Schutz gegen Faulbrut-Infektion

  • Hallo Imker/innen,


    ich habe gesten erfahren, dass es in meiner Gegend, in etwa 25 km Entfernung, an 2 verscheidenen Orten amerikanischen Faulbrut gab.


    Gibt es irgendwelche prophylaktische Möglichkeiten für mich, ein Übergreifen auf meinen Stand zu verhindern? Die Ursachen sind in beiden Fällen - die übrigens in entgegengesetzter Richtung auftraten - bisher ungeklärt.


    Ich muß gestehen, dass ich mich bis jetzt auch nicht sehr intensiv mit diesen Thema befasst habe, da die mir bekannten Fälle weit weit weg waren. Auch die Landwirte in meiner Umgebung bewirtschaften nicht intensiv, die Belastung mit Giften ist demnach eher gering und auf Stockhygiene achte ich ohnehin sehr.



    Wäre sehr dankbar, wenn Ihr mir vorbeugende Maßnahmen mitteilen würdet.



    Danke und viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo Imker/innen,


    Wäre sehr dankbar, wenn Ihr mir vorbeugende Maßnahmen mitteilen würdet.


    Danke und viele Grüße
    Gerhard


    Hallo Gerhard, es gibt keine vorbeugende Maßnahmen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • dann hast du mit unter noch mehr Faulbrutfälle


    und es ist nicht sicher ob das wirklich die Lösung ist!


    Futterkranzproben sind ein Hilfsmittel um Faulbrut zu erkennen!


    Aber eine Echte Vorbeugung ist das auch nicht!


    Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, dass die Völker nicht Not leiden. Also immer was zu knabbern haben, wenn nix von draußen rein kommt.


    Räuberrei vermeiden ist der nächte Punkt!


    Die vermehrte Faulbrut geht meiner Meinung nach auf die schlechte Versorgung der Völker vor allem im letzten Jahr zurück!


    Dann werden verhungerte Kranke Völker ausgeräubert und so geht die Ansteckung Reih um!


    Daran helfen dann auch keine Futterkranzproben!


    Außer den mußt du, wenn es um Konsequentes Bekämpfen geht, auch jeden Altglaskontainer Bienendicht machen!


    Und jedes Glas Importhonig mit Sporen wieder zurück schicken wo es her kommt!


    Als wir letztes Jahr wegen einem Faulbrutfall auf die Stände raus mussten um Fütterkranzproben zu ziehen, fanden wir Völker vor, da konntest du suchen und suchen du hast keinen Futterkranz gefunden!


    Und das nicht nur bei einem Imker!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Leider gibt es keine vorbeugende Maßnahme gegen Faulbrut wie z.B. Impfungen.


    Füttere Deine Völker nicht mit Honig aus fremden Quellen, welche evtl verseucht sind. Leider kann sich ein Volk schon beim Räubern Faulbrut holen, und da kannst Du recht wenig gegen tun.

  • Hallo,


    diese beiden Fälle wurden gemeldet und sicherlich auch den Vorschriften gemäß abgewickelt. Dennoch habe ich die Befürchtung, dass sich das ausbreitet. Es gibt bei uns viele Honigbatzer, die nicht gerade mit Hygiene glänzen, eine Infektion spät erkennen und schon gar nicht melden werden.


    Demanch ist während der Trachtzeit die Gefahr geringer, wenn die Infektion eher auf Räuberei, Futtermangel und offen Gläser zurückzuführen ist?
    Welche technischen Mittel brauche ich, um bei einer Futterkranzprobe eine Infektion festzustellen? Das bleibt vermutlich dem Veterinäramt vorbehalten?


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo Gerhard, bitte den BSV eine Futterkranzprobe zu ziehen. Dir fehlen die technischen Mittel. Labor usw.. Diese wird dann an die für deinen Bezirk zuständige Untersuchungsstelle geschickt. Von da wird dir und dem Vet Amt das Untersuchungsergebnis mitgeteilt.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Moin Josef,


    die technischen Mittel, die der BSV hier verwendet hat, waren saubere Esslöffel (1 pro Volk) aus meinem Bestand und neue Gefrierbeutel. (2 pro Probe) Als Einfüllhilfe ein sauberes Honigglas. Die Untersuchungsstelle ist hier das Landeslabor in Neumünster. Wie das in Niederbayern ist, weiß ich nicht, das müsste aber der Verein wissen, oder der Vet. oder dessen Sekretariat.


    Wenn es um die eigene Orientierung geht, kann man das schon selber machen. Wenn daraus ein Gesundheitszeugnis für Wanderung oder Verkauf werden soll, nicht. Da liegt eher der Grund, warum es der BSV machen sollte. Es gibt da aber mancherorts vielleicht Gepflogenheiten, denen man sich nicht anschließen sollte.


    Auch bei selbstgezogenen Proben wird bei positivem Befund der Vet. informiert und tätig.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Gerhard, es gibt keine vorbeugende Maßnahmen.


    Stimmt leider, gegen die Faulbrut an sich kann man nichts machen, keine Medikamente geben etc:



    Aber was ich unterlassen würde:
    -Ableger im Umkreis kaufen.
    -Vorsichtig bei eingefangenen Schwärmen sein (fremde Schwärme in Kellerhaft bis erster Totenfall durch "Hunger" eintritt)
    -gebrauchte Beuten und sonstigen Imkerkram kaufen.


    Die Faulbrut wird durch Sporen verbreitet, deswegen vorsichtig sein, wenn man Bienenschwärme (haben die Sporen mit im Honigmagen) oder Bienenkrams zukauft/einfängt.


    Und ich würde auch regelmäßig selbst meine Bienen untersuchen und "wachsam bleiben".
    Beim kleinsten Verdacht würde ich den AmtsVet kontaktieren (sogar wenn ich mir nicht sicher bin, lieber 1 mal zuviel gerufen als die AFB unentdeckt am eigenen Bienenstand haben).


    hier einige Lesetips:


    http://www.lwg.bayern.de/bienen/info/krankheiten/28881/


    Stefan


  • Hallo Clas, Die technischen Mittel bezogen sich nicht auf den BSV. Wie will der BSV einen Befund mit Sporen feststellen? Lesen solltest Du schon richtig.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Endlich haben wir es also mal schwarz auf weiß, dass das mit der völlig übertriebenen Wabenhygiene zur Faulbrutvermeidung nur Augenwischerei, Geldmacherei und Hokus-Pokus ist!



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Die beste Vorbeugung ist hoher Wabendurchsatz - sprich mindestens alle 2 Jahre die Waben erneuern, besser jährlich.
    Keine Ableger, sondern KS kaufen, nicht über Ableger vermehren, sondern über KS.
    Und für eine gute Fütterung sorgen, wie auch Toyotafan schon schrieb.
    Wir säen in drei Wochen 3000qm mit Phacelia - Blüte sollte dann Mitte Juli sein, und ich verbuddle grad Herbstastern im Akkord. Klar ist das nicht viel, aber besser als nix.
    Nach der Phacelia sollte Goldrute langsam kommen, und Springkraut ebenfalls. Plus Knöterich.
    Wenn ich sehe, was manche Leute an steinaltem Wabenwerk drin haben, nur weil "Mittelwände sind doch so teuer" - da krieg ich die Krise :roll::evil:
    Vor allem werden von vielen im Ableger natürlich die allerältesten Waben abgegeben - ich kann nur davon abraten, sowas zu kaufen.
    Und es ist nicht gut, Waben von toten Völkern weiter zu verwenden.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen