Verhungernde Bienen im Juni

  • Hallo,


    nachdem ich gestern ein Volk gerade noch mit Teig retten konnte ( kein Gramm Honig mehr drin), dann aber die Druchschau abbrechen musste weil der Regen sintflutartig wurde, habe ich heute fertig gemacht (bei 8 °C). :evil:
    Ich kann jetzt nicht mehr genau sagen wie lage es jetzt schon kalt ist und regnet aber mindestens 2 Wochen, eher mehr.


    Die Völker haben unterschiedlich viel im HR. Die stärksten haben etwa 6 bis 8 Kg noch übrig, die schwächsten zehren schon aus den Honigkränzen im Brutraum.


    Ein Volk zeigte das Bild das man kennt, wenn über den Winter die Völker vom Futter abreißen oder keines mehr haben. Bienen Kopf vorran in den Zellen. Die Hälfte lag schon unten.
    Ich hab jetzt ein Glas Zuckerwasser aufgesetzt.
    Dieses Volk kann man maximal noch zu Ablegern aufteilen, wenn es sich denn noch erholt.


    Letztes Jahr war schon schlimm, Null geschleudert aber es war immer grad noch genug für die Bienen.


    Heuer schlägt das aber noch um Längen. :-(

  • Es sieht ähnlich oder schlimmer aus bei mir, ich fragte mich gerade, ob ich füttern soll/darf. Ich glaube JAAA, oder? Zudem es noch keinen Honigraum gibt...


    Die Frage ist: wie mache ich es am bestem? Mit Zuckerwasser oder mit Produkten wie Apifonda oder Apiinvert? In welcher Menge?


    Und ich frage mich, was mit Eiweiß passiert - Zuckerwasser oder Teig enthält nur Kohlhydrate, aber die Bienen haben auch extrem wenig Pollen und gleichzeitig viel Brut... Ist es Sinnvoll, auch Neopoll "N" oder ähnliches zu füttern? Und auch hier: wie viel?

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  • blüht bei dir nix mehr????


    So weit ich schätzen kann, blüht sehr wenig. Raps, Löwenzahn und Kastanien sind weg, die einzige Blumen die ich sehe sind Weißklee... Die Bienen finden natürlich viel mehr als ich und bei gutem Wetter sammeln sie und tragen Pollen ein, trotzdem im Moment gibt es praktisch keine Futterreserve im Stock.


    Ich mache mir vor allem Sorge, wenn es wieder anfängt zu regnen. Deswegen würde ich gerne wissen, wie ich füttern soll...


    Und eine kleine Hilfe würde auch bei gutem Wetter nicht schäden, oder?

  • Oh je :-(
    Also im Idealfall werden geeignete Futterwaben (evtl. von einem anderen Volk) zugehängt. Ansonsten mit Zuckerwasser (1:1) füttern. 1 Kg Neopoll "N" oder ähnliches je Volk würde mal ausreichen. Hab es aber selbst noch nie benutzt.


    Kannst deine Bienen nicht wo anders aufstellen, in der nähe von Kleingärten z.B. da gibt es immer was zum holen?

  • Ich verstehe die Zögerlichkeit nicht, wenn doch gar kein HR drauf ist.
    Ob man das darf?!
    Bevor ein Volk darbt oder gar vor Hunger stirbt darf man so ziemlich alles, oder?


    Flüssigfutter ist der Tracht am ähnlichsten. 1:1 Zuckerlösung oder ein Fertigsirup. Wenn es wirklich so übel aussieht mit dem Trachtangebot an Räubereigefahr denken und nur abends füttern, räubereisicher füttern!
    Vorräte leer heißt aber nicht gleich Trachtangebot schlecht. Nur konnten sie nichts holen und bloß verbrauchen in letzter Zeit.


    Neopoll ist Quatsch. m.M.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich seh das wie Marion,


    Pollen brauchen sie nicht künstlich, kriegen sie von außen rein. Es fällt aber schon auf, wie wenig jetzt noch in den Waben eingelagert ist.


    Bei mir war es ein Volk, das tote zu beklagen hatte, denen habe ich Zuckerwasser und Teig aufgesetzt. Im Zweifel ist Teig besser, weil der nicht so schnell im HR landet. Das bißchen das da wirklich rauf kommt (wenn überhaupt) würde ich aber tolarieren, wenn die Alternative verhungern oder schrumpfen bedeutet.


    Die anderen haben heute den ersten Flugtag seit fast 3 Wochen, teilweise ist noch etwas im HR, war aber bitter nötig, das der Regen aufhört.


    Jetzt hoffe ich auf Wald.

  • Seit vier Tagen sehen wir bei uns die Sonne. Bis dahin war wenig zu holen, weil Regen, Kühle und Wind.
    Einige Völker zehren bei mir noch vom Winterfutter. Bei zwei Körben habe ich ein Viertel Paket Futterteig untergelegt. Das soll ihnen jetzt auf die Sprünge helfen; denn sie können in diesen Tagen fliegen und Wasser holen.
    Besser ist es Zuckerwasser 1:1 in kleinsten Mengen zugeben, wenn das Wetter weiterhin schlecht ist. Also alle ein bis zwei Tage 0,1 l. Dann reicht es gerade zur eigenen Ernährung und es wird nichts eingelagert. Außerdem haben sie es nachts aufgenommen, so dass daraus keine Räuberei entstehen kann. Außerdem täuscht es ihnen keine Tracht vor und sie fliegen nicht bei ungünstigen Bedingungen.
    Wichtig ist der Futterstrom, damit sie jetzt nicht aus der Brut gehen. Bevor sie ihre letzten Futterreserven, z.B. Futterwaben an der Seite, aufzehren, würden sie erstmal die Brut rausschmeißen.
    Wenn man mit angeritzten Futterwaben füttern will, so kann es auch sein, dass die Damen diese sofort wieder verdeckeln um ihren Notvorrat aufzustocken.
    Momentan ist wohl viel Gefühl notwendig. Und lasst ihnen das bisschen, was sie eingetragen haben als Futter. Dann wird auch die Schleuder gar nicht erst schmutzig und ihr spart Arbeit.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo,


    ich habe noch nicht geschleudert.
    der 1.HR könnte geschleudert werden, der 2.HR ist noch sehr bescheiden gefüllt.
    In den beiden BR haben die Futterreserven sehr abgenommen.
    Sogar die fetten Randwaben wurden tiw.entleert.
    Jetzt kommt wieder einiges neu aus der Robinie.
    Das lässt wieder hoffen.

  • Hallo,


    ich bin bisher ohne Füttern ausgekommen. Aber es war auch höchste Zeit, dass sich seit ein paar Tagen das Wetter gedreht hat. Hab die letzten Tage jeden Tag Waagstockzunahmen bon 5 bis 8 Kg; war aber auch allerhöchste Zeit. Ich verstehe nicht, wie manche über Raps schimpfen, dieses Jahr bin ich wirklich froh mit ihm; er wird hier noch ca. 1 Woche blühen. Dann kommen Himbeere, Brombeere und Faulbaum, bei gutem Wetter versprechen die auch immer eine passable Ernte.
    Schön wäre, wenn der Wald noch käme hier im Hunsrück. Wir leben leider nicht im Black Forest oder in der Alpenregion.



    Sonnige Grüße bei über 20 Grad C, Peter

  • Schnee bis 12. April und jetzt der Regen... Wo soll man aufhören mit Jammern. Die Bienen haben auch bei uns die Vorräte aufgezehrt, ich hoffe noch auf ein wenig Lindenblütenhonig. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt:-D

  • .


    Heuer schlägt das aber noch um Längen. :-(


    Servus Günther,


    die 0 Runde hatte ich letztes Jahr auch. Aber, erstmal Beileid, mir gehts genauso.


    Noch Ende April dachte ich: Jetzt geht die Post ab! Tat es ja auch, tropische Nacht mit 20 Grad, Blüte und Löwenzahn tat ihnen nach dem nichtendenden Winter sehr gut.


    Dann gab man sogar noch den 2. HR.


    Sogar noch letzte Wo. dachte ich bei den guten Völkern, Boaaah!: Die haben sogar noch nach 1. Woche Mistwetter, mit ein paar Std. Flugzeit zugenommen, das war letzte Wo. am Dienstag.


    Doch jetzt, was soll ich sagen, die sind so desolat, als wär der Rasenmäher oder die Flut über sie gerauscht!


    Erbärmlicih sag ich nur. Dass mir das so passieren tät, hätt ich nie gedacht, immerhin, hab ich auch schon ein paar Jahre Imperei auf dem Buckel.


    Mit Sowas, hab ich auch nie gerechnet. Voll in Brut, voll auf Schwärmen, HR, auch fast voll - und jetzt - nach 1 Woche Dauerregen und Dauerkälte -
    alles futsch - sie hungern! Erbarmen!


    HR-teilweise runter und gefüttert, eh klar. Die Ableger waren teilw. am Ex.


    Die Rotbraune hat gestern bei mir gekalbt und ich hab auch von der Schwarzen einige gesehen.


    Suchen tun sie trotzdem bis dato, wie die Blöden.


    Wie das nun weitergeht?


    maybe, wir bekommen noch etwas Melli.


    Mein Fazit: Wir sind selber schuld!


    Flut, Hochwasser, Bienenhunger, Maiswüsten, Bodenverdichtung, PSM------------- wo fängt man an, wo hört man auf!?


    Natürlich, Wetterkapriolen gibt es auch, dann und wann ... aber, glauben tu ich nicht mehr dran.


    Griass Simmerl

  • Ja, und kaum, dass die Wiesen blühen, werden sie auch schon gemäht, wie bei uns. Es blühen noch letzte Apfelbäume, der Raps ist gerade am Ende, alles konnte wegen des Wetters nicht genutzt werden und nun folgt auch gleich der Kahlschlag!! :evil:

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi