Vereinigen oder nachziehen lassen?

  • Ausgangssituation: Ich habe einen richtig guten Ableger, mit großer, dicker Königin von 2013 (Volk 4). Die haben sogar bei dem sch...lechten Wetter der letzten Tage fleißig Pollen eingetragen.
    Bei Volk 1-3 kaum Flugverkehr und erst recht kein Polleneintrag. Volk 1 ist ein Ableger, der anfangs (das war vor 3 Wochen) 2 Weiselzellen hatte. Volk 2 und 3 sind Schwärme, 3 hat eine Königin (hab sie gesehen). Ungezeichnet, und wahrscheinlich noch unbegattet, da sie nicht legt. Ab morgen, spätestens Mittwoch soll das Wetter besser werden und ich hoffe, daß sie dann auf Hochzeitsflug geht und auch wieder zurückkommt.
    Meine Problemvölker sind so gesehen 1 und 2. Volk 2 mußte gestern gefüttert werden, weil die vor 10 Tagen eingehängten Futterwaben leer waren. Es sind viele Jungbienen da, das Volk besetzt knapp 8 Zanderwaben, vielleicht auch nur 7. Keine Brut, so gut wie kein eigener Futtereintrag.
    Volk 1 ist ziemlich aggro drauf und trägt auch nicht ein, hat anscheinend auch keine Brut. Und ich befürchte, keine Königin.


    Mein Imkerpate meint, ich soll nochmal jüngste Brut einhängen, ich meine eher, ich vereinige zumindest eines der beiden Völker mit dem starken Ableger 4, bevor sie mir drohnenbrütig werden. Außerdem denke ich, daß es viel zu lange dauert, bis die nachgeschaffene Königin dann in Brut ginge, bzw. die ersten Bienen schlüpfen und als Trachtbienen losziehen. Und, dazwischen muß erst mal noch die Begattung klappen. Und bei den wechselnden Temperaturen ist es evtl. zu kühl, die vorhandenen Bienen kriegen evtl. die Temperaturen gar nicht her für eine starke Königin. Wenn ich die Hand auf die Folie lege, wirklich warm ist es nicht---
    Es geht mir nicht um Honigertrag, damit rechne ich dieses Jahr überhaupt nicht. Ich möchte, daß es den Damen gut geht, sie nicht unnötig stressen, und sie sich zu starken Völkern entwickeln. Wenn ich nur mit 2 in den Winter gehe, kann ich beruhigt nächstes Jahr Ableger machen ohne daß ich ein Platzproblem kriege. Auch nicht verkehrt. Er meint, wenn ich mit 2 in den Winter gehe, komme ich womöglich mit 0 raus...


    Was würdet ihr tun? Vereinigen oder Brut einhängen? Oder erst mal aktiv Königin suchen?
    Danke im Voraus!

  • Ich habe ein ähnliches Problem und mich entschieden eine BW reinzuhängen. Mal sehen was draus wird. Abkehren kann ich immer noch.
    Grüße
    Rili

  • Volk 1 ist ein Ableger, der anfangs (das war vor 3 Wochen) 2 Weiselzellen hatte....
    Volk 1 ist ziemlich aggro drauf und trägt auch nicht ein, hat anscheinend auch keine Brut. Und ich befürchte, keine Königin......Volk 2 mußte gestern gefüttert werden, weil die vor 10 Tagen eingehängten Futterwaben leer waren. Es sind viele Jungbienen da, das Volk besetzt knapp 8 Zanderwaben, vielleicht auch nur 7


    Hallo,


    wenn Volk 2 ein Schwarm ist: Nachschwarm mit Jungköngin? Weißt Du das?
    Haben die gebaut?
    Wenn ja, haben sie auch eine Königin. Weil, wenn die verlustig gegangen ist, dann bauen die nicht gescheit.
    Eigener Futtereintrag: Wovon und wann denn? (zumindest hier war das kaum möglich zuletzt, und die verbauen doch alles, was kommt)
    Allerdings werden die schon recht flott drohnenbrütig, wenn sie keine mehr haben.


    Aber auch bei Volk 1 als Ableger gilt doch: Warum schneidest Du nicht einfach nur ein Stück jüngster Brut aus und hängst die ihnen rein? Mach doch nen Eistreifen fertig, dann brauchst Du keine ganze Brutwabe zu den vielen Jungbienen geben und weißt, was Sache ist. Du sagst, es ist drei Wochen her, da könnte doch in den nächsten Tagen die Jungweisel mit Stiften loslegen.


    Bei Volk 2 verhindert eine ganze Brutwabe jedoch die Drohnenbrütigkeit. Und bedenke: Es sind Bienen, die jung sind und nicht pflegen brauchten, die werden alt.


    Aktiv Königin suchen ist so eine Sache bei den Prinzessinnen....


    Meine Meinung/ Überlegung


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

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  • Hallo,


    wenn Volk 2 ein Schwarm ist: Nachschwarm mit Jungköngin? Weißt Du das?


    Nein, keine Ahnung. Die Einfangaktion war etwas chaotisch... Ob da die Königin dabei ist, weiß ich ja nicht.


    Haben die gebaut?
    Wenn ja, haben sie auch eine Königin. Weil, wenn die verlustig gegangen ist, dann bauen die nicht gescheit.


    Nein, die bauen nicht. Volk 3 baut auch nicht, hat aber ne Königin :confused:


    Eigener Futtereintrag: Wovon und wann denn? (zumindest hier war das kaum möglich zuletzt, und die verbauen doch alles, was kommt)


    Ich beobachte halt bei Volk 4, daß die jede Regenpause nutzen und fleißig eintragen (Pollen ist deutlich sichtbar und da ist ziemlich los vor dem Flugloch)



    Aber auch bei Volk 1 als Ableger gilt doch: Warum schneidest Du nicht einfach nur ein Stück jüngster Brut aus und hängst die ihnen rein? Mach doch nen Eistreifen fertig, dann brauchst Du keine ganze Brutwabe zu den vielen Jungbienen geben und weißt, was Sache ist. Du sagst, es ist drei Wochen her, da könnte doch in den nächsten Tagen die Jungweisel mit Stiften loslegen.


    Es ist einfach schon so relativ spät im Bienenjahr und wenn der Sommer nichts gescheites wird (was prophezeit wird), sehe ich dunkel, daß aus dem Volk noch was Vernünftiges wird. Hmmmmm...


    Aber vielen Dank schon mal


    Wie macht man einen Eistreifen?

  • Brauchste nicht. Kannst auch einen simplen Plätzchenausstecher nehmen. Damit in einer jungen Brutzone ausstechen, rauslösen. Im zu beprobenden Volk eine gleiche Form ausstechen, Wabenstück einsetzen.
    Wenn sie weisellos und noch nicht drohnenbrütig sind, dann werden sie hierauf NZ bauen.
    Einfacher gehts mit Brutwabe, das ist aber viel aus dem Entnahmevolk, daher der Vorschlag.


    Zur Vorgehensweise und dem Thema Eistreifen hier lesen

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Super Tip, dankeschön.
    Gestern haben Volk und Volk 4 fleißig Pollen eingetragen :) Ich warte also erst mal noch ab und nehme heute mal ein Plätzchenausstecher mit zum Stand. Volk 4 müßte Brut haben.


    Nächstes Problem: Ich habe gestern Bienen mit eindeutigen Vergiftungserscheinungen beobachtet. :-( 90% der toten Bienen am Stand hatten rausgestreckte Rüssel, eine zerrte minutenlang an einem Pflanzenteil und lief auf dem Brett rum. Hatte leider keine Kamera mit... Von den Bienen, die ich aufgesammelt habe, waren viele gar nicht tot und zitterten und bewegten sich noch ein bißchen als ich sie aufsammelte. Eine hatte regelrechte Streckkrämpfe der Beine. Oh Gott. Es war furchtbar mit anzusehen :cry: 
    Ich habe abends noch ein Stück Pappe rausgebracht und vor die Beuten gelegt, damit ich das heute nochmal beobachten kann.
    Es ist mir allerdings ein völliges Rätsel, wo die sich vergiftet haben können bei dem schlechten Wetter der letzten Tage und Wochen. Sie stehen an der Wiese eines Biobauern. In 300m gibt es zwar ein Maisfeld, aber der Mais ist ja erst 10cm hoch und geregnet hat es die letzte Zeit auch genug.


    Ich habe die Futterwaben meines Imkerpaten im Verdacht, denn es sind auch Jungbienen betroffen.... Kann sowas sein?

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  • Moin Majapia,


    wo imkerst Du denn? Schreib das doch bitte in Dein Profil, dann kann man manches sicherer sagen.


    Pfütze auf dem Maisfeld als Wasserquelle? Mit ausgewaschenem Gift drin? Guttationstropfen? Futterwaben des Paten kann ich mir nicht recht denken, dann hätte der ja auch Probleme gehabt, und wenn das so akut giftig ist, müsste das bei der Eilgerung in die Futterwaben ja auch schon so gewesen sein.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Magus,


    ja, aber müsste nicht ein Pate vorbildliche Futterwaben weitergeben? Aus prächtigen, gesunden Völkern?


    Und zur Zeit spritzt ein jeglicher seine Rosen, wie es aussieht, und seinen Buchs und überhaupt... Und gegen die Getreideläuse. Und Kartoffelläuse. Und Eichen. Und die Bienen fliegen auch da.


    Die Biergartenmotte wird ebenfalls bekämpft, wo nicht die Leute wasserstandsbedingt andere Sorgen haben. Es kann durchaus aktuell sein, und dann hätte man den Hauch einer Möglichkeit. Bei Futterwaben, womöglich aus dem vorigen Jahr, hat man die kaum.


    Deswegen frug ich nach dem Wo.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Habe das Wo mal mit der PLZ beantwortet.
    Ich beobachte weiter tote Bienen mit augefahrenem Rüssel, die z.T. auf dem Rücken kreiseln. Imkerpate meint, das wäre normal, er hätte das schon oft gesehen :mad: Ich dachte, sowas sind typische Vergiftungszeichen?? Imkerpate ist so beschäftigt und überfordert, seine 20 Völker am Schwärmen zu hindern und Ableger zu bilden etc, daß er nicht besonders auf rausgestreckte Rüssel achtet, ich habe auch bei ihm heute EINIGE gefunden. Imkerpate dachte sogar, Bienen hätten IMMER den Rüssel draußen, weil das auf den Schemazeichnungen immer so dargestellt wird :eek:


    Bedeutet der rausgestreckte Rüssel wirklich immer Vergiftung? (oder Verhungern, aber das kann nicht sein). Ich habe auch gelesen, daß es manche Pflanzen gibt, die für Bienen giftigen Pollen haben, z.B. Butterblumen. Der Totenfall ist jetzt nämlich nicht soooo riesig, wie er es wohl klassischerweise bei einer PSM-Vergiftung wäre. Ich kann die toten Bienen (von 4 Völkern) noch locker zählen. Heute waren es ca. 30. Aber davon eben 90 % mit ausgefahrenem Rüssel. Meine Völker sind allerdings auch noch sehr klein. Besetzen noch nicht mal ne ganze Zarge.


    ANdere Frage: Wie sieht eine normal sterbende Biene aus? Ist die sofort tot, oder schaut sie leblos aus und bewegt sich dann aber doch noch ewig weiter, wenn man sie aufhebt?

  • Warum nur beschleicht den Drohn ein ungutes Gefühl wenn er liest was die Majapia so hier schreibt!?


    Pia : jenachdem wie der Tod kommt sieht das Sterben aus. Schade um Deinen Imkerpapa wenn der schon mit 20 Völkern so in Streß kommt!


    dD

  • Kannst du mal dein ungutes Gefühl etwas genauer beschreiben? Muß ich mir um den Imker Sorgen machen (bin da eher gerade sehr entsetzt und habe eigentlich schon von Anfang an ein etwas ungutes Gefühl) :evil: oder um meine Bienen, daß die sich was schlimmes eingefangen haben?:-(
    Bei den toten Bienen sind übrigens auch Jungbienen dabei. Und das auch da, wo das Wetter eigentlich noch schlecht war und die nicht groß ausgeflogen sind....


    Majapia


    P.S. PLZ geändert in ungenauere Ortsangabe ...

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  • Weil der Drohn denkt, ist das Ei klüger als die Henne!? Oder,will ein Lehrling im ersten Lehrjahr einen Betrieb leiten!?
    @ Pia der ausgefahrene Saugrüssel ist ein sicheres Todeszeichen. Die Todesursache zeigt er nicht an. Die Agonie deiner Bienen, wie Du sie beschreibst, könnte ein Hinweis für eine neurotoxische Ursache sein.
    Es besteht im Vergiftungsverdachtsfall die Möglichkeit eine Bienenprobe im zuständigen Landesuntersuchungsamt zu veranlassen.
    MfiG Avis