Reserveköniginnen aufheben in Begattungskästchen: geht das?

  • Hallo allerseits,


    Ich würde gerne versuchen, aus den gegenwärtig zuhauf herangezogenen Schwarmzellen einige Reserveköniginnen aufzuheben. Ich habe nicht vor, sie auf eine Belegstelle zu bringen.


    Grob umrissen habe ich mir das so vorgestellt:


    0. Begattungskästchen (Kieler oder Kirchhainer) vorbereiten: Anfangsstreifen an die Oberträger, Futterteig in Futtertasche.
    1. Etwa 1/4 Liter nassgesprühter Bienen in das Begattungskästchen kippen.
    2. Nach einigen Stunden eine Schwarmzelle (oder eine gekäfigte Königin) dazugeben.
    3. MS-Behandlung sobald Königin in Eilage.
    4. Regelmässig füttern, mit Wasser benetzen und Wabenwerk mit Brut wegnehmen, damit Königin Platz hat zum legen.


    Könnte das funktionieren? Wie oft müsste man die Brut wegnehmen? Wie lange könnte man die Königin auf diese Weise aufheben, ohne ihr zu schaden? Habe ich was wichtiges übersehen?

  • Wäre es nicht einfacher die Reservevölkchen auf normalen Rähmchen in einer Beute mit Vierfachboden zu halten?


    Im Prinzip schon. Aber die brauchen mehr Platz und sind schwerer (und auch schwerer zu transportieren).
    Und das Hauptproblem: Der Nachtragshaushalt für weitere Beuten(teile) wurde von meiner Finanzministerin abgelehnt :roll:


    Zitat

    Oder in Miniplus, dafür ist es ja schließlich gemacht.


    Das Kirchhainer Begattungskästchen kostet ja kaum mehr als 10 Euronen, wenn ich mich nicht verguckt habe. Da ist Miniplus deutlich teurer. Dafür sind miniplus-Völkchen sogar überwinterungsfähig, wenn ich das richtig verstanden habe. Hast Du mal einen Link zur Miniplus-Betriebsweise?


    Zum Thema Weiselzelle zugeben guck mal hier: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=34190


    Wie lange muss das Völkchen denn weisellos sein vor der Zugabe?


    Zitat

    Ich hatte mal gelesen, die Koeniginnen wuerden am besten, wenn sie erstmal einen Monat im Begattungkaestchen bleiben (?)


    Interessanter Aspekt. Stimmt das oder ist das nur ein Gerücht?


    Zitat

    Wenn Du die Brut wegnimmst, wo kommen dann die neuen Bienen her?


    Man muss ja nicht die gesamte Brut wegnehmen.
    Ohne Entnahme hätte ich die Befürchtung dass das Völkchen zu schnell wächst und auch dass die Königin nach einigen Tagen keinen Platz mehr zum legen hat. Dann wäre es doch nur eine Frage der Zeit bis sie auszieht, oder nicht?


  • Wie lange muss das Völkchen denn weisellos sein vor der Zugabe?


    Nach meiner Theorie: Garnicht. Direkt vom weiselrichtigen Volk in das bereits vorher mit WZ ausgestattete Begattungskaestchen. So wuerde ich es naechstesmal machen, wenn es sich bloss um 1-2 Tassen Bienen handelt, weil die blitzschnell merken, dass die Koenigin nicht dabei ist.


    Deswegen laesst man die Koeniginnen ja auch durch das FL einlaufen: Wenn man die Kaestchen mit den eingesperrten, weisellosen, panischen Bienen aufmacht, sind die schwuppdiwupps alle draussen. Na gut, ich uebertreibe etwas. :lol: Aber ziemlich viele stuermen dann gleich erstmal raus und sind hinterher nur schwer wieder reinzukriegen.

  • Ohne Entnahme hätte ich die Befürchtung dass das Völkchen zu schnell wächst und auch dass die Königin nach einigen Tagen keinen Platz mehr zum legen hat. Dann wäre es doch nur eine Frage der Zeit bis sie auszieht, oder nicht?



    Wie groß ist die Wabenfläche in einem Rähmchen beim Kirchhainer Begattungskästchen? Eine Handfläche? Von den Bildern, die ich gesehen habe, eher kleiner. Und was machst du mit der entnommenen Brut?


    Ich würde ne Zarge nehmen und Rähmchen reinhängen. Oben und unten ein entsprechend großes Brett (muss ja nichts dauerhaftes sein, eine alte, zurechtgesägte Regalwand aus dem Sperr ähh "kostengünstigen Straßenverkauf" tut es sicher auch) legen. Unten dann noch ein kleines Flugloch, fertig.


    Dann könntest du bei Bedarf mit Waben erweitern und das Völkchen könnte wachsen.


    Stefan

  • Zitat

    Ich hatte mal gelesen, die Koeniginnen wuerden am besten, wenn sie erstmal einen Monat im Begattungkaestchen bleiben (?)


    Jo, das steht unter anderem bei Michael Bush, das bezieht sich aber darauf, daß da die Königinnen in die "queen-bank" kommen bis zur weiteren Verwendung.
    Er sagt, die Profis gucken nur darauf, ob nach 2 Wochen Eier da sind, und packen sie dann weg, aber wenn man sie 4 Wochen bei den Bienen läßt, entwickeln sich die Eierstöcke viel besser.
    Hat also mit deutschen Systemen nix zu tun.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Um Königinnen über einen längeren Zeitraum aufzuheben scheint Mini-Plus wohl eher geeignet zu sein.


    Soweit ich sehe gibt es wohl drei verschiedene.


    1. Styropor: wird vermutlich für den Wärmehaushalt bei Überwinterung besser sein. Allerdings ist Styropor nicht so ganz mein Ding...
    2. Holz: Die scheint auch etwas kompakter zu sein als die aus Styropor. Bei einer Überwinterung in Vierer-Aufstellung auf dem Balkon wäre das ein echtes Argument. Allerdings hat der Aussendeckel einen Überstand, so dass man für eine Viereraufstellung einen Sonderdeckel bauen/kaufen müsste.
    3. Bei Wagner gibt es auch Doppel-Mini-Plus. Da geht dann aber wohl der Vorteil des geringen Platzbedarfs wieder verlustig.


    Die Rähmchen gibt es auch zum zusammenstecken für die Übersiedlung in die Wirtschaftsbeuten. Passen die zusammengesteckten Rähmchen auch für Zander?


    Wie macht man die AS-Behandlung? Liebig-Dispenser oder Nassenheider-Horizontal/professional werden wohl kaum hineinpassen?