Eichenprozessionsspinner - Was wird wo unternommen?

  • Moin, moin,



    die Medien sind voller Geschrei, Kampfgeschrei: in Mecklenburg-Vorpommern werden 9000 ha mit Dipel-ES besprüht. Zur Gefahrenabwehr. Das ist ein Bt-Präparat, dessen Einsatz auch für Brandenburg und Berlin berichtet wird. Es hat nun auch eine Zulassung als Biozid und kann damit auch an Straßenbäumen, in der Stadt und an Einzelbäumen angewendet werden. Geschrieben steht: hochspezifisch gegen Raupen. Auch ein nettes Oxymoron, diese Aussage. Weiter stellt sich die Frage, ob sie zutrifft.



    Für Hersteller und Anwender sicher nachhaltig sinnvoll...



    Welche Folgen aber hat das, für andere Insekten, für die Nahrungskette? Dazu wäre, als erster Schritt mal eine orientierende Zusammenstellung der Maßnahmen, die da so ergriffen werden, sinnvoll, scheint mir. Ich rege also an, hier solche Fakten zu sammeln.



    Gruß aus Todenbüttel
    Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin, moin,


    aus Ludwigslust berichtet der NDR, es werde außerorts Karate gespritzt, vom Hubschrauber aus.


    http://www.ndr.de/fernsehen/se…dia/nordmagazin16699.html


    Das Sicherheitsdatenblatt dazu: https://portal.bvl.bund.de/psm…Blatt.jsp?kennr=005618-00 . Das ist deutlich giftiger und bedenklicher. Wenn man bedenkt, dass für das "harmlose und gute, im Bioanbau verwendete" Dipel-ES schon ein Betretungsverbot für ungeschützte Personen von mindestens 8 Stunden gefordert werden, ist die Praxis, mal eben für 15 Minuten den Verkehr anzuhalten schon krass daneben.


    http://www.jki.bund.de/fileadm…zid_DipelES_April2013.pdf


    Dass sich Leute eine Anwendung auch in ihrer Nähe wünschen, sagt eher was zur geistigen Befindlichkeit und zum Grad der Hysterie...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Helmut,


    guck noch mal in das Datenblatt, das ich da verlinkt habe. Vorbeugend ist verboten. Seite 6 g 2. Nun müsste man bloß noch wissen, wie solche Verstöße geregelt sind und wie sie geahndet werden.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Helmut,


    guck noch mal in das Datenblatt, das ich da verlinkt habe. Vorbeugend ist verboten. Seite 6 g 2. Nun müsste man bloß noch wissen, wie solche Verstöße geregelt sind und wie sie geahndet werden.


    Gruß Clas


    Hallo Clas,
    wer solls denn ahnden? Nachdem ich nun durch Halteverbotsschilder auf den Biozideinsatz in Nähe meines Bienenstands aufmerksam wurde stellt sich mir die Frage ernsthaft. Ich geh davon aus, das irgendwer den Einsatz hat genehmigen müssen... ferner geh ich mal davon aus, dass es mitten im Stadtbereich das Pflanzenschutzamt Berlin war. Wenn ich mir nun aber die zu behandelnde Fläche angucke, dann kommen mir ernsthafte Zweifel ob sich jemand vom Amt Gedanken gemacht hat...
    Das eingesetzte Mittel mag in Versuchen unschädlich für Bienen gewesen sein, da die Bienen kaum was auf vom Blattgrün aufnahmen. Anders schauts aber eventuell im Budenbereich um den Stamm aus. Offensichtlich meint man im Pflanzenschutzamt, der sattgelbe Löwenzahnteppich unter den Bäumen interessiert die Hautflügler nicht. Oder ist der nicht vorhanden? Bei PSM wäre die Löwnzahnblüte meiner Ansicht nach ein Ausschlußkriterium für den Einsatz. Bei Bioziden schauts ganz offensichtlich anders aus!


    MfG
    Andreas

  • Moin Andreas,


    auch Ämter sind an Anwendungsbestimmungen gebunden. Diese Anwendungsbestimmung bezieht sich auf die Zulassung als Biozid. Dessenungeachtet kann man an ihr die Harmlosigkeit des Wirkstoffes ermessen...


    Ich vermute, die richtige Instanz wäre das Verwaltungsgericht... Es müsste sich nur jemand finden, der da klagt. Weil ohne Kläger der Richter in der Sache nicht tätig wird. Naturschutzverbände fürchten die hyterische Masse. Daher schützen sie lieber Biber... Was auch, ohne Frage, wichtig ist. Den Mut aber, dem durchs Dorf getriebenen Spinner Schutz zu gewähren, sehe ich bei denen bisher nicht. Obwohl es ja zumiondest um alle Schmetterlingsraupen geht, und auch diese "Spezifizität" eher eine behauptete ist und die natürlichen Fressfeinde ebenfalls leiden, so dass dann die die Bekämfungsaktion an deren Stelle tritt und die Notwengikeit der Wiederholung nach sich zieht, Jahr für Jahr.


    Erfreulich immerhin die Hautärztin, die die Gifte für bedenklicher hält.


    Was setzen sie denn an Deinem Stand ein? Karate oder Dipel-ES? Ersteres ist ein Nervengift, letzteres greift den Darm an. Falls da also Auffälligkeiten nun in Erscheinung träten, hättest Du sowas wie ein Rechtsschutzinteresse... Und sicher einen langen Weg vor Dir, denn freilich sind die B$... So muss man das eigentlich schreiben, scheint mir.
    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

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  • Was setzen sie denn an Deinem Stand ein? Karate oder Dipel-ES? Ersteres ist ein Nervengift, letzteres greift den Darm an. Falls da also Auffälligkeiten nun in Erscheinung träten, hättest Du sowas wie ein Rechtsschutzinteresse... Und sicher einen langen Weg vor Dir, denn freilich sind die B$... So muss man das eigentlich schreiben, scheint mir.
    Gruß Clas



    Hallo Clas,
    wirklich sagen kann ich Dir nicht um welches Mittel es sich handelt. Vermutlich kommt NeemProtect zur Anwendung.
    Warum ich Dir das nicht sagen kann? Also mein Stand ist beim AmtsVet gemeldet und wenn man gut 300 bis 400 m Luftlinie spritzt muss man offensichtlich nicht informieren... da reichen ein paar lumpige Halteverbotsschilder.
    Was verstehst Du unter Auffälligkeiten? Auffällig ist die letzten Tage nur ein erhöhtes Aggressionspotential, welches Fluglochgucken im gebührlichen Abstand nur mit Schleier ermöglicht und mir bislang nicht zu erklären ist :roll:.
    Nachreichen möchte ich an der Stelle jetzt hier noch den Link : http://www.stadtentwicklung.be…trategien_bekaemfpung.pdf
    Wenn ich da lese Präventiv und unterstellt dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln...
    LG
    Andreas

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  • Sammele bitte Pollenwaben für den Drohn!
    Schicke sie dem Drohn.



    dD


    Hallo Drohn,
    ich werd Deinem Anliegen Folge leisten, wenn ich dann mal wieder an die Kästen kann.
    Vielleicht hast Du auch noch eine freundlich formulierte Frage an den Leiter des Berliner Pflanzenschutzamtes, dem ich morgen Nachmittag mal wieder die Hand drücken darf? :lol:


    Allerdings sagt der Auszug vom UBA schon mehr als 1000 Worte.

    Zitat

    strebt aber im Interesse der Wirtschaft eine Straffung und Zentralisierung der Verfahren an


    Du weisst bescheid wessen Knecht die Herren sind?


    LG
    Andreas

  • Schloß Sancossi und Umgebung abgesperrt
    Viele Qkmeter Wald mit Hubschraubern : Dipel-ES
    Naturschützer mächtig am Schimpfen
    Werden beweisen, das viel mehr Schmetterlinge mit getötet werden
    Hier nächste Woche in Bocholt und Hamminkeln mit Hubschrauber und Leiterwagen
    die bösen bösen bösen Spinner
    meine armen Schmetterlinge
    Gruß
    Helmut

  • Ja, ja....wer kümmert sich schon um Schmetterlinge in diesem Zwergenstaat:evil:
    Versteinert stehen Se, in mit Ameisenköder, Schneckenkorn, Rosenläusegift, in ihrer kurzgeschorenen grünen Einöde!


    Wenige erwachen....kommt das wo möglich von den feinen, sehr sehr feinen Giften?


    Der
    Drohn