Bakterien im Bienengift - gibts sowas??

  • Hallo!


    Ich habe da so ein Bienenvolk, das irgendwie aggressiver ist als die anderen die ich habe. Sie stechen häufig und die Schwellungen sind enorm.


    Ich bekomme häufiger auch von anderen Völkern einen Stich ab ohne besondere Reaktion, aber bei diesem Volk reagiere ich 'allergisch' (Schwellung über 2-3 Tage). Mein Bruder wurde auch von diesem Volk gestochen, ihm sind beide Augen zugeschwollen. Auch er hat sonst bei anderen Völkern keine besondere Reaktion auf Bienenstiche gehabt. Jetzt ist mein Sohn von ihnen gestochen worden - auch nicht sein erster Bienenstich, bislang keine Allergie. Und siehe da - seine Gesichtshälfte ist so angeschwollen, so dass wir sogar zum Arzt mussten. Meine Frage ist nun: Gibt es Bienenvölker, die Bakterien oder so was übertragen? Die Reaktionen sind nur bei diesem Volk so heftig!


    LG

  • Moin,
    nein, bakteriell ist das Bienengift eher nicht belastet - die starke Reaktion hat eher was mit der Giftkonzentration und dem Alter der Bienen zu tun.
    So, wie du es beschreibst, scheinst du relativ langlebige Bienen zu haben, die bislang nicht im Feld verschlissen wurden, aber dafür gut ernährt wurden, und entsprechend "giftig" sind.


    Der Bienenstachel ist ja normalerweise eingezogen - das wäre für die Bienen nicht gut, wenn da noch Bakterien dazu kämen.
    Wenn bei dir das Wetter so mistig war wie bei mir, dann dürften viele "alte Tanten" mit hohem Giftgehalt unterwegs sein....bis das Wetter wieder besser wird, und sie sich abfliegen.
    Bis dahin würde ich eher verstärkt auf Schleier aka ARBEITSSCHUTZ!!!!!! setzen.
    Wer es riskiert, ein paar Tage mit zugeschwollenen Augen rumzulaufen, statt ganz normale Vorsichtsmaßnahmen in trachtlosen Zeiten anzuwenden, sollte mal mit jemandem von der BG oder KK über Arbeitsschutz reden....:roll:
    Ich kann nicht verstehen, wieso man es da soweit kommen läßt, wenn man doch schon weiß, daß das Volk was *heißer* ist als sonst.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Hallo,


    mich hats gestern auf diesselbe Art und Weise erwischt. Vier in den vergangenen Wochen durch eigenes Verschulden (draufgefasst) eingefangene Bienenstiche liefen völlig problemlos ab. Und gestern kam so ein liebes Tierchen direkt beim Anheben des Beutendeckels auf meinen Handrücken geflogen und hat mir seinen Stachel geschenkt, den ich sofort entfernt habe. Nach dem Stich lief das eine Stunde so ab wie immer, ohne besondere Vorkommnisse, dann fing es an zu Jucken und mittlerweile hab ich eine Hand dran, die fast ausschaut wie ein Elefantenfuß.


    Hat jemand einen Tip, was man gegen die Schwellung machen könnte, außer Kühlen, Jucken tuts mittlerweile nicht mehr. Und geht das jetzt in Richtung Bienengiftallergie, das wäre weniger von Vorteil?


    Gruß Sven

  • Moin , Moin aus Hamburg,
    leider kann ich deinem Profil keine weiteren Informationen entnehmen. In der Regel kommt es darauf an, welches Alter die Biene hat, und wohin sie sticht. Futterzusammensetztung/Alter spielt da auch mit rein.
    Eigentlich sind die ersten 100 Stiche nie so toll. Da geht jeder anders mit um.
    Wie kommst du auf Allergie ? Schwellungen im Bereich der Einstichstelle sind normal. Das das juckt und 2-3 Tage anhält, ist auch normal. Wenn es keine Auswirkungen hätte, bräuchte die Biene ja auch nicht zu stechen.


    Beste Grüße
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Gandalf,


    die Biene hat mich im Bereich des Handgelenks zwischen Daumen- und Zeigefingeransatz erwischt und wohl genau eine Lymphbahn erwischt? Ich kann es mir echt nicht erklären, die ganze Hand schaut aus wie ein aufgeblasener Latexhandschuh, so langsam scheint die Schwellung aber zurück zu gehen. Vor 2 Wochen hatte mich eine am Hals erwischt, die hatte sich im offenen Kragen meines Pullovers verirrt. Damals gab es überhaupt keine Schwllung, sondern lediglich eine leichte Rötung über 2-3 Stunden, dann war es auch schon wieder vorbei. Daher die Frage, ob das mit jedem Stich auch schlimmer werden kann und es irgendwann im anaphylaktischen Schock endet, das muss ja nicht unbedingt sein. Imkern mit Schutzanzug möchte ich aber auch nicht unbedingt, es hatte mit dem freundschaftlichen Verhältnis zu den Bienchen bisher auch ohne bestens geklappt. Ich hab allerdings erst seit diesem Frühjahr welche.


    Viele Grüße
    Sven

  • Ja, Lymphe kann schon mal sein. Würde mir keine Sorgen machen, nach ein paar Jahren merkst Du gar nix mehr. Wichtig ist nur, sich häufig genug stechen zu lassen. Wenige und unregelmäßige Stiche erhöhen nur die Anfälligkeit. Daher am besten trainieren. Biene an den Flügeln greifen und an eine wenig empfindliche Stelle den Stich setzen. (Übt das Greifen von Bienen. :daumen:) Unterhalb des Knies an der Außenseite des Schienbeins, zum Beispiel.

  • Nochmal zur Klärung: lokale Schwellungen sind keine Allergieanzeichen, egal wie dick das wird.
    Allergische Reaktion ist immer systemisch - massive Kreislaufprobleme und/oder auch Atemnot, weil die Bronchien zuschwellen.
    Das erfolgt aber innerhalb von 10 Minuten, und danach steht man nicht mehr....
    Aber es ist SELTEN, rein statistisch etwa bei 1% der Bevölkerung, und die Mehrheit davon hat in ihrem Leben keinen Bienenkontakt dieser Art.
    Ich arbeite seit langer Zeit im Vollschutz, weil ich allergisch bin - man gewöhnt sich dran.*
    Und Infektionen nach Bienenstichen gibt es eher durchs Kratzen als durch das Bienengift an sich.


    *ich hab mir grad den Mannlake-Anzug gegönnt - schweineschwer in der Hand (2kg), aber genial luftdurchlässig, und wenn man den trägt, merkt man ihn nicht. Nochmal deutlich besser als die Sheriff-Sachen. Aber nochmal ne Nummer teurer - mit Fracht & Zoll liegt man bei 200€.
    Diese "Ritterrüstung" ist aber absolut top verarbeitet.:daumen:

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    Bruce Springsteen

  • Der Stachel landet in der oberen Hautschicht und trifft keine Lymphbahnen, weil die in der Lederhaut liegen.
    Jedoch wird Gewebswasser mit seinen Inhaltstoffen auch in Teilen über die Lymphbahnen abtransportiert. Das ist immer und überall so, natürlich und wär schlimm, wenn nicht.


    Schwellungen an Händen und Füßen sowie im Gesicht (generell an den Akren, wie es so schön heißt) sind immer ausgeprägter als z.B. an anderen Körperstellen. Giftzusammensetzung und Menge sowie andere persönliche und situative Faktoren spielen mit eine Rolle.


    Und zum im IF gefühlten x-hundertsten mal: Nein, eine heftige Lokalreaktion bleibt eine Lokalreaktion und ist nicht gleich eine Allergie, sondern im Rahmen des Normalen. Danke Daniel.
    Elefantenpfoten und Bockwurstfinger werden alle wieder gut, ebenso Klitschko-Gesichter :cool:
    Ach ja: und es wird heiß, und rot wird es auch noch. Das ist ebenfalls ok und kein Grund für eine Entzündungs-Phobie mit unsinnigen Antibiotikaeinsätzen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Nochmal zur Klärung: lokale Schwellungen sind keine Allergieanzeichen, egal wie dick das wird.


    Schade, dass diese Erkenntnis selbst bei Imkern nicht längst mal zum allgemeinen Wissensschatz gehört.


    Ich bin ja nun leider auch Bienengiftallergiker - so richtig mit anaphylaktischem Schock und Nahtodeserfahrungen. Was macht mich das immer wuschig, wenn mir mal wieder jemand stolz erzählt, dass er ebenfalls "hochallergisch" auf Bienenstiche reagiert. O-Ton: "Ich bin vor 3 Jahren mal in den Arm gestochen worden, der ist sooo dick geworden!!!" Dabei simuliert derjenige eine Schwellung in der Größe einer halben Mandarine. Da kann ich mit meinen paar Engels-Chören dann natürlich nicht mithalten. :roll:


    Dabei legt der Begriff Bienengift doch schon irgendwie nahe, dass es sich dabei um eine der Gesundheit eher abträgliche Substanz handeln könnte.


    LG
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Hallo


    das einige Bienen in dieser Jahreszeit aggressiever sind, dürfte den meisten Imkern aufgefallen sein und das das Altbienen sind, kam schon zur Sprache. Ich kann mir gut vorstellen das diese Altbienen, auch viel andere Giftstoffe aufgenommen haben, egal ob Pflanzen ode PSM und das sich das auch auf die Wirkung des Giftes niederschlägt. Bakterien können maximal beim Zerdrücken der Biene, vom Körper der Biene und vom eigenen Körper in die Wunde gelangen. Ich bin kein Allergiker, ich arbeite ohne Schutz und habe dieses Jahr so wenig Stiche wie nie bekommen, aber das Bienenstiche unterschiedlich stark anschwellen können, kann ich bestätigen. Sonst ist im Vorlauf schon alles gesagt. :-D

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Sven,


    die Uebergänge zwischen starker noch normaler Reaktion und Allergie sind fliessend und müssen nicht immer gleich systemisch sein. Wenn Du grundsätzlich mit jedem Stich stärker reagieren solltest, würde ich mir ernsthafte Gedanken machen und sehr vorsichtig sein, Dich am besten mit einem Provokationstest im Krankenhaus testen lassen, das ist eine Sache von eine halben Stunde und Du weisst, ob die Reaktion allergisch war oder nur durch die anderen Substanzen im Bienengift ausgelöst wurde.


    Mitfühlende Grüsse,
    Jan

  • Hallo,


    vielen Dank für eure Antworten. Werde die nächste Zeit erstmal ein wenig sorgsamer zu Werke gehen, soviel ist ja ohnehin nicht mehr zu tun. Die Hebamme meiner Frau gab mir noch den Tip, die Hand ab und zu mal hochzuhalten und im ständigen Wechsel zur Faust zu ballen und wieder zu öffnen. Das würde dabei helfen, die Wundflüssigkeit über die Lymphbahnen abzuleiten. Und was soll ich sagen, es hat bestens geklappt, nur ein paar Falten sind zurück geblieben, die Haut strafft sich aber hoffentlich auch bald wieder.


    Beste Grüße
    Sven

  • Daher am besten trainieren. Biene an den Flügeln greifen und an eine wenig empfindliche Stelle den Stich setzen. Unterhalb des Knies an der Außenseite des Schienbeins, zum Beispiel.


    Ich könnte auch noch die Nasenspitze empfehlen. :wink:
    Das Gewebe dort neigt offenbar überhaupt nicht zu Schwellungen, ganz entgegen meiner Erwartung. Hatte dort heuer nämlich zwei mal einen Treffer bekommen und jedesmal war es nur der übliche lästige Stichschmerz, aber Null Schwellung.


    Nach meiner Erfahrung sind Stiche immer unterschiedlich, man kann nie vorher sagen, wie es wird und muss ständig mit allem rechnen, von fast nichts bis Elefantenhand.


    Gruß
    hornet

  • Mir erging es dieses Jahr ähnlich. Da ich wirklich sehr brave Mädels Habe, werde ich eigentlich nur gestochen, wenn ich zu blöd war.
    Dieses Jahr war es deshalb nur 3 mal und einmal davon bei meinem Imkerpaten.
    Bei mir sind die Reaktionen komplett unterschiedlich, der Stich am Kopf lies die komplette Gesichthälfte anschwellen und auch das Auge war so zugeschwollen, jedoch setzte die Schwellung erst 36 Stunden nach dem Stich ein, was mir bis heute nicht einleuchtet. Danach ein Stich in den Finger, der ganz normal war eine Schwellung bis zum 2. Finger Glied und nach 2 Tagen wieder weg war.
    Und zu guter letzt ein Stich in die dünne Haut zwischen Zeigefinger und Mittelfinger was zu einer bombastischen Schwellung geführt hat, innerhalb der ersten 5 Min ging es schon los, die Schwellung breitete sich 2 Tage später sogar über den Unterarm aus.
    Ich hatte bei keinem Stich auch das Jahr davor irgendwelche körperlichen Probleme nach einem Stich, aber nachdem man hier und im Internet allgemein soviel liest, werd ich jetzt doch mal einen allergietest
    machen.