Einfütterung mit Honig

  • Hallo zusammen,


    ich möchte dieses Jahr meine Bienen mit Hönig einfüttern. Wie geht man vor? Werden die Honigräume ausgeschleudert und dann über die Adam-Futterzarge später wieder eingefüttert? Oder lässt man die Honigzargen auf dem Volk? Oder wird eine Honigzarge untergesetzt?


    Ich imkere mit Buckfast und Dadant. Ich bin nicht Bio zertifiziert aber bemühe mich so weit wie möglich nach Bio Richtlinien zu imkern.


    Danke im voraus.

  • Hallo Worti,
    bei Dadant ist ja einfach so dazuhängen nicht möglich. Also bliebe z.B. eine Leerzarge draufstellen und darauf eine Zarge mit Honigwaben. Vielleicht ritzt Du sie etwas ein, dann sollten die Bienen von unten kommen und den Honig umlagern, wie man auch die Honignassen Waben nach der Ausschleuderung sauberschlecken lässt. Du Kannst natürlich auch den Honig mit Puderzucker mischen zu Trockenfutter verarbeiten und über Futterzargen zugeben. Aber, hinweis für die Anfänger, niemals den gekauften Billighonig aus dem Discounter zufüttern, nur den eigenen Honig. Es besteht die Gefahr sich auf diese Weise die Faulbrut einzuschleppen.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Worti. Die Honigräume werden oben abgenommen und untergesetzt, oder sollen die Bienen im Frühjahr in die Honigräume hineinbrüten ? Rapshonig und Honigtauhonige sind aber völlig ungeeignet um Bienen darauf überwintern zu lassen. Die Bienen tragen dann den Honig in den Brutraum um.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Worti,


    gute Frage, das ist für mich ein sehr wichtiges Thema! Ich möchte meine Bienen auch unbedingt auf ihrem Honig überwintern lassen und möchte mir natürlich die unnötige Arbeit sparen, den Honig erst zu schleudern und später wieder zu füttern. Am liebsten würde ich also auch gern die Waben lagern und später wieder dazugeben oder unterstellen, oder, oder..
    Kannst Du schon berichten, wie das Füttern geklappt hat? Mich würde auch genau interessieren, wie Du schließlich vorgegangen bist.
    Ich habe dieses Jahr mit 2 Dadantbeuten angefangen und habe jetzt natürlich erstmal mit gekauftem Sirup aufgefüttert. Nächstes Jahr soll es dann der eigene Honig für die Bienen sein.


    Danke auch schonmal im Voraus für Deinen Bericht ;-)
    Grüße von
    Thomas

  • Hallo Thomas,
    an Honig für den eigenen Bedarf oder Verkauf haste noch nicht gedacht?
    Natürlich kannst auch Bienen "nur so" halten, sei Dir gegönnt.
    Bei Dadant verbleibt genug Honig in den Brutraumwaben, so dass sie zumindest im Frühjahr eigenen Honig als Vorrat haben.
    Aber extra Honigwaben rausnehmen, diese über Sommer mottensicher lagern und den evtl. nicht ganz reifen Honig ohne Verderb lagern, ist das nicht zuviel Aufwand?
    Zumal Dadantbetruiebsweisen auf Überwinterung auf den Brutraumwaben ausgerichtet sind, und eigentlich nicht die niedriegen Honigraumwaben mit einbeziehen.
    Zu bedenken ist noch, das nivcht alle Honigsorten gut für die Überwinterung geeignet sind.
    Auf festkristalisiertem Rapshonig klappt das meist nicht.
    Während dieser im Glas gut verarbeitet ein Genuss ist.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich ernte mehrfach und lasse gelegentlich die Letzte (Linde) im Volk,
    ist Mehrbedarf, füttere ich drauf. Das Absperrgitter muß halt raus.
    Komplett verdeckelte und unbebrütete Waben lassen sich bei etwas Vorsicht gut lagern.
    Ein Lager Solcher ist in vieler Hinsicht sehr vorteilhaft
    Elk

  • Hallo Lothar,


    an Honig für den eigenen Bedarf oder Verkauf haste noch nicht gedacht?


    Ich will definitiv keinen Honig verkaufen und will nur für uns ernten.
    Die Rechnung ist für mich (vorerst noch als Außenstehender, weil ich selbst noch nichts geerntet habe) erstmal ganz einfach: wenn es läuft, erntet man 20 - 40 kG Honig im Jahr pro Volk und die Bienen brauchen nur bis ~20kG(?). Rein rechnerisch müsste also genug für mich übrig bleiben. Mir reichen, sagen wir mal, 5-10 kG pro Volk für die Familie.
    So und jetzt kommen die ganzen praktischen Tipps, die ich gerne hätte. Waldhonig wirds hier wohl nicht geben, dafür Raps ne ganze Menge direkt hinterm Zaun. Das heißt, den Rapshonig muss ich in jedem Fall komplett entnehmen. Das Lagern von (für die Bienen) brauchbaren Honig stelle ich mir für meine Hand voll Völker (2-6) nicht so schlimm vor. Aber wie gebe ich ihnen den wieder. Am liebsten würde ich ihnen ab einem Zeitpunkt X die Honigräume wegnehmen und ihre Wintervorräte im Großraum anlegen lassen. Klar auch, wenn es zu einem Zeitpunkt Y nicht genug ist, muss ich nachfüttern.


    Für alle Erfahrungen und praktischen Tipps wäre ich immer noch sehr dankbar. Rumprobieren muss ich in den nächsten Jahren sicher dennoch genug...


    ELK :
    wenn Du auffüttern musst, dann mit Deinem Honig oder Sirup oder so?


    Viele Grüße von
    Thomas

  • Ich will definitiv keinen Honig verkaufen und will nur für uns ernten.


    Das musst du auch nicht unbedingt.


    Das Lagern von (für die Bienen) brauchbaren Honig stelle ich mir für meine Hand voll Völker (2-6) nicht so schlimm vor. Aber wie gebe ich ihnen den wieder.


    Also DAS wäre zuviel Aufwand für mich!
    Wenn du erst den Honig erntest, dann lagerst und den im Herbst wieder einfüttern willst, warum verschenkst du den dann nicht an Freunde und Bekannte? Also in meinem Umfeld sind eigentlich alle begeistert, wenn sie von mir ein Glas mit Honig von meinen Bienen bekommen.


    Da würde ich dann doch der Einfachheit halber ab August mit Futterteig auffüttern: ein 15KG Karton Futterteig für knapp 20 Euro je Volk ist schon ausreichend. Im September dann noch mal den Rest mit Zuckerwasser/-sirup auffüttern fertig.


    Und: ich habe in meinem ersten Bienenjahr 12kg und im 2 Jahr 15kg Honig je Volk geerntet.


    Stefan

  • Hallo,


    ich will absolut nicht auf die Gedankengebilde eines Anfängers einschlagen. Die bröckeln ganz von allein mit der Zeit.:cool:
    Auch Du wirst wohl diese Ansichten noch revidieren vermutlich. Ich kenne Leute, die das auch mal dachten und jetzt nicht genug Honig haben für die Nachfrage der Kunden.:wink:


    Wenn es Raps gibt, mußt Du ihn ernten, richtig. Und die ausgeschleuderten Waben setzt Du den Bienen wieder auf, weil sie nun mal über dem Brutnest Honig bevorraten.
    Volle Sommerhonigzargen wären dann wiederum zu entnehmen. Die würde ich (vereckelt) bienendicht lagern und nach der Trachtzeit ggf. angeritzt untersetzen, damit sie den Inhalt umtragen und zum Wintersitz um sich herum packen.
    Diese Vorstellung mit dem Zeitpunkt X wird schwierig ohne genaue Trachtkenntnisse, das Wetter spielt auch mit rein. Den BR frei geben und einlagern lassen ist zwar eine theoretische Option, jedoch zieht auch das wieder Auswirkungen nach sich, auf die Du evtl nicht eingestellt warst wie ausgeprägte Schwarmabsichten oder - aktivitäten oder verhonigtes Brutnest, kein Platz mehr für Brut (wobei sie dann schon gelernt haben, dort einzulagern etc.).
    Solltest Du wegen Massentracht schleudern müssen, kannst Du den Honig ganz normal in Gebinden lagern. Diesen einfüttern über Futterzargen, ggf verdünnt oder über Siebeimer.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...das Umtragen von unten nach oben ist hier nun schon wiederholt genannt worden. Leider muss ich dann die schwere Kiste hochheben. Alternativ habe ich auch schon gelesen, dass der Honig von oben nach unten getragen wird, wenn die Bienen durch ein "Futterloch" hochsteigen müssen, das wäre zumindest für mich viel ergonomischer :-)


    Zitat

    Also DAS wäre zuviel Aufwand für mich


    Also schleudern will ich den Honig jedenfalls nicht, um ihn später wieder zu verfüttern, das wäre für mich auch zu viel Aufwand. Aber die Waben zu lagern, finde ich vertretbar.


    Zitat

    ich will absolut nicht auf die Gedankengebilde eines Anfängers einschlagen.


    Ich freue mich ganz besonders, dass es hier für mich als Anfänfer (bis jetzt) so glimpflich abgegangen ist :wink:


    So stelle ich mir meine Imkerei erstmal vor. Dass das nicht auf Anhieb so klappt und es so viele Faktoren gibt, ist inzwischen klar und die Ziele verschieben sich sicher auch mal etwas, aber das ist jetzt erstmal meine Marschrichtung.


    Danke für alle netten Beiträge


    Viele Grüße von
    Thomas

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  • Hallo Thomas,


    Du willst nicht füttern, das is nobel aber wie schon geschrieben wurde, nicht so einfach, wie sich das der Anfänger vorstellt. Und Du willst auf Dadant imkern.
    Es wurden Dir jede Menge Möglichkeiten geliefert, von untersetzen, über setzen mit Leerzarge dazwischen, von zwischenlagern, von Ausschleudern und wieder einfüttern, alle Waben im BR belassen und dort Honig einlagern lassen (dabei kann man zeitgleich auch HR geben, so wird auch was oben landen und das BN wird nicht so stark eingeschnürt).


    Aber:
    Du willst nicht heben, willst alles möglichst ohne viel Arbeitsaufwand und zum perfekten Zeitpunkt für Dich und die Bienen.


    Ich muss Dir dazu sagen: Ich lege mir immer noch jeden Winter meine Vorgehensweise für das nächste Jahr GROB zurecht und jedes Jahr macht mir irgend etwas einen dicken Strich durch die Rechnung. Es kommt mit Sicherheit immer anders, als man es sich vorstellt. Sei es die Tracht, das Wetter, die Schwärmerei, Krankheit und andere Ausfälle über Winter...


    Ich glaube, das Du Dir erstens die Imkerei zu einfach und bequem vorstellst. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, warum es Dir zu viel Arbeit mit dem heben ist, die Kisten im Sommer unter den BR zu setzen. Du wirst zu Kontrollen und zur Schwarmverhinderung sehr oft die HR abheben müssen. Kommt es da wirklich noch auf das eine Mal nach der Tracht an?


    Und anderersteits denke ich, das Du mit Dadant nicht Glücklich werden wirst. Mimm Zander oder DNM, gib 3 Kisten übereinander oder auch mehr je nach Tracht und nimm nur so viele Waben raus, wie Du möchstst, den Rest belässt Du im Volk.
    Das ist viel einfacher als mit Dadant zu basteln. Dadant ist auf eine andere Betriebsweise ausgelgt.

  • Hallo Günther,


    Danke für Deine Antwort.
    Dass ich versuche, mir das Leben etwas leichter zu machen, halte ich für legitim, das wird Dir sicher auch so gehen.
    Ansonsten werde ich sicher viel ausprobieren (auch die schweren Kisten heben) und eigene Erfahrung sammeln.
    Meine Beutetypen stehen erstmal nicht zur Diskussion, ich muss ja mal mit etwas anfangen und kann bei so wenigen Völkern nicht alles gleichzeitig ausprobieren. Vielleicht später nochmal...


    Viele Grüße von
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ich halte Dadant für deine Ideen auch für keine gute Wahl. Willst Du so imkern wie beschrieben, würde ich auch 2zargig imkern- die 3. Zarge mit Spättracht könntest Du über Winter einfach drauflassen, 3zargig überwintern ist bei DNM kein Problem. Ich weiß nicht, wo genau Du im LK Schaumburg wohnst, aber ich bin nicht weit von Dir entfernt, die Trachtverhältnisse dürften ähnlich sein, so daß die Spättracht in der Regel deutlich schwächer ausfallen wird als die Frühtracht.


    Gruß,
    zonia

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna