Was ist eigentlich für Euch Waldhonig? Wie muss der Wald sein um Waldhonig zu ernten?

  • Hi @All


    was ist für Euch eigentlich Waldhonig?
    Welche Pflanzenextrakte (Honigtau oder Nektar) sind da drinne?


    Ist Waldhonig erst wenn es reiner Fichtenhonig ist?
    Oder ist es ein Mischhonig? Wenn Ja welche Mischung?



    Hindergrund: Ich werde Umziehen und suche mir einen neuen Standort für den Waldhonig....Wie finde ich in einem neuen Gebiet einen geigneten Waldtrachtgebiet. (Standplatz klar über den Förster...ja aber ich will ja nicht in den Buchenwald!) :oops:
    Wie muss der Wald beschaffen sein um Waldhonig zu ernten?



    Weiss das einer etwas konkreter, hat Erfahrung?


    Örtlicher Imkerverein....das wird nichts ... das sind uralte Knochen die haben mich an das Veterinäramt verwiesen :confused:......


    PS: Ich bin kein Anfänger aber, ich habe jetzt auch keine Belerstunde in meinen Text gepackt sondern einmal sehr offen gefragt...


    Grüße Clemshome

  • Servus Clemshome,
    Was ich weiß brauchst du für richtigen Tannenhonig einen großen alten Tannenbestand benötigst. Den Tannenhonig kannst du auch nicht überall ernten. Den gibt es nur in bestimmten Regionen..
    :cool:
    Ansonsten würde ich trotzdem versuchen mit anderen Imkern in Kontakt zu treten.
    LG


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hi Simon,


    ich suche keinen Tannenhonig (Große Rindenlaus usw...) der nur über knappen 600 Meter üMh entstehen kann
    Ja Tannen honig gibt es bei uns habe ich auch schon mehrmals geernten wenn er den kommt!



    Sondern


    Waldhonig .....



    grüße clemshome

  • Hallo Clemshome,


    Liebig stellt in seinem Waldtrachtbuch fest, dass es eigentlich nur drei Baumarten gibt, die für Waldhonig (also Honigtauhonig) eine Rolle spielen: Fichte, Tanne und (mit deutlichem Abstand) die Eiche. Die wichtigste Baumart ist die Fichte, weil auf ihr 7 Honigtauerzeuger vorkommen, auf der Tanne dagegen nur 2. Die Eiche honigt nur selten.
    Andere Baumarten sind praktisch ohne Bedeutung, oder honigen zur Blütezeit (Ahorn, Linde) und liefern damit keinen reinen Honigtauhonig.
    Die besten Chancen auf Waldhonig hat man also bei Fichtenbeständen. Da auch die Fichte im Durchschnitt nur jedes zweite Jahr honigt, ist man auf Trachtbeobachtungen angewiesen (wenn man anwandert). Das ist aber eine Wissenschaft für sich.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Meiner Meinung nach ist das wichtigste für den Imker Melezitose, weil so gefährlich....:Biene: und die kann man sich auch in Norddeutschland einfangen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Was Waldhonig ist hängt mit der Leitfähigkeit zusammen. Waldhonig muss über 800 Mikrosiemens haben und Tannenhonig über 1300. So habe ich die Zahlen im Kopf. Auch sollte er den typischen Geschmack haben. Obwohl Edelkastanienhonig einen hohen Leitwert hat ist er kein Waldhonig.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Dachte es hängt am Preis:cool:


    dD


    ... Böser Bursche ...



    Ich werfe mal in den Ring:


    Vorwohl G.:
    DIE BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DER ELEKTRISCHEN LEITFÄHIGKEIT DER HONIGE UND IHRER TRACHTMÄSSIGEN HERKUNFT*


    ansonsten: Das große Honigbuch Horn/Lüllmann


    *irgendwann habe ich nach meinen Crash wieder alles sortiert.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Tach,


    also: Das große Honigbuch Horn/Lüllmann:


    Einteilung in Blütenhonige und Honigtauhonige - is klar, ja?:wink:


    Zitat

    S. 169, Spezifikation der Honigtauhonige
    Waldhonige
    Andere Honigtauhonige werden als Waldhonige eingeordnet........ Anzumerken ist, daß Waldhonige nicht zwingend aus Wäldern stammen müssen. Honig von Bäumen, die Wälder ausbilden "können", dürfen auch als Waldhonig bezeichnet werden......


    Dann folgt als nächste Überschrift: "Ausnahmen"
    Und dort als erster Punkt: Edelkastanienhonig
    Dort steht dann genau das, was Remsi schon oben angeführt hat, dass Edelkastanienhonig aufgrund der Leitfähigkeit und Farbe eigentlich als Waldhonig einzuordnen wären.
    Werden sie aber nicht.


    Bei Wiki steht auch noch, dass Waldjonig auch einen Teil Blütentracht enthalten darf.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,
    in Frankreich ist Kastanienhonig Waldhonig. Verkauft aber diesen nicht als solchen, sonst gibt es Prügel.


    Zum Verständnis, Imker Fridolin Gierig hat seine Bienen neben einem Fichtenwald aufgestellt. Auf der anderen Seite ist ein blau blühendes Feld. Das Wetter ist günstig und nach 2 Wochen ist der Kasten voll mit dunklem Honig. Hurra, schreit er und lässt alle wissen > Ich Fridolin Gierig habe Waldhonig dieses Jahr <. Imker Caspar Neid kommen Zweifel und er schickt einen Bekannten inkognito zum Kauf. Nach der Probe ist klar, kein Waldhoniggeschmack. So kommt es, wie es kommt, weil er ohnehin zum Landratsamt muss, geht er auch geschwind zum WKD rein und fragt diese Experten ob das Waldhonig sei. Die wissen es auch nicht und sagen, wir lassen es mal auf dem Staatlichen Untersuchungsamt nachprüfen. Das wollte natürlich Imker Caspar Neid nicht, er wollte halt nur mal fragen. Dann gibt es für Fridolin eine Klatsche. der Leitwert ist zu niedrig und in der dunklen Brühe finden sich Phaceliapollen und vom Geschmack ganz zu schweigen. Caspar wollte das eigentlich nicht, nur halt mal fragen. Empfehlung für Gierig: Einen Kurs in Sachen Botanik und Honigsensorik belegen. Hier Anfängerklasse.


    Hallo Axel,
    für dich sind die Vogesen am nächsten. Dann folgt der Schwarzwald und der Schwäbische Wald. Ich habe da meine Bedenken ob 50% der Imker die Weißtanne überhaupt kennen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo !


    Sorry, ich bin einfach mal davon ausgegangen das klar ist,
    was die Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit beim Honig aussagt.


    Ich zitiere mal aus der entsprechenden DIN (Norm):


    Untersuchung von Honig - Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit


    1 Anwendungsbereich
    ...
    Die elektrische Leitfähigkeit kann zusätzlich zur botanischen Herkunftsbestimmung eines Honig dienen,
    insbesondere zur Unterscheidung zwischen Blütenhonig und Honigtauhonig.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hi @All


    wir haben doch nun einiges Wissen zusammen getragen.
    1. Waldhonig ist Dunkel.
    2. Waldhonig ist kein Tannenhonig.
    3. Waldhonig stammt von Fichte, Tanne, Eiche, + Ausnahmen
    4. Die Leitfähigkeit entscheidet am Schluss des Mixes ob es Waldhonig ist oder nicht...!



    Gut das war der erste Teil der Frage.


    Was für eine Beschaffenheit in der Vegetation muss das Waldgebiet haben, damit ich anwandere.
    Anders formuliert: Nach welchen Kriterien bei Fichte, Tanne, Eiche muss ich den Förter Frage wenn ich einen Standplatz suche?


    Grüße Clemshome

  • Ich schreib mal trotz meinem Nichtwanderimkertum,
    dass ich davon ausgehe, dass der Förster hier nicht der ganz primäre Ansprechpartner ist. :wink:
    Dessen Interessen liegen beim Wald eher woanders.
    Die Bestände müssen groß genug sein und die Baumarten stimmen.
    Ob es honigt, wird Dir ein Förster da nicht unbedingt sagen können. Ohne Moos - äh: Laus - nix los!


    Infos hier


    oder von Onkel Liebig mal aus früheren Jahren hier (paßt aber vom Saisonverlauf recht gut - heißt aber auch nix).


    volle Honigtautöpfe :cool:


    unsere Wald- und Tannenhonigkönige werden vielleicht mal was dazu ausführen.


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper