Was sind falzlose Beuten?

  • Wieder mal ne ganz doofe Einsteigerfrage: Falzlose Beuten, bzw. Magazine: Heißt das nur, dass auf der Unterseite kein Falz ist? Oben braucht man ja wohl einen, damit man die Rähmchen einhägen kann, oder gibts da auch Systeme mit Kranz an der Stelle, die dann die Übergänge zumachen?

  • Moin,


    weder oben noch unten ist ein Falz. Die Rähmchen hängen in der Zarge auf "Leisten", so das man die Zarge beim Aufsetzen auf eine andere schieben kann und somit das Zerquetschen und Zerdrücken von Bienen vermieden wird (fast zumindest :wink:).

  • Richtig,
    ein wenig kniffelig beim Wandern. Ganz ähnlich wie eine Unterhose. Eigentlich brauch man sie nicht, aber es ist schon etwas angenehmer wenn man eine an hat :-). Dabei reicht eine kleine Falz, einfach nur für das gue Gefühl, ja, sie ist eingerastet. Dafür reichen 3 mm. Und ob damit mehr Bienen gequetscht werden wage ich mal zu bezweifeln weil die Falzflächen ja hauptsächlich in der Luft hängen und Briefmarken lassen sich ohne auch nicht ganz vermeiden.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Bienenköniggibmirhonig
    Das ist ein großes Problem unsere Zeit, dass vieles nur "fürs gute Gefühl" und gegen harte Fakten entschieden wird.


    Wer nicht unbedingt Schreiner ist, tut sich mit der Erstellung eines Falzes schwer. Selbst wer sich alles kaufen kann sollte es auch mal mit ein paar selbst gebauten Beuten versuchen, um die Sache mit dem Beespace zu verstehen.
    Falzlose Beuten im Betrieb verrutschen auf der Wanderung nicht. Neue Beuten, die Neuimker beim Kauf zum Umsetzen mitbringen werden auf den Oberkanten mit ein paar Brocken Propolis und Wachs verschmiert, da gab es noch nie Reklamationen.
    Für den Boden ist eine Rutschleiste an den beiden Innenseiten zu empfehlen, da dort die Reibekräfte beim Verschieben auf der Ladefläche am stärksten wirken.

  • Ja Hardy 2,
    und für die Deckel auch, die werden sonst mal schnell verschoben, wenn der Gurt bei etwas schräglage einer schweren Zanderbeute etwas mitzerrt. Dann kommen wütende Bienen raus und stechen auch in der Nacht in den Fuß ( nicht wie die Indianer, die ja bekanntlich Nachts nicht kämpfen). Und dann stehtst Du schon mal da, kannst die Scheißbeute nicht richtig fassen, weil in den Wald eingebaut, deine Frau fängt an zu quitschen, weil es sie auf der anderen Seite ebenfalls schon erwischt hast und gibst nach 5 Metern deinen Plan des Umstellens auf. Allerdings musst Du jetzt natürlich noch alleine die Mistkiste wieder zurückbringen. Und dann, etwas später in der Nacht beschließt Du, alle deine Deckel vorne und Hinten mit einer kleinen Leiste auszustatten. Vielleicht nur 3 mm stark und 3 cm lang um sie mit zwei Schrauben atomfest befestigen zu können. Bei selbst bebauten Beuten ist der Falz aber nun wirklich kein Problem. Beim Beutentyp Einfachbeute muss man nur die Vorder- & Rückwand ca 3 mm länger lassen, wogwgwn die Regenleiste an der üblichen Stelle, der Unterkante der Seitenteile angeschraubt ist. Hat man vorher Front und Rückseite auf einer Seite untern noch gut einen mm eingesägt und beim Zusammenbau darauf geachtet, dass dieser Minifalz außen liegt, dann haut das schon hin. Ich habe in diesem Winter Beuten gebaut.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der trotz deiner Einwände nicht auf Unterhosen verzichtet

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich hab jetzt seit 10 Jahren selbstgebaute falzlose Beuten, und da ist dank Spanngurten noch NIE was verrutscht oder aufgegangen.
    Allerdings fahren wir auch so, daß keine Vollbremsungen nötig sind.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Kann ich nur bestätigen! Die sind so unverrückbar, daß es mir noch nie gelungen ist, Zargen ohne Hebelkraft auseinanderzubringen - außer, ich war kurz vorher schon mal dran...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Bei selbst bebauten Beuten ist der Falz aber nun wirklich kein Problem. Beim Beutentyp Einfachbeute muss man nur die Vorder- & Rückwand ca 3 mm länger lassen, wogwgwn die Regenleiste an der üblichen Stelle, der Unterkante der Seitenteile angeschraubt ist. Hat man vorher Front und Rückseite auf einer Seite untern noch gut einen mm eingesägt und beim Zusammenbau darauf geachtet, dass dieser Minifalz außen liegt, dann haut das schon hin. Ich habe in diesem Winter Beuten gebaut.


    Herbert, mäßig begabter Handwerker, sagt dazu: Hääääääääääääääääääääääääääääää?

  • Herbert, mäßig begabter Handwerker, sagt dazu: Hääääääääääääääääääääääääääääää?


    Ehhh... freundlich bleiben!
    Wenn dann schon "häääää, bitte?"... ;)


    Ich versteh aber auch nicht was Wolfgang genau meint... Zumal die Hohenheimer unten im Bereich der Griffleisten sowieso Leisten hat, die in der Auflagernut der darunterliegenden Zarge einrastet. :confused: :confused:

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Ich versteh aber auch nicht was Wolfgang genau meint... Zumal die Hohenheimer unten im Bereich der Griffleisten sowieso Leisten hat, die in der Auflagernut der darunterliegenden Zarge einrastet. :confused: :confused:


    und genau das meint er auch. Die Leiste ist ein zusätzliches Bauteil, das hat Wolfgang einfach weggelassen und dafür das Brett, an dem die Leiste angenagelt ist, breiter gemacht.
    Hab Magazine eines Berufsimkers gesehen, da steht das Brett 15mm über, soll sehr praktisch sein.
    Ich hab nicht mal ne Leiste dran, einfach glatt "Falzlos", da rutscht bei gutem Zurrgurt nichts.

  • Ja Leute,
    ist schwer zu beschreiben ohne Plan. Bei Interesse und unter Zusendung der Email-Adresse kann ich gerne meine Zeichnung verschicken. Kann hier nicht hochladen.
    Viele Grüße
    Wolfgang der sich bewußt ist, dass man erst den Nippel durch die Lasche ziehen muss, und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben derhn.....

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ja Leute,


    Wolfgang der sich bewußt ist, dass man erst den Nippel durch die Lasche ziehen muss, und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben derhn.....


    *gg*


    Aber mal zurück zum Thema: Wenn die Rähmchen auf einer Leiste aufliegen, dann haperts ja an einer Stelle mit dem Beespace, oder? Ich würde mal sagen, zwischen Leiste und den Seitenwänden der Rähmchen muss unbedingt Beespace sein, sonst kleben die Bienen die Rähmchen so stark an, dass man sie schlecht rauskriegt. Aber dann hat man gleichzeitig zwischen Rähmchen-seitenwand und Beutenwand zu viel Abstand - da würden sie wohl Wildbau an die Beutenwand oder Rähmchenwand machen? Oder ist die Leiste nur 4mm stark, und der Abstand zum Rähmchen 5mm, was sie mit etwas Glück nicht zupropolisen, womit dann der Abstand Rähmchen zur Beutenwand 9 mm wären, was sie mit etwas Glück nicht in Waben verwandeln....? Oder sind die Räumchen dann komplizierter gebaut?

  • Wie gesagt,
    ohne Plan immer nicht so leicht. Ich habe bei meinen Zargen keine zusätzlichen Leisten innen. Die Rähmchen liegen auf dem oberen Ende der Stirn-Rückwand auf. Und genau diese Stirnwand ist nach unten ca. 3 mm länger als die Seitenwand, die wiederum Oben gut 1o - 12 mm höher ist als die Stirnwand. Die Stirnwand bekommt oben eine Griffleiste und unten eine Regenleiste. Beide schließen dann mit der Seitenwand ab, einmal Oben, was einen Absatz zum Einhängen der Rähmchen schafft und einmal Unten, was durch die tiefere Stirnwand den kleinen berühmten Falz schafft. Um die Sache jetzt noch etwas zu komplizieren seih erwähnt, dass die Seitenwände mit der Außenkante von Griffleiste und Regenleiste abschließen, was bedeutet, dass sie dazwischen um Grifftiefe über die Stirnseite hinausragen. Wenn ihrd dieses Prinzip beachtet, könnt ihr, vielleicht mit Hilfe von Dachlatten und Holzbrettern eure Beute auch ohne Plan bauen.
    Achtung, folgt dem Gedankenexperiment. Natürlich kann man es so nicht bauen, aber rein gedanklich sieht es so aus:
    Ausgehend von der von euch benutzten Rähmchen könnt ihr so für jedes Format eure Beute bauen.
    Nehmt also euer Rähmchen, stellt oder legt es auf den Tisch. Montiert ein Brett so rechts und links hin, dass das Rähmchen mit seinem Überstand auf dem Brett aufgelegt ist, mit dem entsprechenden Abstand von den Seitenteilen, rechts und links. Das sind die Stirnbretter. Dann nehmt ihr ein Stück einseitig angeschrägte Dachlatte und montiert sie außen an das Stirnbrett, etwa 1 cm höher als das Stirnbrett. Jetzt habt ihr die Zarge schon in Händen, aber sachte, weil die Seitenteile fehlen ja noch. Die könnt ihr jetzt seitlich an den Stirnseiten befestigen. Achtet darauf, dass sie oben mit den Griffleisten abschließen. Unten sollten sie knapp tiefer sein als der Unterzug der Rähmchen, aber knapp kürzer als die Stirnbretter. Jetzt montiert ihr noch die Regenleisten, ebenfalls angeschrägte Dachlatten ( nur anders herum ) so, dass sie mit den Seitenwänden abschließen. Schon ist die Zarge fertig. Wer es jetzt noch nicht hat, der braucht einen Plan, jeder sollte einen haben.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.