Zwangsumzug und Probleme

  • Auf Grund des Hochwasser musste ich meine Bienen (endlich habe ich welche) von der Wiese auf ein Dach in 30 m Entfernung umziehen lassen.


    Es sind 1 Volk, 1 Ableger und 1 kleiner Schwarm, alles in Golzbeuten.


    Das ganze habe ich am Dienstag (04.06.) habend realisiert. Am Mittwoch war an den Beuten guter Flugbetrieb, allerdings hatte ich auch genug Flugbienen am alten Standort gesehen.


    Zum Abend dann habe ich den alten Standort nochmals kontrolliert. Am Beutebock (diese Variante mit Balken und Gerüstfüßen) hing unten am Holz eine Traube Bienen ca. zwei Fäuste groß, an der Seite, wo die Ableger-Beute stand.


    Also habe ich mich am Abend entschlossen, diese in einen Ablegerkasten zu fegen.


    Das Flugloch habe ich wieder frei gegeben, die Bienen gingen in den Kasten, saßen, ähnlich wie Beim Schwarm auch von unten am Gitter.


    Fragen:


    War meine junge Königin über Nacht zum Begattungsflug und saß dann am Abend da dran ?
    Oder sammeln sich die Flugbienen (auch aus zwei oder drei Völkern) auch so, um sich im Zweifel vor der kühlen Nacht zu schützen ?
    Was mache ich jetzt mit den Bienen im Ablegerkasten ?
    Soll ich diese wieder mit zum Ableger dazu geben, nachdem ich sie am Abend über unser Kopfsteinpflaster spazieren gefahren habe ?


    Eigentlich sind die Bienen erst wieder zum Wochenende zur Nachschau dran und da die Evakuierung auch schon Streß war, wollte ich es auch weitgehend lassen, nach einer Königin zu suchen.


    Ich weiß, dass Fernprognosen nicht wirklich möglich sind, bin aber dankbar für Tips, wie alte Hasen es handhaben würden.


    Danke,

  • Hallo Bernd,


    Du hättest deine Bienen mehr als 3km weg bringen sollen.
    Bei 30m fliegen die Flugienen aus deinen in Sicherheit gebrachten Kästen ab und sind ihren alten Landeanflug gewohnt und landen dann folglich auch beim alten Beutenplatz.
    Wenn du die jetzt immer wieder einpackst und in die Kisten zurückschüttest, werden diese wieder vom Dach-Standplatz starten und am alten Beutenstandort ihren Kasten suchen!


    Stefan

  • Stell Deine Bienen entweder wieder dahin zurück, wo sie standen und zwar zügig und einen Ableger als Lumpensammler auf das Dach oder umgekehrt. Bienen ohne Heimat sind einsam, traurig, verlassen und ganz allein.


    Wenn die Bienen dauerhaft dort ohnehin nicht bleiben sollen. Stell die Völker abends nach Trachtflugende an ihre alten Plätze, warte bis die Versprengten wieder Heimat gefunden haben und wandere dann aus dem Flugkreis ab.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke für die ersten Hinweise.


    Die Umsiedlung habe ich schon bewusst am Abend gemacht, gerüttelt hat es auch bei der Fahrt, was dem Vergessen des alten Standortes ja zuträglich sein soll.


    Leider haben wir den Scheitel der langen Flutwelle hier erst am Sonntag früh und dann ca. noch vier weitere Tage Stufe 4, die mit einer gewissen Gefährdung für den Wohn- und Bienenstandort verbunden ist.


    Somit ist das Umstellen sofort nicht möglich, der Ablegerkasten steht aber als Sammler am alten Standort.


    Meine Überlegung war schon, am Dach eine Absturzsicherung, sprich Geländer, seitlich zu befestigen und die Bienen bis Ende September/ Mitte Oktober dort oben zu belassen. Durch ein kleines Fenster eines Nachbargebäudes habe ich Zugang, komme also auch zum Kontrollieren ran. Kein neuer Streß für die Völker.


    Jetzt noch mal runter nehmen ist auch unter den gegebenen Umständen nicht geboten. (Hochwassergefahr, Gewicht der Beuten, Höhe des Daches).


    Es bleibt nur, in 7 Tagen zurück oder im Herbst zurück.


    Und 3 km habe ich keinen Standort.


    Die Entscheidung hieß nun Flugbienen z.T. verlieren, denn es sind genug andere noch unterwegs, oder eben alle Völker incl. Beute verlieren, wenn das Wasser zu schnell oder in der Nacht kommt. Prognosen lagen über Deichkrone, man hatte schon das FFW-Fahrzeug evakuiert.


    War zwar vor kurzem bei einem alten Imker der noch Lachgastabletten hatte, aber die wird er wohl nicht raus rücken. Hat jemand Erfahrung mit dem "Ruckelverfahren" ? Die Flugbienen in dem kleinen Kasten haben ja noch nicht gebaut oder eingetragen, Kopfsteinpflaster vorhanden.


    Der Kasten könnte dann erst mal komplett in die Beute, ist extra so konstruiert.


    Danke,

  • Eine Kiste am alten Standplatz als Sammler aufstellen. Die Kiste mit den Bienen am späten Abend (Sonnenuntergang) vor die Beuten am neuen Standort kippen und zwar auf lang herunterreichenden Flugbrettern, damit sie in die Beuten rein krabbeln können. Nach drei-vier Tagen tauchen keine Neuen mehr auf.


    Das nächste Mal beim Verstellen auf kurze Distanz das Flugloch mit Laubzweigen vollständig bedecken. Das wirkt gut und die meisten Sammlerinnen fliegen sich erst mal neu ein. :Biene:

  • Hallo Miteinander,
    Bernd hat angesicht der Lage richtig gehandelt.
    Die Flugbienenverluste durch die Prägung an den vorherigen Standort kann man in Kauf nehmen, sind besser als der Verlust der Völker.
    Was die anderen Fragen angeht:
    Die Bienansammlung unter den einen Kasten könnte bedeuten, das der Schwarm ein Nachschwarm war und eine Königin sich dort zurückgezogen hat.
    Bienenköniginnen fliegen nachts nicht.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Nochmal danke für die Hinweise. Langsam wird es Abend, ich werde schauen wie viele Bienen noch unterwegs sind und dann dem Hinweis von Bernhardt folgen.


    Nachschwarm kann ich ausschließen, da der Schwarm in 10 km Entfernung gefangen wurde. Trotzdem danke für den Hinweis.

  • Weil die noch überhaupt nicht gebaut hatten, es also einen Schwarm war der vor 14 Tagen in 10 km Entfernung eingefangen wurde, so in meine Kiste kam und dort heimisch werden sollte. Wo sollte da eine zweite Königin her kommen ?


    Der Schwarm kam noch dazu aus einer Schaubeute, war schon nicht sehr stark.


    Sollten da wirklich zwei Königinnen 10 Tage neben einander gewohnt haben ?

  • Hallo Bernd,
    gut, in zehn Kilometern Entfernung von Dir gibt es natürlich keine Nachschwärme, hatte ich vergessen.
    Vor vierzehn Tagen ebenfalls noch nicht.
    Aus Schaubeuten gibt es auch keine Nachschwärme, daran hätte ich denken sollen.
    Das in Nachschwärmen mehrere Königinnen sein können, ist ja Imkerlatein.
    In dem Schwarm haben nach dem Einschlagen in die Beute keine zwei Königinnen nebeneinander gelebt, sondern nur eine.
    Die andere hat m.M . unter Deinen Kasten Zuflucht gesucht.
    Warum die Differenz vierzehn Tage Schwarmabgang und zehn Tage in der Beute?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Die ersten 2/3 deiner letzten Antwort kann ich gerade nicht lesen. Du hast zu schnell geschrieben und ich kann doch nur langsam lesen.:p


    Auch auf die Gefahr hin, hier würde mal jemand sarkastisch antworten, was ja bisher noch nicht geschehen ist,:wink: hier mal noch Erklärungen dazu.


    Den Schwarm habe nicht ich gefangen, sondern mein Imker-Pate. Statt 14 Tagen hätte ich wohl besser zwei Wochen gesagt. Es waren vom Einsetzen in die Beute bis zum Verstellen aufs Dach genau 11 Tage. Ich habe dazu jetzt dieses komische Ding mit dem Namen "Kalender" benutzt, aber jetzt haben wir es genau.


    Ich schließe (eigentlich) aus, dass da irgend wo eine Königin außen dran saß. Die Beute stand im Gras, wir haben die Bienen von oben eingesetzt und sofort mit Folie verschlossen. Dann die Beute von den noch fliegenden Bienen weg getragen und in meinen Kofferraum gesetzt. Den Varroaschieber haben wir erst im Auto gezogen, so lange war von unten noch zu.


    Also wie gesagt, 11 Tage auch bei der Nachschau nach 3 Tagen keine Auffälligkeiten, dann am Abend nach dem Umstellen diese wirklich kleine Traube.


    Daher ja auch meine Frage, ob sich einsame Flugbienen auch so verhalten.


    Danke, trotzdem:wink:,