Wir haben es gemacht: Königinnenableger

  • Moin, moin!
    Wir haben am 19.05. aus unserem neuen Wirtschaftsvolk einen Ableger machen wollen und auf anraten des vorherigen Besitzers gleich einen Königinnenableger. Da uns die Königin auf einer Wabe mit verdeckelter Brut über den Weg gelaufen ist, haben wir die gleich genommen. Paßte also!
    Demnach 1x HW u. 3x BW mit verdeckelter Brut und ansitzenden Bienen plus Kö in die neue Beute gegeben. Rest mit MW aufgefüllt. Warmbau von DN auf 1,5DN, also Futterwabe ans Flugloch, die BW dahinter, dann MW. Hier scheint auch soweit alles zu laufen, die Kö stiftet und die Brut ist gerade geschlüpft. Jetzt muß nur noch Flugwetter herrschen, ansonsten könnte das Futter eng werden. Beute bleibt am Stand, Flugloch ist eingeengt. Irgendwas, worauf ich achten sollte?
    Im nachhinein hab ich unseren Lehrgangsunterlagen gelesen, daß der Königinnenableger meist dann eingesetzt wird, wenn ein Volk schon voll in Schwarmstimmung ist, also eher nicht das, was bei uns der Fall war.
    Gibt es Vor- bzw. Nachteile eines Königinnenableger?
    Der Imker, der uns dazu geraten hat, findet, daß dadurch der Ableger besser in Schwung kommt und das Wirtschaftsvolk kaum merklich einen Knick in der Bienenmasse kriegt, was sich auf Honigertrag übertragen läßt, wobei es uns nicht vordergründig um große Honigmengen geht.
    Das Wirtschaftsvolk zieht sich gerade eine Kö nach, hatten jüngste Brut in der Beute belassen, Weiselzellen bei der Kippkontrolle gesehen, trotzdem einigermaßen Honigeintrag zu verzeichnen. (HR ist seid dem 14.05. drauf.)
    Wir wollten noch die Drohnenrahmen schneiden, der eine wies verdeckelte Brut auf, den wir dann auch geschnitten haben, bei dem anderen Drohnenrahmen war mitten auf der Wabe eine NZ zu finden, die wir gebrochen haben. Das bringt mich ziemlich zum grübeln, da ich dort nie eine NZ vermutet hätte und nur proforma den zweiten Drohnenrahmen noch gezogen habe. Den Drohnenrahmen haben die Bienen vorletzte Woche erst neu gebildet. Allerdings hab ich damals dort nicht nach jüngster Brut gesucht.
    Wäre daraus ein Drohnenmütterchen herangewachsen? Was anderes bliebe ja gar nicht übrig. Die übrigen Zellen auf der Wabe waren übrigens leer.
    Eine andere Sache, die mir aufgefallen ist: Passen Drohnen durch das ASG? Ich hab Drohnen im HR gefunden. Entweder ja oder ich hab einen Fehler gemacht.
    Grüße aus HH
    Andreas

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Andreas,


    WZ findet man durchaus auf Drohnenwaben. Dort schlüpfen aber keine Drohnenmütterchen. Drohnenmütterchen sind normale Arbeiterinnen, die nach langer Abwesenheit einer Königin (so ab 3 bis 4 Wochen ohne Königin) anfangen Eier zu legen.


    Normal große Drohnen passen nicht durch das Absperrgitter. Wenn welche im HR sind, dann öffne bei Flugwetter gegen 14.00 Uhr oben den Deckel für 3 Minuten, damit die flugwilligen Drohnen abfliegen. Die versuchen nämlich sonst sich durch das Absperrgitter zu quetschen. Dort bleiben sie dann hängen und verstopfen den Weg für die anderen Bienen. Außerdem machen sie ganz schön Radau in der Kiste, wenn sie nicht raus können. Hörst Du auch von außen.


    Habt Ihr viele Varroen oder warum wollt Ihr Drohnenbrut schneiden? Ich habe unter mehreren Völkern und Ablegern die Varroaschieber gehabt und hatte nur eine Varroa drauf. Ich schneide keine Drohnenbrut. Wenn Ihr es macht, kontrolliert doch mal, ob überhaupt Varroen in der Drohnenbrut waren.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Hallo Andreas,


    Zitat

    Im nachhinein hab ich unseren Lehrgangsunterlagen gelesen, daß der Königinnenableger meist dann eingesetzt wird, wenn ein Volk schon voll in Schwarmstimmung ist, also eher nicht das, was bei uns der Fall war.


    genau so ist es. Ihr hättet normale Ableger machen können (schröpfen). Da hätte nur eine Brutwabe, 1x Futterwabe, 1x Mittelwand und etwas junge Bienen dazu gereicht(nach Dr. Pia Aumeier). Ich empfehle euch bevor ihr etwas macht plant (mögliche weise) vorher und informiert euch:daumen:. jetzt könt ihr wo möglich viel weniger Honig kriegen als mit einem starken Volk. Beide Volksteile müssen jetzt erstmal stärker werden.


    Du muss die Ag später als die Honigraum drauf gemacht haben, deine Kö war da kurz zu besuch:lol:

  • Verdammt, hier merkt man wieder, wie Theorie und Praxis auseinandergehen.
    Gut, mein Fehler bezüglich der WZ und Drohnenmütterchen. Wir standen aber zu zweit davor und hatten beide ein Brett vorm Kopp.
    Geplant war das schon so mit dem Königinnenableger, da uns der Imker, der uns das Wirtschaftsvolk verkauft hat, das so an Herz gelegt hat. Daher ja auch meine Frage, was Vor- und Nachteile eines Kö-Ablegers ist und warum der ein das lieber so macht und der andere einen Ableger mit jüngster Brut.
    ASG hab ich beim Aufsetzen des HR drauf gemacht. Also entweder sind bei der Durchsicht ein-zwei Drohnen da rein gekommen oder in der HW, die ich in den HR gehängt habe, waren ein wenig Drohnenbrut, was wir übersehen haben.
    Das Schneiden der Drohnenbrut wird bei ums im Imkerlehrgang so gelehrt. Auf Nachfrage, wie ich mit dem Wirtschaftsvolk verfahren soll, sind wir übereingekommen, das Volk in Ruhe lassen, aber Drohnenbrut schneiden.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:


  • Das Schneiden der Drohnenbrut wird bei ums im Imkerlehrgang so gelehrt. Auf Nachfrage, wie ich mit dem Wirtschaftsvolk verfahren soll, sind wir übereingekommen, das Volk in Ruhe lassen, aber Drohnenbrut schneiden.


    Hamburger-Jung und welche Drohnen begatten deine Jungköniginnen. Die Stecherdrohnen vom Nachbarn. Das Drohnenbrut schneiden ist so ein alter Zopf der schon lange abgeschnitten gehört, weil die Varoas sich schon garnicht mehr in der Drohnenbrut bevorzugt vermehrt wie es in den Anfangszeiten der Varoa war. Die Selektion der Milben ist diesbezüglich schon lange abgeschlossen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von derbocholter ()

  • Trotzdem wird es immer wieder propagiert. Da muß ich mich als Anfänger dann einfach auf das verlassen, was mein Pate, oder in diesem Fall der Lehrgangsleiter, mir sagt.
    Die Logik versteh ich, aber ob's das richtige ist, muß ich mir mit der Zeit selber erarbeiten.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Also ich mache Königinnenableger ganz gerne - so zieht das starke Volk eine starke Königin nach und nicht der kleine Ableger.
    Zudem auch eine gut schwarmdämpfende Maßnahme.
    Das Drohnenbrutschneiden bringt natürlich was in Sachen Varroabekämpfung aber man muß kein Dogma draus machen - wer im Naturbau imkert wird immer genug Drohnennester auf den Waben haben...aber wenn das Wetter lausig ist und man keine weiteren Gründe zur Durchsicht hat, kann man das auch mal lassen.


    Melanie


    P.S. Das Drohnenbrutschneiden hat handfeste Gründe; noch besser geht es mit kompletter Brutentnahme...lies Dich da mal durch die Fachliteratur; gibt auch Studien dazu wie z.B.
    in den Abstracts der Jahrestagung "Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V.
    55. Jahrestagung in Hohen Neuendorf vom 11.–13. März 2008", Beitrag 48 - zu finden unter http://www.apidologie.org/arti…do/pdf/2008/05/m08096.pdf

  • Trotzdem wird es immer wieder propagiert. Da muß ich mich als Anfänger dann einfach auf das verlassen, was mein Pate, oder in diesem Fall der Lehrgangsleiter, mir sagt.
    Die Logik versteh ich, aber ob's das richtige ist, muß ich mir mit der Zeit selber erarbeiten.


    ..................wenn Du die Drohnen ausgeschnitten hast, mach Dir doch mal die Mühe und gehe mit der Entdeckelungsgabel über die Wabe und kontrollier danach mal die Zellen auf Befall. Du wirst überrascht sein :u_idea_bulb02:
    Beste Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Drohnenbaurahmen gegeben. Ausgeschnitten. Fast alle Zellen untersucht. Ergebnis: null Milben. (Beute:T120)


    Wenn Milben - wie gesagt wird - altes Wachs bevorzugen und dazu Drohnenbrut in der Nähe des Brutnestes bevorzugen, dann ist so ein Drohnenbaurahmen mit frischem Wabenbau an der Seite der Beute eine tolle Freizeitbeschäftigung. Mit wenig Wirkung?!

  • Drohnenbaurahmen gegeben. Ausgeschnitten. Fast alle Zellen untersucht. Ergebnis: null Milben. (Beute:T120)


    Wenn Milben - wie gesagt wird - altes Wachs bevorzugen und dazu Drohnenbrut in der Nähe des Brutnestes bevorzugen, dann ist so ein Drohnenbaurahmen mit frischem Wabenbau an der Seite der Beute eine tolle Freizeitbeschäftigung. Mit wenig Wirkung?!


    Die Form der Freizeitbeschäftigung ist im übertragenen Sinne auch bekannt unter dem Namen Sozialimperialismus.:cool:


    Beste Grüße
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Drohne Daniel () aus folgendem Grund: im sinne

  • Ist zwar bisschen OT aber,
    Wie geht man eig mit der ausgeschnittenen Drohnenbrut um?
    Immerhin ist die voll von Maden, kann die so trotzdem eingeschmolzen werden (wollt mir heute mal nen Sonnenwachsschmelzer bauen) mit all den Larven drinn?


    Hab auch gesehen das manche leute den selben Drohnenbrut-baurahmen öfter benutzt haben.
    Die haben die Baurahmen in den Garten gelegt, und weil die Spechte und ne menge anderer Vögel da haben, werden die Larven schön rausgepuzt.
    Danach stecken sie den ausgefressenen Baurahmen wieder in die Beute, die Bienen reparieren die Schäden und fertig, zeit für die neue Generation von Opfer-Drohnen.


    Ich hau aber lieber immer wieder einen neuen Rahmen rein, bzw den Alten aber ausgeschnitten.
    So hat man auch eine art Schwärmungs-stimmungs-barometer (so wie Liebig das so schön in seinen Buch genannt hat^^).
    Aber geht das schmelzen mit dem Larvenmatsch überhaupt?


    mfg andy und danke für tipps

  • Zitat

    Das Drohnenbrut schneiden ist so ein alter Zopf der schon lange abgeschnitten gehört, weil die Varoas sich schon garnicht mehr in der Drohnenbrut bevorzugt vermehrt wie es in den Anfangszeiten der Varoa war. Die Selektion der Milben ist diesbezüglich schon lange abgeschlossen.


    Gibt es dafür auch Belege?


    In meiner Drohnebrut sind Milben. Ob es mehr sind als in der Arbeiterinnenbrut, weiß ich nicht, weil ich die nicht ausschneide. Oder hat Du das zum Vergleich das mal gemacht? Und wie ausgewertet?
    Ich würde jedem Anfänger doch raten, erst mal bei den Standardverfahren zu bleiben. Natürlich hat da jeder Imker eine eigene Meinung, aber Wissenschaft geht anders.


    Gegen den Königinnenableger spricht aus meiner sich vor allem: Never change a winning team! Ob die nachgezogene Königin die gewünschte Leistung bringt, prüfe ich lieber im Ableger als im Wirtschaftsvolk.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Gibt es dafür auch Belege?
    In meiner Drohnebrut sind Milben. Ob es mehr sind als in der Arbeiterinnenbrut, weiß ich nicht, weil ich die nicht ausschneide. Oder hat Du das zum Vergleich das mal gemacht? Und wie ausgewertet?
    Gruß Wolfgang


    Wie viele Zellen schneidest Du im Jahr aus ? In wieviel Zellen davon ist eine Milbe ? Das stelle mal in Relation zu der Anzahl der Zellen, die Du nicht ausschneidest.
    Werte doch mal aus,wieviele Varroen du durch das Ausschneiden wirklich erwischst.Ist zwar mühsam aber eben eine Auswertung.
    Warum gibt es denn überhaupt Drohnen im Volk ? Wenn ein rigeroses Ausschneiden keine anderen Auswirkungen auf das Volk hat, dann sind Drohen nur eine Laune der Natur ?
    Der Bien ist ein ganzheitliches Wesen. Wenn ich es so sehen möchte, dann könnte jeder der Drohnen schneidet auch von sich ein Bein, einen Arm , ein Auge , ein Ohr und eine Niere geben.Dafür hat die Natur uns alles zweifach gegeben, damit man bedenkenlos ausschneiden kann.
    Provokante Grüße
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)