Neue Völker braucht das Land!

  • Nun, ich habe ein Problem!


    Das hab ich eigentlich schon länger!


    Vor 15 Jahren saß ich mit 2 oder 3 Anfängern zusammen, um sie zum Imkern zu überreden und heute -


    platzt der Lehrbienenstand beim Anfängerkurs mit 60 bis 70 Leuten aus den Nähten.



    Nun, die wollen auch Völker haben - doch woher nehmen?


    Mitgliederzahlen schnellen in die Höhe und die Völkerzahlen schwinden, ein Dilemma!


    Besonders heuer, durch die schlechte Auswinterung und das besch... Wetter, wird es schwierig, die Neuanfänger nur mit Ablegern zu versorgen.


    Das macht mich traurig und nachdenklich.



    Noch dazu hatten viele grosse Verluste.


    Anfänger, wie Altimker.



    Woher also die Völker nehmen?


    Vermehrungsbetriebe wären eine Lösung, hab ich schon öfters angeregt, wurde aber ignoriert, nicht nur hier.


    Andrerseits, würds zwar den Import von fremden Völkern minnimieren, aber auch die Sorglosigkeit maximieren.




    Ich glaub, wir sind, trotz der unheimlich positiven Ansätze bzgl. des Nachwuchses, trotzdem ziemlich am Ende.


    Nein, ich fang jetzt nicht zum Heulen an!:p


    Ich seh nur die ganze Entwicklung ziemlich abstruss ins Leere laufen.




    Wir brauchen eine sofortige, natürliche Landwirtschaft.


    Ich hab Nachhaltig sowieso dick, weil das so missbraucht wird und bio auch, weil es genausoviel damische Biobauern gibt, wies normale Konvies gibt.


    Wir müssen gegenrudern - und zwar gleich!


    Neonics,sind ein Problem!


    Monokulturen, Gentechnic, Artenschwund ein Anderes.



    Wir brauchen eine natürliche Landwirtschaft, die sich an der Natur orientiert und nicht am Geldsäckel.





    Sonst haben wir mal mehr Imker, als Völker!



    Griass
    Simmerl


  • Wir brauchen eine natürliche Landwirtschaft, die sich an der Natur orientiert und nicht am Geldsäckel.


    Griass
    Simmerl


    Hallo, volle Zustimmung!!!


    Nur: eine solche Landwirtschaft wird es im Kapitalismus nicht geben.


    Profitdenken ist systemimmanent. Das eine bedingt zwangsläufig das andere.
    Gruß
    KME


    Zusatz: Mein Ansatz ist ein anderer: Wir brauchen gar keine Landwirtschaft!

  • Simmerl,
    ich seh im aktuellen Interesse eher die Zukunft, und reine Vermehrungsbetriebe werden sich langfristig auch hier durchsetzen, eben weil der Bedarf nicht anders gedeckt werden kann, wenn man nicht importieren will.
    Das Gleiche gilt auch für Bestäubungs-Imkereien - das wird in den nächsten Jahren noch ein ganz großes Thema werden, neben den PSM.
    Wir brauchen dringend eine andere Art der Landwirtschaft als heutzutage, und vor allem eine wesentlich bessere Bildung der Landwirte.


    Es ist ein Unding, daß die junge Bauern-Generation in Foren begeistert rumprollt, aus wie vielen Einzel-PSM/Fungiziden ihre gestrige Tankmischung bestand, und sie damit mindestens 4 weitere Überfahrten mit ihren 200PS-Monstern gespart haben....


    Das mag jetzt OT klingen, aber Finnland macht mit Bewerbern auf Lehramt an Schulen Eignungstests - ob die sich überhaupt zum Lehrer eignen.


    Und genau sowas brauchen wir für Landwirtschaft.
    Es kann nicht sein, daß für die massive Giftspritzerei bloß ein Sachkundenachweis ohne jede weitere Prüfung der Arbeitsweise nötig ist, und Hauptschulabschluß für eine lw. Lehre reicht.
    Da muß jede Hauswirtschafterin durch mehr und heftigere Prüfungen und ständige HACCP Kontrollen vom VetAmt - aber die Landwirte nicht?
    Grad die, die den meisten Schaden anrichten?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Da muß jede Hauswirtschafterin durch mehr und heftigere Prüfungen und ständige HACCP Kontrollen vom VetAmt - aber die Landwirte nicht?
    Grad die, die den meisten Schaden anrichten?


    In der Hauswirtschafterinschule darf ich in 2 Monaten einen Vortrag halten!


    Sogar einen ganzen Unterrichtstag.


    Bring ich aber momentan auf die Schnelle nicht zusammen.



    In der Landwirtsschaftsschule darf ich eh schon gschafteln.



    Aber, all dies, sind nur Tropfen! Gut, besser als gar nichts!



    Eine Reform der ldw. Politik, ist aber unumgänglich!
    Das wissen wir!


    Ohne diese Reform, gehts Grabenbach!


    Das wissen wir auch!


    Und wir Imker streiten um Varroose oder Neonics oder Nix!?


    Jesus Christ, bitte, lass Einsicht regnen!


    Es ist unsere Pflciht, Völker zu bewahren und zu pflegen.


    Das geht nur in einer intakten Umwelt, alles andere ist "bullshit".



    Drum sag ich jedem Anfänger: Zuerst, Anwältinnen/e werden, für eine saubere Umwelt!


    Griass
    Simmerl

  • Moin Simmerl,


    wieso gibt's eigentlich noch keine Vermehrungsbetriebe in D? Oder zumindest so auf kleinerer Ebene, dass sich gut laufende IVs ein paar starke Völker nehmen und sich um vereinseigene Vermehrung kümmern? Finde auch, dass das sehr sinnvoll und zukunftsträchtig klingt!
    Nachfrage scheint ja jedenfalls zu bestehen.

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Hallo zusammen,
    warum gibt es noch keine Vermehrungsbetriebe?
    Die Frage kann man sich selbst beantworten.
    Da reicht es aus hier im Forum nach der Wirtschaftlichkeit für Völkerverkauf zu suchen.
    Wer ein Volk für 100€ verkauft, macht ein gutes Werk.
    Wenn In D. der Honig zum richtigen Preis verkauft würde, hätten wir auch mehr Berufsimker.
    Es hängt also leider doch wieder alles am Geld.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Moin,
    letzten Sommer hatte ich 4 Völker abgeben wollen und im Imkermarkt reingesetzt, da hatte sich keiner gemeldet. Ob das diesen Sommer anders wird?
    Zumindest gibt es in diesem Jahr bis jetzt Anfragen, aber bei mir noch keine Königinnen dafür.

  • Klar Simon,
    so mancher Verein ist überfordert, wenn sich nach 1oo Jahren Vereinsbestehen plötzlich, also innerhalb von wenigen Jahren etwas ändert. Aber manche Vereine schaffen es auch. So kenne ich einen IV aus der weiteren Umgebung, da werden die Ableger sozusagen gesammelt und von einem Vereinsmitglied insgesamt angeboten. Aus dem Verein kamen dieses Jahr 6o Jungvölker in den Imkermarkt.
    Bei manch einem Sportverein ist außer dem Mitgliedsbeitrag auch noch Manpower verpflichtend. Also Vereinsarbeitsstunden, 1o - 15 Stunden waren es z.B. bei einem Segelverein hier an der Goitzsche. Warum erweitere ich als IV nicht den Beitrag un, sagen wir mal zwei Ableger. 35 Mitglieder zu je zwei Ablegern ergeben 7o Ableger zur Versorgung von Neulingen oder zum Ersatz von Winterverlusten. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein IV eine eigene Imkerei aufbauen könnte. Gerade zur Ausbildung und Unterstützung von Neulingen und Mitgliedern in Not. Man könnte sich dort jeden Samstagvormittag oder Sonntagvormittag treffen ( nach der Kirche ) zum Frühschoppen, Meinungsaustausch und gemeinsamen Bearbeiten durch die Anfänger unter der Aufsicht der alten Hasen. In solch einem Vorzeigebetrieb könnte man dann alles richtig machen, und noch was zur Vereinskasse beitragen.
    Die Landwirtschaft abschaffen, das werden wir nicht.
    Viele Grüße
    Wolfgang, dem klar ist, dass das Verbreiten von eigenem Gedankengut manchmal ein hartes Brot ist, und keiner deshalb Imker geworden ist

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Bleibt die Landwirtschaft in ihrer jetzigen Form erhalten, geht unsere Natur flöten und damit auch die Bienen.
    Ist schon mal errechnet worden, wie lange wir überhaupt noch so weiterspritzen können bis das Maß voll ist ?
    10, 20 oder 50 Jahre?
    Meiner Ansicht ist das ein verhängnisvolle Sackgasse, die einzig dem Profit der Chemiekonzerne dient.
    Intelligente Lösungen sind gefragt.
    Elk

  • letzten Sommer hatte ich 4 Völker abgeben wollen und im Imkermarkt reingesetzt, da hatte sich keiner gemeldet.


    Nun ja, das Problem ist ja auch das, dass Ableger nicht wirklich versendbar sind. Man kann als Privatmensch nur den lokalen Markt "bedienen", entwedeer den gibts, oder halt auch nicht. Sowas wäre aber für professionelle Vermehrer evtl ein Thema, wo sie sich abheben können: Verkauf von Ablegern incl. Lieferung ab einer gewissen Anzahl. Wäre schon nett; erst mal ausgeklammert ob sich das wirtschaftlich erfolgreich umsetzen läßt , das ist sicher eine andere Frage. Aber eine gute Idee scheint es mir schon zu sein.



    Bei manch einem Sportverein ist außer dem Mitgliedsbeitrag auch noch Manpower verpflichtend. Also Vereinsarbeitsstunden, 1o - 15 Stunden waren es z.B. bei einem Segelverein hier an der Goitzsche. Warum erweitere ich als IV nicht den Beitrag un, sagen wir mal zwei Ableger. 35 Mitglieder zu je zwei Ablegern ergeben 7o Ableger zur Versorgung von Neulingen oder zum Ersatz von Winterverlusten. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein IV eine eigene Imkerei aufbauen könnte. Gerade zur Ausbildung und Unterstützung von Neulingen und Mitgliedern in Not. Man könnte sich dort jeden Samstagvormittag oder Sonntagvormittag treffen ( nach der Kirche ) zum Frühschoppen, Meinungsaustausch und gemeinsamen Bearbeiten durch die Anfänger unter der Aufsicht der alten Hasen. In solch einem Vorzeigebetrieb könnte man dann alles richtig machen, und noch was zur Vereinskasse beitragen.


    Und grad sowas für einen IV fände ich großartig, gibt jede Menge Potentiale dabei, wie du schon angerissen hast. Zudem ist das Versendeproblem gelöst, weil es eben lokal/regional konzentriert ist und entsprechend der Mitgliederzahl (und zu erwartenden Neulingen) eine angepaßte Anzahl an Ablegern eingeplant werden kann. Die dabei entstehenden Vereinsbienenstände liefern natürlich auch super Synergien, wirtschaftlich und auch hinsichtlich der Fortbildung und Ausbildung von Jungimkern.


    Ich finde: ein paar nette Ideen! :daumen:

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Andererseits würde so eine breite Verfügbarkeit von billigen Vereinsvölkern oder -ablegern auch nicht gerade die Sinne für die wahren Ursachen, Auslöser und Gründe für Verluste schärfen.
    Denn dann holt man sich eben billig einen neuen. Den diejenigen, die sich Gedanken gemacht hatten, als Zusatz-Beitrag ja sowieso bezahlt haben.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Hallo !


    Moin Simmerl,


    wieso gibt's eigentlich noch keine Vermehrungsbetriebe in D? Oder zumindest so auf kleinerer Ebene, dass sich gut laufende IVs ein paar starke Völker nehmen und sich um vereinseigene Vermehrung kümmern? Finde auch, dass das sehr sinnvoll und zukunftsträchtig klingt!
    Nachfrage scheint ja jedenfalls zu bestehen.


    Ab wann ist ein Vermehrungsbetrieb ein solcher ?
    Beim Verkauf von 50, 100, 500, 1000 Völkern nach dem auswintern ?


    Ich kenne hier Mitten im Hessenländle drei Händler mit um die 100 Völker
    und einen dem 500-1000 Völkerverkäufe nachgesagt werden. Jedes Frühjahr !!!


    Einer unserer Bienenkäufer in diesem Jahr ist fast 200km (eine Richtung) für Völker gefahren.



    Im Verein vermehren, ist zumindest für mich eine "utopische" Idee,
    Wer soll den die Arbeit machen ? Wird wie dafür entlohnt ?


    Oder Ableger abliefern (von den drei Völkerimkern ?) in welcher Qualität ?
    Da gibt es dann ein Sammlung von Verreckern und Stechern ... na vielen DANK !


    Neee, das wird nichts, da muß Jemand dahinterstehen ! Mit seinem Namen !



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich weiss nicht ob's hier rein passt, es ging ja urspruenglich um Reform der Landwirtschaft. Wenn hier nicht, bitte verschieben wo's reinpasst:


    http://alles-schallundrauch.bl…-monsanto-am-samstag.html


    "Im deutschsprachigen Raum finden Märsche in Wien, Berlin, München, Düsseldorf, Frankfurt, Krefeld, Leer und Saarbrücken statt. Details über wann und wo gibt es hier.


    Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Marsch gegen Monsanto am Samstag http://alles-schallundrauch.bl…amstag.html#ixzz2UDcqo81G"


    Gruss
    Joe