Erfahrung mit: miscanthus / chinaschilff / elefantengras

  • Hallo !


    Konnte es kaum glauben:
    da hat doch in meinem Herkunftsdorf einer alle seine verpachteten Flächen für Mais gekündigt
    und baut für seine und andere Hackschnitzelheizungen "miscanthus giganteus" an,
    mit deutschem Namen auch Chinagras, ich kenne es insb. unter dem Namen Elefantengras.
    Derzeit dort geplanter Endausbau: 15-18ha, ggf. hätte ich auch noch zwei, drei ha dafür wenns läuft,
    aber das steht auf einem anderen Blatt.


    Habe mich mal durchs deutschsprachige Netz gesuchmaschint,
    leider nichts das Richtige gefunden. Deshalb die Fragen hier:


    Gibt es imkerliche Erfahrungen damit ?
    Okay, der Anbau ist extensiver und mehrjährig und ...


    Hat das Gewächs vielleicht auch Trachtwerte ?


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ticker mal Bernhard an - der hatte schon vor ein paar Jahren was von Miscanthus als Rattenparadies geschrieben - das Zeug taugt nur zum Verbrennen und Verringerung der Biodiversität. Bienen haben nix davon, da sind Sida und Silphie deutlich besser.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Bienentechnisch uninteressant, soweit ich das beobachten konnte. Hier wurde mal ein Großversuch für die Autoindustrie damit durchgeführt. Die wollten die Fasern ähnlich wie in Glasfasermatten verwenden und damit Plastik ersetzen. Wächst wie Hulle, ist ein super Windschutz (z.B. um den Bienenstand herum), lockt aber auch Ungeziefer an, weil sich am Boden schnell eine dicke Schicht an Laub/Stengel sammelt, wenn das Zeug nicht beerntet wird. Läßt sich super über Wurzelstockteilung vermehren; eignet sich nicht zum Bienenkörbe flechten. :p

  • Moin, moin,


    taugt auch als Einstreu für Pferde. Für Bienen hat es eher wenig Sinn. Die Bestände sind weitgehend monotyisch, öde und nicht weniger schlecht für das Landschaftsbild, als der Mais es ist.


    Kurzumtriebsplantagen mit Weide, Pappel und Prunusarten sowie Wildrosen, Hartriegel... wäre für Bienen wesentlich besser. Kleesaat untendrunter, Blumenzwiebeln und Frühblüher: man kann sich sowas richtig idyllisch und koexistentiell denken.


    Leider finden die Pflanzenbauer und Betriebswirte Pappelklonmonokulturen besser und ertragreicher; auch braucht man da zur Ertragssicherung zumindest Herbizid und vielleicht auch Fungizid, wahrscheinlich auch Insektizid, wegen minierender Raupen und Käferlarven gerne systemisch, da der Wirkort sonst nicht erreicht wird... Dementsprechend lesen sich die Anbauempfehlungen, die die Landwirte zur Planung an die Hand bekommen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo,
    Ich habe letztes Jahr mal mit einem drittels ha Chinaschilf angefangen, da so ein Rhizom immerhin 20cent kostete und pro m2 ein Stück benötigt wird. Das Feld war zuvor Stillgelegt.Da ich ja auf chem/synt. Spritzmittel verzichte mußte ich die Pflanzen imersten Jahr mit der Sense ausmähen (puh, anstrengend). Nun im zweiten Jahr blüht das Feld gelb und lila und der Chinaschilf ist von der Größe her gleichauf. Vermutlich wird mir auch dieses Jahr das Mähen nicht erspart bleiben. Wie es sich weiter entwickelt weiß ich noch nicht, jedenfalls ists mir lieber als Mais.


    Gruß Georg

  • Hallo !


    Zunächsteinmal Vielen Dank für Eure Auskünfte,
    ich sag es ja, für Imker ist das Imkerforum wissensbringender als Google & Wikipedia zusammen.


    Das dort angebaute Elefantengras soll ja zur Energiegewinnung dienen - das bedeutet jährliche Ernte,
    vom PSM und Düngereinsatz her sollte es auf alle Fälle schon mal "verträglicher sein" als Mais.


    Für die Beheizung von Wohn- und Gewerbeobjekten kann man es doch sicher als eine der "verträglichsten"
    Alternativen ansehen, oder ? Gut, das es nichtdirekt etwas für die Bienen (ist ja als Gras wohl eher ein
    Windbestäuber) sollte ja eigentlich klar sein.


    Welche Alternativen gibt es ? Die durchwachsende Silphie ist für eine Hackschnitzelheizung ja nicht geeignet,
    gibt es mittlerweile Erfahrungen mit dem japanischen Knöterich (welcher ja erheblich teuerer ist als
    Elefantengras) in der Hackschnitzelheizung ?


    Ich danke Euch nochmal für die Info.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • ...Welche Alternativen gibt es ? Die durchwachsende Silphie ist für eine Hackschnitzelheizung ja nicht geeignet,
    gibt es mittlerweile Erfahrungen mit dem japanischen Knöterich (welcher ja erheblich teuerer ist als Elefantengras) in der Hackschnitzelheizung ?


    Die Sida!
    Meine 4 Pflanzen vom letzten Jahr sind gut bestockt aus dem Winter gekommen.
    Holz der Sida war über Winter trocken genug zum verheizen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Knecht der Bienen,


    wenn es Dein eigenes Projekt ist, kannst Du auch Kurzumtrieb ökologisch optimieren, wie ich oben angerissen habe. Gehäckselte Rosen, Weiden, Prunus, Himbeer, Robinie kann man durchaus verheizen. Nur der Ertrag pro ha ist, in Relation zu den Pflanzkosten, etwas niedriger. Dafür freut es Dich dann. Wenn Du konkret möchtest, mach ich Dir einen Pflanzplan.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Clas !


    Moin Knecht der Bienen,


    wenn es Dein eigenes Projekt ist, kannst Du auch Kurzumtrieb ökologisch optimieren, wie ich oben angerissen habe. Gehäckselte Rosen, Weiden, Prunus, Himbeer, Robinie kann man durchaus verheizen. Nur der Ertrag pro ha ist, in Relation zu den Pflanzkosten, etwas niedriger. Dafür freut es Dich dann. Wenn Du konkret möchtest, mach ich Dir einen Pflanzplan.


    Gruß Clas



    Erst einmal DANKE für Dein Angebot, aber Nein - es ist nicht mein eigenes Projekt.
    Wie schon geschreiben macht dies ein Kollege - Privat.


    Aber er ist nicht beratungsresistent und möchte durchaus,
    zumindest in meinen Augen - halbwegs vernünftig aggieren:


    Wie er auch selber festgestellt hat würde Mais Ihm mehr einbringen und er hätte weniger Arbeit.
    Allerdings soll die Sache für Ihn auch weitgehend extensiv sein,
    bedeutet einmal düngen, einmal Ernten und fertig.


    Bei Elefantengras ist die Ernte recht einfach mittels einem alten Maisernter zu bewerkställigen,
    ist dies bei anderen Pflanzen auch so einfach möglich ?


    Ich glaube die Thüringer hatten mal etwas interessantes zu den neuen nachwachsenden Rohstoffen ...
    ... stelle fest ich bin da nicht so bewandert.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Die Thüringer sind seit den 60ern an Sida und Silphie, allerdings unter der Suche nach Eiweiß aus Nicht-Soja zu Fütterungszwecken, und waren auch recht erfolgreich damit.
    Als NaWaRo zum Heizen ist beides nicht sooo doll der Bringer, weil beides gepflanzt statt gesät werden muß, und im ersten Jahr sehr unkrautfrei gehalten werden muß, weil sich da nur eine leicht zu überwuchernde Rosette bildet - also 2 Jahre kein Ertrag und teure Pflanzung.
    Als Eiweißfutter durchaus dem Soja ebenbürtig von den % her, über Nur-Schnittnutzung und Silage hab ich noch nicht viel gefunden, außer daß es gut silieren soll.
    Auswirkungen auf die Milch mit oder ohne Silage suche ich noch.
    Die Bienen finden jedenfalls beide Arten gut, weil sie so schön spät blühen.
    Bislang gibt es aber m.W. noch keine Plantagen, die groß genug wären, daß man mal eine sortenreine Tracht abgreifen und geschmacklich testen könnte.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabine,


    wobei die Thüringer, die die Silphie heute verkaufen und damals auch schon dabei waren, sagen, die Werte von den Inhaltstoffen wären schon gut gewesen; leider aber habe es den Rindviechern, die das fressen sollten, an Sinn für den Fortschritt gefehlt... Einfach verweigert hätten die das Futter. Die Berichte aus den frühen Jahren lesen sich optimistischer... Die Faulgasanlagen sind da weniger krüsch.


    Wieviel ha brauchst Du denn dafür? Irgendwo im Wendland Richtung Heide soll es da was geben, wo ich schon mal dachte... Ich könnte mal nachfragen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Knecht der Bienen,


    für KUP braucht der Häcksler ein anderes Gebiss, dann geht ein 3 bis 5jähriger Umtrieb. Ich erinnere 6 cm Durchmesser als Grenze. Entsprechend muss man die Fläche einteilen. Wie alt der Häcksler sein darf, weiß ich nicht. Wenn es dafür steht, guck ich gerne nach.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...