen, sondern nur die Methode nennen und ihn vielleicht zu den Details auf´s Forum hier verweisen.


    Neeein, schon klar, mir ging's hauptsächlich darum zu wissen was z.b. sicher nicht möglich ist bzw. evtl. warum (hätte ja z.B. sein können dass weiter hinten am Haus oder oben bei Solaranlage nicht möglich weil zu nahe am Haus / zu warm / 2. Stock zu hoch..) und wenn er vorschlägt langsam,langsam oder erst später zu verstellen, ich weiß, dass das einen Sinn hat und nicht nur eine "erfundene" Erklärung ist.


    Und wenn ihn der Überflug der Flugbienen über seinen eigenen Balkon stören sollte würde ich das mit der Bienenhaltung da oben noch mal überdenken.


    Momentan liegen die Kästen am Boden. Wäre es nicht auch so "zum arbeiten" praktischer wenn die auf/über Balkongeländerhöhe auf irgendeinem Tisch/Kasten/etc. stehen würden? (falls er sie zurücksetzen würde) oder hat das Nachteile?

  • Hallo temp,


    hier in D wäre es so, dass der Besitzer der Bienen auf deinem Nachbarbalkon seine Bienenvölker komplett entfernen muss, solltest du dadurch in deiner Lebensqualität zu stark eingeschränkt sein.
    Selbst ich als Imker würde nicht wollen, dass dann dauernd auf meiner eigenen Terrasse, auf der ich mich ausruhen will, oder Barfuß umher laufen will, ständig tote oder halbtote Bienen herumliegen. Der Stachel ist dort immer noch für einige Zeit aktiv.


    Ich verstehe sowieso nicht wie man ernsthaft Bienen auf einem Balkon in einem Mehrfamilienhaus halten will. Das kann gar nicht gut gehen. Bei allem Respekt den Bienenhaltern gegenüber, aber man hat auch immer eine Pflicht seinen eigenen Mitmenschen gegenüber.
    Ich habe momentan auch 3 Bienenvölker auf meinem Balkon stehen und auf meiner Terrasse kann man nun nur noch eingeschränkt Grillen/Essen/Trinken, da diese von einigen Bienen als Einflugschneise genutzt wird.


    Wie gesagt, selbst für mich als Imker der prinzipiell den Bienen und der Bienenhaltung wohlgesonnen ist, wäre das halten von Bienen auf einem Balkon in einem Mehrfamilienhaus nicht recht.
    Ich würde deinem Balkonimker also deinen Standpunkt sachlich und ruhig erklären, und ihm dann eine angemessene Frist setzen, innerhalb derer er seine Völker an einem anderen Ort aufzustellen hat.


    Viele Grüße

  • Moin,


    Du sitzt ja da mit Deinem Problem sehr weit weg von mir hier, sonst hätte ich mich gern darum gekümmert, es zu lösen. Als Gutachter sind mir gerade Nachbarschaftsprobleme recht vertraut. Die Rechtslage im tiefen Süden ist es mir jedoch nicht.


    Ich würde einige Dinge vorschlagen, die Situation zu entschärfen und möchte klarstellen:
    1. Es sind vermutlich zurückkehrende Bienen die zu tief rein kommen und dann zu schwer, zu abgekämpft zu kalt zum Neustart sind. (Probe dafür: Vorsichtig einsammeln. In der Wohnung aufwärmen. Füttern. Tote Zählen und die andern fliegen lassen. Echter Totenfall ist oft körperlich beschädigt oder zeigt Krämpfe/Rüssel.)
    2. Die Fluglöcher an der Kante führen zu oder verstärken genau das Problem.
    3. Bruder Adams große Anflugbretter ca. 45° abfallend können sofort (binnen weniger Stunden) erheblich Abhilfe schaffen.
    4. Ein Umsetzen der Beuten auch um die Ecke kann täglich Zentimeterweise erfolgen. (Oft fürchtet der Balkonimker nie mehr Balkonbienen halten zu dürfen, wenn er sie einmal weg gestellt hat. Er fürchtet den Transportaufwand und hat häufig kein Ersatzgrundstück oder es liegt zu nah.)
    5. In Deutschland verliert der Balkonbienenhalter regelmäßig in untersten Instanzen und ihm wird die Bienenhaltung auf seinem Balkon dauerhaft untersagt. Er wird sich dann irgendwie rächen und das Zusammenleben ist geprägt vom Ziel, sich nicht zu begegnen oder davon, die Ruhezeiteneinhaltung des andern zu überwachen. So kann man nicht wohnen wollen.
    6. Balkonbienenhalter sind sehr oft sehr unerfahrene Anfänger, die nicht wissen, wo sie Probleme schaffen und wie sie die vermeiden können aber voller tatengedrängtem Sendungsbewußtsein und Weltrettertum. (Einer hier fegte seine Wabe über die Brüstung ab und bedachte nicht, daß Jungbienen ohne Tankfüllung unten zugrunde gehen, ein anderer brachte immer wieder Ableger mit auf den Balkon, die beim Einfliegen immer tagelang erst in allen Etagen an der Balkonecke das unter dem Geländer liegende Flugloch suchten und in die fremden Balkons flogen, ect ...)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ... ernsthaft Bienen auf einem Balkon in einem Mehrfamilienhaus halten will. Das kann gar nicht gut gehen.

    Das geht gut und wenn man weiß was man tut auch recht entspannt und problemlos. Auch ich hatte Bienen in einer 3. Etage auf dem Balkon, fliegend in den Innenhof. Unpraktisch sind daran nur die Enge Balkontür und die Frau, die sich aufregt über Honig- und Propolistapsen ind der ganzen Wohnung, klebende Türklinken, verirrte Bienen im Schlafzimmer, Bienenscheiße am Balkonfenster ... also ... eigentlich ... äh ... nicht daß sie mitliest ... äh ... gute Gründe sowas nicht dauerhaft ... also mein Schatz, danke für das Verständnis. :liebe002:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder