Schwarmstimmung? Schwarm verhindern?

  • Liebe Mitimker,
    wir haben gestern unsere Bienchen kontrolliert und im stärksten Volk 3 Weiselzellen gefunden. 2 befinden sich am unteren Rand einer Brutwabe und noch eine auf einer anderen Brutwabe. Alle sehen aus wie planmäßig gebaute Schwarmzellen, sind relativ groß und befinden sich auf gut gemischten Brutwaben. Die Brutwaben haben große Flächen verdeckelte Brut, breite Honigkränze und einige Pollenkammern. Nun überlegen wir einen Ableger mit diesen beiden Brutwaben zu machen.
    Wäre damit die Schwarmlust in dem starken Volk aufgehoben? Wir werden für den Ableger noch Bienen von einigen Brutwaben dazuschütten, da wir den Ableger nur auf dem gleichen Stand bilden können. Somit müsste doch das Altvolk merken: "Ah wir haben wieder Platz zum Bauen, und unser Volk ist etwas kleiner geworden."
    :Biene:


    Wir wären dankbar für eure Meinungen.


    Viele Grüße,


    Tabea und Johann

  • also ich mache in dem Fall einen Königinnenableger.
    Ich würde je nach Stärke zwei drei BW und zwei FW mit Bienen und mit Königin entnehmen und daraus den Ableger erstellen. Diesen mit noch Bienen von zwei weiteren Waben verstärken.


    Im Volk alle WZ bis auf eine schöne entfernen.


    Bei mir klappt das immer mit einem Ableger am gleichen Stand.


    Möglich wäre auch, den Ableger auf den platz des ursprünglichen Volkes zu stellen, wodurch er noch durch die Flugbienen verstärkt wird und so die schwarmstimmung im alten Volk auf jedenfall aufhört. Dadurch werdet ihr aber auch Einbußen beim Honigertrag haben.


    Alternativ ginge auch das mit dem Zwischenbodenableger.

  • Hallo Tabea und Johann,


    ob mit dem Brutableger die Schwarmlust völlig endet, hängt von der weiteren Entwicklung ab und wie stark das Volk damit geschröpft wird. Hier hilft nur eine weitere Kontrolle. Die Schwarmzeit dauert ja nicht ewig.


    Ein Brutableger am gleichen Stand ist kein Problem. Das genannte Verfahren, weitere Bienen dazuzufegen ist dabei sehr sinnvoll, weil so mehr Jungbienen in den Ableger kommen, die nicht ins alte Volk zurückfliegen. Zeitig gebildete Ableger werden auch auf diese Weise bis zum Spätsommer stark genug.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Tabea und Johann,


    ob mit dem Brutableger die Schwarmlust völlig endet, hängt von der weiteren Entwicklung ab und wie stark das Volk damit geschröpft wird. Hier hilft nur eine weitere Kontrolle. Die Schwarmzeit dauert ja nicht ewig.
    ....
    Gruß Wolfgang


    aus diesem Grund ziehe ich es vor den Ableger mit der alten Königin zu machen...
    In den meisten Fällen, ist dadurch die Schwarmlust in dem Volk für dieses Jahr vorbei und es gibt so gut wie keine Einbuße beim Honigertrag.


  • Hallo Tabea und Johann. Macht einen Königinnenableger mit der Wabe auf dem sich die Königin befindet und stellt diesen auf den jetzigen Standplatz des Volkes. Mit Mittelwänden auffüllen. Alle auf den jetzigen Standplatz eingeflogenen Bienen fliegen wieder der Altkönigin zu. Das dort jetzt stehende Volk wird versetzt. Dann empfehle ich einen zusätzlichen Brutwabenableger zu erstellen mit zwei Futterwaben und der ( Brutwabe zwischen die Futterwaben) mit der Weiselzelle und den ansitzenden Bienen. Dazu werden dann Bienen von 3-4 Brutwaben abgeschüttelt. Der zusätzliche Ableger dient dazu bei nicht wiederkehrender Königin vom Begattungsflug noch eine in Reserve zu haben. Das verstellte Volk wird in kürze wieder jede Menge Flugbienen haben, so das die Gabe eines Honigraums erforderlich ist und da bis zum legen der Jungkönigin vermehrt gesammelt wird,weil keine Brut gepflegt wird. Der jetzige Honigraum wird auf den Königinableger mit den darin befindlichen Bienen gesetzt.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Liebe Mitimker,
    vielen Dank für eure Ratschläge.
    Ich habe noch eine Frage zu der empfohlenen Vorgehensweise mit dem Königinnenableger. Wirkt sich ein solcher Ableger nicht sehr einschränkend auf den Honigertrag aus? Ich hab ein paar Beiträge hier im Forum gelesen die vor Königinnenablegern warnen, weil es den Honigertrag mindert. Andererseits wollen wir ja auch auf keinen Fall das uns unser bestes Volk flöten geht. Aber ein bißchen Honig ernten wäre auch schön, das ist ja dieses Jahr bei diesem bescheidenen Frühling eh schon sehr mau.
    Also wie sind eure Erfahrungen? Kann man dann trotzdem noch Honig bekommen? Josef und Tobias meinten ja, das im geschröpften Volk dann noch mehr Honig gesammlt wird.
    Unser Handicap ist, das wir dieses Jahr erst mit dem Imkern angefangen haben und unsere armen kleinen deshalb alle Mittelwände für den Honigraum frisch ausbauen müssen, da wir keine ausgebauten Mittelwände haben. Sie müssen also ganz schön ackern bevor sie den Honig einlagern müssen, Allerdings sehen wir auch einer sehr reichen Lindentracht entgegen (wenn denn das Wetter mal mitspielt).


    und noch eine Frage: Die Königin in unserem "Super-"Volk ist von 2011. Ist das ein Problem, weil sie schon eine reifere Dame ist? Wir vermuten das wir vielleicht nächstes Jahr umweisel müssen, aber dieses jahr müsste es noch gehen oder? Sie legt bisher sehr eifrig und regelmäßig.


    Vielen Dank schonmal für eure Beiträge.


    Tabea und Johann

  • Beim Honigertrag hat der Königinnenableger meiner Erfahrung nach keine sehr großen Auswirkungen. Man sieht das auch bei Zwischenbodenablegern. Hier wird recht gut Honig eingetragen (im Flugling).
    Das Problem eines Königinnenablegers sehe ich darin, dass die Neubeweiselung schief gehen kann (und dann mit einer Brutwabe wiederholt werden muss). Die Brutpause schwächt das Volk dann sehr - bei Wirtschaftsvölkern ist das natürlich ungünstigt. Beim Ablegern kommt es nicht darauf an. Der muss ja erst im nächsten Jahr Erträge bringen. Ist er im Spätsommer nicht stark genug, wird er eben wieder aufgelöst.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ich hab ein paar Beiträge hier im Forum gelesen die vor Königinnenablegern warnen, weil es den Honigertrag mindert.


    Der Königinnenableger ist trotzdem eine sichere Maßnahme gegen Schwarmvorbereitung. Honig kannst du trotzdem ernten (wenns denn noch einen gibt :wink:) und du wirst ja nicht auf jedes Gramm Honig angewiesen sein. :p



    und noch eine Frage: Die Königin in unserem "Super-"Volk ist von 2011. Ist das ein Problem, weil sie schon eine reifere Dame ist? Wir vermuten das wir vielleicht nächstes Jahr umweisel müssen, aber dieses jahr müsste es noch gehen oder? Sie legt bisher sehr eifrig und regelmäßig.


    Beobachte die Königin einfach weiter. Solange sie gut legt sehe ich keinen Grund diese umzuweiseln. Es kann aber durchaus sein, dass sie nächstes Jahr nachlässt und dann ein Umweiseln sinnvoll ist. Eine pauschale Aussage kann man hier nicht treffen.


    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Wenn ihr einen Königinnenableger macht und das Wirtschaftsvolk auf dem alten Platz stehen lasst, welches aus einer schwarmzelle relativ schnell wieder eine Könign haben sollte, habt ihr meiner Erfahrung nach keine merklichen Honigeinbußen.
    Sicher besteht die Gefahr das es nicht klappt mit der neuen Königin, wobei ich in dem Fall dann eine begattete zukaufen würde.


    Wie es mit dem Honigertrag aussieht bei einem Königinnenableger als Flugling und mit den Honigräumen, kann ich nicht sagen, so habe ich es bisher nicht gemacht.


    Die KÖ von 2011 würde ich ende der Jahres gegen eine zu gekaufte tauschen.

  • Mitunter weiseln die Bienen um, obwohl aus Sicht des Imkers die Königin top zu sein scheint. Nur 3 Schwarmzellen sind für Schwarmlust wenig und scheinen mir eher in die Richtung Umweiselung zu deuten. Hast du denn jede Wabe abgestoßen, bevor du sie auf Weiselzellen untersucht hast? Ich finde nach dem Abstoßen meist noch einmal so viele Zellen, die ich vorher nicht sehen konnte.
    Du kannst relativ leicht prüfen, ob die Bienen umweiseln wollen: Mach einen kleinen Königinnenableger mit 3 Leerwaben und ausreichend Bienen. Die Königin wird ein Brutnest anlegen. Wenn die Königin aus Sicht der Bienen mangelhaft ist, wirst du nach kurzer Zeit auch in dem kleinen Ableger wieder Weiselzellen finden. Das sollte für dich dann das Ende der Königin bedeuten und nach deren Herausname kannst du den Ableger rückvereinigen.


    Gruß Ralph

  • Hallo,


    hier würde ich gerne weiter mitlesen und schreiben, da bei mir sehr ähnliche Voraussetzungen herrschen.
    -Anfänger
    -recht starkes Volk mit Kö von 2011
    -immer wieder Weiselzellen, zt Bestiftet


    Ich habe nun auf Rat meines Imkervaters (der nun dummerwiese nicht zu erreichen ist) einen Zwischenbodenflugling (heißt das so?) nach Liebig gemacht, also Honigraum nach unten, dann Zwischenboden (Brett mit Holzrahmen mit Flugloch drin) und dann die Bruträume oben drauf.


    Nun fliegen auch schön viele Bienen unten rein, aber "oben" schauen ganz viele zum Flugloch hinaus! Da sitzen mindestens 50-100 Bienen davor. Immer wieder kommen auch Flugbienen an. Die werden dann von 1-2 Bienen begrüßt, verschwinden nach einer Weile nach drinnen (oben) oder fleigen wieder ab. Viele Bienen krabbeln zwischen dem unteren und oberen Flugloch auf der Beute herum.
    Kann das Räuberei sein? Ich finde jedoch keine Toten Bienen. Und es ist auch nix mit Honig verklebt.


    LG,


    Katarina

    Die besten 10 Jahre einer Frau sind zwischen 39 und 59.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Haithabu () aus folgendem Grund: die liebe Rechtschreibung

  • Hallo Katarina,
    natürlich hast Du gelesen, was die Hauptbedingung ist, damit ein Flugling funktioniert?!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Liebe Mitimker,


    wir haben mittlerweile die Ratschläge befolgt und einen Königinnenableger gemacht. Im Muttervolk haben wir eine besonders schöne große (fast 4cm) Weiselzelle stehengelassen und hoffen jetzt auf einen glücklichen Verlauf mit der Jungkönigin. Hoffentlich hat sie auch all die guten Eigenschaften ihrer Mutter übernommen. Der Königinnenableger verhält sich auch friedlich, und ist durch die abgefegten Bienen auch recht gut bevölkert. Wir werden dann berichten ob die Jungkönigin im Altvolk erfolgreich ist.
    Noch ne Frage: Müssen die Fluglöchern bei Ablegern bis zum Winter ganz klein bleiben? auch wenn die Völker wachsen. Beim Königinnenableger ist das Loch grad mal 1,5cm groß.


    LG


    Tabea und Johann