Fragen nach Ablegerbildung

  • Hallo liebe Mitimker,


    ich bin neu hier im Forum und auch als Imkerin noch sehr frisch.
    Mein Freud und ich haben vor gut 1 Monat 2 Wirtschaftsvölker bekommen.
    Die Völker haben sich prächtig entwickelt und sind stark gewachsen.
    Als das letzte mal unser Pate draufgeschaut hat, meinte er das wir bald einen Ableger (Sammekbrutableger von beiden Völkern) machen sollten.
    Das haben wir nun gestern gemacht.
    Insgesamt 3Brutwaben und 3 Futterwaben aus den Altvölkern entnommen, und mit Mittelwänden in eine neue Beute gehängt.
    Nun haben wir gestern ca. 2-3h nach der Ablegerbildung starken (ungewöhnlich viel) Flugverkehr um den Beuten beobachtet.
    Auch der "Ton" der Bienen war etwas lauter und wie ich meine aggressiver als sonst.
    Da hatte ich gleich Angst das wir etwas falsch gemacht haben.
    Abends war es dann schon wieder etwas ruhiger.
    Nun schau ich heute morgen auf s Dach, und es ist wieder so viel los. Ziemlich viel Flugverkehr (diesmal aber normaler friedlicher Bienenton),
    und ich hab den Eindruck das viele Bienen im Umkreis von 3 Metern um die Beuten kreisen.
    Viele fliegen zwar auch direkt weg (zum Sammeln wohl) aber auch vor dem Ableger ist viel los.
    Ist das normal oder haben wir etwas falsch gemacht?
    Räubern die Bienen der Muttervölker den ABleger aus? Obwohl ich eigentlich keine Kämpfe vor dem (verengten) Flugloch des Ablegers beobachten kann.


    Wir wären dankbar wenn ihr uns weiterhelfen könntet.
    Ist so ein Verhalten auffällig oder normal nach so einem Eingriff?


    Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!


    BienenEumel

  • Es heißt nicht umsonst, daß Ableger für 3 Wochen aus dem Flugkreis der Muttervölker verbracht werden sollten.
    Sie direkt nebeneinander zu stellen, ist keine gute Idee, außer man trickst sie vorher aus (Umsetzen auf kurze Distanz).
    Das klappt jetzt aber nicht mehr - du kannst den Ableger nur nochmal mit Jungbienen aus dem HR verstärken und dann wegbringen.
    Ansonsten ist der Ableger bald leer und keiner mehr...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo und guten Morgen,


    ich handhabe das anders, meine Ableger stehen immer am selben Stand.
    Lass doch die Flugbienen zurück zur alten Beute fliegen, ein Ableger benötigt keine Flugbienen, solange er mit Futter versorgt wird.
    Ich hänge dafür verdeckelte Brutwaben dazu, so dass sich das Volk gemütlich aufbauen kann.
    Solche Ableger haben in der Regel in den ersten Wochen fast gar keinen Flugverkehr.
    Aber eingegangen ist mir auf diese Art und Weise bisher kein einziger - alle haben sich zu Winterstarken Völkern entwickelt.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Ja sowie Anni habe ich es auch gemacht.
    Bei mir war es gut das das Wetter nicht so toll war und ich den Ableger abends gemacht habe somit wahre die Flugbienen ca. 2 Tage in der neuen Beute und jetzt nach 1 Woche
    Fliegen die ersten Bienen rein und raus .


    Gruss Chris

  • Es heißt nicht umsonst, daß Ableger für 3 Wochen aus dem Flugkreis der Muttervölker verbracht werden sollten.
    Sie direkt nebeneinander zu stellen, ist keine gute Idee, außer man trickst sie vorher aus (Umsetzen auf kurze Distanz).
    Das klappt jetzt aber nicht mehr - du kannst den Ableger nur nochmal mit Jungbienen aus dem HR verstärken und dann wegbringen.
    Ansonsten ist der Ableger bald leer und keiner mehr...


    Hast du das jemals beobachtet? Ich nicht.


    Gruß Ralph

  • Ich habe auch schon eine Handvoll Ableger maximal 5 Meter neben dem Muttervolk aufgebaut. Nie gab es Probleme.
    Ja, die Flugbienen verschwinden, aber dafür schlägt man einfach ein paar zusätzliche Jungbienen aus dem Honigraum ein.

  • BienenEumel
    Wenn bei euch Tracht ist, wird es keine Räuberei geben. Insofern Entwarnung. Bei dem Flugverkehr handelt es sich um irritierte Flugbienen, die sich neu einfliegen, und Jungbienen. Du wirst vermutlich den meisten Flugverkehr zwischen 14:00 und 16:00 beobachten.
    Wenn man Ableger am gleichen Standort bildet, reicht die Bienenbesetzung bei deinem Verfahren nicht aus:
    Die Brutwaben sind meist gut besetzt, die Futterwaben aber nicht, die kann man meist vernachlässigen. So hast du im Prinzip nur die Besetzung von 3 Waben in den Ableger gebracht. Von denen wird ca. die Hälfte zum Muttervolk zurück fliegen, sodass nur ca. die Besetzung von 1,5 Waben übrig bleibt. Damit kommt der Ableger in Probleme mit der Brutwärme. Bei Styroporbeuten kann so etwas noch gut gehen, ist aber auch nicht sicher. Ich empfehle dir folgende Korrektur:
    Entnimm aus dem Muttervolk 3 gut besetzte Brutwaben (ohne Königin!) und stoße sie in den Ableger ab. Die Brutwaben hängst du in das Muttervolk zurück. Damit bist du auf der sicheren Seite.


    Gruß Ralph

  • Hallo BienenEumel,


    meine Ableger bilde ich auch am Stand. Sie stehen keine 2 m vom Muttervolk entfernt. Das Flugloch öffne ich die ersten 3 Tage nur soweit, dass eine Biene zur Zeit durchpasst. Von unten lege ich den Schieber ein, damit es in der Beute schön warm bleibt (ein Spalt muss noch offen bleiben, damit die Bienen Luft bekommen). Am Tag der Ablegerbildung fliegen die Flugbienen wieder zurück in die Wirtschaftsvölker.


    Wenn Du jetzt (in den ersten 3 Tagen) Bienen hast die von außen in die Ableger-Beute fliegen, könnte es sein, dass Dein Ableger von den Wirtschaftsvölkern geplündert wird. In diesem Falle könntest Du das Flugloch einengen und den Ableger wegstellen (z.B. 10 m weiter, Flugloch in andere Richtung). Kämpfe würdest Du im Moment nicht sehen, da es noch keine Wächter im Ableger gibt. In den ersten 3 Tagen fliegen sich die neuen Wächter-Bienen ein. Das sind die Bienchen, die Du hauptsächlich zwischen 14 und 16 Uhr vor der Beute schweben siehst. Die schlüpfen auch wie rein, ohne sich von der Beute zu entfernen.


    Ab dem dritten Tag fliegen diese Bienen das erste Mal um Tracht, Wasser oder Pollen zu sammeln und werden zu Flugbienen.


    Räuber haben einen aggressiven Flugton und fliegen von früh morgens bis spät abends. Du könntest die Bienen am Flugloch des Ablegers mit Mehl bestäuben und beobachten, ob diese bepuderten Bienen auf den Flugbrettern der Wirtschaftsvölker auftauchen. (Dann unbedingt den Ableger verstellen und das Flugloch klitzeklein halten. Evtl. noch ein weiteres Mal verstellen.)


    Wenn es in den ersten 3 Tagen ruhig ist am Flugloch und alle Bienchen wieder im Flugloch verschwinden ohne sich von der Beute zu entfernen, ist alles in Ordnung.


    LG Olivia


    Nachtrag: Beim nächsten Mal könntet Ihr den Ableger erst am nächsten Tag an den endgültigen Platz stellen, wenn alle Flugbienen abgeflogen sind.

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Catbee () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Liebe Mit-Imker,


    vielen dank für eure Ratschläge.
    Heute sieht es schon ganz anders aus beim Ableger. Alles schön ruhig, nur wenige Bienen die rein und rauskommen. Und auch bei den anderen Völkern ist mehr Ruhe eingekehrt. Wir haben jetzt von unten eine Windel eingeschoben (mit einem Spalt für die Luftzufuhr). So haben sie's auch nachts schön warm. Als wir gestern noch einmal reinschauten um zu sehen, ob es nötig ist noch mehr Bienen dazu zu schütten, haben wir gesehen, das die Waben alle sehr gut besetzt waren.
    Nun lassen wir den Ableger lieber in Ruhe. Die Bienen werden das schon regeln. Und wenn nicht werden sie dann halt später wieder mit den Wirtschaftsvölkern vereinigt.
    Ich denke im Grunde wissen die Bienen wohl am Besten wie's geht. Vielleicht sollten wir einfach mehr Vertrauen haben.


    Ich berichte dann mal wie es ausgeht mit unserem ersten Ableger.


    Danke und bis bald,


    Tabea

  • Ich habe auch schon Ableger am selben Stand gemacht - hat wie die Vorschreiber oben gut geklappt.
    Ich hatte allerdings paar beblätterte Zweige vorn ins Flugloch gestopft (richtig dolle das die Bienen zu kämpfen hatten da raus zu kommen.
    Ein paar Flugbienen sind geblieben bilde ich mir ein denn soweit ich mich zurück erinnere hatten sie die Tage danach Flugbetrieb.
    Das probiere ich natürlich noch mal aus

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Mitleser,
    wenn schon Ableger am gleichen Stand, dann rückt doch die Ableger auf den Standplatz des Altvolkes.
    Dem Ableger fliegen die Flugbienen zusätzlich bei, und das Altvolk hat eh ganz schnell wieder neue.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Werde Samstag meine ersten 2 Ableger machen!


    Habe 4 Völker, von denen 3 Stark sind und eines minimal schwächer!
    Ich wollte wie folgt vorgehen!


    Das eine starke Volk was sich nicht an die Bauanleitungen hält unter anderem mit Wildbau, zugekleisterstest Absperrgitter und Nektareintrag in den Brutraum.
    Werde ich 2 bis 3 Honig / Pollenwaben (Futterwaben) aus dem Brutraum entnehmen so wie je eine Brutwabe mit Maden und verdeckelter Brut!
    Den beiden normalen Völkern werde ich je zwei Brutwaben entnehmen, wobei je eine mit Stiften versehen sein muss!
    Auch hier dann je eine Honig / Pollenwabe (Futterwaben).
    Bei dem etwas schwächeren Volk werde ich anfangen und sehen was ich ziehen kann!!!


    So habe ich dann je Ableger 4 Brutwaben und 3 Honig / Pollenwaben mit Bienenbesatz!
    Den Rest fülle ich dann mit je 2 ausgebauten Rähmchen und 2 nur mit Mittelwand aus.
    Würde gerne alle mit ausgebauten Rähmchen bestücken, habe als Anfänger aber leider keine da!


    Diese Ableger stelle ich dann einzargig in 1,5 km Entfernung auf und enge das Flugloch auf 2 cm ein!
    Flugbienen werden dann wahrscheinlich zum alten Stand fliegen und der Ablegerstand bleibt den Ablegern vorbehalten!


    Danach beobachten und gut zu füttern!


    So meine Theorie und Samstag kommt die Praxis.


    Grüße
    Rainer

  • Zitat

    Das eine starke Volk was sich nicht an die Bauanleitungen hält unter anderem mit Wildbau, zugekleisterstest Absperrgitter und Nektareintrag in den Brutraum.


    :lol: Du hast noch nicht verstanden, daß die Damen nur das tun, was sie genetisch bestimmt grad tun MÜSSEN.


    Es ist auf lange Sicht deutlich erfolgreicher, diese biologischen Zwänge zu nutzen, statt sie zu bekämpfen.:lol:
    Verhonigtes Brutnest ist okay - wovon soll sonst das Restvolk nach dem Schwarm leben?
    (deshalb sollten auch schon noch Zellen da sein...:cool:)
    Absperrgitter gibt es in freier Wildbahn auch nicht.
    Und ohne Drohnen sind die Bienen auch nicht glücklich.
    Bitte lies doch mal was grundsätzliches zum Schwarmprozeß....von jemandem, der weiß, was da passiert.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke Biene für deine Hilfe, ist ja noch nicht zu spät!!!


    Werde also von der genetischen guten Königin die bestiffteten Waben entnehmen!
    Sie war die einzige die mit Volk den ganzem Winter im unterem Brutraum gesessen hat.
    Und erst im Frühjahr nach oben gewandert ist.
    Sie muss wohl so "intelligent" gewesen sein dass sie wenig Brut im Winter hatte!
    Und ist dadurch als erstes und stärktes Volk in Jahr durchgestartet.
    Absperrgitter ist mir sicherer, möchte keinen Brut im Honigraum haben und dass dann auch noch in meinem ersten Jahr :)
    Den Drohnenrahmen schneide ich regelmäßig aus, dass nächste mal Ende Mai.
    Es sind aber trotzdem in allen Völkern Drohen vorhanden (denke mal durch den Wildbau).
    Sehe ab und zu eine auf dem Flugbrett.


    Für morgen früh 9:00 Uhr haben Sie nur 10 Grad angesagt!
    Kann ich da ableger machen oder stirb die Brut???


    Grüße
    Rainer