Beutenbauwerkzeug: Gehrungs-Verleimfräser?

  • Hallo,


    bisher habe ich meine Zargen stumpf zusammengeschraubt. Doch das offen dem Wetter ausgesetzte Stirnholz stört mich etwas, deshalb wollte ich es demnächst mal mit auf Gehrung zusammengesetzten Kisten versuchen. Dabei bin ich auf das Werkzeug Gehrungs-Verleimfräser (auch Kronenfugenfräser?) als Fräskopf für die Oberfräse gestoßen. Einen Frästisch für die Oberfräse habe ich mir schon gebaut, verwende ich z.B. um die Nuten für die Rähmchenauflagen zu fräsen.
    Mit dem Verleimfräser stelle ich es mir genauso einfach vor: einfach in die Oberfräse spannen, einstellen, die Schmalseiten der Bretter drüberziehen, zusammenleimen, fertig. Die Frage ist: ist das wirklich so einfach? Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Verwendet das jemand zum Zargen bauen?


    Ich hätte es wahrscheinlich schon ausprobiert, doch für die Holzdicke (18-21 mm) habe ich nur Fräsköpfe gefunden, die einen 12 mm Schaft aufweisen (meine Oberfräse hat aber nur eine 8 mm Aufnahme), außerdem liegt so ein Fräskopf preislich in der Gegend um 100 Euro...
    Ein Anbieter bei Ebay scheint soetwas mit 6 mm Schaft zu haben, noch dazu für sehr viel weniger Geld. Doch bei 6 mm kann ich mir nicht vorstellen, dass das den Belastungen standhält.
    Gibt es denn diese Fräsköpfe nirgends mit 8 mm Schaft?


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    das geht, steht aber in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand.
    Wenn du mit der Oberfräse bereits die Nuten für die Rähmchenauflagen fräst, nutze doch eine andere Holz(Eck)verbindung für deine Zargen, eine einfache oder doppelte "Überblattung".
    Auf diese Weise ist nur noch ein Teil des Stirnholzes sichtbar und der Witterung ausgesetzt.
    Die Stirnholzfläche kannst du so bis auf 0,8 cm reduzieren, wenn du zusätzlich verleimst.
    Außerdem bietet eine solche Eckverbindung eine steifere Verbindung und besseren Zugluftschutz, als stumpfes verschrauben.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • ... besseren Zugluftschutz, ...

    ... für die nichtpropolisierende Apis Mirkosensis? :wink: Also ein echtes Argument. :daumen:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Robert!


    Mit dem Verleimfräser ist es nicht abgetan. Die nächste Schwierigkeit ist das zusammen Spannen bei der Verleimung. Da kann man nicht mehr so ohne weiters Schraubzwingen ansetzen. Da braucht man dann eine ordentliche Spannvorrichtung damit sich da nichts verschiebt und trotzdem der nötige Verleimdruck aufgebaut wird.


    Warum stört dich das Stirnholz? Wenn es nur darum geht, könntest du es mit Gehrung und einer Lamello-Verleimung versuchen. Das hätte zumindest den Vorteil, dass bei der Verleimung alles sehr viel besser verrutschfest ist.


    MfG
    Honigmaul

  • Lamello hat sich aus gutem Grund bei Beuten nicht durchgesetzt. Gehrung ebenso nicht. Zargen, die in Gehrung gebaut, mal auf die Ecken knallen, platzen auf wie Melonen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ... für die nichtpropolisierende Apis Mirkosensis? :wink: Also ein echtes Argument. :daumen:


    JEPP... :daumen:
    Zugluft kann und sollte im Allgemeinen und speziell konstruktiv vermieden werden. Der Mensch kann das. Warum sollte er sich also mit Geringerem zufrieden geben...?!


    LG Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • ...mit Gehrung und einer Lamello-Verleimung...


    Bei der Verleimung kommt es auf Fläche an. Druck ist kein Argument, denn diesen braucht es bei jeder Verleimung.
    Gehrung an sich ist eine NUR hübsche Verbindung. Konstruktiv sinnvoll und vor allem haltbar ist sie keinesfalls! Egal ob mit Lamello (also extra eingeschobene Lamelle) oder dem Gehrungs-Verleimfräser (herausgefräste Lamelle).


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Robert,


    wenn du bei deiner Oberfräße die Spannmutter abschraubst, siehst du die Spannzange( ein konisches Teil mit Schlitze) die kann man, zumindest bei Profimaschinen, austauschen Die Spannzangen gibt es mit verschiedenen
    Aufnahmen. Ich hab z.B. 6 und 8mm. Eine Spannzange lag früher bei 50 DM = heute wahrscheinlich 50 €.
    Vor billig Fräser möchte ich warnen mir hat es mal einen bei ca. 20000 Umdrehungen zerbröselt, das war extrem gefährlich.


    Ob du dich für Lamello Verbindungen entscheidest wie hier vorgeschlagen musst du selbst entscheiden, nur zum Verleimen einen Tipp: Spanngurt mit Ratsche, die ganz einfachen für 5 € / Stück (mach ich seit Jahrzehnten)


    Selber halt ich es wie Sabine und Schraube :wink: Mit sichtbarem Hirnholz


    Gruß Reinhold

  • Ok, offenbar habe ich mir das zu einfach vorgestellt. Als Spannvorrichtung dachte ich an zwei Stück Bessey Bandspanner. Ja, die Schraubenorgien hätte ich gerne zumindest reduziert. Die letzten Honigraumzargen (für 159 mm Rähmchen) haben je 20 Edelstahlschrauben bekommen...
    Und solche Zargen wie in Clemens' Link zu beutenbauer.de fand ich immer sehr nett (kenne sie aber nur von Webseiten, nicht in echt).
    Honigmaul: das Stirnholz stört mich u.a., weil ich dachte, dass es eine schlechte Konstruktion ist, wenn das Stirnholz dem Wetter ausgesetzt ist. Mir war nicht klar, dass Gehrung mehr der Optik dienen soll als einer guten Konstruktion.
    Vielleicht bleibe ich dann doch bei meinem bisherigen Aufbau (ähnlich Liebigbeute), evtl. probiere ich es mal den Überblattungen.


    Danke an Euch,
    Robert

  • wenn du bei deiner Oberfräße die Spannmutter abschraubst, siehst du die Spannzange( ein konisches Teil mit Schlitze) die kann man, zumindest bei Profimaschinen, austauschen Die Spannzangen gibt es mit verschiedenen
    Aufnahmen. Ich hab z.B. 6 und 8mm.


    Z.Zt. verwende ich eine ältere Metabo Of E 529 mit 8 mm Spannzange. Glaube nicht, dass man die auf 12 mm umrüsten könnte. Im Schrank habe ich noch eine Bosch POF1100, die kann meines Wissens nach nur 8 mm und 6 mm. Aber der angebotene Fräser mit 6 mm Schaft scheint mir zu dünn, mit 8 mm hätte ich es wahrscheinlich riskiert.



    Grüße,
    Robert

  • Meine Festool Oberfräße macht 24000. Im beschriebenen Fall war ich einfach leichtsinnig und hab die Drehzahl nicht richtig heruntergeregelt, in das Werkstück gefahren, da hat es den Fräßkopf von der Welle gerissen und er ist durch die Werkstatt gesaust. Auf der Verkaufsverpackung stand keine Max. Drehzahl, und 18000 - 20000 Umdrehungen macht fast jede Oberfräße, und nicht jede hat eine Drehzahlregelung, ergo, kann das jedem passieren, deshalb FINGER WEG VON BILLIGFRÄßERN :evil:


    So das war jetzt OT aber wenn es nur einem hilft seine Finger zu behalten....


    gute Nacht, Gruß Reinhold