Flugplätze, Vögel und Neonikotinoide: Gefahr für die Bienen?

  • Ich hatte heute früh eine interessante Diskussion mit einem Tierfotografen, der sich auf Vögel spezialisiert hat.


    Er erklärte mir, daß um Flugplätze herum generell starke Pestizide verwendet werden. Dies dient dazu, alle Insekten und Würmer abzutöten, damit sich in der Näher der Landebahnen keine Vögel auf Futtersuche begeben, da sie eventuell die Flugzeuge beschädigen könnten.


    Dies ist eigentlich verständlich, und solange es kurzlebige Pestizide sind, die nicht systemisch wirken, müssen wir uns nicht allzu viele Sorgen um die Bienen machen.


    Wenn jetzt aber auf Neonikotinoide umgestellt wird, dann wird natürlich der im Kurzrasen oft vorhandene Klee zur Todesfalle für Bienen, Hummeln usw.
    Auch Sträucher und Bäume, die in angrenzenden Bereichen gepflanzt sind, könnten für die Bestäuber sehr giftig werden.


    Hat jemad Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht oder vielleicht hat jemand sogar Kontakte zu Flughäfen, die uns mehr Auskunft geben könnten?

  • Hallo Stromnessbees,
    ich will jetzt hier keine Linkliste nahezu aller großen Flughäfen in D einstellen.
    Aber nahezu alle betreiben - nach eigener Aussage - ein sogenanntes Biomonitoring mit Bienenvölkern auf dem Flugplatzgelände.
    Einfach einmal die Tante Google bemühen mit "Flugplatz Bienen".
    Kann natürlich alles Propaganda sein. :roll:
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • @ stromnessbees
    Den Engländern würde ich das glatt zutrauen. :wink:


    Meines Wissens ist das aber Käse. Zumindest die großen Flughäfen haben dafür u.a. Jäger und Falkner unter Vertrag.



    André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)


  • Du hast doch keine Varroa in den Völkern!
    Also, sei doch froh wenn mal jemand bei euch Neonics ausbringt, dann kann endlich der Part Neonics und der Part Varroa am Bienensterben geklärt werden.
    Hier kann man das ja nicht. Es gibt ja niemand seine Varroafreien Völker her....um das zu testen.

  • es soll von Oberursel einen Versuch gegeben haben mit Bienen in Frankfurt!


    Müsste in einem der Jahresberichte drin stehen!


    Oder dort mal Kontakt auf nehmen!


    Laut Uhlman konnte man keine Effekte erkennen auf Bienen!


    Es gab rund um den Flughafen verstärkt Verluste davor!


    Doch die Imker hatten mehr das Kerosin im Verdacht, das ja vor der Landung abgelassen wird!


    Das Ganze muss auch so 2007 oder auch davor gewesen sein!


    Damals war das mit den Neonics noch nicht so bekannt wie jetzt!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • also das hab nicht ich erfunden mit dem Kerosin ablassen!


    Das war im Bericht von Oberursel so gestanden!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Da siehste mal, was tagtäglich für Unsinn geschrieben wird.


    Kerosin wird - wenn überhaupt - nur in Notfällen abgelassen. Wenn nämlich bei einer Notlage, die eine sofortige Landung erfordert, das aktuelle Gewicht über dem maximal erlaubten Landegewicht liegt. Und das auch nur über speziell ausgewiesenen Gebieten.
    Viele Flugzeugtypen haben übrigens gar keine Vorrichtung zum Ablassen des Treibstoffs im Flug.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Ich lese und staune.


    Da seid ihr Deutschen den Briten wieder um einige Nasenlängen voraus.


    Der Fotograf der mir das erklärte war Engländer und war sich sicher, daß es in Großbritannien üblich ist, alles um die Flughäfen herum zu vergiften.


    Das mit den Falken und dem Biomonitoring ist ja eine schöne Sache, und diese Bienen sollen ja sehr gesund sein. Würde mich wundern wie gut die auch überwintern.


    Hier eine der Studien die ich mit Google gefunden habe, habe allerdings noch gar nicht alles gelesen:


    http://www.fraport.de/content/…jcr:content.file/file.pdf

  • Würde mich wundern wie gut die auch überwintern.


    Das möchte ich jedenfalls für den Airport Berlin TXL verneinen. Auch wenn ich bislang keinen Bezug zwischen Winterverlusten > 40% und dem Flughafen herstellen konnte. Fairerweise muss ich allerdings dazu bemerken, das an diesem Standort ein erhöhter Varroadruck herrscht, dessen Ursachen unterschiedlicher Natur sind.
    Weiß jemand seit wann ungefähr mit den Mitteln auf Flughäfen hantiert wird? Dann ist das leichter zu verifizieren, denn früher war dort Bienenhaltung erfolgreicher.


    LG
    Andreas

  • Also ich kann mir nicht vorstellen, daß auf Flughhäfen in solch wichtigen Punkten wie Vorbeugung gegen Vogelkollision gespart wird.


    Falls es erhöhte Verluste in Flughafennähe gibt - 40 % ist sehr viel - würde ich unbedingt einmal bei der Flughafenleitung nachfragen, was auf dem Gelände so alles verwendet wird, kann ja nicht schaden.

  • Also ich kann mir nicht vorstellen, daß auf Flughhäfen in solch wichtigen Punkten wie Vorbeugung gegen Vogelkollision gespart wird.


    Habe ich auch nicht behauptet.
    Nur, daß die eher kein Geld sinnfrei ausgeben für so zweifelhafte Maßnahmen wie Nester ausnehmen, Vodoo, Vergiftung von Insekten auf etlichen Quadratkilometern rund um Flughäfen usw.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)