Frage an die Alpenrandimker: wann Bergblütentracht?

  • Liebe Imker,


    ich bin mit meinem Bienen im Allgäu auf 900 m ü.N.N. und habe normalerweise zwei Trachten:


    • Die Löwenzahntracht Ende April bis Mai (heuer kaum nutzbar für die Bienen, da die Völker noch in einem Anfang-April-Zustand sind und sich die Löwenzahnblüte in knappen zwei Wochen abspielt)


    • eine Sommertracht: in Waldjahren eben eine Waldtracht, ansonsten Brombeere von Juni bis Anfang August


    Ein befreundeter Imker hat die Möglichkeit eine Alphütte anzuwandern, die geschätzt auf ca. 1400 Höhenmetern liegt. Da könnte ich ggf. ein paar Völker mitgeben.


    Meine Frage richtet sich nun an die Imker am Alpenrand, die Erfahrung mit der Bergblütentracht haben:
    In welchem Zeitraum darf man denn auf dieser Höhe mit einer Tracht rechnen? Gibt es eine richtige Tracht im herkömmlichen Sinne oder ist es mehr eine 3-monatige Läppertracht, die im Gesamten dann den Honigraum füllt?
    Das Gebiet ist durch Alpwirtschaft geprägt, d.h. wenig Wald und viel Gebirgsweide.


    Freue mich auf Eure Informationen!

  • Hallo Matthias,


    wie du schon schreibst ist es in dieser Höhe häufig eine andauernde Läppertracht, nichts was die Völker wirklich wachsen läßt. Brom- und Himbeere können auch noch einen guten Teil liefern, falls Windwürfe im Flugkreis (die Mädels fliegen ja auch "nach unten"). ABER sobald du auf Urgestein stehst und Alpenrosenbestände vorhanden sind, besteht die Möglichkeit diesen feinen Honig zu ernten. Du wirst keine Mengen wie bei Raps ernten können, eher bei Löwenzahn - wenn das Wetter passt, sonst kanns schnell mal eine Nullnummer werden ...


    LGR

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Das dachte ich mir schon. Und wegen des rauhen Klimas ist die Tagesflugzeit kürzer und die Flugtage weniger. Wobei ich ehrlich sagen muss dass es mir nicht immer nur um die Honigmenge geht, sondern mir wäre vielmehr allein die Tatsache einen nicht so "gängigen" Honig zu ernten einige Kilogramm weniger wert. Aber die Frage ist halt ob überhaupt was raus kommt. Alpenrosen stehen im konkreten Bereich sehr wenige, weil wie gesagt viel Alpviehwirtschaft herrscht und das Gebiet kein typisches Alpenrosenrevier ist, da müsste man weiter südlich in den Allgäuer Hauptkamm wandern. Unser "Ziel" ist in der Nagelfluhkette.
    Wegen Brombeeren lohnt sich für mich der aufwand nicht, weil ich einen eigenen Wald auf 900m Höhe habe, der vor 15 Jahren kahl geschlagen wurde. Dort hat es Brombeeren en masse und der Standort ist leichter anzuwandern.


    Aber es gibt ja Bergblütenhonig, also produzieren einige Imker dort. Was ist dabei die gängige Strategie? Völker den ganzen Sommer über dort aufstellen und vor der Spätsommerpflege schauen was drin ist, in einem Jahr hop, im anderen top?
    Und was sind die Monate, in denen man "nach oben" wandert? Juni bis August? Oder erst im Juli?